Zu zehnt fast noch einen Punkt geholt

1749330276Das einzig Konstante beim Club ist, dass man als Fan fast jedesmal leidet. Beim Wie gibt es dann aber doch immer wieder mal was Neues. Selbst innerhalb von 90 Minuten können da Wechsel eintreten. Insofern dürfen wir aus dem Leipzigspiel zumindest positiv vermelden: Langweilig wird es beim Club nicht. Aber für Kurzweil werden in der 2. Liga halt keine Punkte vergeben.

Doch der Reihe nach. Erst einmal gab es fünf Minuten Geplänkel. Beim Club war wieder die schon aus dem Bielefeldspiel bekannte Pomadigkeit zu erkennen. Und wenn dann der Gegner nicht mitspielt und plötzlich einen Zahn zulegt, vielleicht mal was Unorthodoxes probiert, dann steht der FCN auf dem Schlauch. Bei Leipzig war es diesmal: Einfach irgendwie in den Strafraum kommen und dann auf Elfer spechten. Das gelang bereits in der 6. Minute. Blöderweise gab es nicht nur den Elfmeter, sondern auch noch Rot für den Notbremser Margreitter. Elfer! Ja, diesmal stand Raphael Schäfer mal wieder im Kasten und der hat es bekanntlich nicht so mit dem Elfmetertöten. Auch diesmal nicht. Kacke, dachte man. Jetzt erst einmal sortieren. Doch nichts da. Bereits fünf Minuten später machte der vorher gefoulte Selke aus der nächsten Chance das 2:0. Abermals fünf Minuten später bedankte sich der gleiche Spieler für eine zu kurze Kopfballabwehr von Sepsi mit dem 3:0 .

3:0 nach 16 Minuten und dann auch noch ein Mann weniger, da braucht es schon viel Optimismus um noch an eine Wende zu glauben. Auch das Spiel der Clubmannschaft wirkte nicht so, als würde da noch irgendwas gehen. Dass es zur Halbzeit nur 3:0 stand, war sogar als glücklich zu bezeichnen. Auch nach der Pause ging es im gleichen Stil weiter. Allerdings hatten die Leipziger Brauseballer wohl zu früh einen Gang zurückgeschaltet. Nach einer Stunde kam nämlich der Club – bezeichnenderweise abermals nach einem von Möhwald getretenen Standard – zum Anschlusstreffer durch den eingewechselten Dave Bulthuis. Eine Viertelstunde später traf dann der ebenfalls eingewechselte Füllkrug nach Möhwald-Freistoss zum 2:3. Jetzt ging Leipzig plötzlich die Flatter. Spieler wälzten sich mit Krämpfen am Boden und versuchten Zeit zu schinden. Alt-Keeper Schäfer schmiss sich todesmutig allein auf ihn zukommenden Spielern entgegen. In der Nachspielzeit raste er bei einer Clubecke mit nach vorne. Dann stocherte Füllkrug den Ball sogar noch ins Netz. Leider stand er zuvor im Abseits. Nichts wars also mit dem im letzten Spiel noch gefeierten Happy End.

Ein 3:0 aufzuholen und das auch noch zu Zehnt, das war offenbar eine Nummer zu groß. Vielleicht muss man für solche Aufgaben nicht erst nach einer Stunde aufwachen. Am besten wäre es freilich, weniger bräsig ins Spiel zu gehen. Vielleicht könnte es dazu ganz hilfreich sein, den Gegner nicht erst während des Spiels kennenzulernen und sich schon mal in der Spielvorbereitung auf ihn einzustellen. Aber für sowas reicht wahrscheinlich das Geld nicht…. Das ist zwar frustrierend, aber eben auch kurzweilig.