Aufbauhilfe Ost

kirsche
Wer sich die Tabelle vorher angeschaut hatte, der war psychologisch einwandfrei im Vorteil. Da trafen heute die Schießbuden der 2.Liga aufeinander und deshalb hätte man sich eigentlich denken können, dass eine schnelle 1:0-Führung in der Alten Försterei nicht reichen würde. Selbst dann nicht, wenn die Mannschaft in Weiß drückend überlegen spielte und den heimischen Berlinern in Rot nicht den Hauch einer Chance ließ. Für den unbefangenen und – da schließe ich mich ein – jedesmal aufs Neue naiven Clubfreund, schien das ein geruhsamer Samstagnachmittag mit einem ungefährdeten Dreier am Ende zu werden.

Aber dann schien beim Club doch unterschwellig Mitleid mit dem Underdog aufzukeimen. Wie können wir denen helfen? Die bringen ja überhaupt nichts zuwege? Ganz vorne dabei: Thorsten Kirschbaum. Gut, die Abwehr hätte den Berliner Trimmel gar nicht erst abziehen lassen dürfen. Andererseits: Einen solchen Ball hält ein Profitorwart normnalerweise fest und wenn nicht, dann klatscht er ihn nicht nach vorne zum Gegner. Aber der Club hat, bekanntlich, ein Torwartproblem (daher auch die Schießbude) und das jetzt nur an der armen überforderten Sau, die jeweils zur Nummer 1 gekürt wurde, festzumachen, greift meines Erachtens zu kurz. Da hapert es nicht bloß an der falschen Einkaufspolitik. Da scheint auch im Torwarttraining und im Handling der Torwartfrage beim Club einiges schief zu laufen. Im Augenblick erinnert das fatal an die Situation vor sieben Jahren, als der Club mit Jaromír Blažek in einer ähnlichen Situation war. Einerseits durfte der nicht verunsichert werden und wurde jedes Mal stark geredet. Andererseits half eben alles Reden nichts und am Ende stand der Abstieg.

Doch der Torwart ist auch nur einer von elf Spielern. Dass der Club nach dem Kirschbaum-Patzer völlig von der Rolle war und nur mit Glück das Unentschieden in die Pause rettete, ist auch keine Zwangsläufigkeit. Da kann man sich auch mal aufbäumen und dagegen stemmen. So wie das die Mannschaft in der letzten halben Stunde machte, als die Berliner bereits mit 3:1 geführt haben. Da fasste sich plötzlich Alessandro Schöpf ein Herz spielte zwei Berliner aus und haute den Ball ins rechte Eck. Auch der Ausgleich (Erras) nach einem Freistoß war dem enormen Druck zu verdanken, den der Club aufbaute. Jetzt mag der eine oder andere einwenden, Kirschbaum habe davor einen gehalten und so die Wende eingeläutet. Aber sorry, zehn Mann, die von den Launen eines Keepers abhängen, in der Bundesliga?

Dessen ungeachtet muss man positiv festhalten: Es reichte immerhin noch zu einem Punkt und zu der Feststellung: Selten war Mittelmaß so spannend wie beim Club 2015.

2 Kommentare in “Aufbauhilfe Ost

  1. @Blinder Man kann die Bilder zwar anklicken, dann werden sie ein bisschen größer. Aber du hast natürlich Recht. Deswegen haben wir das jetzt auch geändert.

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