Gesangstalent Blum trifft nicht nur Töne

26.02.2016 --- Fussball --- Saison 2015 2016 --- 2. Fussball - Bundesliga / Derby Frankenderby --- 23. Spieltag: 1. FC Nürnberg Nuernberg FCN Club - SpVgg Greuther Fürth Fuerth Kleeblatt --- Foto: Sport-/Pressefoto Wolfgang Zink / DaMa --- Jubel Freude nach Spielende - Danny Blum (7, 1.FC Nürnberg / FCN ) stimmt Lied mit Clubfan / Clubfans / FCN-Fans / Fans per Stadionmikrofon Mikrofon an

Nur wenige Tage nach seiner Gesangsdarbietung nach dem Frankenderby macht Danny Blum das 2:0 in Sandhausen. (Foto: Zink)

Wir schreiben die 32. Minute, als es zum ersten Mal spannend wird. Ein Freistoß von Sebastian Kerk aus gut und gerne 30 Metern segelt vorbei an Freund und Feind und springt direkt vor dem Sandhäuser Torwart Marco Knaller auf. Ein fieses Ding, doch Knaller wehrt die Kugel zur Seite ab. Die Szene ist so etwas wie ein Hallo-Wach-Ruf. Für die Zuschauer vor dem Fernseher, die sich daran erinnern, dass das ja Fußball und nicht Tennis ist, was da gerade läuft. Und für die Club-Spieler auf dem Rasen, denen einfällt, dass sie ja eigentlich auch nach vorne und nicht nur in die Breite spielen können.

Manchmal ist die Zweite Liga hart. Hatte der 1. FC Nürnberg am Freitag noch das Frankenderby vor über 40.000 Zuschauern im Hexenkessel Grundig-Stadion bestritten und gewonnen, folgte am Dienstag der Kulturschock in Form einer Auswärtsfahrt in die Provinz nach Sandhausen. Die ernüchternde Zuschauerzahl im zugigen Hardtwaldstadion: rund 5000. Darunter etwa 1100 mitgereiste Clubfans: die einzigen übrigens, die an diesem Abend von Beginn an Alarm machten.

Plötzlich geht da also nicht nur auf den Rängen, sondern auch auf dem Spielfeld was. Nach dieser Chance von Kerk scheint die Mannschaft von Trainer René Weiler in der Realität angekommen zu sein. Der 1. FCN besinnt sich seiner Stärken und geht prompt noch vor der Pause mit 1:0 in Führung. Torschütze ist der Derbyheld: Niclas Füllkrug (41.). Der Treffer hätte allerdings nicht zählen dürfen, denn Vorlagengeber Guido Burgstaller stand bei der Ballannahme deutlich im Abseits. Doch die Fahne des Schiedsrichterassistenten blieb unten und Referee Harm Osmers aus Hannover gab das Tor.

Im zweiten Durchgang grooven die Akteure weiter so vor sich hin, angefeuert vom monotonen, nimmermüden Singsang der Nürnberger Ultras. Der SVS müht sich nach Kräften, beißt sich am spielerisch überlegenen und gnadenlos effizienten Club jedoch die Zähne aus. Doof, dass sich beim FCN zwei Spieler selbst aus dem Kader für die bereits am Freitag wartende Heimaufgabe gegen den 1. FC Kaiserslautern streichen: Miso Brecko kassiert seine fünfte, Tim Leibold die zehnte Gelbe Karte, beide werden also gesperrt fehlen. Nebenbei bekommt auf der Gegenseite Philipp Klingmann auch noch Gelb-Rot (79.).

Dann folgt der große Auftritt von Danny Blum, der sich nach dem Derby in der Nordkurve schon seine Lorbeeren als Vorsänger verdient hat und besonders bei der Passsage „Scheiße Kleeblatt Fürth…“ sehr textsicher war. Blum bekommt das Spielgerät von Burgstaller durchgesteckt und vollendet aus halbrechter Postition an Knaller vorbei ins lange Toreck zur 2:0-Entscheidung (84.). Damit beweist er, dass er nicht nur Töne hervorragend trifft, sondern auch das Tor. Ende der Durchsage.