So sehen Aufsteiger aus!

2821547782Die Prämissen waren eher schlecht. Ausgerechnet beim Spitzenspiel fehlten nicht nur Raphael Schäfer und der gelb-gesperrte Abräumer Dave Bulthuis, sondern auch der verletzte Patrick Erras. Dabei hielten wir ihn doch für die personifizierte Serie. Mit Erras hat der FCN nicht verloren. Überhaupt gab es die letzte Niederlage in der Vorsaison gegen RB Leipzig. Und diesmal liefen wieder die Roten Bullen als Gegner auf.

Wer aber dachte, der Club würde vor den Dosen klein beigeben und die durchaus vorhandenen Ausreden mitnehmen, der sah sich getäuscht. Es ging munter los in Richtung Dosentor. Der Club hatte eindeutige Spielvorteile und hielt die Leipziger weitgehend vom Strafraum fern, so dass es gar keine Rolle spielte, dass da hinten mit den „Neuen“ Hovland und Petrak eine umformierte Abwehr stand. Nicht nur das: In der 40. Minuten hätte es eigentlich einen Elfer für den Club geben müssen. Denn der Leipziger Halstenberg verschätzt sich und bringt Sebsatian Kerk zu Fall. Aber Schiri Zwayer, der schon zuvor eher dosenfreundlich gepfiffen hat, entschied sich, den Tabellenführer zu schonen.

Kerk hatte auch mit einem super getretenen Freistoß in der ersten Hälfte eine der besten Clubchancen zu verzeichnen. Mit dem Halbzeitstand 0:0 war RB also durchaus gut bedient.

In der zweiten Hälfte ging es zunächst so weiter. Der Club drückte und von Leipzig ging kaum Gefahr aus. Bis zur 52. Minute. Da war die Clubabwehr auf einmal unsortiert. Forsberg passt auf Poulsen, die Clubabwehr spekuliert fälschlicherweise auf Abseits und der Millioneneinkauf Selke macht das – völlig unverdiente – 1:0.

Lange musste man sich dann mit der traurigen Erkenntnis anfreunden, dass eben Geld doch Tore schießt und zum Geld dann oft noch Glück und Referee dazukommen. Sogar über die zwischenzeitliche Führung der Fürther in Bochum mussten wir uns freuen. Hielten die uns wenigstens den ärgsten Verfolger um den Relegationsplatz vom Leib.

Bis zur 70. Minute. Dann gelang ausgerechnet Erras-Vertreter Petrak nach einer Ecke der Ausgleich. Und nicht nur das: Fünf Minuten später drehte Füllkrug mit seinem Tor das Spiel, womit dann auch das Ergebnis wieder zum Match passte. Dass die Leipziger zwar eine Dosen-, aber keine Gurkentruppe sind, stellten sie danach unter Beweis. Minutenlang wurde der Club im eigenen Strafraum eingeschnürt. Aber die Abwehr hielt. In der Nachspielzeit konnte Guido Burgstaller seine Klasseleistung sogar noch mit dem 3:1 belohnen.

Der Club scheint im Augenblick offenbar jeden schlagen zu können. Deswegen schauen wir mal nach oben: Zu Leipzig sind es nur noch drei Punkte und zu Freiburg (die spielen allerdings am Montag noch gegen den KSC) haben wir nach Punkten sogar aufgeschlossen.