Überraschender Serienriss

833871474Das hatte sich doch so schön angelassen. Bestes Fussballwetter, eine Super-Choreo, erstklassige Stimmung, eine Serie von 18 ungeschlagenen Spielen und dann kam der Tabellenletzte nach Nürnberg. Was sollte da schon schief gehen? Da war doch alles dazu angetan, das Torverhältnis zu verbessern.

Pfeifendeckel! Der Club ist immer noch der Club. Auch dann, wenn es mal flutscht und der Aufstieg in Sicht ist.

Dabei präsentierte sich der MSV jetzt nicht wie eine Übermannschaft, die Bäume ausreißt, weil sie die letzte Chance wittert. Nicht einmal hinten standen die so sicher, dass man Sorgen haben müsste, erst nach 60-minütigem Ermüdungskampf ein Tor bejubeln zu können. Da öffneten sich regelmäßig Löcher, wenn der Club seine Angriffswellen startete. Nur machte der nichts draus. Da fehlte die Konzentration und der letzte Einsatz. Wahrscheinlich nahm man den MSV jetzt auch nicht sooo ernst. Außerdem schien etwas das Rezept zu fehlen. Weitschüsse zum Beispiel. Mit einem solchen ging dann in der 35. Minute auf einmal die Mannschaft aus dem Keller in Führung. Rakovsky sah dabei nicht gut aus. Der Ball war allerdings abgefälscht.

Ok, Betriebsunfall! Kann mal passieren! Dachten wir. Doch dann legte der Abstiegskandidat auch noch nach. Nach einer Ecke. In der 60. Minute. Also genau dann, wo wir uns eigentlich gewohnheitsmäßig auf ein Clubfeuerwerk eingestellen. Im FCN-Strafraum herrschte jedoch Konfusion und eine seltsame Lethargie. Doch dann schien zumindest Tim Leibold den Ernst der Lage begriffen zuz haben, zog zwei Minuten später ab und demonstrierte, dass man mit etwas Druck und Willen durchaus was reißen kann gegen die Duisburger.

Kurz danach zeigte sich jedoch, dass zwischen Unter- und Übermotiviertheit nur ein recht schmaler Grat besteht. Ausgerechnet Leibold machte umgekehrt den Deckel drauf. In der 86. Minute holte er sich erst die gelbe und dann drei Minuten später die gelb-rote Karte ab. Zuguterletzt ließ sich dann auch noch Dave Bulthuis (Bild) zu eine saublöden Handbewegung hinreißen und flog mit glatt Rot vom Platz.

Es hätte ein so schöner Nachmittag werden können. Aber das war er nur für die Duisburger, die jetzt wieder etwas Hoffnung schöpfen. Der Club hat hingegen drei Punkte auf die beiden Führenden eingebüßt und auch noch zwei Rotsünder zu ersetzen. Im besten Fall war das ein rechtzeitiger Schuss vor den Bug und eine Erfahrung, die wir vielleicht noch für die Relegation brauchen können.