Durchwachsener Saisonauftakt

2547180866Dass der Club beim Aufsteiger Dynamo Dresden kein Feuerwerk abbrennen würde, das war zu erwarten. Dresden hatte in der vergangenen Saison nur zwei Spiele verloren. Dazu kam die Rieseneuphorie, die von den Rängen aufs Spielfeld schwappte. Der Aufsteiger hatte auch auf dem Platz ein Übergewicht und die weitaus zwingenderen Chancen. Bereits nach sechs Minuten knallte der Ball gegen die Latte des Clubtors. In der 29. Minute vergab der Dresdner Aosman kläglich vor dem fast leeren Gehäuse. Dafür schien sich dann die größere Zweitligaerfahrung der Clubmannschaft auszuzahlen. Kurz vor der Pause drängte Leibold in der Strafraum, mit der deutlichen Absicht, einen Elfer zu provozieren. Und der ehemalige Clubspieler Florian Ballas tat ihm den Gefallen. Wobei die Berührung jetzt auch nicht so war, dass Schiri Welz jetzt unbedingt hätte auf den Punkt zeigen müssen. Guido Burgstaller hämmerte den Ball dann ziemlich zentral in die Maschen. 1:0.

Da und über weite Strecken der zweiten Hälfte sah es so aus, als würde sich die größere Abgeklärtheit des FCN durchsetzen und der Zweitliganeuling Lehrgeld zahlen müssen. Der Club verließ sich auf seine eingespielte Abwehr, in der diesmal allerdings weniger der Neue Lukas Mühl, sondern der etablierte Verteidiger Georg Margreitter mit einigen Fehlern für Unruhe sorgte. Da die Dresdner, bei denen nach einer Stunde auch die Clubleihgabe Stefan Kutschke mitstürmen durfte, selbst beste Chzancen vergeigten (in der 70. köpfte Testroet sogar am leeren Tor vorbei), schien der Club ohne größere Anstrengung einen Auftaktdreier einfahren zu können.

Das hätte auch geklappt, wenn Schiri Welz die normalen zwei oder drei Minuten hätte nachspielen lassen. Stattdessen wollte er wohl wieder etwas gut machen und gab fünf Minuten. Kurz bevor diese um waren, traf Testroet doch noch für Dresden zum Ausgleich. Der war zwar nicht unverdient, aber zu diesem Zeitpunkt so unnötig wie irgendwas. Insofern waren das verlorene zwei Punkte. Schuld daran sind dafür weniger die Fehler in der Abwehr, sondern der Umstand, dass der Club in der zweiten Hälfte seine Offensivbemühungen praktisch eingestellt hat. Demzufolge haben dann wohl beide Mannschaften Lehrgeld gezahlt. Immerhin kann der Club jetzt festhalten: Mit Überheblichkeit ist in der zweiten Liga nirgendwo was zu holen.