Wer 1:0 führt…

620572203Deutlicher Aufwärtstrend, bestes Spiel bislang, das versuchten uns die Clubverantwortlichen nach dem mühsamen Weiterkommen im Pokal – gegen den Regionalligisten Viktoria Köln (!) – einzureden. Soweit sind wir schon. Nach den Unentschieden gegen die Zweitligograumäuse Dresden und Heidenheim ging es nun gegen einen etwas härteren Brocken, gegen Eintracht Braunschweig. In Braunschweig hat der Club seit 50 Jahren nicht mehr gewonnen. Andererseits: Wenn man in der zweiten Liga vorne mitspielen will und angesichts der fast schon gesetzten Aufsteiger Hannover und Stuttgart etwas reiß0en will, dann muss man Mannschaften wie Braunschweig schlagen.

So weit die Ausgangslage. Die Realität hat den Club dann alerdings ziemlich knallhart eingeholt. Während es bei den Graumäusen gerade noch zu Unentschieden gelangt hat, zeigte Braunschweig dem Club schonungslos die Grenzen auf. Nach dem Motto: Orientiert euch nach unten, ihr Flaschen!

Womit wir bei den Flaschen waren, die angesichts der Hitze bei einer Trinkpause in der 23. Minute kredenzt wurden. Bis dahin lief es für den Club nämlich noch richtig gut in Braunschweig. Da lag er seit der 8. Minute durch eine Gemeinschaftsproduktion von Guido Burgstaller und dem Braunschweiger Reichel mit 1:0 vorne. Inzwischen wissen wir, dass sowas beim FCN 2016 nicht viel heißt. Der liegt gerne einmal 1:0 vorne und macht dann bloß nach vorne nichts mehr, aber hinten auch nicht richtig dicht. Ein alter Verwalter ist der Altmeister nicht. Deswegen musste der ernüchterte Clubfan ein neuerliches Unentschieden im Blick haben. Doch Braunschweig beließ es dann blöderweise nicht damit, dem Fastaufsteiger nur einen Ausgleichstreffer einzuschenken. Mit einem Doppelschlag kurz vor der Pause drehte die Eintracht das Spiel.

Beim Club hatte man – wie schon gegen Dresden, Heidenheim und Köln – nach dem Vorsprung auf die Bremse gedrückt. Offensichtlich wird da im Unterbewusstsein signalisiert: Kräfte sparen, sonst fehlen sie uns wieder in den Relegationsspielen.

In Braunschweig war es, wie gesagt ziemlich heiß. Da ist Kräfteschonen auch aus anderen Gründen angesagt. Wobei das schwarze Auswärtsdress da als Alibi nicht unbedingt herhalten darf. Während die Clubmannschaft sich weiter zurückhielt, drehte Braunschweig erst so richtig auf. Die Chance, einen scheinbar großen Gegner zu demütigen, verlieh da zusätzlich Flügel. Allerdings machte es der der Eintracht auch erstaunlich leicht. Wenn sich die Abwehr regelmäßig auf den Torwart verlässt und der auf seine Vorderleute, dann hast du schnell mal sechs Dinger im Kasten.

Das einzig Positive an diesem Ergebnis ist, dass die Schönredner jetzt wenigstens den Mund halten. Wahrscheinlich wird aber gleichzeitig vor Panik gewarnt. Andererseits sehe ich wenig Gründe, warum man nach einem solchen Saisonstart ruhig bleiben soll. Außer dem, dass man bei der Hitze mit seinen Kräften haushalten sollte. Auch als Nichtspieler.