Auch gegen biedere Fürther verloren

derby
Selten war es im Vorfeld eines Derbys so ruhig wie diesmal. Auch wenn einige Medien mühsam versucht hatten, etwas Stimmung zu verbreiten. Selten gab es so viele frei Plätze im Nürnberger Stadion, wenn dort die Fürther antraten. Das lag mit Sicherheit nicht nur am DFB, der mit seiner depperten Anstoßzeit den einen oder anderen am Besuch hinderte. Das lag auch daran, dass Fürth im Mittelmaß versackt und der Club nicht mal dafür gut genug ist.

Vielleicht ist es ja die Angst vor dem Mittelmaß und der Langeweile, die den FCN umtreibt. Insbesondere Sepsi bemüht sich vehement um Unterhaltungswerte. Schon in der 4. Minute säbelte er im Torraum über den Ball und bescherte den Fürthern so die erste dicke Chance. Danach war es mit den Bemühungen um Kurzweil zumindest hinten erstmal vorbei. Stattdessen drückte der Club, aber außer einem Lattentreffer von Matavz sprang dabei nichts heraus. Salli rannte und fiel viel. Die anderen zeigten sich durchaus bemüht, aber unglücklich und limitiert. Dabei machten die Fürther nie den Eindruck, mehr als eine biedere Zweitligatruppe zu sein. Chancen hatten sie praktisch keine, dennoch erzielten sie in der 40. Minute ebenfalls einen Lattentreffer. Anders als vorher auf der anderen Seite war Sepsi wieder mal indisponiert und Dursun schaffte mit einer Akrobatikeinlage das 1:0.

Von den Spielanteilen her war das zwar nicht verdient. Aber beim Fußball zählen nun mal die Tore, auch wenn die, wie das 2:0, mit viel Glück erzielt werden. Wieder war Sepsi beteiligt. Einen Schuss von Steininger fälschte er so unglücklich ab, dass der Ball hinter dem etwas zu weit vor seinem Tor stehenden Kirschbaum in die Maschen plumpste. Sicher ist das Pech. Sicher spielt da auch das mangelnde Selbstvertrauen eine Rolle. Andererseits war das alles eben auch nur Dienst nach Vorschrift, was der Club da anbot. Jeder, Sepsi vielleicht ausgenommen, schaute nur, dass man ihm nachher nichts vorwerfen kann. Eventuell gar, er habe gegen den Trainer gespielt. Der hatte allerdings zuvor schon vom Manager den Freibrief erhalten, er dürfe auch das Derby verlieren und müsse trotzdem nicht um seinen Job fürchten. Dass er den einzigen, den man als Aktivposten beim Club bezeichnen konnte, Cedric Teuchert, erst nach gut einer Stunde brachte und dass er Sepsi erst in der 77. Minute erlöste lieferte jetzt nicht unbedingt die geeigneten Argumente, weiter an ihm festzuhalten. Der Anschlusstreffer in der letzten Minute auch nicht.

Am Ende reagierte die Nordkurve nur noch mit Schweigen. Viel mehr fällt einem zum Club im Augenblick auch nicht mehr ein. Vielleicht ist das Sparen an Worten die richtige Antwort auf die Sparpolitik des FCN. Die Fürther Fans skandierten derweil, der Club sei nächste Saison in der 3. Liga dabei. Viel Intelligenz braucht es nicht zu dieser Aussage. Aber wer die Langeweile scheut, hinten erstmal zu Null zu spielen und dann vorne zu schauen, ob vielleicht was klappt, der braucht wohl die Kurzweil des Abstiegskampfes und die Chance erneut eine Relegation spielen zu können. Dann aber gegen den Drittletzten der 2. Liga.