Schwartz kann man keinen Vorwurf machen

So hatte die Derby-Niederlage also sogar noch was Gutes: Den Umständen entsprechend (es gab keine Anzeichen) dann doch etwas überraschend beendete der 1. FC Nürnberg am Dienstag das Missverständnis Alois Schwartz. Das 0:1 in Fürth war zu viel des Schlechten. Fast ist man geneigt zu sagen: „Danke, liebes Kleeblatt“. Aber so weit kommt’s noch… Fürth bleibt Fürth.

Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich bei diesem Trainer von Anfang an skeptisch war. Erst war es nur ein Bauchgefühl, aber nach dem zweiten Spieltag war ich mir sicher: Das passt nicht. Mir wurde vorgeworfen, dass ich zu weit weg vom Geschehen am Valznerweiher sei, um das beurteilen zu können. Es stimmt: Ich kenne Schwartz nicht persönlich und war nie bei einem Training unter ihm dabei. Was ich aber wöchentlich bei den Pressekonferenzen vor und nach den Spielen sowie auf dem Platz gesehen habe, hat mir gereicht. Und darauf, auf die Außendarstellung und auf die Ergebnisse, kommt es letztlich auch an.

Ich hätte mich gefreut, wenn ich mit meiner Kritik am zweiten Spieltag falsch gelegen wäre. Ich hatte gehofft, dass der Trainer die Kurve kratzt und mich eines Besseren belehrt. Doch selbst die kleine Erfolgsserie im Spätherbst basierte nur auf Stückwerk und Glück, weil die Gegner allesamt nicht ihren besten Tag erwischt hatten. Also blieb ich bei meiner Meinung, dass Schwartz fehl am Platz ist und jetzt war.

Ihm selbst kann ich gar keinen Vorwurf machen. Er ist ja nicht erst beim Club so geworden, wie er ist. Es hat einfach von vorneherein nicht gepasst. Und diesen Schuh muss sich Sportvorstand Andreas Bornemann anziehen, der ihn für 400.000 Euro geholt hatte und der komischerweise gestern im Interview mit CEF-TV nicht so wirkte, als würde eine Trainerentlassung kurz bevorstehen. Dann kam glücklicherweise der Aufsichtsrat und bereitete dem Spuk ein Ende.