Der Club bleibt zweitklassig

Nach dem gefühlten Auswärtsspiel in Nürnberg am vergangenen Wochenende, für das über 15.000 Gäste-Fans aus Stuttgart sowie ein Stimmungs-Boykott der FCN-Ultras gesorgt hatten, ließ der Club am Samstag in Sandhausen ein gefühltes Heimspiel folgen. Dafür reichten rund 3000 stimmgewaltige mitgereiste Rot-Schwarze, die im Stadion am Hardtwald beinahe über die kompletten 90 Minuten die Atmosphäre dominierten. Insgesamt hatten sich 8408 Fußballfans eingefunden, um ihre Teams dabei zu unterstützen, die letzten nötigen Punkte für den Klassenerhalt in der zweiten Liga zu sammeln. Wenn man bedenkt, dass die im nordwestlichen Baden-Württemberg liegende Gemeinde Sandhausen gerade einmal 14.902 Einwohner zählt, ist das doch eine ganz stattliche Quote.

Auf dem Rasen entwickelte sich eine zähe Partie, die erst zum Ende der ersten 45 Minuten hin langsam Fahrt aufnahm. Ein Latten-Kopfball von Hanno Behrens und einige starke Offensivaktionen von Richard Sukuta-Pasu, dem auffälligsten Mann im Dress der Heimmannschaft, waren die wenigen Höhepunkte einer ansonsten zerfahrenen ersten Hälfte.

Auch nach der Pause vergingen rund zehn Minuten, ehe der quirlige Edgar Salli für Unruhe sorgte. Salli drang von links mit dem Ball am Fuß in den Strafraum ein und dribbelte, dicht gefolgt von einem Sandhäuser Verteidiger, schnurstracks auf Keeper Marco Knaller zu. Dabei fädelte er, in den Fernsehbildern deutlich sichtbar, erst mit einem Bein bei seinem Hintermann ein, verlor dann plötzlich spektakulär die Bodenhaftung, eher er, Arme und Beine weit von sich gestreckt, derart theatralisch auf die Wiese fiel, dass er sein Gesicht nicht mehr vor Knallers Fuß schützen konnte, der da schon ein paar Sekunden länger stand. Schiedsrichter Florian Heft entschied zu Recht nicht auf Strafstoß und ließ das Spiel weiterlaufen, während Salli erschöpft, verletzt und Elfmeter fordernd liegen blieb. Die Nürnberger regten sich auf, dass Sandhausen den Ball nicht ins Aus spielte. Die Sandhäuser ärgerten sich über die Schauspieleinlage von Salli, der nach kurzer Behandlungspause von Pfiffen begleitet wieder aufs Spielfeld zurückt trabte.

Das goldene Tor fiel schließlich in der 70. Minute. Kevin Möhwald flankte von rechts, in der Mitte lauerte Abdelhamid Sabiri und verwertete die leicht abgefälschte Hereingabe zum 1:0 für die Gäste. Etwa ab der 80. Spielminute geriet der Club noch einmal stark unter Druck. Erneut war es unter anderem Sukuta-Pasu, der in dieser hektischen Schlussphase eine Großchance liegen ließ. Nürnbergs Patrick Kammerbauer warf sich in höchster Not in Sukuta-Pasus Schuss und klärte. Diese Situation zeigte die tolle Moral, die der FCN abermals bewies. Die passende Motivationshilfe für die Köllner-Truppe gab es dazu, untermalt vom obligatorischen Trommeln, in Endlosschleife aus dem Block der Nürnberger Ultras: „Seht ihr die Fahnen wehen, wir wollen euch siegen sehen, alle im Stadion singen im Chor, treiben die Mannschaft bis zum Tor“. Der FCN rückt mit dem Dreier vorübergehend auf Rang sieben der Tabelle vor und hat mit dem Abstieg jetzt auch rechnerisch definitiv nichts mehr zu tun. Bei Sandhausen ist weiter Zittern angesagt.