Verkauft, verzockt, vernagelt

Die Woche:

1. Die Länderspielpause zwang den Glubbfan, sich anderweitig zu beschäftigen. Zum Beispiel mit netten Spielchen auf Kosten des aus Nürnberg im Unfrieden geschiedenen Abdelhamid Sabiri. Unter dem Hashtag #Sabieri haben sich Twitternutzer zusammen getan, um für jedes Tor, das Sabiri für seinen neuen Verein schießt, fünf Euro an die Initiative „Nürnberg gewinnt“ zu zahlen. Wahrscheinlich verkrampft der gute Sabiri jetzt regelmäßig vor dem Kasten und muss irgendwann froh sein, wenn ihn noch ein deutscher Zweitligist haben will…

2. Bekanntlich hat Luana Valentini ihren Job als FCN-Pressesprecherin gekündigt. Schon länger kursierte das Gerücht, der Bild-Journalist Daniel Westgate soll ihr Nachfolger werden. Das Gerücht haben die YaBasta-Leute inzwischen verschriftlicht, um gleich mal vor dem „umstrittenen Charakter“ zu warnen. Auch andere machen sich Sorgen, der Club könnte unter die Fuchtel von Friede Springer geraten. Wahrscheinlich ist es aber eher umgekehrt. Nach der alten FCB-Taktik: Leute, die einen nerven könnten, einkaufen und dann auf die Bank setzen.

3. Innerhalb von weniger Tage füllte sich das fast schon verwaiste Club-Lazarett. Nach der schweren Verletzung von Sebastian Kerk, musste sich erst Patrick Kammerbauer wegen eine Blinddarm-OP abmelden und jetzt kam auch noch der gerade erst als Sturmhoffnung angeproiesene Adam Zrelak hinzu. Er fällt wegen eines Mittelfußbruchs länger aus. Gut, dass sich der Club eben noch mit dem – derzeit noch unverletzten – Tobias Werner verstärkt hat. Beim Pauli-Spiel kam jetzt auch noch Kevin Möhwald hinzu. Womit wir bei der unglücklichen Niederlage wären.

Das Spiel:

Unglücklich, das war zumindest das Adjektiv, das nach der 0:1-Niederlage gegen den FC St. Pauli am häufigsten fiel. Unglücklich waren aber höchstens die zwei Lattentreffer in der zweiten Hälfte und dass Pauli-Keeper Himmelmann noch seinen Fuß an einen Valentini-Schuss brachte. Die Niederlage war also bestenfalls leicht unglücklich. Auf der anderen Seite belegten die genannten Chancen, dass das „Bollwerk St. Pauli“ (Bildzeitung) durchaus zu knacken gewesen wäre. Ursachen für die Pleite im Montagabendspiel muss es also auch beim Club gegeben haben.

Da war zum Beispiel der taktische Trick, den Trainer Köllner nach der Niederlage bei Erzgebirge Aue aus der Kiste gezaubert hatte: 3-4-3 statt 4-1-4-1. So wollte er die Hamburger überraschen und ein Übergewicht im Mittelfeld erzielen. Letzteres klappte auch ganz gut. Der Club dominierte das Spiel, lullte sich dabei allerdings selber ein. Blöderweise auch seinen praktisch unbeschäftigten Torwart. Thorsten Kirschbaum war dann in der 65. Minute beim Herauslaufen etwas gedankenträge und prompt führte die Mannschaft, die wir glaubten, im Sack zu haben.

Einen solchen Sack muss man eben auch zumachen, wenn die Überlegenheit irgendetwas bringen soll. Dazu war der Club aber aufgrund eigenen Unvermögens nicht in der Lage. Im Mittelfeld endeten die anfangs gefälligen Kombinationen meist mit einem Fehlpass. Zudem handelte es sich bei den drei nominellen Stürmern eher um Mittelfeldspieler, von denen Kevin Möhwald früh verletzt ausfiel, Tobias Werner zwar ein gutes Debüt ablieferte, aber seine Torchancen nicht zu nutzen wusste, und Edgar Salli nach wie vor in einer Parallelwelt zu kicken scheint. Später wurden zwar Ishak und Teuchert eingewechselt, die aber leider nur theoretisch Torgefahr ausstrahlen. Bei Teuchert ist leider auch eine zunehmende Lustlosigjkeit zu beobachten, die wohl (siehe Sabiri) auch darauf zurückzuführen ist, dass jeder Anflug von Torgefahr gleich solventere Vereine hellhörig macht. Womit wir bei Pascal Köpke wären. Aber das Fass mache ich hier jetzt nicht auf. Bleibt nur die Hoffnung, dass bei Ishak endlich der Knoten aufgeht. Derzeit kauft ihn uns aber wenigstens keiner weg.

Ein Letztes:

Zur Aufmunterung trägt da wenigstens Dave Bulthuis bei, der auf Twitter nach dem geilsten Verein gefragt wurde:

1 Kommentar in “Verkauft, verzockt, vernagelt

  1. Typisch Club-Fans: Kaum verlässt ein Spieler Euren Blubb, rächt man sich an dem armen Kerl. In Eurem Fall, liebe Clubfreunde, anscheinend so, dass man seinen Namen verunstaltet. Oder wisst Ihr gar nicht, ob er Sabieri oder Sabiri heißt? Auch das wäre typisch für die Fans aus der östlichen Vorstadt von Fürth 😉

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