Einfach den Spieß umgedreht

Die Woche:

Eigentlich ist die Woche ja eine englische. Das heißt drei Spiele innerhalb von acht Tagen (MSV-Hammer am gestrigen Samstag, Bochum am Donnerstag und das Derby gegen die Fürther am Sonntag). Für uns ist dagegen heute schon Wochenrückblick. Euphorieschübe sollte man nutzen, gerade in der zweiten Liga, wo offenbar jeder jeden schlagen kann und auf jeden Ansatz von Höhenflug prompt der Dämpfer folgt – und umgekehrt.

Einen Dämpfer gab es diese Woche ohnehin schon. Allerdings nicht unbedingt für den FCN. Dort dürften eher die Stadionneubau-Protagonisten Oberwasser bekommen haben. Den Dämpfer erhielten die Stadt Nürnberg und unser Max-Morlock-Stadion. Dort wird es 2024 keine EM-Spiele geben. Ein Grund für das Scheitern war mal wieder die Aschenbahn (andererseits entpuppt sich die vielleicht noch mal als Investition in die Zukunft, wenn sich der Profifußball weiter so selbst demontiert).

Ein alter Bekannter meldete sich jetzt zurück. Ilkay Gündogan lief nicht nur erstmals nach seiner langen Verletzungspause für Manchester City auf, er gab auch dem Zeit-Magazin ein längeres Interview. Darin steht auch Folgendes:

„Seine glücklichste Zeit sei in Nürnberg gewesen, sagt er und sein Blick bekommt etwas Strahlendes. Er kam im Februar 2009 mit 18 neu in die Stadt, besuchte die 11. Klasse des Gymnasiums, stieg von der zweiten in die erste Bundesliga auf, verhinderte mit seinem Tor den Wiederabstieg. Vor allem aber habe er sich aufggehoben gefühlt in einer Clique von Mitspielern, jede Woche seien sie zusammen ins Kino gegangen. Mit manchen aus der Zeit ist er heute noch befreundet.“

Das Spiel:

Manchmal scheint alles so einfach. Nach dem St.Pauli-Spiel gab es nicht nur hier jede Menge Analysen, warum es zu der Niederlage gekommen war. In Duisburg machte dann die Mannschaft das genaue Gegenteil und hatte Erfolg. Statt Ballbesitz und Dominanz ließ man den Gegner spielen, statt den eigenen Torwart beschäftigungslos zu machen und in Konzentrationsprobleme zu stürzen, ließ man ihn sein wahres Können beweisen, statt vorne zu verzweifeln, haute man halt einfach jeden Ball rein, statt Lücken aufzuzeigen, wo dringend Neueinkäufe nötig sind, demonstrierte man staunenswerte Potenziale (Ishak, Löwen), die nun eher die Sorge nähren, da könne uns bald wieder einer weggekauft werden.

Natürlich ist das alles nicht so einfach. Und wahrscheinlich funktioniert dieses Erfolgsrezept schon im nächsten Spiel nicht mehr. Die Bochumer dürften sich wahrscheinlich vor allem hinten rein stellen und dem Club nicht den Gefallen tun, schnelle Konter anzusetzen. Andererseits ist endlich auch Patrick Erras wieder an Bord und mit dem verlieren wir ja bekanntlich nicht.

Genaueres zum Spielverlauf findet ihr hier, hier oder hier.

Ein Letztes: