Geiles Zittern

Die Woche:

1. Im Absurditätenkabinett ist der FCN immer noch erstklassig. Sogar international. Gerade erinnert sich die Welt wieder an das Phantomtor, das Thomas Helmer 1994 (nicht) geschossen hat. Erinnerungsauslöser war ein ähnliches Tor das Panama gegen Costa Rica erzielte und das zum WM-Aus der USA führte. Bei der Welt sprach der Autor von vergleichsweise weitreichenderen Konsequenzen. Dass das Quatsch ist, wissen sämtliche nicht mehr so ganz jungen Clubfans, zu denen auch der Weltchefredakteur gehört, der dann offenbar diesen Kommentar lancierte:

„Also bitte entschuldigen Sie liebe Welt, aber ihrem Zitat: „Damals erzielte Thomas Helmer sein legendäres Phantomtor gegen den 1. FC Nürnberg. Verglichen mit damals sind die Konsequenzen diesmal viel weitreichender“ muss ich doch wehement widersprechen! Wäre das damalige Phantomtor nicht gegeben worden, wäre das Spiel anstatt 2:1 für die Bayern 1:1 ausgegangen. Somit wäre der „Club“ sicher in der Bundesliga geblieben. Später führte dieser Abstieg sogar zum erst- und einmaligen Fall in der damals 95-jährigen Geschichte des FCN in die Drittklassigkeit! Das Wiederholungsspiel ging dann 5:0 für die Bayern aus, womit diese – anstatt des 1. FC Kaiserslautern – Meister wurden. Wäre das Spiel nämlich 1:1 ausgegangen, hätte der FCK bei Punktgleichheit das bessere Torverhältnis gehabt. Das erachte ich doch als wesentlich weitreichender, als dass nun die USA einmal nicht an einer WM teilnehmen können… MfG“

2. Die WM in Russland trifft den Club aber auch aktuell. Island hat sich, für viele immer noch überraschend, für den Wettbewerb qualifiziert. Eine einmalige Chance für die nicht gerade zahlreichen isländischen Profis. Wenn du als solcher allerdings bei einem Zweitligisten in Deutschland bestenfalls auf der Bank sitzst, kannst du dich nicht aufdrängen. Rurik Gislason hat daher angekündigt, den FCN in der Winterpause verlassen zu wollen. Der dürfte ihm kaum Steine in den Weg legen, kommt so wenigstens Geld in die schwindsüchtige Kasse, zumal Gislason noch einen hochdotierten Altvertrag besitzt.

3. Ein bisschen ging das nämlich unter in der Derbysieg-Harmonie bei der Jahreshauptversammlung: Der Club hat weiter massive finanzielle Probleme. Um von den Schulden runterzukommen, wird daher auch ein Grundstücksverkauf erwogen. Die einfachste und von uns selbstverständlich favorisierte Lösung wäre jedoch der Aufstieg in die erste Liga. Den Hashtag dafür gibt es schon. Allerdings wird er derzeit noch lediglich von einem einzigen Twitterer benutzt.


Das Spiel:

Genauer gesagt waren es zwei Spiele. Erst sieben Stück in Schweinfurt beim Testspiel. Dann sieben in Darmstadt am Böllenfalltor. Dort erzielten zwei allerdings die Gastgeber und eines versenkte Eduard

Löwen auf kuriose Weise im falschen Kasten. Dafür machten es der überragende Cedric Teuchert mit zwei Treffern sowie Ishak und Leibold richtig und bescherten dem Club einen Auswärtsdreier und den Fans das von Trainer Köllner versprochene geile Spiel.

Danach sah es zunächst einmal allerdings gar nicht aus. Bereits nach sechs Minuten lag der Club hinten. Stark hatte abgezogen und Mühl unhaltbar für Kirschbaum abgefälscht. Ein echtes Duseltor. Ein Rückstand aber auch, den sich der Club dann irgendwie verdiente, denn 20 Minuten lang brachte er keinen einzigen Angriff zustande. Der zweite brachte dann allerdings bereits den Ausgleich. Mit einem schönen Lupfer überwand Teuchert, der diesmal zusammen mit Ishak im Sturm agierte, den Darmstöädter Keeper. In der 51. Minute war dann der andere Stürmer dran. Ishak spitzelte nach Klassepass von Leibold den Ball an Mall vorbei. Der Club hatte das Spiel gedreht und nicht nur das: Eine Minute später krachte ein Behrens-Schuss an den Pfosten und weitere sechs Minuten später schließt erneut Teuchert nach einem langen Zuspiel von Löwen zum 3:1 ab. Der Club schien den Dreh gefunden zu haben, wie man die doch reichlich unorganisierte Darmstädter Abwehr ausspielen kann. Leider macht es auch unsere aktuelle Mannschaft immer gern spannend. Nach einer Ecke kamen die Hausherren wieder auf einen Zähler heran. Zwei Minuten später stellte Leibold den alten Abstand wieder her. Aber halt nur bis zur 87. Minute. Sechs Minuten zittern waren da angesagt. Aber mit glücklichem Ende. Der Club rangiert jetzt auf Rang 3, was dann doch noch ein bisschen geiler ist als das Spiel.

Ein Letztes:

1 Kommentar in “Geiles Zittern

  1. Gut geschrieben…Glückwunsch zum Sieg. Drei wichtige Punkte. Und satte sieben Tore an einem Montagabend ist auch mal was nettes.

    Lg und immer weiter so.

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