Das Beste waren die drei Punkte

Die Woche:

1. Noch ein Nachtrag zum versprochenen und auch eingelösten geilen Spiel in Darmstadt. Das Montagsmatch wurde diesmal exklusiv von Sky übertragen, allerdings eher alibimäßig. Stimmen, Kommentare und Analysen zum Spiel gab es keine. Zumindest nicht für den zahlenden Sky-Kunden. Die wurden dann später bei RTL Nitro nachgeliefert. Da scheint man mit dem FCN offensichtlich mehr anfangen zu können als bei Sky (belegt wurde das auch durch die lustlose Moderation während des Dresdenspiels). Warum sich Bezahlsender die Rechte an Spielen sichern, die sie offensichtlich gar nicht interessieren, diese Frage darf man durchaus auch mal stellen.

2. Nicht nur was die guten Spieler angeht, müssen wir leider mit sofortigen Abwerbeversuchen finanzkrtäftigerer Vereine rechnen. Jetzt hat Bayer Leverkusen auf seiner Suche nach einem neuen Geschäftsführer auch ein Auge auf Club-Finanzvorstand Michael Meeske geworfen. Es gibt zwar inzwischen ein Dementi. Dennoch zeigt uns der Vorgang wieder mal: Kontinuität gibt es offensichtlich nur bei den Vereinen mit viel Kohle oder bei denen mit schlechtem Personal.

3. Wahnsinn, Wahnsinn, Wahnsinn! Es liest sich wie eine Reportage von der Maueröffnung. Dabei geht es, wieder einmal, ums Nürnberger Stadion. Im Stadtrat ging es um dessen Zukunft. Soll man einen Privaten mit ins Boot holen (wobei da – und das ist wohl eines der Probleme – offenbar nur Max Bögl ein Kandidat ist)? Braucht der Club angesichts seiner Leistungsstärke überhaupt ein neues Stadion? Während die Grünen ihn hier schlecht reden, wissen SPD und CSU, dass nur mit Optimismus bei den Fans Stimmung gemacht werden kann. So lassen wie es ist, was angesichts der unabsehbaren Entwicklung im deutschen Fußball, nicht die verkehrteste Strategie wäre, geht allerdings auch nicht. Denn auch für das alte Stadion müssen zur Sanierung Millionenbeträge in die Hand genommen werden.

Das Spiel:

Diesmal war Dynamo Dresden zu Gast im Nürnberger Stadion. Eine Mannschaft, die ihren erfolgreichen Sturm der vergangenen Saison verloren und seitdem vorne Probleme hat. Trotzdem kennen wir das, wenn die scheinbaren grauen Mäuse der Liga bei uns auftauchen, da bekommt der Club oft Schwierigkeiten. Das schien diesmal zunächst aber nicht der Fall zu sein. Bereits in der 7. Minute war der vom Chancentod zum Torjäger mutierte Mikael Ishak zur Stelle und staubte zum 1:0 ab. Das war zu diesem Zeitpunkt eigentlich schon unverdient. Im Laufe des Spiels mussten sich die Dresdner noch mehr wie im falschen Film vorkommen. Sie schnürten die Heimmannschaft (wobei das diesmal angesichts der zahlreichen mitgereisten und stimmlich überlegenen Gästefans etwas relativiert werden muss) regelrecht ein und die wiederum war selten in der Lage Konter zu setzen und die dann auch erfolgreich abzuschließen. Ganz offensichtlich ging beim Club die Taktik, die Außen nicht fest zu besetzen nicht auf. Andererseits war aber auf die Abschlussschwäche von Dynamo Verlass. Zumindest bis zur 69. Minute. Schiedsrichter Kempter sah da nämlich eine Berührung von Berko durch Leibold. Elfmeterwürdig war die zwar nicht. Über den Ausgleich mochte trotzdem keiner so richtig lamentieren. Er war längst verdient.

Danach brachte Trainer Köllner Kammerbauer für den heute eher indisponierten Eduard Löwen. An der Dresdner Überlegenheit änderte das zunächst wenig. Die Gäste waren dem Siegtreffer näher als der Club. Das Genick brach ihnen dann ein Abspielfehler in der 82. Minute, Erras (nach dem überragenden Ewerton heute einer der besten) schaltete am schnellsten, schickte den eigentlich schon zur Auswechslung prädestinierten Cedric Teuchert, der den Torwart umkurvte und den Club erneut in Führung brachte (Bild). Am Ende verzweifelte Dresden dann nicht nur an der eigenen Torschwäche, sondern auch am Schicksal. Kurz vor Schluss ließ sich Heise noch zu einem brutalen Foul hinreißen und flog mit Rot vom Platz. Der Club holte glückliche drei Punkte. Aber wie sagt das Phrasenschwein: Morgen fragt danach keiner mehr.

Ein Letztes:

Glückliche Siege positiv umdeuten, kann man allerdings auch so: