Überheblichkeit tut selten gut

Die Woche:

1. Nicht oft hat ein Trainer so offen über seine Arbeit im Umfeld von Spielerberatern und Vertragsverhandlungen geredet, wie Michael Köllner. Auslöser war die Frage nach der Zukunft von Cedric Teuchert und der Umstand, dass der nicht einmal zum Kader gehörte beim Auswärtssieg in Düsseldorf. „Jeder meiner 27 Spieler bekommt die maximale Wertschätzung“, sagte Köllner. Bei Teuchert hätten nicht die Vertragsverhandlungen eine Rolle gespielt, sondern eine „gewisse Müdigkeit“, „mangelnde Frische“ und dass er „nicht hundertprozentig beinander“ war. Er hoffe, „dass er den Kopf frei kriegt und sich wieder auf Fußball konzentrieren kann“, sagte Köllner im Hinblick auf die Vertragsverhandlungen und die Rolle von Teucherts Berater Hannes Winzer von der Agentur „Spielerrat“. Er wünsche allen seinen 27 Spielern, „dass sie nur von Leuten umgeben sind, die es ernst meinen mit ihnen.“ Als „indiskutabel“ bezeichnete es der Clubtrainer, wie die Kadernominierung vor dem Düsseldorfspiel an die Öffentlichkeit geraten ist. Teuchert sei „wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft und wird auch wichtiger Bestandteil bleiben“.

Ob Cedric bleibt oder nicht, wissen wir jetzt zwar auch nicht. Auf jeden Fall hat Köllner alles dafür getan, ihn, aber auch andere Spieler, zur Vertragsverlängerung zu bewegen.

2. Am Montag machten die Clubfans noch eine Choreo für die 7-jährige, an einem Hirntumor erkrankte Lina. Das kleine Mädchen war nicht nur selbst vom Club begeistert, umgekehrt kümmerten sich auch Anhänger und Spieler des FCN sowie der Verein „Franken hilft“ um die Tochter eines FCN-Fahnenschwenkers. Auch finanziell, denn die Eltern gerieten nicht nur psychisch und physisch an ihre Grenzen. Am Tag nach dem Clubsieg in Düsseldorf ist die kleine Lina gestorben.

3. Wie bereits erwähnt bereitet sich der Club in der Winterpause im Trainingslage bei Valencia auf die restliche Saison vor. Jetzt stehen auch die Gegner der Testspiele fest: KAA Gent und Heart of Midlothian,

Das Spiel:

Oben genannter Cedric Teuchert fehlte auch in Kaiserslautern wieder. Diesmal waren es offiziell „mnuskuläre Probleme“. Auch Patrick Kammerbauer war nicht im Kader. Für ihn nahm Petrak die Sechser-Position ein. Petrak war es auch, dessen Balleroberung zu jenem Eckball führte, der dem Club das 1:0 bescherte. Schütze war der diesmal überragende Mikael Ishak.

Spätestens da hatte der FCN alles im Griff. Der FC Kaiserslautern kam praktisch kaum in Tornähe und bewies ein ums andere Mal, dass er zurecht ganz unten in der Tabelle steht.

In der zweiten Halbzeit ließ es der Club lockerer angehen. Schließlich musste der FCK was tun und dass dabei viel rumkommt, danach sah es nicht aus. Im Gegenteil: In der 55. Minute ergab sich für den Club eine Riesenkonterchance. Leider vergab Edgar Salli freistehend vor FCK-Keeper Müller. Und wie das so ist: Plötzlich kassiert man dann doch ein dummes Ding. Das musste sich der Club allerdings selber reinmachen. Margreitter fälschte eine Hereingabe leicht ab, so dass Torwart Bredlow irritiert wurde und den Ball ins eigene Tor bugsierte.

Das war dann der Weckruf für den FCK und dessen Anhänger. Auf einmal war Stimmung am Betzenberg und die Hausherren drängten auf das zweite Tor. Dass es nicht dazu kam, war auch Schiedsrichter Günsch zu verdanken, der mehrfach zu unseren Gunsten pfiff und bereits eine Minute nach dem Ausgleich ein elfmeterverdächtiges Foul von Ewerton (war allerdings knapp vor der Strafraumgrenze) völlig ungeahndet ließ. Unsere Mannschaft schaffte es danach nur schwer, den Schalter umzulegen. So ergab sich lediglich für Hanno Behrens noch eine gute Chance zum Siegtreffer, während auf der anderen Seite immerhin die Schützenhilfe der Clubspieler ausblieb, sodass es beim letztlich gerechten Unentschieden blieb.

Der FCN verpasste damit den Sprung auf Rang 1 und überwintert nun auf dem Relegationsplatz. Angesichts des Spiels am Betzenberg ist das vielleicht auch ganz heilsam. Überheblichkeit hat dem Club noch nie gut getan.

Ein Letztes:

Scheint so als sei die Winterpause vor allem zur Rasenregeneration wichtig: