Souverän die Hürde gemeistert

Die Woche:

1. Da wollten einige schon im Anschluss an das Braunschweigspiel den Aufstieg feiern. Der Bürgermeister hatte via Facebook Fans mit eigenem Vorgarten schon den Mund wässrig gemacht. Die hofften dort bereits am Tag der Arbeit ein Stück Siegerrasen pflanzen zu können. Auch die Öffnung der Südkurve wurde wegen des zu erwartenden Ansturms der Feierwilligen angekündigt. Doch schon am Sonntag bewiesen die Ingolstädter, dass ihnen der Club wurst ist. Genau wie übrigens der FCB-Werbesendung „Blickpunkt Sport“. Dort wurde lediglich beklagt, die Niederlage der Schanzer gegen Holstein Kiel habe Jahn Regensburg die Relegationshoffnungen genommen. Der Club kam dort nur in einer Randbemerkung („spielt auch noch um den Aufstieg mit“) vor.

2. Ohnehin erhebt sich die Frage, wo denn der Fan überhaupt noch feiern oder vielleicht den einen oder anderen Frust herunterspülen soll. Letzte Woche erreichte uns nämlich auch die Meldung: „s`Gärtla“ ist endgültig Vergangenheit. Die städtische Bürokratie hat sich da wieder mal erfolgreich als Totengräber betätigt.

3. Gerade hatte der Spezi noch in seiner NZ-Kolumne angeregt, in jeder städtischen Amtsstube ein Club-Bläbberla aufzuhängen, da sprang auch schon der bayerische Kruzifix-Präsident, der mit selbigen auch im Stadion aufschien, auf den Zug auf. Er werde für die Mannschaft im Aufstiegsfall einen Empfang geben. Jetzt fragen sich viele: Motiviert das, oder eher nicht?

4. Und nein, es geht beim Club nicht nur um den Aufstieg:

Das Spiel:

Auch wenn der Aufstieg noch nicht perfekt gemacht werden konnte, waren mehr als 45.000 Zuschauer zum letzten Montagsspiel ind Morlock-Stadion gepilgert. Die Atmosphäre war also schon mal bundesligareif. Aber auch auf dem Rasen ließ der Club keine Zweifel daran aufkommen, dass man es wissen will. Das war auch der Braunschweiger Eintracht ziemlich schnell klar, die eher ängstlich und nervös auf Schadensverhinderung aus war. Das wäre in der ersten Halbzeit auch beinahe gut gegangen. Denn trotz drückender Überlegenheit gelang es dem Club wieder mal nicht, den Ball im Kasten zu versenken. Bis zur 45. Minute. Dann war es der auch sonst souverän spielende Erras-Ersatz Ondrej Petrak, der nach einer Ecke den Ball aus 20 Metern ins rechte Ecke hämmerte, zur hochverdienten Führung.

In der zweite Hälfte waren gerade drei Minuten vergangen, da war besagter Petrak der Vorbereiter für den zweiten Treffer. Er bediente Kevin Möhwald, der im zweiten Versuch den besten Braunschweiger, Torwart Fejzic, überwinden konnte. Danach schaltete der Club einen Gang runter. Die abstiegsbedrohten Braunschweiger, die übrigens am letzten Spieltag noch gegen unseren Aufstiegskonkurrenten Holstein Kiel ran müssen, machten nie den Eindruck, als könnten sie dem Club nochmal gefährlich werden.

Auch wenn noch nichts fix ist: Ein ganz wichtiger Sieg. Jetzt lastet der Druck wieder auf den Kielern. Und deren Chancen, sich gegen den HSV verpfeifen lassen, sind heute deutlcih gestiegen.

Ein Letztes:

Als treuer Clubfan nerven einen die Trittbrettfahrer des Erfolgs, die sich nur ins Stadion bequemen, wenn es was zu bejubeln gibt. Die spechten nun massenhaft nach Karten. Aber dafür gelten strenge Voraussetzungen. Ganz strenge!