Club mutierte erneut zur Schießbude

Die Woche:

1. Zur WM durfte er (noch) nicht mit nach Russland. Jetzt kann Clubangreifer Mikael Ishak das nachholen. Er steht wieder im Kader der schwedischen Nationalmannschaft, die im Rahmen der Nations League am 11. Oktober gegen Russland antreten muss. Weiter auf seine Nationalelfnominierung warten muss hingegen der österreichische Clubverteidiger Georg Margreitter.

2. Der Zweitligist Union Berlin hat einen Wunschzettel zur Rettung des deutschen Profifußballs geschrieben. Während die einen gleich von Revolution reden, kommen die anderen gleich wieder mit ihren Bedenken ums Eck. Unter anderem auch Club-Sportvorstand Andreas Bornemann. Kann man machen. Ist wohl auch in Manchem realistisch. Nur: So passiert halt wieder mal gar nichts.

3. So Leute, wenn es nach dem Stadionbetreiber geht, dann spielt der Club nur die Hinrunde erstklassig. In der Rückrunde gehts dann wieder gegen Sandhausen oder die Westvorstädter. Quatsch? Nein, Buchhalterlogik!

Das Spiel:

War wohl doch kein einmaliger Ausrutscher, das 7:0 in Dortmund. Diesmal präsentierte sich der Club in Leipzig als Schießbude. Was schon mal all jene Beteuerungen, der FCN habe seine Lektion gelernt und werde ein ähnliches Debakel künftig vermeiden, konterkarierte. So muss man (wir auch) wohl weiter auf Fehlersuche gehen. An der gelben Wand oder am Fehlen von Ishak scheint es nicht gelegen zu haben. In Leipzig lag der Club in Bestbesetzung bereits nach 32 Minuten 4:0 hinten. In der 3. Minute ging es los. Kampl und Werner waren da nicht nur körperlich viel zu schnell für die Clubabwehr und Bredlow durfte das erste mal hinter sich langen. Vier Minuten später war Poulsen fixer im Kopf und erhöhte auf 2:0. Dann dauerte es (immerhin) fast eine Viertelstunde, ehe Sabitzer das 3:0 folgen ließ und in der 32. Minute markierte dann Timo Werner das 4:0. Spätestens da war das Spiel gelaufen, denn von den Nürnbergern ging praktisch keine Torgefahr aus und in der Abwehr praktizierten sie wieder mal das schon vom BVB bestrafte körperlose Spiel, so dass die Leipziger nicht mal Angst haben mussten, was auf die Socken zu bekommen.

Angst, so schien es, ist eher der Auswärtsbegleiter des Clubs. Wie eine Amateurelf in der ersten Pokalrunde standen manche da ehrfürchtig Spalier, wenn die „Großen“ überfallartig aufs eigene Tor zupreschten. Wobei die von Köllner ausgerufene Taktik, selbst das Spiel machen zu wollen, den Leipzigern noch zusätzlich in die Karten spielte.

In der zweite Hälfte begnügten sich die Gastgeber mit lediglich zwei weiteren Treffern (55. Sabitzer, 59. Werner). Dafür gab es in der 63. Minute noch einmal einen Aufreger. Werner fällt im Strafraum. Es gibt Elfmeter und Rot für Leibold. Letzteres war völlig überzogen. Ersteres brachte nichts ein, weil Bredlow mit dem Fuß abwehren konnte. Zu Zehnt (vielleicht sollten wir auswärts gleich mit einem Mann weniger auflaufen, um den Gegner eimnzulullen) hielt der Club dann immerhin das Ergebnis.

Jetzt ist erstmal Länderspielpause, da hat man genug Zeit, sich über die Auswärtsauftritte, die dort praktizierte Taktik und etwaige mentale Aufbaustrategien Gedanken zu machen.

Ein Letztes:

Nun ja, wessen Hintern eine Premier-League-Bank kennt, den kann man schon mal nominieren.