Club bricht auch zu Hause ein

Die Woche:

1. Die Länderspielpause wurde diesmal mit einem Testspiel bei der DJK Vilzing überbrückt. Der Bayernligist aus der Oberpfalz wurde mit 5:0 geschlagen. Zwei Mal traf dabei der in Pflichtspielen leider noch nicht so zielsichere Edgar Salli.

2. In der Bundesliga brauchten sie immerhin 18 Jahre um uns als Rekordmeister abzulösen. In punkto Peinlichkeit reichten dem FC Bayern wenige Tage, um unseren durch die beiden Auswärtspleiten beschädigten Club in den Schatten zu stellen. Und von hinten drängt auch noch die Fortuna.

3. Was die Bayern-Bosse angeht, die hätten da eventuell eine weitere Pressekonferenz gegen die Springerpresse veranstaltet. Wahrscheinlich war es aber nur der überschrifttaugliche Begriff „Abfangjäger“, der die Bildzeitung dazu veranlasste, Lukas Jäger (übrigens vergeblich) in die erste Mannschaft zu schreiben.

4. Als Meerrettich-Fabrikant muss man wohl auch in anderen Funktionen ein bisschen Schärfe reinbringen. Schon als es um die Ablösung Martin Baders ging, scherte Aufsichtsrat Hanns-Thomas Schamel aus und sagte damals „in Ausnahmesituationen“ müsse man nicht mit einer Stimme sprechen. Bei der Jahreshauptversammlung konnten die meisten allerdings eine solche Ausnahmesituation eher nicht erkennen. Schamel wurde daher nicht mehr in den Aufsichtsrat gewählt. Für ihn sitzt jetzt Peter Meier von der Nürnberger Versicherung in dem Gremium. Bestätigt wurden hingegen die Aufsichtsratsmitglieder Ulrich Maly und Christian Ehrenberg. Wobei, das sei schon noch angemerkt, der gute Grethlein natürlich andererseits diejenigen, in deren Namen er spricht, vorher darüber informieren sollte.

5. Vom Nürnberger Stadion war auch wieder mal die Rede. Auf der JHV ging es wieder mal um einen Neubau. Beim Trainer wiederum soll der Altbau „Kraft“ entwickeln.

Das Spiel:

Es hatte sich angedeutet, dass diesmal Christian Mathenia im Kasten stehen würde. Wohl um hinten nicht allzuviel umzukrempeln – schließlich fehlte auch der gesperrte Tim Leibold – musste der wieder fitte Ewerton dafür auf der Bank Platz nehmen. Der Torwartwechsel zahlte sich dann zunächst auch aus. Mehrfach konnte sich der Neuzugang vom HSV auszeichnen und brachte die Hoffenheimer Stürmer (vor allem Kramaric) ein ums andere Mal zur Verzweiflung. Zudem strahlte er die notwendige Ruhe aus, die bei den Klatschen in Dortmund und Leipzig schmerzlich vermisst wurde. Neben Mathenia stand Mikael Ishak in der ersten Halbzeit im Mittelpunkt. Bereits in der 2. Minute kommt er allein vor dem TSG-Tor zum Schuss zielt aber links vorbei. Beim Sprint verletzte er sich allerdings – konnte zunächst noch weitermachen, musst später aber doch raus. Dafür war dann Mathenia der Ausgangspunkt für den Führungstreffer. Seinen Abschlag nahm Virgil Misidjan auf, wurde im Strafraum von Adams geschubst und holte so den Elfer raus. Hanno Behrens verlud TSG-Keeper Baumann und ließ sich die Chance nicht entgehen. Kurz darauf ging der schnelle Misidjan erneut im Strafraum zu Boden. Diesmal fehlte aber die Einwirkung des Gegners. Den nächsten Aufreger setzte dann Schiedsrichter Zwayer. Sieben Minuten ließ er nachspielen. Gab´s wohl zur Halbzeit auch noch nicht oft.

Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann nutzte die Pause, ein bisschen umzustellen. Mit Szalai für Grillitsch brachte er einen weiteren Stürmer, was sich prompt bemerkbar machte. Es ist halt offensichtlich nicht die „Kraft des Stadions“, die den Club zu Hause beflügelt, sondern die Taktik des Gegners. Wenn da Stürmer, die auf europäischem Niveau spielen, den Druck erhöhen, ist unsere Abwehr komplett überfordert. So stand in der 50. Minute auf einmal Kaderabek auf der linken Abwehrseite völlig frei, konnte zu Nelson passen, der volley den Ball unhaltbar für Mathenia in den Clubkasten drosch. Sieben Minuten später ist es erneut Nelson. Mit einem Schuss ins kurze Eck bringt er die Hoffenheimer auf die Siegerstraße. Als zehn Minuten später Szalai sogar auf 3:1 erhöht, war das Ding durch. Auch die Freude über die Einwechslung des langzeitverletzten Sebastian Kerk verpuffte. Dass es bei diesem Ergebnis blieb, war einerseits Mathenia zu verdanken und andererseits dem Umstand, dass die TSG es wieder etwas lockerer angehen ließ. Nach vorne ging beim Club jedenfalls kaum moch etwas. Hier zeigte sich erneut, wie wichtig Ishak für das Sturmspiel ist.

Bleibt die Erkenntnis, dass wir gegen die Top-Mannschaften der ersten Liga nicht mithalten können und das unabhängig vom Stadion und vom Zuschauersupport. Die Hoffnung ruht jetzt wohl darauf, dass es bei mindestens zwei anderen Mannschaften noch weniger reicht.

Ein Letztes:

„Der Club ist mehr als die 90 Minuten auf dem Platz“ konstatierte der neue Finanzvorstand Niels Rossow bei seiner Antrittsrede. Richtig. deswegen gibt es im Clubfreundeblog auch schon länger mehr als bloß einen Nachbericht zum Spiel.