89 Minuten Mithalten reicht halt nicht

Die Woche:

1. Auch wieder so eine Absurdität des modernen Fußballs: Beim Club freut man sich, dass Yuya Kubo für nicht gut genug empfunden wurde, Japan beim Asia Cup zu vertreten. Somit steht er dem FCN zur Verfügung und der Sportvorstand muss nicht noch Geld für einen etwaigen Ersatz in die Hand nehmen. Mitabstiegskonkurrent Hannover muss hingegen vorübergehend auf seine zwei Japaner verzichten.

2. Beim Club hat ihn einst Martin Bader „weggeschmissen“. Nicht mehr gut genug und zu alt sei er. Jetzt, drei Jahre später, hat Javier Pinola das längste und denkwürdigste Finale der Copa Libertadores mit seinem Verein River Plate gewonnen. Also entweder wird Pino immer jünger oder der damalige Clubmanager hatte keine Ahnung.
Von der Nordkurve wurde Pino übrigens heute gebührend gefeiert. Der Dank kam noch während des Spiels:

Das Spiel:

Anders als gegen die Bayern ging die Mannschaft, die diesmal in einem 4-4-2-System agierte, durchaus auf Tuchfühlung. Überraschenderweise (allerdings sind bei Köllner Überraschungen in der Startaufstellung eigentlich normal) stand Ewerton gegen Wolfsburg nicht, wie groß publiziert, in der Abwehr. Auch Ishak, der zuletzt ein bisschen überspielt wirkte, nahm auf der Bank Platz. Dafür bekam der – von manchen bereits ins Abseits geschriebene – Matheus Pereira wieder eine Chance. In der ersten Hälfte war dem Club anzumerken, dass er die Selbstaufgabe von München nicht auf sich sitzen lassen wollte. Von den Wölfen war wenig zu sehen. Hinten stand die Abwehr weitgehend sicher. Vorne fehlten allerdings die Ideen und die letzte Entschlossenheit. Erst kurz vor der Pause kam der Club zu einigen guten Gelegenheiten.

Danach ließ Wolfsburg den Club erstmal weiter spielen. Richtig gefährlich schien das ja nicht zu werden. In der 56. Minute wäre das fast ins Auge gegangen, da startete Misidjan einen Konter. Aber anstatt zu den beiden freien Mitspielern abzuspielen schob er den Ball neben den Kasten. Letztlich war das dann der Weckruf für die ziemlich verhalten spielenden Wolfsburger. Eine Minute später traf Weghorst nur den Pfosten. Im nächsten Spielzug machte es Ex-Cluberer Daniel Ginczek besser. Er ließ am Strafraum Margreitter und Bauer alt aussehen und überwand dann auch noch Bredlow zum 0:1. Tore schießen kann so einfach sein.

Einer, der es eher kompliziert anging, musste daraufhin raus: für Pereira kam Mikael Ishak. Aber letztlich konnte auch er nichts reißen. Die Harmlosigkeit, die dem Club immer wieder attestiert wird, hat nicht nur damit zu tun, dass die Spieler nicht nah genug am Mann sind, sie offenbart sich auch im ideen- und brotlosen Spiel nach vorne. Da ist dann selbst ein eher schwacher Gegner wie der VfL Wolfsburg relativ mühelos in der Lage, seinen Kasten sauber zu halten. Und vorne reicht es dann, mal kurz einen Gang hochzuschalten. Dass dann in der Schlussminute noch das 0:2 durch den eingewechselten Brekalo fällt, passt da ins Bild.

Willen und Einsatz konnte man der Mannschaft heute dennoch nicht absprechen. Aber das macht es leider nur noch schlimmer.

Ein Letztes: