Sie haben es immerhin versucht

Die Woche:

  • Nun hat es also doch keine acht Wochen gedauert, bis der Club endlich einen Bornemann-Nachfolger präsentieren konnte. Auserwählt wurde allerdings keine der in der Gerüchteküche gehandelten Personen. Auch keiner mit bekanntem Namen. Pali-wer, fragte sich mancher. Der 40-jährige Robert Palikuca kann immerhin darauf verweisen, den Mitaufsteiger Fortuna Düsseldorf in die Erfolgsspur gebracht zu haben. In Düsseldorf stand er allerdings als „Kadermanager“ in der zweiten Reihe. In Nürnberg macht er demnach einen Karriereschritt. Das soll jedoch nicht der einzige Grund für seinen Wechsel gewesen sein. Offenbar stimmte in Düsseldorf das Verhältnis zum Sportvorstand, zum Chef der Scoutingabteilung und zu Trainer Funkel nicht.
  • Wenn man jemanden nicht kennt, dann sucht mal halt im Netz nach Informationen. Die fördern dann aber auch manch Abseitiges zutage. Demnach ist Palikuća auch ein Ort in Serbien. Dem Google-Übersetzer wiederum ist die Info zu verdanken, dass der kroatische Name Palikuća „Brandstifter“ (via) heißt. Vielleicht sollte der FCN jetzt noch einen Biedermann einstellen….
  • Laut NZ (Print only) soll Palikuca nämlich noch ein Kaderplaner oder Sportdirektor zur Seite gestellt werden. Offenbar hat der Aufsichtsrat eigene und strukturelle Schwächen jetzt doch erkannt.
  • In diesem Zusammenhang sind die Vorgänge beim FC Augsburg nicht ganz uninteressant. Dort wurden – Grund war auch die Niederlage gegen den FCN – neben Trainer Manuel Baum und Berater Jens Lehmann der Technische Direktor Stephan Schwarz gefeuert. Schwarz galt lange Zeit als Kandidat für die Bornemann-Nachfolge vielleicht heuert er beim Club jetzt in anderer Funktion an.
  • Wer bleibt, wer geht? Diese Fragen rücken beim erwartbaren Abstieg natürlich verstärkt in den Fokus. Auf jeden Fall dürften die Leihspieler weg sein. Auch bei Eigengewächs Patrick Erras gibt es inzwischen Wechselgerüchte. Nicht erwähnt wurde hier Ewerton, der ebenso wie Erras zuletzt erheblich dazu beigetragen hat, dass die Abwehr stabil steht. Dafür haben nach Tim Leibold auch Enrico Valentini und Sebastian Kerk angekündigt, bei einem Abstieg beim FCN bleiben zu wollen.
  • Und was ist mit Neuzugängen? Immerhin kann der FCN vielleicht doch noch mit zusätzlichen Einnahmen aus einem Verkauf des früheren Club-Spielers Niclas Füllkrug rechnen.
  • Stolz verkündet hat der kaufmännische Vorstand des FCN, dass es bald einen neuen Fanshop in zentraler Lage geben wird. Vielleicht am Josephsplatz. Dort, wo bisher Dirndl und Trachtenjacken verkauft wurden. Allerdings wird dafür erst einmal der gut angenommene Fanshop in Höfen geschlossen. Die Freude, so überhaupt vorhanden, ist als getrübt.
  • Die Fanfreundschaft zwischen dem Club und Schalke 04 war aktuell auch Thema im Kicker. Dabei geht es auch um die Legenden, die sich darum und um ihre Ursprünge ranken.

Das Spiel:

Gegen unsere „Freunde“ hatten wir im Hinspiel fünf Tore kassiert. In der Zwischenzeit ging es bei Schalke 04 zunehmend abwärts. Wir waren eh schon unten, so dass das heute zu einem Abstiegsduell wurde, wobei es beim Club eher um den letzten Strohhalm ging.

Von Abstiegskampf war jedoch zunächst nicht viel zu spüren. Schalke brachte kaum etwas auf die Reihe. Der Club war das bessere Team. Bereits nach 13 Minuten gab es die fünfte Ecke für uns. Doch leider gelang es nicht, die zahlreichen Chancen in Zählbares umzusetzen.

Das Spiel verflachte danach etwas. Erst gegen Ende der ersten Halbzeit drehte der Club wieder auf. In der 43. Minute spitzelte Behrens nach einem Abwehrfehler der Schalker den Ball an Torwart Nübel vorbei und machte das Tor. Schiedsrichter Kampka entschied allerdings fälschlicherweise auf „gestrecktes Bein“. In der Nachspielzeit gab es dann Elfmeter für den Club. Nübel hatte Pereira von den Beinen geholt. Behrens legte sich den Ball hin. Doch Nübel hält. Statt zwei standen zur Pause null Tore auf der Habenseite.

In der zweiten Hälfte kamen die Gegner ein bisschen besser ins Spiel. Unsere Mannschaft hatte wohl noch an den Ereignissen zuvor zu knabbern. Doch nach einer Stunde kam der Club wieder auf. Mehrfach parierte Nübel glänzend. In der 63. Minute klärte zudem noch ein Mitspieler auf der Linie. Das wird nichts mehr, dachten alle. Da gelang ausgerechnet dem eingewechselten Yuya Kubo das scheinbar Unmögliche. In Minute 82 köpfte er eine Flanke des – wieder mal – gefährlichsten Nürnbergers Pereira gegen den Innenpfosten, von wo er zum längst verdienten 1:0 ins Schalker Tor prallte.

Aber der Club wäre nicht der Club, wenn er so einen Vorteil nach Hause schaukeln würde. Keine zwei Minuten später konnte Mathenia einen Schuss nur nach vorne abwehren. Aus dem Hintergrund zog Mascarell einfach mal ab. Nastasic fälschte den Ball dann unhaltbar ab. Ausgleich! Unverdient! Unglücklich!

Wieder mal bekam der Club den rettenden Strohhalm nicht zu fassen. Diesmal war es wohl der letzte.

Wobei: Vielleicht kommt ja noch der hinterletzte. Gegen die Bayern.

Ansonsten nötigt zumindest die Art, wie unsere Mannschaft inzwischen auftritt, Respekt ab. Wenn Schalke mal Meister der Herzen war, dann sind wir wohl Nichtabsteiger der Herzen.

Ein Letztes:

Fast wäre es der Typ links im Bild geworden. pic.twitter.com/xzLdSKMBec— Corinna (@Kleinekoenen) 6. April 2019

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