Torhungriger Bunjaku

In der Regionalliga West sorgte am Wochenende ein rüstiger Senior für Aufsehen: Der 35-jährige Albert Bunjaku traf beim 7:0-Erfolg des FC Viktoria Köln beim TV Herkenrath gleich fünffach! Bunjaku? Da war doch was. Richtig, einst ging er für den Club auf Torejagd. Und ab und zu wollten die Club-Freunde ja schauen, was denn Ex-Nürnberger so treiben. Dass Bunjaku sein erstes Punktspieltor für den FCN erzielte, ist übrigens ziemlich genau ein Jahrzehnt her. Er traf im März 2009 in der Zweiten Bundesliga beim 2:2 in Duisburg. Am Ende der Saison stieg Bunjaku mit dem Club dank der erfolgreichen Relegation gegen Energie Cottbus (3:0, 2:0) in die Bundesliga auf. Zehn Jahre später peilt der Routinier wieder einen Aufstieg an: Viktoria Köln firmiert als Tabellenführer der Regionalliga West – behaupten die Kölner diesen Platz bis zum Ende, geht es rauf in die Dritte Liga. Die Relegation, in der die Viktoria 2017 an Carl Zeiss Jena gescheitert war, bleibt den Meistern der Staffeln West, Südwest und Nordost diesmal erspart. Freilich wäre es für den Spitzenreiter gut, wenn Bunjaku sich auch an den verbleibenden fünf Spieltagen so treffsicher zeigen würde wie am Wochenende – denn der zwischenzeitlich schon recht komfortable Vorsprung auf Verfolger Rot-Weiß Oberhausen ist auf drei Punkte zusammengeschmolzen.

Beim Club hatte der Angreifer seine stärkste Spielzeit 2009/10. In der Winterpause 2008/09 war er vom damaligen Drittligisten Erfurt eher als Ergänzungsspieler an den Valznerweiher gekommen, im ersten Halbjahr kam er denn auch nur auf sieben Zweitliga-Einsätze und den einen besagten Treffer. Doch in der Saison darauf avancierte Bunjaku, der bei seinem Bundesligadebüt am zweiten Spieltag in Frankfurt gleich sein erstes Bundesligator erzielte, zur Stammkraft und hatte mit zwölf Treffern bei 30 Einsätzen als erfolgreichster Nürnberger Torjäger einen maßgeblichen Anteil am Klassenerhalt. Eine Sternstunde erlebte er im Januar 2010, als er beim 3:1 in Hannover alle drei Tore erzielte.  Zum Vergleich: Vereinslegende Marek Mintal gelang in jener Spielzeit nur ein Treffer. 2010 durfte Bunjaku als nachnominierter Stürmer für die Schweiz auch an der Weltmeisterschaft teilnehmen. 2010/11 konnte er verletzungsbedingt nur an den ersten drei Spieltagen mitwirken (kein Tor). Und in der Saison 2011/12 versuchte er vergeblich, seinen Stammplatz zurückzuerobern. Sein einziges Tor bei 17 Bundesligaeinsätzen war aber ein goldenes: Bunjaku besorgte drei Minuten nach seiner Einwechslung das 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach, unser Bild (Foto: Sportfoto Zink) zeigt ihn beim Torjubel mit Almog Cohen.  Einen neuen Vertrag gab es trotzdem nicht.

Bunjaku, der zu Beginn seiner Profikarriere bei Schaffhausen und Paderborn gespielt hatte,  wechselte vom Club zum 1.FC Kaiserslautern in die Zweite Liga, weitere Stationen waren St. Gallen und Erzgebirge Aue. Im September 2018  heuerte er dann bei dem ambitionierten Regionalligisten Viktoria Köln an, der schon seit Jahren mit hohem finanziellen Aufwand versucht, der Viertklassigkeit zu entkommen. Vielleicht klappt es heuer – auch dank eines rüstigen Seniors mit Nürnberger Vergangenheit.

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