Bayern am Rand einer Niederlage

Die Woche:

  • Ex-Trainer Köllner war bekanntlich bei „Blickpunkt Sport“ zu Gast. Unter anderem erzählte er dort, dass die Übernahme der Mannschaft durch Co-Trainer Boris Schommers „so nicht besprochen“ war. Muss man nicht verstehen. Schommers tut es übrigens auch nicht. Köllner fand die Formulierung später dann auch „missverständlich“. Fazit: Sendezeit und Papier verbraucht.
  • Seine (nicht unsere) wirklich wichtigen Ziele hat der FCN erreicht: Seit 12 Jahren erhält er erstmals wieder die Lizenz ohne Auflagen
  • Wie der Vater, so der Sohn. Das raunten manche, nachdem Sven Jablonski als Videoschiedsrichter das korrekte Behrens-Tor gegen Schalke verhindert hatte. Jablonskis Vater war nämlich beim ominösen Phantomtor 1994 Linienrichter. Schiedsrichter war damals ein gewisser Herr Osmers. Diesmal gab wieder ein Herr Osmers bei einem Spiel der Bayern gegen den Club den Unparteiischen. Im Kölner Keller. Harm Osmers ist aber weder verwandt noch verschwägert mit dem Phantomtor-Schiedsrichter Hans-Joachim Osmers. Dafür saß wiederum jener Schiedsrichter, der das Behrens-Tor aberkannte, im Videokeller bei der Bayern-Hilfsaktion im Pokalspiel gegen Bremen. So dient die Namensgleichheit dann eben doch als Wegweiser in Sumpfgebiete.

Das Spiel:

Nach den Ergebnissen vom Samstag war der Club in Zugzwang. Nur mit einem Sieg bestand eine realistische Chance, wenigstens noch den Relegationsplatz 16 zu erreichen. Trainer Schommers setzte bei der Aufstellung erneut auf Kontinuität. Allerdings rückte diesmal Eduard Löwen zu Mikael Ishak mit in den Sturm. Dafür standen bei FCB-Ballbesitz sechs Mann in der Abwehr.

In der ersten Hälfte kam der FCB so zu mehr Torchancen. Die beste als Mathenia einen Alaba-Freistoß gerade noch gegen die Latte lenken konnte. Auf der anderen Seite passierte nicht viel. Lediglich eine Unaufmerksamkeit des Bayern-Keepers hätte beinahe eine ungeahnte Möglichkeit für Löwen eröffnet. Aber Ulreich konnte den Ball gerade noch wegspitzeln.

So ging es torlos in die Pause.

Danach belohnte sich der Club endlich für sein couragiertes Spiel gegen den Tabellenführer. Eine Flanke von Kerk nahm Löwen auf. Seinen Schuss konnte Ulreich zwar noch abwehren, doch Pereira setzte den Nachschuss überlegt ins lange Eck. Jetzt war Stimmung im Stadion und der Club hatte Oberwasser. Drei Minuten später tauchen drei Cluberer vor dem Bayerntor auf. Aber Löwen bleibt am letzten Mann, an Süle hängen. Das hätte eigentlich das 2:0 und der dringend notwendige Dreier gegen heute schwache Bayern sein müssen.

Die schafften es auch danach nicht, das Clubtor in Gefahr zu bringen. Höchstens bei Standardsituationen. Etwa in der 69. Minute als James einen Freistoß erneut nur an die Latte zirkeln kann. Jetzt verstärkten die Münchner den Druck weiter. Den Ausgleich markierten sie allerdings nur mit viel Glück. Eine Kimmich-Flanke versuchte Bauer in der 75. Minute aus dem Strafraum zu schlagen, traf aber genau den hinter ihm stehenden Gnabry, von dem sich der Ball ins Clubtor senkte.

Der Club gab danach allerdings nicht auf. In der 89. Minute hatte er endlich einmal das Schiedsrichterglück, das sonst so oft gefehlt hatte. Der eingewechselte Davies hatte den ebenfalls eingewechselten Margreitter im Strafraum gefoult. Elfmeter! Nochmal die Riesenchance auf den Dreier. Nachdem Behrens zuletzt zwei Mal verschossen hatte, trat diesmal Leibold an. Aber er scheiterte am Innenpfosten. Das waren Millimeter! Aber das ist halt auch die aktuelle Situation beim Club:

Sie spielen mittlerweile gut, haben die Bayern am Rande einer Niederlage und scheitern dann an den eigenen Nerven. Wobei in der Schlussminute Mathenia wiederum nervenstark gegen den allein durchgebrochenen Coman rettete und so den, wenn auch wahrscheinlich wertlosen, Punkt rettete.

Wenn wir nur unsere Elfmeter verwandelt hätten, hätten wir wohl sechs Punkte mehr, und wären noch gut dabei. So schaut es – trotz einer guten Leistung und dem Nachweis, durchaus bundesligatauglich zu sein – leider schlecht aus.

Der Abstand zu Rang 16 ist an diesem Wochenende auf fünf Punkte angewachsen. Und inzwischen gibt es nur noch drei Möglichkeiten das wettzumachen.

Ein Letztes:

Elfmeter verschossen. Vielleicht lag´s nicht nur am Pfosten. Zuvor musste Tim Leibold nämlich in der Bild lesen, er werde beim FCN „die Flatter machen“. Tim Leibold veröffentlichte seine „Gegendarstellung“ dann via Instagram: