Wunder dauern halt länger

Die Woche:

  • Der neue Sportvorstand Robert Palikuca hat zumindest für die Scoutingabteilung neues Personal gefunden. Chefscout soll demnach Kevin Cruickshank vom englischen Zweitligisten Stoke City werden.
  • Nicht nach Palikucas Wünschen hat sich (Noch?-)FCN-Trainer Boris Schommers positioniert. Der Sportvorstand hatte wohl geplant, Schommers wieder zurück auf die Co-Trainerposition und ihm einen neuen Cheftrainer vor die Nase zu setzen. Gehandelt wurde hier der Österreicher Damir Canadi. Da macht Schommers aber nicht mit. Er will weiter als Chef arbeiten. Beim FCN – oder halt anderswo.
  • Peter Handke hat mal über die Angst des Tormanns beim Elfmeter geschrieben. Was eigentlich Quatsch ist. Der Torwart, das ist inzwischen auch sportpsychologisch untermauert, braucht überhaupt keine Angst zu haben. Die beschleicht höchstens den Stürmer. Besonders dann, wenn er nicht stressresistent, bundeligaunerfahren und …. beim Club ist.
  • Club-Verteidiger Robert Bauer widerlegt gerade das Märchen von der Überbelastung der Fußballprofis. Angeblich sollen manche Vereine, sobald sie tabellarisch gesichert sind, die Leistung verweigern, nur um sich keine europäische Zusatzbelastung einzuhandeln. Hertha BSC ist zum Beispiel so ein Kandidat. In Berlin ist allerdings das Freizeitangebot auch ein anderes. In Nürnberg, so erfahren wir von Bauer, bleibt da nur die Playstation. Wer damit nicht allzuviel anzufangen weiß, der fühlt sich leicht „mental unterfordert“. Bauer hat deshalb ein Fernstudium angefangen.

Das Spiel:

Das sah anfangs ziemlich gut aus, was der Club in Wolfsburg auf dem Rasen zelebrierte. Da war nichts davon zu spüren, dass der VfL noch um Europa mitspielt und der Gast mit gerade mal 19 Punkten den vorletzten Rang ziert. Der Club machte Druck und erarbeitete sich eine Reihe von Torchancen. Allerdings war da nichts wirklich zwingendes dabei.

Erst nach einer halben Stunde kamen die Hausherren besser ins Spiel und machten mehr Druck, ohne allerdings selber Zählbares zu generieren. Da musste dann schon der Club in Gestalt von Sebastian Kerk mithelfen. Bei einem Rückpass zu Mathenia übersieht der den Wolfsburger Mehmedi, der kommt vor dem Club-Keeper an den Ball, so dass der Ex-Fürther (ausgerechnet!) Felix Klaus nur noch einzuschieben braucht. Bitter! Unverdient! Aber das kennen wir inzwischen schon zur Genüge.

In der zweiten Hälfte konnten die Wölfe dann abwarten und den Club kommen lassen. Der kam aber nur selten und wenn, dann war er weiterhin im Abschluss zu ungenau und zu überhastet. Wirkliche Torgefahr kam keine auf. Dann verletzten sich auch noch unsere Aktivposten Ewerton und Pereira. In der 78. Minute rutschte der für Ewerton eingewechselte Margreitter nach einem Freistoß weg, so dass Tisserand aus kurzer Distanz den Sack zumachen konnte. Beim Club hatte man jetzt nicht mehr das Gefühl, als würde irgendjemand noch an sich glauben. Wolfsburg schaukelte den Sieg nach Hause.

Dabei hätte der Club heute erneut die Riesenchance gehabt, im Schneckenrennen am Tabellenkeller nochmal ans Licht zu krabbeln. Stuttgart hat nämlich in Berlin nicht punkten können. Der Relegationsplatzz ist also weiter fünf Punkte entfernt. Sechs Punkte sind noch zu vergeben. Also ist theoretisch noch was drin. Aber dazu müssten wir halt zwei Spiele gewinnen. Und wie das gehen soll, das fragt man sich nach dem heutigen Spiel dann eben doch.

Ein Letztes:

Veranstaltet der Club-Sportchef demnächst Elternabende?

Welche Eltern kennt Palikuca nicht 🙈😂#leibold #perreira #fcn— Yllib (@Markus23s) 29. April 2019