Same Procedure

Die Woche:

  • Der heutige Gast aus Hamburg bescherte uns auch ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten: Tim Leibold. Dessen Doch-Abgang, nachdem er zuvor noch Treuebekenntnisse abgegeben hatte, war, sagen wir mal, unglücklich inszeniert. Im Vorfeld hatte deshalb sein ehemaliger WG-Kumpel Sebastian Kerk ein gutes Wort für ihn eingelegt. Geholfen hat es nichts: Leibold wurde bei jeder Aktion ausgepfiffen.
  • Fast die halbe Belegschaft von Radio Gong arbeitet mittlerweile nebenbei beim FCN. Guido Seibelt wird neuerdings von seinem Kollegen Sebastian Wendl als Stadionsprecher unterstützt. Gut, dass bei Privatradios die Unabhängigkeit der journalistischen Mitarbeiter nicht allzu groß geschrieben wird.
  • Am Spielfeldrand soll beim Club künftig Gleichberechtigung herrschen. Neben den Balljungen sollen auch Ballmädchen zum Einsatz kommen. Ist zwar nur eine schlecht entlohnte Hilfstätigkeit, aber immerhin!
  • Edgar Salli spielt jetzt bei Sepsi. Der gleichnamige Ex-Clubspieler ist dort freilich nicht aktiv, sondern bei Universitatea Cluj. Das ist aber ebenfalls ein rumänischer Erstligaverein.
  • Ist der FCN-Kader aufgebläht? Obwohl sich (zugegeben, einfache Additionen sind da etwas schwierig) Zugänge und Abgänge in etwa die Waage halten, hatte die Bildzeitung spekuliert, der Club müsse noch einige Spieler abgeben. „Müssen“ stimmt wohl nicht. Dennoch könnte es noch den einen oder anderen Abschied geben, falls sich Interessenten finden. Zumal jinziwschen auch die lange angekündigte Kreativkraft fürs Mittelfeld gefunden wurde: der aus Schweinfurt stammende und zuletzt für den 1.FC Köln spielende, inzwischen aber vertragslose Johannes Geis.

Das Spiel:

In der zweiten Liga halten manche Aussagen höchstens mal eine Woche. Zum Beispiel die, dass die Clubabwehr sicher steht. Gegen den HSV hielt die Null gerade einmal 12 Minuten. Dann war es ausgerechnet der nach Hamburg gewechselte Tim Leibold, der auf Links Dampf machte, nach innen zu Dudziak flankte, der mit einer kurzen Drehung Sörensen aussteigen ließ und den Ball zum 1:0 ins Clubtor zirkelte.

Danach versuchte der Club, der bislang nach vorne überhaupt nichts zustande brachte, wenigstens offensiver zu werden. Aber so richtig gefährlich war das alles nicht. Nach einer halben Stunde zeigten die Gäste, wie das geht. Erneut war es Leibold, der kurz vor der Strafraumgrenze einen Freistoß herausholte. In der Mauer standen auch drei weiße Hamburger, die den zuvor noch hochgelobten Mathenia wohl irritierten. Sie stellten sich dem Ball nämlich nicht in den Weg, sondern duckten sich weg. Mathenia kam zu spät und der von Kittel getretene Freistoß landete zum 2:0 im Clubtor. Trainer Canadi reagierte prompt und brachte Ishak als zweiten Stürmer neben dem blassen Dovedan. Abgesehen von einem Abseitstor durch Behrens war das Sturmspiel des FCN aber weitgehend von Harmlosigkeit geprägt.

Doch es sollte noch schlimmer kommen. Denn nun kamen Erinnerungen an die peinlichen Klatschen im einjährigen Erstligagastspiel auf. Vorne agierte der Club weiter hilf- und planlos. Bezeichnend der Auftritt von Ishak, der schon nach dem ersten Ballverlust nur noch mit hängenden Schultern durch die HSV-Hälfte geisterte. Hinten lieferte Georg Margreitter das Gegenstück. Offenbar hatte HSV-Trainer Dieter Hecking schon vorher die Parole ausgegeben: den braucht ihr nicht stören. Prompt schien sich beim Clubverteidiger Verunsicherung einzustellen.

Ach so, Tore fielen in der zweiten Hälfte auch. In der 72. Minute hämmerte Narey den Ball zum 3:0 ins linke Eck. Nicht mal zehn Minuten später gab es noch das 4:0 (Eigentor Handwerker). Dazu rettete Mathenia noch zwei Mal bravourös. Insofern geht die Niederlage auch in der Höhe in Ordnung.

Jedenfalls wurde deutlich: Man kann auch in der zweiten Liga den gleichen Grottenkick abliefern wie in der ersten. Man kann dort auch einbrechen. Selbst gegen Mannschaften, die, wie der HSV heute, nicht brillieren oder Klassefußball zelebrieren.

Hoffen wir, dass die notwendigen Schlüsse draus gezogen werden. Immerhin haben wir die Favoritenbürde los. So wird das nämlich mit dem Wiederaufstieg nichts.

Ein Vorletztes:

Beim Auftaktspiel gegen Dresden haben die Nürnberger Fans sich ein bisschen Häme in Richtung des Aufstiegskonkurrenten VfB Stuttgart und dessen zurückgetretenen Präsidenten Wolfgang Dietrich nicht verkneifen können. „Dietrich, der erste Mann, der über das WLAN-Kabel gestolpert ist“, hieß es auf dem Transparent. Für ähnliche Peinlichkeiten war – die Älteren erinnern sich – früher eigentlich ein anderer (der) Club bekannt.

Ein Letztes:

…und hier noch ein Video, das zeigt, warum man die Schalke-Fans gern haben muss.