Verteidiger gesucht

Die Woche:

  • Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an Boris Schommers. Genauer gesagt natürlich nicht die Älteren, sondern diejenigen, bei denen Tiefpunkte nicht schnell im Nebel des Vergessens verschwinden. Jener Trainer, unter dem der ohnehin erwartbare Abstieg besiegelt wurde, hat jetzt am Betzenberg angeheuert. Dort darf der Club demnächst im Pokal antreten.
  • Auch Ex-Sportvorstand Andreas Bornemann dürfte vielen noch erinnerlich sein. Jetzt beschäftigte er sich mit seinem Nachfolger und äußerte Unverständnis über dessen Verhalten im Fall Jatta, bei dem die Bildzeitung jetzt übrigens nochmal nachgelegt hat.
  • Hat man sich erstmal auf jemanden eingeschossen, dann ist es wahrscheinlich auch egal, wenn dafür eigentlich die Gründe fehlen. Die angeblichen Tricksereien Palikucas beim Leibold-Transfer sind jedenfalls eher unter normales Geschäftsgebaren einzuordnen.
  • Gut, es war „nur“ die U21, aber wir nehmen Erfolgserlebnisse in schlechten Zeiten bekanntlich gnadenlos mit. Im Derby gegen die Fürther Spielvereinigung siegten wir mit 5:1. Oleoleoleeee!
  • Die Nürnberger Sparkasse hat sich gerade erst lästiger Zinszahlungen entledigt und daher Geld übrig, gleichzeitig aber auch Rufaufbesserung nötig. Die richtigen Voraussetzungen also, um als Sponsor beim Club einzusteigen. Dem kann das nur recht sein.
  • Tradition trifft Tradition, könnte man meinen, wenn der Ruhmreiche FCN am Christkindlesmarkt einen eigenen Stand aufmacht. Beim FCN heißt das dann aber: Club goes Christkindlesmarkt.

Das Spiel:

Die schwache Defensivleistung in Darmstadt hatte Folgen. Trainer Canadi ließ gegen der KSC mit neuformierter Abwehr verteidigen. Für Erras, Margreitter und Nürnberger spielten Handwerker, Jäger und Kerk. Das schien sich scheinbar positiv auszuwirken. Der Club machte das Spiel und ließ die von Ex-FCN-Trainer Alois Schwartz trainierten Karlsruher kaum einmal in Tornähe kommen. Allerdings war dann ein Elfmeter nötig um das KSC-Bollwerk zu knacken. In der 24. Minute war Dovedan durchgestartet, wurde von Carlson von den Beinen geholt und Johannes Geis verwandelte souverän.

Danach dachte sich die Mannschaft wohl: Lassen wir es etwas lockerer angehen, schließlich haben wir jetzt eine sattelfeste Abwehr. Dies erwies sich als Irrtum. Auch mit neuem Personal knüpfte unsere Defensive nahtlos an die Leistung von Darmstadt an. Plötzlich hatte der KSC hochkarätige Chancen. In der 40. Minuten war es dann soweit: Der ebenfalls früher beim FCN aktive Stiefler nutzte die Pomadigkeit der Clubabwehr zum Ausgleich. Dass dann noch Gelegenheiten zur neuerlichen Führung relativ kläglich vergeben wurden. kannten wir dann ebenfalls vom Darmstadt-Spiel.

Wer dachte, der Club würde nach der Pause zur anfänglichen Dominanz zurückfinden, sah sich getäuscht. Im Spiel fehlte die ordnende Hand. Bezeichnend auch, dass dann Kapitän Hanno Behrens wieder ausgewechselt und durch Neuzugang Cerin (der ein ziemlich unauffälliges Debüt gab) ersetzt wurde.

Auch der gegen Darmstadt noch als Unterschiedsspieler Fabian Hack passte sich der allgemeinen Mediokrität an. Bei seiner einzigen Torgelegenheit säbelte er am Ball vorbei.

Trainer Canadi zahlte ebenfalls Lehrgeld und machte die anfängliche Umstellung weitgehend wieder rückgängig, indem er Nürnberger und Erras für Handwerker und Kerk brachte.

Da sich immerhin Mühl in der zweiten Hälfte steigerte, Mathenia keinen Parter machte und der KSC nicht unbedingt zu den torgefährlichsten Mannschaften der Liga zählt, blieb es schließlich beim 1:1.

Als Fazit bleibt einerseits: So kann sich der Club den Wiederaufstieg abschminken. Und andererseits: Mindestens ein solider Verteidiger wird noch dringend gesucht. Bitte bei Herrn Palikuca melden.

Ein Letztes:

…und demnächst werden wir sie auf Skiern sehen: