Kurioses Unentschieden

Die Woche:

  • Nicht wenige von uns glauben, dass es große Künstler am Ball gibt. Dass die irgendwann mal im Club-Dress spielen, diese Hoffnung hat wohl selbst FCN-Aufsichtsratsmitglied Ulrich Maly aufgegeben. „Kommst du nicht zur Kunst, kommt die Kunst zu dir“, hat er verlauten lassen und damit eine erstmalig beim heutigen Heimspiel durchgeführte Kunstaktion angekündigt. Wir Fans würden trotzdem lieber den Aufstieg wählen als den Kulturhauptstadttitel. Nur falls einer fragt. So richtig gezündet haben die Bandenbotschaften (z. B. „reden über Zentimeter“) jetzt auch nicht.
  • Ohnehin ist der FCN eher der Verein der braven Handwerker. Das wird nicht nur im Namen eines Mitglieds unseres Profikaders deutlich, sondern auch auf Sponsorenebene.
  • Nach dem Sieg in Hannover ging der zuvor etwas gesenkte Clubblick ganz schnell wieder nach oben. Gerade weil das aber so schnell gehen kann, sollte man die Distanz nutzen, um sich mal mit dem RWE-Phänomen zu beschäftigen. Es gibt nämlich Schlimmeres als geplatzte Aufstiegshoffnungen.
  • Unter Ausschluss der Öffentlichkeit findet am Mittwoch das Testspiel gegen den FC Ingolstadt statt. Der Club nutzt so die Länderspielpause.

Das Spiel:

Gegentoren gehen meistens eigene Fehler voraus. Wer, wenn nicht der Club, könnte eine derartige Binsenweisheit widerlegen? Es kann nämlich auch ein Fehler des Linienrichters zu einem Tor führen. So geschehen in der 23. Minute. St. Pauli griff über rechts an. Beim Pass auf Ohlsson hob der Linienrichter sofort die Fahne. Jeder, auch die Clubabwehr dachte: Abseits! Schiri Koslowski setzte die Pfeife zum Mund, pfiff aber offenbar nicht. Dass St.Pauli-Stürmer Gyökeres den Ball noch ins Netz schoss, geschenkt! Aber da sind ja noch die Videoschiedsrichter. Die erkannten zurecht, dass keine Abseitsstellung vorlag. Das Tor wurde gegeben. Bleibt als Erkenntnis nur: Immer weiterspielen, nicht von Unparteiischen irritieren lassen! Trotzdem: Unglücklicher kann ein Rückstand kaum fallen. Wobei sich das unglücklich durchaus auch auf den Videobeweis und das gegenwärtige Schiedsrichterwesen bezieht.

Leider war der Club dann auch noch unglücklich im Verwerten der sich zahlreich ergebenden Großchancen. War gegen Hannover 96 fast jeder Schuss ein Treffer, schien das von Himmelmann allerdings auch exzellent gehütete gegnerische Tor wie vernagelt. So gimg es mit dem Rückstand in die Pause.

Inzwischen hat der Club längst aufgeholt, was Ballbesitz und Passquoten angeht. Die in Hannover erfolgreiche Taktik war ja nach der Fahnenirritation nicht mehr aufrechtzuhalten. Dass der Club dann in der 51. Minute zum Ausgleich kam, war längst verdient, wenn auch der Treffer eher glücklich zustande kam. Dovedan, der diesmal wieder nicht überzeugen konnte, wollte eigentlich nach rechts ablegen, von einem gegnerischen Abwehrbein prallte der Ball jedoch zu Hanno Behrens, der den Ball in die Maschen wuchtete.

Danach hatten allerdings prompt die Hamburger eine Großchance. Miyaichi legte allerdings vor dem Clubtor anstatt selbst zu schießen noch quer, so dass Sörensen noch dazwischen gehen konnte. Zehn MInuten später war wieder die Fahne des Linienrichters oben und der Ball im Tor. Diesmal allerdings in dem von Mathenia. Diesmal zählte es aber nicht. Der Clubkeeper wurde von einem im Abseits stehenden Gegner irritiert.

Allerdings schaffte es der FCN aber ebenfalls nicht, seine Chancen zu nutzen. Hack traf lediglich den Pfosten. In der Nachspielzeit musste Mathenia noch einmal Kopf und Kragen riskieren, um wenigstens den einen Punkt zu sichern. Danach pfiff Schiri Koslowski ab. Bezeichnend, dass das noch nicht das Ende war. Minutenlang wurde Mathenia auf dem Platz verarztet, ehe er sich dann doch noch in den Spielerkreis einklinken konnte.

Fazit: Nach dem Höhenflug in Hannover ist der Club wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Da war definitiv mehr drin. Und noch eine Erkenntnis: Nehmt den Offiziellen bitte die Fahnen weg. Die Schiedsrichter sind eh akustisch miteinander verbunden und diese analogen Relikte dienen offenbar nur noch der Irritation von Spielern und Zuschauern.

Ein Letztes:

Leiser! Ich hör nix! Vielleicht könnte der Akustiker der österreichischen Skinationalmannschaft weiterhelfen…

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