Verpfiffen!

  • Kommt Michael Köllner nach Nürnberg zurück? Kooperieren zwei eher von der Tradition lebende bayrtische Fußballclubs? Diese Fragen stellen sich plötzlich, nachdem die Sechziger für zwei Jahre ein Ausweichquartier benötigen und nun auch das Max-Morlock-Stadion im Gespräch ist. Allerdings haben die Münchner Verantwortlichen die Wahrscheinlichkeit, dass es dazu kommt, mittlerweile als „eher gering“ eingestuft
  • Der Club ist eine Partnerschaft mit den türkischen Corendon Airlines eingegangen. Die haben sogar angekündigt, einen Flieger in den Clubfarben zu bemalen. Offenbar, weil´s wurscht ist.
  • Er ist nicht nur Clubspieler, sondern auch Clubfan. Bisschen schade, dass das besonders erwähnt werden muss. Umso besser aber, dass der FCN jetzt den Vertrag mit Enrico Valentini verlängert hat.
  • Torwart beim Club, das scheint die Vorstufe zum Lazarett zu sein. Jetzt fällt Andreas Lukse wegen einer Adduktorenverletzung auf unbestimmte Zeit aus.
  • Einer, der sich derzeit richtig für den Club reinhängt und innerhalb weniger Wochen zum Publikumsliebling avancierte (und der heute leider schon in der 13. Minute verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste) , ist nur Leihspieler und wird wohl nicht beim FCN bleiben: Konstantinos Mavropanos.

Das Spiel:

Zunächst konnte man beim zäh beginnenden Heimspiel gegen Darmstadt 98 Kleidungsfragen erörtern. Der Club lief nämlich nicht im traditionellen Rot-Schwarz sondern erneut in Grau auf. Der meist blaue Gast musste so auf Orange ausweichen. Den ersten Aufreger gab es erst in der 12. Minute. Dinos Mavropanos ging im Clinch mit Dursun zu Boden und musste verletzt raus.

Für ihn kam Lukas Mühl. Wer jetzt dachte, die Clubabwehr würde damit an Stabilität verlieren, sah sich aber getäuscht. Mühl, von den Fans lautstark aufgebaut, hatte sich offenbar vom griechischen Leihspieler einiges in Sachen Einsatz abgeschaut.

Die Lilien aus Darmstadt hatten zwar ein optisches Übergewicht, kamen aber kaum gefährlich vor das Club-Tor. Anders der Club. Der erspielte sich in der 24. Minute die erste Gelegenheit. Nürnberger flankte in den Strafraum auf Behrens, der aber von Holland zu Boden gezogen wurde. Schiedsrichter Patrick Alt winkte ab, ohne den VAR zu Rate zu ziehen. In ähnlichen Situationen hatte es freilich schon mal Strafstoß gegeben. Dafür nutzte der Club nach einer halben Stunde seine nächste Chance zur Führung. Hack und Frey kombinierten sich in den Darmstädter Strafraum. Freys Schuss konnte von Darmstadts Torhüter Schuhen nur nach vorne weggefaustet werden, wo Nikola Dovedan stand und den Ball mit Karacho unter die Latte knallte.

Nicht ganz so effektiv war der Club dann bei den sich danach noch eröffnenden Chancen. Das sollte sich leider noch rächen.

In der zweiten Hälfte begann nämlich Schiedsrichter Alt sich zum Hauptdarsteller aufzuspielen. In der 52. Minute ahndete er eine ähnliche Situation wie bei Behrens in der ersten Halbzeit nicht nur mit Elfmeter, sondern auch mit Gelb gegen Asger Sörensen, der den Darmstädter Dursun an der Schulter gezogen hatte. War das schon überzogen, meldete sich auch noch der Kölner Keller und wies Alt darauf hin, er müsse auf Rot nachbessern. Das tat Alt dann auch. Kempe verwandelte zum 1:1 und der Club war nur noch mit zehn Mann auf dem Platz.

Die hängten sich aber für elf rein, zudem schien Darmstadt auch keinen Plan zu haben, aus der Überzahl Kapital schlagen zu können. Als der Club sich dann mit dem einen Punkt abgefunden hatte, kamen die Gäste kurz vor Schluss doch noch zum Siegtreffer. Dumic konnte sich gegen Frey durchsetzen und aus der Distanz Mathenia überwinden. Zuvor war der Ball möglicherweise im Aus. Aber auf Schiedsrichter Alt durfte sich im Max-Morlock-Stadion mittlerweile keiner mehr verlassen.

Im Gegenteil. Kurz darauf zeigte Alt Nürnberger noch wegen Meckerns die Ampelkarte. Und nach dem Schlusspfiff präsentierte der Gelbwütige dann auch noch Trainer Keller und Co-Trainer Stickroth sein Kärtchen.

Wer auch immer glaubte, die Einführung der Videobeweises würde mehr Objektivität in den Fußball bringen, heute wurde er eines besseren (für uns leider schlechteren) belehrt.

Ein Letztes:

Kiebitz? Nein, Fasching!