Kleines Lebenszeichen

War´s das? Das hatten wir vor gut fünf Wochen gefragt. Seitdem gab es hier kein Lebenszeichen mehr. Kein Spiel, kein Glubb-Weekly, keine Antwort auf die Frage.

Andererseits, was hätten wir schreiben sollen? Uns am Gestochere im Nebel beteiligen? So tun, als würde in ein paar Tagen alles weiter gehen wie gewohnt? Natürlich hätten wir die mehr oder weniger hilflosen Statements der Protagonisten aufblasen können. Aber das machen schließlich schon die – derzeit ansonsten weitgehend beschäftigungslosen – Sportkollegen.

Im Gegensatz zu diesen ist man als Blogger in der komfortablen Lage, einfach mal die Klappe halten zu können. Zumal im Augenblick das, was nicht gesagt und getan wird, dem Patienten Fußball mehr hilft, als alle aktionistischen Rettungsversuche. Der Fußball war nämlich – und da sind sich die meisten Fans einig  – schon vor Corona krank. Inzwischen fällt das auch dem Letzten auf. Zum Beispiel hier.

Unser philosophisch gebildeter Aufsichtsratsvorsitzender hat daher darauf verwiesen, dass jeder Krise auch eine Chance innewohnt. Dem kann man nur zustimmen. Hoffentlich nutzt der Fußball sie nicht so wie Medeiros in Fürth oder Baumann 1999 gegen Freiburg.

Auch für den FCN im Speziellen bietet die Krise eine Chance. Beispielsweise die, den zuletzt immer noch drohenden Abstieg zu vermeiden; egal, ob die Saison noch irgendwie zu Ende gegurkt oder ob ein Schlussstrich darunter gezogen wird. Während in letzterem Fall wohl niemand absteigen dürfte, wäre der Club für Geisterspiele mental wohl besser gerüstet als die Konkurrenz. Ein Heimvorteil war bislang eh nicht auszumachen, zumindest parziell leere Ränge kannten die Spieler schon und dank der Aschenbahn drang die Fanunterstützung ohnehin moderater ans Spielerohr als anderswo.

Auch wir Clubfans tun uns mit dem Shutdown etwas leichter. Freudlosigkeit herrschte bereits,  als noch gespielt wurde. Auf einen Abstieg konnten wir uns ebenfalls schon einstellen. Wenn man da nicht alleine leidet, sondern der gesamte Profifußball mitabsteigt, ist das leichter zu ertragen. Oder anders gesagt: Wenn Bayern, Leipzig, Dortmund oder Schalke von ihren hohen Rössern runter müssen, amüsiert sich der, der ohnehin nur auf einem Pony unterwegs ist.

Also: Haltet weiter durch! Die aktuelle Durststrecke ist für einen guten Zweck. In jeder Hinsicht.