Torjäger Hecking trifft Mitten in die Fanseele

Im wahrsten Sinne des Wortes live am Ball ist NZ-Redakteur Uli Digmayer im Auftrag der Clubfreunde bei den FCN-Profis im Trainingslager im türkischen Belek.

Ein freundschaftliches Fußballmatch zwischen Journalisten und Funktionsteam gehört im Trainingslager des 1. FCN seit vielen Jahren zur liebgewordenen Tradition. Und es gab durchaus schon Trainer, die im Duell mit den Pressevertretern ganz besonderen Ehrgeiz an den Tag legten. Klaus Augenthaler etwa ließ gerne so lange spielen, bis sein Team endlich in Führung gegangen war. Und Wolfgang Wolf bestand nach einer überraschenden Niederlage mit Nachdruck auf eine Revanche, die notfalls eben auch mal zwischen zwei Trainingseinheiten eingeschoben werden musste. „Schreiben könnt ihr später auch noch“, befahl der Pfälzer einst in der Schweiz.

Am Freitag schnürte nun auch Dieter Hecking in Belek die Fußballschuhe und kam beim mittäglichen Kleinfeld-Kick mit seiner Mannschaft, in der unter anderem Assistenzcoach Armin Reutershahn Torwarttrainer Adam Matysek, Teamarzt Matthias Brem und Busfahrer Udo „Bomber“ Rauh aufliefen, zu einem denkbar knappen 7:2-Erfolg.

Unter den Augen von Sportdirektor Martin Bader, der wegen „vergessener Kontaktlinsen“ diesmal auf einen Einsatz verzichten musste, demonstrierte Ex-Profi Hecking seine Torjäger-Qualitäten und verzückte die Fans unter anderem mit einem strammen Schuss in den Winkel.

Auf Seiten der wackeren, im Abschluss vielleicht etwas unglücklich agierenden Journaille betrieben Fotograf Jürgen Rauh und NZ-Redakteur Stefan Jablonka, der zusammen mit „Bild“-Kollege Martin Funk aus dem benachbarten Trainingslager der SpVgg Greuther Fürth als Verstärkung angereist war, ein bisschen Ergebniskosmetik. Außerdem am Ball waren Wolfgang Laaß (Nürnberger Nachrichten), Daniell Westgate (Bild), Markus „MaC“ Löser (Abendzeitung) und Uli Digmayer (Nürnberger Zeitung).

Heckings Analyse nach dem Spiel fiel bemerkenswert sachlich aus: „Wir werden auch dieses Ergebnis nicht überbewerten“, konstatierte der 45-Jährige schmunzelnd. Bei „Auge“ und „Wolle“ hätte das noch ganz anders geklungen…

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Hecking wird der neue Oenning

Dieter Hecking wird der neue OenningDieter Hecking wird die Nachfolge von Trainer Michael Oenning beim 1. FC Nürnberg antreten. Der 45-jährige Trainer wird am Dienstagnachmittag am Sportpark Valznerweiher vorgestellt.

Zuvor hatte der Ex-Trainer von Hannover im Interview mit der «Nürnberger Zeitung» gesagt, dass er nur dann «eine neue Aufgabe übernehmen» werde, «wenn ich das Gefühl habe, dass alles zusammenpasst.» Dem ist nun so.

«Jeder Trainer, der schon mal in der Bundesliga gearbeitet hat, traut es sich zu, einer Mannschaft in einer schwierigen Situation helfen zu können. Ich werde eine neue Aufgabe aber nur dann übernehmen, wenn ich das Gefühl habe, dass alles zusammenpasst. Der Verein muss klare Vorstellungen haben», hatte Hecking gegenüber der NZ am Montag gesagt. Die Verantwortlichen der Nürnberger erzielten am Dienstag eine Einigung mit Hecking.

Dem Anforderungsprofil von Schäfer entspricht Hecking jedenfalls. Der Club-Präsident hatte von der Suche nach einem Mann gesprochen, der Erfahrung in der Bundesliga und im Abstiegskampf habe.

Hannover 96 hatte Hecking im Herbst 2006 ebenfalls in prekärer Lage von Peter Neururer übernommen und im Verlauf der Saison aus der Abstiegszone geführt. Drei Jahre trainierte er die Nordlichter, ehe er im August 2009 zurücktrat.

Heckings Karriere als Spieler begann er bei Westfalia Soest. In seiner aktiven Laufbahn kickte er unter anderem für den SV Waldhof Mannheim, Borussia Mönchengladbach, Hessen Kassel (unter Trainer Jörg Berger), den VfB Leipzig, Hannover 96 und Eintracht Braunschweig.

Neben 36 Bundesligaspielen absolvierte er 203 Zweitligaspiele (38 Tore), 141 Regionalligaspiele (46 Tore) und 61 Oberligaspiele (39 Tore).

Im Jahr 2000 übernahm er sein erstes Traineramt beim SC Verl in der Regionalliga Nord, wo er allerdings schon am 29. Januar 2001 trotz sportlicher Erfolge wieder entlassen wurde, da er zuvor angekündigt hatte, den Verein wechseln zu wollen. Die weiteren Trainerstationen waren der VfB Lübeck, mit dem ihm der Einzug ins DFB-Pokal-Halbfinale gelang, Alemannia Aachen und Hannover.

Wird Hecking den Club vor dem Abstieg retten können? Was halten Sie von der Entscheidung des 1. FC Nürnberg?

Der Club ist selber schuld

Heute hat uns Christian (auch ein großer Clubfreund) einen Gastbeitrag geschrieben:

Es wäre mal wieder eine Geschichte, wie sie nur der Club schreiben kann: Noch vor nicht allzu langer Zeit, der Club war gerade Pokalsieger geworden und hegte (aufs neue) Ambitionen, sich als eine „feste Größe“ in der Bundesliga zu etablieren, da kam im deutschen Profifußball die Idee auf, die vor langer Zeit abgeschafften Relegationsspiele wieder einzuführen.

Die gab es bereits von 1975 bis 1991. Und nutzten natürlich vor allem den Mannschaften aus der ersten Liga. So hatte man auch nach einer schlechten Saison immer noch die Möglichkeit, einen letzten Strohhalm zu greifen. Als größter Befürworter erwießen sich in der folgenden Debatte also die Erstligaklubs mit schlechten Erfahrungen im Abstiegskampf. Allen voran: Der Club mit seinem damaligen Trainer Hans Meyer (Bild). Könnte ja sein, dass man von der neuen Regel eines Tages nochmal würde profitieren können…

Der Abstieg des 1. FCN allerdings kam dann viel schneller als die Mühlen des Bundesligareglements mahlen können. Und so könnte es jetzt sein, dass der Club die letzte Mannschaft ist, die vor Einführung der Relegationsregel als Drittletzter abgestiegen ist – und die erste, die nach Wiedereinführung an ihr scheitert (womöglich sogar noch gegen den Trainer, unter dem sie damals für die Regel gestimmt hat, denn das Szenario, gegen Hans Meyers Gladbacher in die Relegation zu müssen, ist gar nicht so unwahrscheinlich).

Ballkünstlerpech nennt man sowas dann wohl – oder hierzulande auch einfach der Club is a…

P.S.: Relegationsspiele gab es übrigens bis 1991. In sieben von zehn Fällen hatte dabei der Bundesligist die Nase vorn. Rekordteilnehmer sind bislang der FC Saarbrücken (dreimal um den Aufstieg, davon zweimal gescheitert), der St. Pauli (zweimal um den Aufstieg, gescheitert) und Eintracht Frankfurt (zweimal um den Klassenerhalt, gerettet, natürlch, die Dussler).

Der Club musste lediglich einmal nach der alten Relegationsregel ran (als es noch zwei Zweite Bundesligen gab). In der Version Dritter der Zweiten Liga gegen den Drittletzten der Ersten hatte er noch nicht das Vergnügen. Vielleicht ein neuer Rekord an dem er feilen könnte: Rekord-Relegationsteilnehmer