Club verliert beim neuen Tabellenführer


Eine Phrase vorab: Jede Serie hat einmal ein Ende. Bisher verlor der 1.FC Nürnberg noch nie in der Zweiten Bundesliga gegen Union Berlin, doch nach sechs Siegen und einem Remis ist der Nimbus des Angstgegners perdu. Mit 1:0 setzte sich das Team von Jens Keller an der Alten Försterei durch und übernahm die Tabellenführung vom zuletzt leicht kriselnden VfB Stuttgart.  Dabei sah es lange Zeit so aus, als würde die Partie auf ein 0:0 zusteuern.

Der nach wie vor von vielen Ausfällen gebeutelte Club – diesmal musste er neben den Langzeitverletzten auch die bereits zu ihren Nationalmannschaften einbestellten Hovland und Gislason entbehren – startete mit einer Änderung: Abräumer Behrens kehrte nach abgesessener Sperre wieder zurück, dafür blieb Stürmer Ishak draußen. Insofern ging Trainer Michael Köllner mit einer etwas defensiveren Formation in sein zweites Spiel als Zweitliga-Cheftrainer.

Die wohl beste Chance der Gäste im ersten Abschnitt hatte Salli, dessen Bogenlampe beinahe im linken oberen Toreck gelandet wäre. Unions Keeper Mesenhöhler lenkte den tückischen Ball gerade noch über die Latte (29.). Direkt danach kam dann aber Union Berlin in die Gänge. Polter, in der Saison 2012/13 als Leihspieler für den Club in der Bundesliga aktiv (26 Einsätze/5 Tore), verzog zweimal knapp (30./33.). Dann musste Nürnbergs Torwart-Oldie Schäfer, der wieder den verletzten Kirschbaum vertrat, gegen Skrzybski klären (36.). Damit endete die Drangphase der Berliner wieder.

Zu Beginn der zweiten Hälfte tauchte Löwen gefährlich frei vor Mesenhöhler auf, produzierte aber nur ein Schüsschen, das den Union-Torwart nicht besonders forderte (49.). Anschließend gab es viel Kampf im Mittelfeld, ohne dass beide Mannschaften in der ausgeglichenen Partie besondere Durchschlagskraft erzielt hätten. Eine kuriose Spielunterbrechung – Schiedsrichter Dr. Drees meldete sich für einige Minuten ab (75.) – hatte aber offensichtlich belebende Wirkung für die Heimelf. Jedenfalls entschieden die Berliner nach dem Wiederanpfiff das Spiel für sich. Erst  traf Polter den Pfosten (81.), doch dann machte der eingewechselte Hosiner nach einer tollen Kombination über Trimmel und Skrzybski ernst und traf aus kurzer Distanz zum 1:0 (83.). Schäfer, der noch dran war, verhinderte in der Nachspielzeit gegen Schönheim und (durch zeitiges Herauslaufen) gegen Redondo weitere Gegentreffer.

Während Berlin von der Bundesliga träumen darf, steht der 1.FC Nürnberg als Zehnter im Niemandsland der Tabelle. Neun Punkte Vorsprung vor Rang 16 dürften ein ausreichendes Polster sein, um den Blick wenigstens nicht mehr nach unten richten zu müssen.

Ende einer imposanten Serie


Gut, die zwischenzeitlich schon arg enteilten Braunschweiger kriseln momentan und gaben nun auch Relegationsrang drei an Union Berlin ab. Dennoch werden wohl jetzt auch die kühnsten Optimisten einsehen müssen, dass der 1.FC Nürnberg in der Spielzeit 2017/18 in seine vierte Zweitligasaison in Folge gehen wird. Bei den Münchner „Löwen“ gab es für die Nürnberger eine 0:2-Pleite. Trotz großer Personalnöte parkte der 1.FC Nürnberg dabei seine vier externen Winter-Neuzugänge ein weiteres Mal auf Bank und Tribüne. Der TSV München 1860 startete mit einem zur Jahreswende eingekauften Quartett – und prompt avancierten zwei der Neuen im bayerischen Derby zu Matchwinnern. Nach einer Viertelstunde war es der aufgerückte Abwehrhüne Ba, der einen Eckstoß von Aycicek mit einem wuchtigen Kopfstoß zum 1:0 verwertete. Und in der 39. Minute zog Mittelfeldspieler Lumor von der Strafraumkante ab und traf ins kurze Eck. Club-Keeper Kirschbaum, der bisher eine so starke Saison spielte, sah bei beiden Treffern nicht besonders gut aus.

Während es sich die „Löwen“ leisten konnten, Spieler wie Olic, Liendl, Adlung oder Aigner auf der Bank zu lassen, verschärften sich beim Club vor dem Spiel noch einmal die Personalsorgen. Nach Erras, Leibold, Bulthuis, Sepsi und Brecko meldeten sich im Vergleich zur Vorwoche auch Innenverteidiger Margreitter (verletzt) und Stürmer Matavz (krank) ab. Mühl und Gislason, der überraschend den Vorzug vor Teuchert und Ishak bekam, rückten neu in die Startelf. Gislason sorgte denn auch für einigen Betrieb im ersten Durchgang, aber insgesamt stellten die Gastgeber das bessere Team und führten zur Pause durch die beiden eingangs erwähnten Treffer verdient mit 2:0. Nach dem Wiederanpfiff vereitelte Kirschbaum das 0:3 aus Nürnberger Sicht, als er geistesgegenwärtig aus seinem Kasten eilte und dem freistehenden Aycicek den Ball abluchste (59.). Club-Coach Alois Schwartz brachte dann Parker und Hufnagel für Sabiri sowie Kempe (62.), später kam auch noch Ishak für Möhwald (77.) – aber zwingende Chancen erspielten sich die Nürnberger auch mit den frischen Kräften kaum. Und so endete an diesem Abend auch eine imposante Serie: 41 Zweitligaspiele in Folge hatte der Club immer mindestens ein Tor erzielt. Nun hängt der „Ruhmreiche“ im grauen Mittelfeld fest. Die Münchner dagegen haben jetzt sieben Punkte Vorsprung vor dem Quartett auf den letzten vier Plätzen, das geschlossen 18 Zähler aufweist. Das Abstiegsgespenst könnte bald verjagt sein.

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Hauptsache drei Punkte

2764529253Beim Spiel in Aue durfte Sylvestr gegen seinen Ex-Verein mal wieder von Anfang an spielen – und kurz vor der Pause hätte er vielleicht sogar ein Tor erzielen können, aber er verpasste die Flanke Kempes. Aus Club-Sicht war das indes nicht schlimm, denn Möhwald stand völlig frei und erzielte mit einem Flachschuss das zu diesem Zeitpunkt durchaus etwas überraschende Führungstor für die Nürnberger. Die Defensive von Erzgebirge Aue hatte den Mittelfeldmann völlig aus den Augen verloren. Der Treffer in der 44. Minute war einer der wenigen Höhepunkte einer ereignisarmen ersten Hälfte.

Auch im zweiten Abschnitt vermochte keines der Teams zu überzeugen. Sylvestr, wegen des Ausfalls von Matavz in die Startelf gerückt, konnte die Chance nicht nutzen und machte nach 81 Minuten für Teuchert Platz. Ein anderer dagegen traf gegen seinen alten Arbeitgeber. Nicky Adler, der in der Abstiegssaison 2007/08 ein wenig erfolgreiches Gastspiel beim Club gegeben hatte, besorgte den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. Nach einer Flanke des Auers Hertner gewann dessen Teamkollege Kaufmann das Kopfballduell gegen Sepsi und lenkte den Ball ins Zentrum, wo Köpke den Nürnberger Abwehrchef Hovland abbblockte – Adler war zur Stelle und besorgte das 1:1 (60.). Kurz darauf hätte Susac die Gastgeber sogar in Führung bringen, aber sein harmloser Kopfball aus aussichtsreicher Position ist kein Problem für Club-Torsteher Kirschbaum (67.).

 

Und so hat am Ende doch der 1.FC Nürnberg die Nase vorn. Standardspezialist Möhwald setzte mit einem Eckstoß Burgstaller in Szene, dessen Kopfball von Kaufmann unhaltbar abgefälscht wird. 2:1 für den Club durch Burgstallers zehntes Saisontor (77.). Nach einem wenig ansehnlichen Spiel steht als Fazit: Hauptsache drei Punkte. Für Aue dürfte es in dieser Verfassung nicht einfach werden, die Klasse zu halten.

 

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Schlusslaterne leuchtet am Valznerweiher

24988568654:5! Das hört sich lustig an, aber den Club-Freunden ist nicht zum Lachen zumute: Nach der Niederlage beim VfL Bochum leuchtet in Nürnberg zunächst einmal die Schlusslaterne. Wegen der besseren Tordifferenz ist Kaiserslautern, das am Samstag Stuttgart empfängt,  am Club vorbeigezogen. Trainer Gertjan Verbeek, 2013/14 in 22 Bundesligaspielen für den 1.FCN verantwortlich, darf sich dagegen über drei wichtige Punkte für seine Bochumer freuen. Und ein anderer Ex-Nürnberger avancierte gar zum Matchwinner.

Doch der Reihe nach: Zunächst sieht es nämlich gar nicht nach einer knappen Niederlage für die Nürnberger aus, sondern nach einer neuerlichen Packung: Schon nach sieben Minuten zieht der VfL mit 2:0 davon. Erst verwertet Stöger eine Flanke von Weilandt zum 1:0 (4.), dann erhöht Bastians per Foulelfmeter auf 2:0 (7.). Torsteher Kirschbaum soll Eisfeld gelegt haben – eine sehr glückliche Entscheidung für die Bochumer, die aber schon frühzeitig auf die Siegesstraße einzubiegen scheinen. Der 1.FC Nürnberg lässt sich aber nicht hängen. Der junge Mühl, der in der Innenverteidigung wieder den Vorzug vor Hovland bekam, trifft  per Kopf die Latte (11.), und wenig später gelingt Salli der Anschlusstreffer. Nach einer Alushi-Flanke zieht Leibold ab und Salli drückt den Ball per Kopf über die Linie (18.). Doch lange währt die Freude nicht. Weilandt setzt sich auf der rechten Seite gegen Sepsi durch und bedient mit seiner Flanke den sträflich freistehenden VfL-Mittelstürmer Mlapa – der erzielt per Kopf das  3:1 (27.).

Hin und Her und Her und Hin – in einer verrückten ersten Halbzeit bringt der aufgerückte Innenverteidiger Bulthuis ebenfalls per Kopf den Club mit dem 2:3 zurück ins Spiel (34.). Standardspezialist Möhwald, der anstelle des gesperrten Burgstaller beginnen durfte (zugleich die einzige Änderung bei den Nürnbergern gegenüber dem Spiel gegen die Münchner Löwen), hatte den Niederländer zielgenau per Freistoß bedient. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte bekommen dann auch die Nürnberger einen Elfmeter. Nach einer ungestümen Attacke von Losilla gegen Teuchert, der den verletzten Alushi ersetzt hatte, verwandelt Salli den Strafstoß zum 3:3-Pausenstand (45.).

 

Doch nach dem Wiederanpfiff dürfen wieder die Bochumer jubeln. Bastians trifft den Pfosten, und wieder ist es ausgerechnet der Ex-Nürnberger Mlapa, der richtig steht und den VfL mit seinem zweiten Treffer zum 4:3 nach vorne bringt (55.). In der Saison 2014/15 als Leihspieler am Valznerweiher engagiert und bei den Fans nicht sonderlich beliebt, zeigt er nun seine Torjägerqualitäten. Für Mlapa ist dann verletzungsbedingt bald Schluss (70.), Mühl muss nach einem Zusammenstoß mit Bastians mit Brummschädel runter (75.), für ihn kommt Hovland. Zuvor hatte schon Parker Möhwald ersetzt (63.).

Der Club hat die Chance zum 4:4, aber Matavz scheitert am starken Keeper Riemann (82.). Auf der Gegenseite verbucht dann der Ex-Fürther Weilandt seinen dritten Scorerpunkt, als er den für Mlapa eingewechselten Quaschner bedient, der mit dem 5:3 scheinbar alles klar macht. In der Nachspielzeit gelingt Parker mit einem abgefälschten Schuss aber noch das 4:5. So bleibt es bis zum Schluss spannend. Doch am Ende geht der Club wieder leer aus. Und muss womöglich als Tabellenletzter Greuther Fürth zum Derby empfangen.

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Tolle Serie, aber kein Aufstieg: Die Bilanz 2015/16

23.05.2016 --- Fussball --- Saison 2015 2016 --- Relegation - Rückspiel --- 1. Bundesliga / 2. Bundesliga --- 1. FC Nürnberg Nuernberg FCN Club - SG Eintracht Frankfurt SGE --- Foto: Sport-/Pressefoto Wolfgang Zink / WoZi --- Dave Bulthuis (4, 1.FC Nürnberg / FCN ) im Lichtschein von Pyro Pyrotechnik Bengalos Bengalfackel Rauch
Nun ist die Spielzeit 2015/16 wirklich zu Ende. Offizieller Stichtag für den Saisonschluss ist nämlich der 30. Juni  – auch wenn zu diesem Zeitpunkt alle schon an das neue Fußball-Jahr denken, endet doch der Spielbetrieb gewöhnlich bereits Mitte Mai.

Der 1.FC Nürnberg hat es aber geschafft, die eineinhalb Monate vom letzten Zweitligaspiel bei Absteiger Paderborn (1:0) bis zum offiziellen Saisonende spannend zu gestalten. Ende Mai musste der Altmeister noch in die letztlich verlorene Relegation gegen Eintracht Frankfurt, und im Juni standen dann noch Trainerdiskussion und -wechsel an. Nun aber ist sie endgültig Geschichte, die Spielzeit 2015/16.
Was bleibt?

Ein Rückblick in Stichworten:
Die Gewinner: Trainer René Weiler hat dem Club nach zwei dunklen Jahren zu einer lange nicht mehr gekannten Stabilität verholfen und qualifizierte sich für höhere Aufgaben. Als Coach des traditionsreichen RSC Anderlecht kann er nun einen Europacup-Teilnehmer betreuen. Auch Raphael Schäfer, der seine Karriere eigentlich als Nummer zwei ausklingen lassen wollte, und der mehrfach als Verkaufskandidat gehandelte Dave Bulthuis (Bild) sind Gewinner dieser Spielzeit. Schäfer, ältester  Zweitliga-Spieler,  kam trotz dreier Verletzungen noch auf 16 Einsätze und verdrängte den als Stammkeeper geholten Thorsten Kirschbaum wieder aus dem Gehäuse. Und Verteidiger Bulthuis gelang es, sich im Verlauf der Vorrunde gegen den vor der Saison als gesetzt geltenden Even Hovland durchzusetzen.
Den ganz jungen Patrick Erras hatte man vor der Saison wohl noch weniger auf der Rechnung als Bulthuis oder Schäfer – aber er acvancierte zum torgefährliche Stabilisator im Mittelfeld, bevor er sich schwer verletzte. Dass auf Guido Burgstaller Verlass sein würde, damit konnte man rechnen – dass Niclas Füllkrug am Ende sogar noch mehr Tore schießt als sein Sturmkollege (14:13), nicht unbedingt. Als Derby-Held ist Füllkrug freilich ein Gewinner für die Geschichtsbücher.

Die Verlierer: Kirschbaum, als Leistungsträger eingeplant, fand sich ab dem Herbst auf Bank und Tribüne wieder. Jakub Sylvestr, Zweitliga-Torschützenkönig aus Aue, spielte in seinem zweiten Club-Jahr keine Rolle mehr und flüchtete im Winter nach Paderborn – wo er sich aber ebenfalls nicht durchsetzen konnte. Vielleicht nimmt der nun an den Valznerweiher zurückgekehrte Stürmer einen neuen Anlauf. Jan Polak, 2014 als Leitwolf nach Nürnberg zurückgeholt, wurde nach gutem Saisonbeginn immer weniger benötigt und verpasste den Schluss der Spielzeit verletzungsbedingt. Er geht nun nach Brünn.

Die Neuen: Stefan Kutschke war schon bald wieder weg, Kirschbaum und der im Winter geholte Zoltan Stieber verloren ihre Stammplätze, Rurik Gislason hatte Verletzungssorgen. Trotzdem: Unterm Strich hat der Club gut eingekauft. Kevin Möhwald avancierte zum Edel-Joker, Miso Brecko, Laszlo Sepsi, Georg Margreitter, Hanno Behrens und Tim Leibold waren absolute Stammkräfte.

Die Serie: Nach einem wechselhaften Start traf der Club am 11. Spieltag (17. Oktober) auf den FSV Frankfurt, unter dem Strich stand gegen den bieder auftretenden späteren Absteiger ein enttäuschendes 1:1. Es konnte niemand an jenem Herbsttag damit rechnen, dass dieses unspektakuläre Remis den Auftakt zu einer historischen Serie von 18 Spielen ohne Niederlage bilden würde. Aus dem grauen Mittelfeld (Platz zehn) heraus arbeitete sich der Club bis auf Rang drei vor – und schlug dabei nicht nur die Spitzenteams aus Freiburg (2:1) und Leipzig (3:1), sondern auch den Erzrivalen Greuther Fürth (2:1). Spektakulär freilich auch die 4:0-Auswärtssiege bei St. Pauli und Bielefeld. Das 6:2 gegen Union Berlin nach 0:2-Rückstand gehört sicher auch zu den Höhepunkten der Saison – da aber war die Serie bereits gerissen. Gegen Absteiger Frankfurt begann sie, gegen Absteiger Duisburg (1:2) schloss sich der Kreis.

Die Relegation: Weil Freiburg und Leipzig aber letztlich auch durch diese Aufholjagd nicht mehr zu beeindrucken waren, musste der Ruhmreiche in die Relegation. Rund 20 Minuten fehlten zur Bundesliga-Rückkehr – die die Nürnberger aber gegen den stärkeren Bundesliga-Sechzehnten Eintracht Frankfurt (1:1, 0:1) nicht verdient gehabt hätten.

Abschiede: Von Sportvorstand Martin Bader und Fußball-Abteilungsleiter Wolfgang Wolf trennte sich der Club früh in der Saison, die jungen und hoffnungsvollen Leistungsträger Niklas Stark und Alessandro Schöpf spülten durch ihre Wechsel in die Bundesliga Geld in die Kasse. Trotzdem wird über die Finanzlage geklagt – die neuen Vorstände Michael Meeske und Andreas Bornemann, die Ruhe in den Verei brachten, haben es nicht einfach. Vielleicht muss der Club auch Abschied von der Hoffnung auf eine baldige Bundesliga-Rückkehr nehmen. Aber wir wollen ja nicht unken. Die Fans (Bild) sind wieder versöhnt mit ihrem Club nach dieser tollen Saison. Und vielleicht darf nächstes Jahr dann doch gefeiert werden. In diesem Sinne: Auf ein Neues.

23.05.2016 --- Fussball --- Saison 2015 2016 --- Relegation - Rückspiel --- 1. Bundesliga / 2. Bundesliga --- 1. FC Nürnberg Nuernberg FCN Club - SG Eintracht Frankfurt SGE --- Foto: Sport-/Pressefoto Wolfgang Zink / DaMa --- Clubfan / Clubfans / FCN-Fans / Fans singen nach Spielende enttäuscht / Enttäuschung traurig you will never walk alone

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Ärgerliche Pleite in Braunschweig

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Man hat schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen. In Nürnberg machen sie das sogar besonders gerne. Deswegen konnte dem Club-Freund etwas unwohl werden, als es nach dem 6:2 gegen Berlin allerorten hieß, der 1.FC Nürnberg habe die Relegation sicher. Wenigstens Kollege vip baute noch eine kleine löbliche Einschränkung ein: „So gut wie“, schrieb er. Da erkennt man den treuen Fan, der spätestens seit dem Abstiegsinferno anno 1999 weiß, dass gerade beim Ruhmreichen Theorie nicht immer grau sein muss. St. Pauli hätte ja in den letzten drei Spielen nur dreimal 6:0 gewinnen und der 1.FC Nürnberg drei Pleiten kassieren müssen (zweimal 0:1, einmal 0:2) – und schon wären die Hamburger vorbeigezogen. Wer die Club-Historie nur lange genug verfolgt, dem kommen solche Szenarien alles andere als unwahrscheinlich vor… Doch seit diesem Wochenende sind die bösen Deppen-Gespenster verjagt. St. Pauli hat durch das 0:2 gegen energisch um den Klassenverbleib kämpfende Münchner „Löwen“ die letzte theoretische Restchance auf Rang drei verspielt, Trainer Rene Weiler und seine Schützlinge werden am Ende mindestens „Bronze“ holen. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: In Braunschweig gab es eine bittere 1:3-Niederlage.

Dabei schien die Ausgangslage so günstig: Weil die Bielefelder Arminia, für die es eigentlich um nichts mehr geht, den Nürnbergern vielleicht aus einer gewissen Rekordabsteiger-Solidarität heraus Schützenhilfe leistete und RB Leipzig ein 1:1 abtrotzte, erschien vor dem Spiel in Niedersachsen sogar Rang zwei und der direkte Aufstieg wieder in Reichweite. Mit einem „Dreier“ gegen die ebenfalls nur noch um die goldene Ananas kickende Eintracht hätte der Club den Abstand auf den Brauseklub auf zwei Punkte verkürzt. Leider nahm Braunschweig das Duell der beiden Absteiger von 2014 sehr ernst und machte diese Planspiele der Nürnberger zunichte. Kurz vor der Pause brachte Khelifi die Braunschweiger in Führung (43.), nachdem zuvor die Gäste die Mehrzahl an Tormöglichkeiten verzeichnet hatten. Aber Rurik Gislason verfehlte bei seinen beiden Kopfballchancen (15./24.) ebenso das gegnerische Gehäuse wie später Niclas Füllkrug per Freistoß (33.). Von einem Rückstand haben sich die Nürnberger in dieser Spielzeit zwar selten verunsichern lassen, aber diesmal lief es auch in der zweiten Hälfte nicht besser für die gegenüber dem Berlin-Spiel mit unveränderter Formation aufgelaufenen Weiler-Schützlinge. Reichel per Abstauber (60.) und der sträflich freistehende Sauer (67.) erhöhten auf 3:0 für den Deutschen Meister von 1967. Guido Burgstaller traf zwar aus der Drehung ins kurze Eck (78.), aber dieser Anschlusstreffer kam zu spät. Nun dürfte es schwierig werden, Leipzig noch abzufangen.

Während der Tabellenführer SC Freiburg (69 Punkte, mit dem Ex-Cluberer Frantz) die sofortige Rückkehr ins Oberhaus durch ein 2:1 in Paderborn perfekt machte, brauchen die derzeit ins Trudeln geratenen Leipziger (64) noch zwei Punkte, um Platz zwei sicherzustellen. Sie spielen nächste Woche gegen Karlsruhe und zum Schluss in Duisburg. Der 1.FCN (59) hat zwar die bessere Tordifferenz, aber bei fünf Punkten Rückstand sind die Aussichten trübe. Der Club braucht für den direkten Aufstieg zwei Siege gegen St. Pauli sowie Paderborn – und noch ein paar Pferde, die vor die Apotheke kotzen.

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Club macht das Dutzend voll

22.02.2016 --- Fussball --- Saison 2015 2016 --- 2. Fussball - Bundesliga --- 22. Spieltag: Fortuna Düsseldorf F95 - 1. FC Nürnberg Nuernberg FCN --- Foto: Sport-/Pressefoto Wolfgang Zink / DaMa ---  Tor zum 1:0 - Torschütze Kerem Demirbay (10, Fortuna Düsseldorf ) gegen Raphael Schäfer Schaefer (1, 1.FC Nürnberg / FCN ) per Elfmeter
Der Club macht das Dutzend voll. Das 1:1 bei Fortuna Düsseldorf war das zwölfte Ligaspiel in Serie, das der 1.FC Nürnberg nicht verloren hat. Obwohl es, ähnlich wie gegen Bochum in der Vorwoche, zeitweise nicht gut aussah. Die Düsseldorfer führten lange mit 1:0, nachdem Kerem Demirbay einen ärgerlichen Foulelfmeter souverän verwandelt hatte (33.). Der Ex-Fürther Sercan Sararer war zuvor im Zweikampf mit Club-Kapitän Miso Brecko entweder ausgerutscht oder abgehoben, jedenfalls nicht gefoult worden.

Die größte Chance für die Gäste hatte in der ersten Hälfte Kevin Möhwald, der den Vorzug vor dem mit Anpassungsproblemen kämpfenden Zoltan Stieber bekommen hatte. Auf Vorarbeit von Guido Burgstaller scheiterte Möhwald aber an Fortuna-Keeper Michael Rensing (28.). Düsseldorf, das trotz prominenter Namen im Kader (Rensing, Madlung, Haggui, Ya Konan, der diesmal aber nicht spielte) gegen den Abstieg kämpft, hätte nach dem Strafstoßtreffer durchaus auf 2:0 erhöhen können. Nikola Djurdjic verfehlte das Tor vor der Pause knapp und scheiterte später aus aussichtsreicher Position an Keeper Raphael Schäfer (61.). Der Zweitliga-Senior musste später auch noch in Libero-Manier vor Ihlas Bebou (76.) retten.  Allerdings hatte die Fortuna auch im zweiten Abschnitt Elfmeterglück, denn Axel Bellinghausen beging im Strafraum  ein Handspiel (50.), das ungeahndet blieb.

Doch es blieb beim 1:0, und wie schon in der Vorwoche der VfL brachte auch Düsseldorf den Vorsprung nicht über die Zeit. Duplizität der Ereignisse: Wieder führte ein von Sebastian Kerk getretener Eckstoß zum 1:1, diesmal war nicht Patrick Erras, sondern Niclas Füllkrug mit dem Kopf zur Stelle (82.). Unter der Woche galt Kerk als Startelf-Kandidat, letztlich kam er aber wieder von der Bank, für Möhwald war zur Pause Schluss. Weil St. Pauli gegen den FSV Frankfurt (1:3) gepatzt hatte, war schon vor dem Spiel klar, dass der Club als Tabellendritter ins Derby gegen die SpVgg Greuther Fürth gehen würde. Nun bleibt zu hoffen, dass nicht ausgerechnet im Nachbarschaftsduell die schöne Serie reißt.

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Verbeek vermasselt Sprung auf Platz zwei

15.02.2016 --- Fussball --- Saison 2015 2016 --- 2. Fussball - Bundesliga --- 21. Spieltag: 1. FC Nürnberg Nuernberg FCN Club - VfL Bochum --- Foto: Sport-/Pressefoto Wolfgang Zink / WoZi ---  von links : Luana Valentini ( Pressesprecherin FCN) Rene Weiler (Trainer 1.FC Nürnberg / FCN ) Gertjan Verbeek (Trainer VfL Bochum ) vor Spielbeginn
Als Gertjan Verbeek (Bild rechts, beim Wiedersehen mit Club-Pressesprecherin Luana Valentini und Rene Weiler) den 1.FC Nürnberg in der Spielzeit 2013/14 betreute, wirkte er wie ein Gegenentwurf zu seinem Landsmann Huub Stevens: Die Null muss eben nicht stehen. Mit seiner offensiven Philosophie kam er bei Teilen der Fans extrem gut an, sägte aber auch an seinem eigenen Stuhl – zu oft stürmte der Club ins Verderben. Nach 22 Spielen war Schluss, Verbeek bekam seine Papiere. Mit seinem neuen Verein, dem VfL Bochum, zeigt der Niederländer dagegen, dass seine Mannschaften durchaus auch hinten sicher stehen können. Dreimal in Folge spielte Bochum zuletzt Zu-Null, und auch der so treffsichere Club tat sich verdammt schwer gegen die sattelfeste Hintermannschaft der Bochumer. So wurde es letztlich nichts mit dem Sprung auf Tabellenplatz zwei – mit einem Sieg hätten die Nürnberger Freiburg überholt. Am Ende konnte der 1.FCN zufrieden sein, noch einen Punkt gerettet zu haben.

Bochum hat nämlich nicht nur eine starke Defensive, sondern kann sich vorne auf den starken Simon Terodde verlassen, mit zehn Treffern nach Freiburgs Petersen (15) der zweitbeste Zweitliga-Torjäger. Jeweils zu Beginn der beiden Halbzeiten hatte Terodde gute Möglichkeiten, sein Trefferkonto auszubauen – einmal scheiterte er an Torwart-Oldie Raphael Schäfer, einmal am Pfosten. Das waren lange die Höhepunkte in einem Spiel, das zwar intensiv geführt wurde, den Zuschauern aber kaum Strafraumszenen bot. Saisontreffer Nummer elf blieb Terodde zwar versagt, aber immerhin sammelte er einen Scorerpunkt, als er mit einem feinen Doppelpass das 1:0 von Marco Terrazzino vorbereitete (66.).

In der Folgezeit ging es hoch her, und so kamen die Zuschauer doch noch auf ihre Kosten – und der Club durch Patrick Erras zum Ausgleich. Der Senkrechtstarter durfte nach einem Kerk-Eckstoß überraschend unbedrängt einköpfen (75.) und beendete so die Bochumer Zu-Null-Serie nach knapp sieben Stunden – zuletzt hatte Heidenheims Ikone Schnatterer am 17. Spieltag in der 32. Minute beim 1:1 gegen Bochum getroffen. Nach sechs Siegen musste sich das Team von Trainer Rene Weiler mal wieder mit einem Punkt bescheiden – zwei andere Serien haben dagegen weiter Bestand. Nürnberg hat vor den sechs „Dreiern“ viermal unentschieden gespielt, kommt damit nun insgesamt auf elf Partien ohne Niederlage am Stück. Für Bochum, das hinter Leipzig (44 Punkte), Freiburg (38), Nürnberg (37) und St. Pauli (36) als Fünfter (32) in Lauerstellung bleibt,  war es immerhin das fünfte Spiel ohne Pleite in Serie. Und das, obwohl diesmal die Null nicht stand.

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Karussell statt Kontinuität

13.09.2015 --- Fussball --- Saison 2015 2016 --- 2. Fussball - Bundesliga --- 06. Spieltag: SpVgg Greuther Fürth Fuerth - 1. FC Nürnberg Nuernberg FCN --- Foto: Sport-/Pressefoto Wolfgang Zink / JüRa ---  Benedikt Röcker Roecker (2, SpVgg Greuther Fürth ) gg Alessandro Schöpf Schoepf (28, 1.FC Nürnberg / FCN ) -- Derby Frankenderby -- Und wieder ist einer weg: Stürmer Jakub Sylvestr wechselt auf Leihbasis zum abstiegsgefährdeten SC Paderborn. 28 Spieler umfasste der Kader des 1.FC Nürnberg in der Hinserie, wenn man Nachwuchsstürmer Cedric Teuchert mitzählt. Nun sind es nur noch 24. Sylvestr kam im Sommer 2014  als großer Hoffnungsträger und amtierender Torschützenkönig, er erzielte auch gleich im ersten Zweitligaspiel das „goldene Tor“ gegen seinen alten Verein Erzgebirge Aue. Doch schon in der vergangenen Rückserie tat  er sich schwer, und im Saisonverlauf 2015/16 pendelte der Angreifer zwischen Bank und Tribüne. In der Stürmer-Hierarchie von Trainer Rene Weiler war Sylvestr hinter Burgstaller, Füllkrug, Blum und selbst Nachwuchsmann Hercher nur noch die Nummer 5. Angesichts der geringen Einsatzchancen ist sein Wechsel logisch – nun soll er Paderborn aus dem Keller schießen.

Auch die zuvor abgewanderten Reservisten Willi Evseev (zu Holstein Kiel) und Stefan Kutschke (Dynamo Dresden) standen im bisherigen Saisonverlauf höchst selten (Kutschke) oder gar nicht (Evseev) für die Profis auf dem Platz.

Viel schwerwiegender ist freilich der Abgang von Mittelfeldstratege Alessandro Schöpf Richtung Schalke. Vielleicht hat der Club hier für sechs Millionen Euro den Aufstieg verkauft. Man wird sehen. Schöpf, Kutschke, Evseev, Sylvestr. Da warens nur noch 24.

Aufschlussreich übrigens ein kleiner Rückblick auf die Liste der Spieler, die vor und während der Saison 2014/15 kamen oder von der zweiten Mannschaft in den Profikader befördert wurden: Colak, Mendler, Ramirez, Ott, Özdemir, Candeias, Celustka, Radlinger, Mlapa, Bihr, Nikci, Dittgen, Pachonik, Schöpf, Evseev, Sylvestr – sie alle sind schon wieder weg oder gehören zumindest dem Profikader nicht mehr an.    Übrig geblieben von den damaligen Zugängen sind Bulthuis, Hovland, Blum, Koch, Füllkrug, Polak, Mössmer, Kerk und natürlich Burgstaller, wobei Koch ebenfalls gehen dürfte.

Gut, Schöpf verkaufte der Verein mit einem satten Gewinn, doch von allen anderen Spielern trennte man sich sehr rasch freiwillig wieder. Motto: Karussell statt Kontinuität –  die Transferbilanz der Saison 2014/15 war mehr als durchwachsen. Diejenigen, die sie zu verantworten haben, sind allerdings auch nicht mehr da.

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2015 – das Jahr der Abschiede

19.12.2015 --- Fussball --- Saison 2015 2016 --- 2. Fussball - Bundesliga --- 19. Spieltag: 1. FC Heidenheim FCH - 1. FC Nürnberg Nuernberg FCN --- Foto: Sport-/Pressefoto Wolfgang Zink / DaMa ---  Jubel nach Tor zum 0:1 - Guido Burgstaller (9, 1.FC Nürnberg / FCN ) Miso Brecko (2, 1. FC Nürnberg / FCN ) Georg Margreitter (33, 1. FC Nürnberg / FCN ) Patrick Erras (29, 1. FC Nürnberg / FCN ) Laszlo Sepsi (6, 1. FC Nürnberg / FCN ) Dave Bulthuis (4, 1.FC Nürnberg / FCN ) Alessandro Schöpf Schoepf (28, 1.FC Nürnberg / FCN ) Tim Leibold (23, 1. FC Nürnberg / FCN ) - Freude / Torjubel - Torschütze: Guido Burgstaller (9, 1.FC Nürnberg / FCN )
Das Jahr nähert sich dem Ende, die Spiele sind gespielt, und die Club-Freunde schauen zurück und ziehen Bilanz. 2015 wird dereinst wohl als das Jahr der Abschiede in die Annalen des 1.FC Nürnberg eingehen. Bereits im Februar war für Finanz-Vorstand Ralf Woy, seit 2006 in führender Funktion beim Club tätig, Schluss. Ende September endete dann auch die elfjährige Ära von Martin Bader. Die Trauer über den Weggang der beiden langjährigen Vereinsbosse hielt sich in der Fan-Gemeinde in Grenzen. Immerhin hatten sich beispielsweise die Fehlentscheidungen von Bader in der Kaderplanung gehäuft, so dass ihm der Aufsichtsrat mit Wolfgang Wolf schon nach dem Abstieg 2014 einen Abteilungsleiter mit Fußball-Sachverstand zur Seite stellte.
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