Keine gute Adresse mehr

Die Woche:

  • Es scheint so, als wäre selbst Alemannia Aachen eine bessere Adresse als der Club. Peter Hermann, der lange Zeit beim Club im Gespräch war, hat jedenfalls lieber dort als sportlicher Berater angeheuert.
  • Die peinliche Pleite gegen Bielefeld hat dem FCN-Ansehen zusätzlich geschadet. Der zunächst als Canadi-Nachfolger vorgesehene Markus Anfang soll nach dem Spiel – laut Bild – neue Forderungen gestellt haben; möglicherweise und naheliegend die nach stabilerem Personal für die Abwehr. Das hat der Aufsichtsrat angeblich abgelehnt. Nachdem zuvor schon Achim Beierlorzer dem Club abgesagt hatte, zog Palikuca Jens Keller aus dem Hut. Hatte der nicht gerade einen Auftritt beim Trainerbewerbungsportal „Blickpunkt Sport„? Billig, verzweifelt, waren so die Adjektive, die einem zu allererst einfielen. Ein Eindruck der sich schon aufdrängte, als vor einem Jahr der FC Ingolstadt in einer ähnlichen Situation Keller als Retter präsentierte. Nach nur zwölf Spielen und lediglich drei Siegen musste Keller (er machte bei der FCN-Vorstellungs-PK den damals noch fehlenden Videobeweis für die unglückliichen Ergebnisse verantwortlich) wieder gehen und die Schanzer stiegen später in die dritte Liga ab. Andererseits hat Keller durchaus auch Erfolge (bei Schalke 04 und Union Berlin) vorzuweisen. Hoffen wir also, dass sich die etwas ältere Historie wiederholt, der VAR funktioniert, Nürnberg nicht zu Ingolstadt 2.0 wird und der knausrige Aufsichtsrat nicht das Geld, das er bei den Spielern spart, für Trainerabfindungen rauspulveren muss.
  • Es gibt auch Leute, die sind zuversichtlich, dass das mit Jens Keller was wird. Toni Leistner (jetzt: Queen Park Rangers, früher: Union Berlin) hält viel von seinem Ex-Trainer. Warum er in Berlin gehen musste, darüber vermitteln die Kommentare auf der Liga-zwei.de-Seite einen kleinen Einblick. Mancher Clubfan fühlt sich an Michael Oenning erinnert.
  • Bedenklich stimmt auch ein Blick auf den nächsten Clubgegner. Der verkündete gerade, sein Trainingslager wieder im türkischen Belek abhalten zu wollen, Was nicht erwähnt wird: Das ist nicht nur preiswert, sondern hat auch den Nebeneffekt, dass keine nervigen Journalisten mitfahren dürften, weil die fürchten müssen, nicht mehr rausgelassen zu werden.

Ein Letztes:

„Es gibt so viele wirkliche Probleme auf der Welt, da sind die selbst geschaffenen beim Club und 1860 doch ein Scheiß dagegen.“

Hannes Ringlstetter (FCN- und Löwen-Fan)

Club untertrifft sich selbst

Die Woche:

  • Nach dem peinlichen Auftritt in Bochum hat der Club wieder mal einen Trainer entlassen. Ziemlich schnell ging es diesmal. Bereits nach zwölf Pflichtspielen mit lediglich drei Siegen war für Damir Canadi in Nürnberg Schluss. Dabei war mit ihm im Sommer ein Zweijahresplan vereinbart worden, an dessem Ende – spätestens – der Wiederaufstieg stehen sollte. Stattdessen hieß es jetzt: „Ende eines Missverständnisses“. Kann man so stehen lassen, denn abgesehen von der Neuauflage des „El Kackico“ konnte die von Canadi mit zusammengestellte Mannschaft nie überzeugen. Ein Plan, eine Handschrift oder irgendeine eine Steigerung waren nicht erkennbar. Auch sonst…. Aber gut, er ist jetzt weg und dass kaum einer die Entlassung in Zweifel zieht, sagt eigentlich schon alles. Andererseits ist Clubvorstand Robert Palikuca, dessen Wunschtrainer Canadi aus welchen Gründen immer war, noch da und sucht jetzt einen Nachfolger. Hoffen wir mal, dass seine Wünsche diesmal besser mit der Situation in Nürnberg kongruieren. Bis Mittwoch will Palikuca übrigens einen neuen Trainer präsentieren.
  • Club-Ex-Trainer Michael Köllner hat inzwischen wieder einen Job. Natürlich in Bayern (woanders versteht ihn wohl auch keiner). Er coacht ab sofort die Sechziger. Viel Glück! Daniel Bierofka hat dort vor wenigen Tagen hingeschmissen. Gerüchte, er könne beim FCN anheuern, hat er dementiert..
  • Einer der wenigen Ex-Trainer, an die wir uns gerne erinnern, ist leider von uns gegangen: Heinz Höher ist am Donnerstag im Alter von 81 Jahren gestorben.
  • Nur ungläubig den Kopf schütteln konnten die Clubfans, als nun die Meldung rausging, Ersatzkeeper Andreas Lukse verletzt hat sich im Training verletzt (Muskelfaserriss). Damit musste heute erneut Torwart Nummer 5 ran, der 18-jährige Benedikt Willert.

Das Spiel:

Nach dem Bayern-Sieg meinte Uli Hoeneß, einige Spieler hätten zuvor gegen den Trainer gespielt. Ähnliches erhofften sich viele auch beim Club. Endlich ist „der Canadi“ weg, da können sie ja zeigen, was sie drauf haben. Zudem stand mit Legende Mintal ein Motivator am Spielfeldrand. Der Interimstrainer brachte dann auch den von Canadi verschmähten Ondrej Petrak und ließ dafür Jäger draußen.

Zehn Minuten lang sah das auch ganz gut aus. Der FCN machte das Spiel und trat durchaus selbstbewusst gegen den Tabellenzweiten aus Bielefeld auf. Aber die Probleme beim Club liegen halt doch tiefer. Auch ein Phantom kann dieser Abwehr auf die Schnelle keine Stabilität einimpfen. So konnte die Arminia innerhalb von fünf Minuten aus drei Chancen drei Tore machen und sich gleichzeitig wundern, wie leicht so etwas gegen den FCN geht.

Nach einer Viertelstunde war das Spiel praktisch gelaufen. Im Stadion wurde es genauso still wie anfangs bei den Gedenkminuten für die verstorbenen Heinz Höher und Norbert Eder. Vereinzelt wurde auch „Palli raus!“ gerufen. Immerhin ließen die Gäste Raum für derartige Reaktionen. Sie schalteten zwei Gänge herunter. Selbst der Schiedsrichter hatte Mitleid und ging nicht mit voller Härte gegen die frustrierten Nürnberger vor (Valentini hätte sich über eine rote Karte nicht beschweren können). Andererseits ging nach vorne beim Club auch nicht viel. So blieb es beim 0:3 zur Pause.

In der zweiten Halbzeit kam sogar Hoffnung auf. Nach einer Ecke von Geis köpfte Sörensen zum 1:3 ein. Das war aber für die Bielefelder lediglich ein Weckruf. Postwendend stellte Klos den alten Drei-Tore-Abstand wieder her.

In der 73. Minuten erhöhte dann Yabo sogar noch auf 1:5. Die Clubabwehr hatte da schon geistig abgeschaltet. Am Ende verhinderte ausgerechnet der 18-jährige Willert, dass die Niederlage noch höher ausfiel. „Außer Willert könnt ihr alle gehen“, schallte es da von den Rängen.

Die Clubverantwortlichen dürften wegen der anstehenden Personalentscheidungen froh sein, dass jetzt die Länderspielpause kommt. Wir sind froh, dass uns da wenigstens kein Clubspiel droht.

Ein Letztes:

Das Thema „der Club in der Musik“ müssen wir wohl noch mal gesondert behandeln. Aus gegebenem Anlass und zur Aufheiterung haben wir aber mal was ausgegraben. Hört rein, aber ohne Gewähr!

Für Canadi wird es eng

Die Woche:

  • Wer schon ein paar Jährchen Clubfan ist, der kennt das: Erst werden die Ziele hochgeschraubt (Wiederaufstieg), dann wird Geld in die Hand genommen (meistens zu wenig), dann brauchen die Spieler noch Zeit, um „die Abläufe“ zu verinnerlichen, wenn die Zeit um ist, setzt die Mannschaft nicht um, was der Trainer will, aktuell wird dann noch „die Berichterstattung“ (welche eigentlich?) kritisiert, Respekt eingefordert. Am Ende ist der Trainer dann halt doch weg. Diesmal fehlen uns zudem die Emotionen. Das mag an den oben geschilderten Erfahrungen liegen. Wahrscheinlich aber auch daran, dass Damir Canadi ziemlich emotionsdämpfend wirkt. Bei Hans Meyer oder bei Gertjan Verbeek war jedenfalls weniger Gleichmut.
  • Vielleicht wächst die Mannschaft ja in der Winterpause unter anderer Leitung noch zusammen. Robert Palikuca hat inzwischen das Trainingslager im spanischen Marbella gebucht. Dass das letzte Wintertrainingslager nur wenige Kilometer entfernt eher negative Effekte zeitigte, stört den Sportvorstand offenbar nicht.
  • Beim Club kommt inzwischen einiges zusammen. Nach Christian Mathenia (er fällt, wenn es blöd läuft, den Rest der Saison aus) hat sich bekanntlich auch Patric Klandt beim Pokal-Aus in Kaiserslautern schwer verletzt. Auch U21-Torwart Jonas Wendlinger ist verletzt. Vor dem Bochum-Spiel meldete sich schließlich auch Andreas Lukse krank (saß dann aber trotzdem auf der Bank). Zuvor musste Enrico Valentini, der beim FCK als Torwart eingesprungen war, ebenfalls wegen Fieber passen. Blieb also nur U19-Keeper Benedikt Willert (18) übrig. Auf der Torwartposition gibt es also dringenden Handlungsbedarf. Da zur Zeit nur vereinslose Spieler verpflichtet werden dürfen, ist die Zahl potenzieller Nothelfer überschaubar.
  • Der Blick auf die Tabelle macht nicht nur wegen des Abstands zu den Aufstiegsrängen wenig Freude. Selbst unser Spitzenplatz als alleiniger Rekordaufsteiger ist in Gefahr. Sollte Arminia Bielefeld da oben bleiben, sind die genauso oft aufgestiegen wie wir. Mittelmaß droht allerorten.

Das Spiel:

In Bochum begann der Club wie immer. Er schien zunächst alles im Griff zu haben. Allerdings ohne zwingende Torchancen zu entwickeln. Doch nur ganze neun Minuten durfte sich die Mannschaft überlegen fühlen. Dann eroberte Hanno Behrens am Strafraum zunächst den Ball, verlor dann aber zunächst die Übersicht und dann das Spielgerät. Tesche schnappte sich dieses, passte zu Danilo, der überraschend unbedrängt den hier noch machtlosen Ersatzersatzersatzersatz-Keeper Willert überwinden konnte.

Wieder mal lag der Club hinten. Wieder mal präsentierte sich, die verletzungsbedingt erneut umformerte Abwehr anfällig, wenn schneller gespielt wird. Dass die FCN-Abwehrspieler nicht die schnellsten sind, hat sich in der Liga längst herumgesprochen. Dass sie diese Defizite durch Antizipation wett machen, ist wohl ein frommer Wunsch. Ein solcher war es wohl auch, dass sich die Mitspieler bemühen, dem 18-jährigen Willert deas Debüt zu erleichtern und den durch Ausfälle geschwächten Bochumer Angriff bereits im Vorfeld zu stoppen.

Aber nichts da. In der 40. Minute baute der Club bei einem Freistoß seine Mauer derart löchrig, dass Ex-FCN-Spieler Danny Blum den Ball scharf vors Tor bringen konnte. Willert konnte den Ball nicht festhalten, Lorenz staubte zum 2:0 ab. Und es kam noch schlimmer. Fünf Minuten später ließ die pomadige Clubabwehr Wintzheimer frei stehen, der den inzwischen auch durch höhnische Fangesänge verunsicherten Willert zum 3:0 überwinden konnte.

Aber es hapert halt beim Club nicht blo0 hinten. Für die völlig abgetauchten Kerk und Dovedan brachte Trainer Canadi nach der Pause Lohkemper und Medeiros. Die beiden machten dann auch prompt mehr Druck. Nach einer Stunde konnte Geis von rechts flanken und Sörensen zum 3:1 einköpfen. In der 75. Minute gelingt Lohkemper nach Vorlage von Medeiros sogar der Anschlusstreffer. Allerdings stand Frey im Abseits. Nach Videobeweis stand fest: kein Tor. Nach und nach schwand beim Club der Glaube, noch die Wende einleiten zu können. So kommt Bochum zum ersten Heimsieg. Trotzdem steht der VfL noch auf dem Abstiegsrelegationsplatz. Der Club ist allerdings nur zwei Punkte besser. Vielleicht sollten wir uns langsam mit diesen Tabellenregionen beschäftigen. Den Aufstieg dürfte sich inzwischen selbst der letzte abgeschminkt haben.

Ein Letztes:

….oder halt danach.

Denkwürdiger Grottenkick

Es gibt zunehmend mehr Spiele, bei denen viel Vergangenheit auf wenig Gegenwart trifft. Das heute war so eines. Auf dem einst unbezwingbaren Betzenberg durfte sich der einst Ruhmreiche um den Einzug in die nächste Pokalrunde einfinden. Früher wäre das ein absolutes Spitrzenspiel gewesen. Diesmal traf ein mittelmäßiger Zweitligaverein auf einen abstiegsbedrohten Drittligisten.

Aber auch was die nicht so weit zurückliegende Vergangenheit angeht, hatte das Spiel einiges zu bieten. Bei den Gastgebern saß nicht nur unser Ex-Trainer Boris Schommers auf der Bank. Auch unser Ex-Sportdirektor Martin Bader ist noch bis Dezember beim FCK als Sportgeschäftsführer tätig. Zudem stand mit Philipp Hercher ein früherer FCN-Spieler bei den Roten Teufeln in der Startelf.

Womit wir bei der Gegenwart wären. Die sieht beim FCK sowieso nicht rosig aus. Dass sich der höherklassige Gast aus Nürnberg da spielerisch nicht abheben konnte, ist dann leider typisch. Typisch für den Pokal, aber irgendwie auch typisch für den Club. Der scheint inzwischen von Spiel zu Spiel abzubauen. In der Abwehr noch fahriger, hüftsteifer und unkonzentrierter als zuletzt. Nach vorne kaum geordnete Aktionen. Abschlüsse eher alibimäßig als gefährlich. Im Grunde genommen aber meist aus Einzelaktionen resultierend.

Bereits in der 8. Minute durften die Pfälzer in Führung gehen. Valentini räumte mit beiden Beinen Pick ab. Den Elfer verwandelte Thiele gegen den diesmal den Clubkasten hütenden Patric Klandt. Nach einer Viertelstunde war es Thiele, der bei einer Rettungsaktion einen eigenen Spieler traf, Jäger sagte Danke und haute den Abpraller ins Lauterner Tor.

Besser wurde das Spiel danach nicht. Nur absurder. Zunächst gab es wieder Elfer für die Hausherren, bei denen man nie das Gefühl hatte, sie könnten anders zum Torerfolg kommen. Diesmal trat der eingewechselte Handwerker Schaf von hinten in die Hacken. Erneut verwandelte Thiele.

Beim Club hatte man aber auch nicht das Gefühl, als könnte da noch irgendwas Konstruktives bejubelt werden. So war es bezeichnenderweise ein Geschenk mit anschließender Einzelaktion, das dann doch noch zum Ausgleich führte. FCK-Torwat Grill legte sich den Ball zum Abstoß zurecht, von hinten kam Frey, luchste ihm die Kugel ab und schob ins leere Tor ein.

Der nicht nur für Fußballästheten quälende Kick ging also in die Verlängerung. Deren Höhepunkt fand dann in der 117. Minute statt. Clubkeeper Klandt verletzte sichnach einem unglücklichen Sprung selbst und musste raus (Achillessehnenanriß, der FCN hat nach dem langfristigen Matheniaausfall auch auf der Torwartposition ein ernstes Problem). Canadi hatte das Wechselkontingent bereits ausgeschöpft, weshalb Verteidiger Valentini in den Kasten musste. Der hatte schließlich auch das Elfmeterschießen zu bestreiten. Bei den insgesamt sechs Lauterer Strafstößen war er jedoch chancenlos. Nachdem Handwerker den letzten Elfer vergab (Grill hielt), war der Club draußen.

Dieser Club bietet zur Zeit immerhin so einiges, Drama, Komödie, Theater… aber leider keinen guten Fußball.

Last-Minute-Depp

Die Woche:

  • Das Aue-Spektakel dürften die meisten von uns zunächst verarbeitet haben. Immerhin hat der Club für Unterhaltungswerte und Kurzweil im deutschen Profifußball gesorgt. Warum es nicht mal zu einem Punkt langte, lag bestimmt nicht bloß am Elfmeterschützen oder am abseitigen Videobeweis. Was die Zahl der Gegentore angeht, sind nur die Mannschaften auf den Abstiegsrängen schlechter als der Club. Da braucht man dann auch nicht über Aufstieg reden.
  • …und noch ein Nachtrag zum Aue-Spiel: Martin Männel, der Keeper der Erzgebirgler, hatte kolportiert, die Clubspieler hätten sich im Hotel daneben benommen. Danach ruderte er zurück. Da hatte diese Fake-Behauptung allerdings schon ihre Motivationsfunktion erfüllt. Nebenbei: Was treibt eigentlich unser Motivationscoach Mathias Berthold?
  • Unser Kapitän Hanno Behrens macht angeblich (der Beitrag ist hinter der Bezahlschranke) das Stadion für mangelnde Heimstärke verantwortlich. Das klingt halt leider ein bisschen nach Entschuldigung und Ablenkung von der eigenen Leistung. Die statistischen Belege fehlen mir zwar (da darf sich gerne mal einer verwirklichen), aber gefühlt gibt es im Profifußball den Heimvorteil ohnehin kaum noch. Das scheint also mehr was mit Umschaltspiel zu tun zu haben und weniger mit Aschenbahnen. Stattdessen gäbe es genügend andere Gründe für einen Stadionneubau. Dieser nährt falsche Hoffnungen und führt dann bloß wieder zu bösem Erwachen.

Das Spiel:

Was Unterhaltungswerte angeht, da wollte der Club nicht unbedingt an das Aue-Spiel anknüpfen. Nach vore agierte er nur verhalten, unnötiges Risiko sollte offenbar vermieden werden. Auch die Gäste aus Regensburg schienen nicht an Spektakel interessiert zu sein. So rückte dann eine im Stadion umherfliegende Taube in den Fokus. Unterbrochen wurde die Taubenbeobachtung zum einen durch einen Lattentreffer der Regensburger und später durch ein Abseitstor von Dovedan. In der 38. Minute war es dann aber soweit: Geis brachte einen Freistoß in den Strafraum, wo sich Behrens schön freilaufen und ziemlich unbehindert einköpfen konnte. Danach hatte der Club noch Chancen, die Führung auszubauen. Ohne Erfolg. Aber wenigstens brannte hinten nichts an.

In der zweiten Hälfte änderte sich das Bild kaum. Der Club versuchte kontrolliert nach vorne zu kommen, war dabei aber zu uninspiriert und ohne die letzte Perfektion. Regensburg wiederum schien nicht gewillt zu sein, wegen des Rückstands aufzumachen. Zunächst zumindest. Aber der Club ist eben der Club und der kann zum Beispiel die Null nicht halten, auch wenn das Trainer Canadi offenbar anders gesehen hat und nach gut einer Stunde Aktivposten Frey zu dessen sichtbarer Überraschung herausnahm, um dem lange verletzten Mikael Ishak zu etwas Spielpraxis verhelfen wollte. Immerhin sah es während der regulären Spielzeit noch nach Arbeitssieg aus. Aber dann tauchte plötzlich der gelbe Sweater von Jahn-Keeper Meyer im FCN-Strafraum auf. Verwirrung! Zunächst landete der Ball noch über dem Tor. Danach verlängerte Meyer den folgenden Eckball zu Schneider, der mit der letzten Spielaktion den Ausgleich erzielte. Der Club kann nicht nur die Null nicht halten, er kann auch daheim nicht mehr gewinnen.

Ein Letztes:

Wir haben zwar auch schon mal davon profitiert, trotzdem:

Ein Allerletztes:

Auch bei den anderen Kleinparteien hat inzwischen der Kommunalwahlkampf begonnen:

Schönes Spiel, nur nicht für uns

  • Wegen der Länderspielpause habe ich hier auch pausiert, deshalb hier das Wichtigste aus den letzten beiden Wochen.
  • Beim letzten Heimspiel kam die Literatur zum Club. Der Erfolg war überschaubar. Umgekehrt ist das anders. Der Club kam nämlich auch schon zur Literatur. Zumindest beim neuen Literaturnobelpreisträger Peter Handke. Gegen den mag man einiges einwenden, bei bibliophilen Clubfans genießt er ein gewisses Wohlwollen. Grund ist sein Opus die „Die Aufstellung des 1. FCN vom 27.1.1968“. Sie belegt übrigens, dass man damals vorne noch mit Fünferkette gespielt hat:

Wabra
Leupold – Popp
L. Müller – Wenauer – Blankenburg
Starek – Strehl – Brungs – H. Müller – Volkert

  • Bei seiner Rettungstat in der Nachspielzeit gegen den FC St. Pauli hat sich Club-Keeper Christian Mathenia – wieder einmal – verletzt. Diesmal ist die Kniescheibe gebrochen.
  • Keinen Schadenersatz bekam ein Tiippspiel-Teilnehmer, der wegen des zu Unrecht aberkannten Behrens-Tors im Spiel gegen Schalke 04 geklagt hatte. Dass wir verpfifffen werden, muss man als Tipper wohl mit berücksichtigen.
  • Offensichtlich sind auch die Club-Mitglieder der Ansicht, dass die Konsolidierung der Finanzen Priorität gegenüber dem sportlichen Erfolg hat. Anders ließe sich kaum erklären, dass nach einem Abstieg eine Jahreshauptversammlung derart harmonisch abläuft.
  • Bei der Jahreshauptversammlung erwähnte Sportvorstand Robert Palikuca beiläufig, dass er im Dezember ein Gespräch mit Javier Pinola führen wird. Hoffentlich führt´s zum Erfolg.
  • Nachdem er sich erst mit dem türkischen Autokraten hat ablichten lassen, ist ein anderer Ex-Clubspieler erneut ins Fettnäpfchen getreten. Ilkay Gündogan würdigte ein Bild salutierender türkischer Nationalspieler bei Instagram mit einem Like. Dachte er, Instagram habe das Verbergen der Likes bereits umgesetzt? Wahrscheinlicher dürfte sein, dass er einfach nichts dachte. Trotzdem: Einen Miltärangriff unterstützen geht gar nicht. Was mich in dem Zusammenhang allerdings auch nervt, sind Fußballfunktionäre, die wieder mal fordern, die Politik aus dem Fußball rauszuhalten, aber nichts dabei finden, eine WM nach Katar zu vergeben oder mit Diktatoren zu kuscheln, die Fußball als Machtinstrument benutzen.
  • Ein Testpiel gab es in der Länderspielpause auch. Diesmal unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Vielleicht lag es an der fehlenden Fanunterstützung., dass der Club gegen den FC Ingolstadt mit 2:3 verlor, obwohl er die Schanzer erst unlängst aus dem Pokal geworfen hatte. Die Tore für den Club erzielten Sebastian Kerk und Nachwuchshoffnung Paul-Philipp Besong.

Das Spiel:

Erzgebirge Aue empfing als Vierter den zwei Punkte dahinter liegenden FCN. Die Spielanlage erinnerte aber daran, als ob da ein Underdog gegen einen ChampionsLeague-Teilnehmer antreten würde. Die Hausherren hatten ihre einzige Chance nach 20 Sekunden (ein Tor hätte aber wegen Abseits ohnehin nicht gezählt). Das war es dann aber. Danach versuchten sie gar nicht mehr, das diesmal von Andreas Lukse gehütete Clubtor anzuvisieren, sondern waren zufrieden, wenn sie den Ball hatten und keinen Treffer kassierten. Trotzdem kam der Club mehrfach gefährlich vors Tor von Männel. Einmal rettete er bravourös gegen Hack. Zweimal traf der Club nur die Latte. Leider sprang aber trotz deutlicher Überlegenheit nichts Zählbares raus.

Und wie das dann so ist…. Aber der Reihe nach. Nach 50 Minuten geht der Club durch Frey endlich in Führung. Mehr als verdient und eigentlich sollte das der Dosenöffner gewesen sein. Danach sah es auch gleich aus, denn drei Minuten später markiert Behrens den nächsten Treffer. Doch hier hat e der Videoschiri was dagegen. Abseits!

Nach einer Stunde sendete dann Aue endlich mal ein Lebenszeichen. Hochscheidt ließ drei Nürnberger stehen. Sörensen konnte nur noch mit der Hand retten. Rot, Elfer und Ausgleich. Doch auch mit zehn Mann ist der Club immer noch die bessere Mannschaft. Umso unverdienter dann in der 75. Minute die Auer Führung durch Hochscheidt.

Jetzt dachten wir, nun geht´s dahin. Doch schon nach drei Minuten kam der Ausgleich durch einen abgefälschten Schuss von Geis. Das Spiel war nun völlig offen. Wer das nächste Tor schießt, der holt die drei Punkte. Meinten wir. Aber das abseitsverdächtige 3:2 durch Mihojevic war es dann noch immer nicht für die Hausherren. In der 92. Minute bekam Frey im Strafraum den Ellbogen ins Gesicht. Elfmeter! Geis macht das 3:3.

Okay, wenigsten ein Punkt. Aber nichts da! In der 94. Minute steht Krüger (ebenfalls abseitsverdächtig) frei und erzielte die erneute Führung. Frust machte sich breit. Doch in der 97. Minute liegt plötzlich der eingewechselte Felix Lohkemper im Strafraum Erneut Elfmeter. Diesmal läuft Frey an. Aber Männel hält.

Nichts für schwache Nerven und nichts für Menschen, die zum Club halten. Woran´s lag? Fragt mich morgen noch mal. Da muss erstmal einiges sacken.

Ein Letztes:

Der „Glubberer“ bei „Verstehen Sie Spaß?„, der dann doch das FCB-Trikot überzog.

Kurioses Unentschieden

Die Woche:

  • Nicht wenige von uns glauben, dass es große Künstler am Ball gibt. Dass die irgendwann mal im Club-Dress spielen, diese Hoffnung hat wohl selbst FCN-Aufsichtsratsmitglied Ulrich Maly aufgegeben. „Kommst du nicht zur Kunst, kommt die Kunst zu dir“, hat er verlauten lassen und damit eine erstmalig beim heutigen Heimspiel durchgeführte Kunstaktion angekündigt. Wir Fans würden trotzdem lieber den Aufstieg wählen als den Kulturhauptstadttitel. Nur falls einer fragt. So richtig gezündet haben die Bandenbotschaften (z. B. „reden über Zentimeter“) jetzt auch nicht.
  • Ohnehin ist der FCN eher der Verein der braven Handwerker. Das wird nicht nur im Namen eines Mitglieds unseres Profikaders deutlich, sondern auch auf Sponsorenebene.
  • Nach dem Sieg in Hannover ging der zuvor etwas gesenkte Clubblick ganz schnell wieder nach oben. Gerade weil das aber so schnell gehen kann, sollte man die Distanz nutzen, um sich mal mit dem RWE-Phänomen zu beschäftigen. Es gibt nämlich Schlimmeres als geplatzte Aufstiegshoffnungen.
  • Unter Ausschluss der Öffentlichkeit findet am Mittwoch das Testspiel gegen den FC Ingolstadt statt. Der Club nutzt so die Länderspielpause.

Das Spiel:

Gegentoren gehen meistens eigene Fehler voraus. Wer, wenn nicht der Club, könnte eine derartige Binsenweisheit widerlegen? Es kann nämlich auch ein Fehler des Linienrichters zu einem Tor führen. So geschehen in der 23. Minute. St. Pauli griff über rechts an. Beim Pass auf Ohlsson hob der Linienrichter sofort die Fahne. Jeder, auch die Clubabwehr dachte: Abseits! Schiri Koslowski setzte die Pfeife zum Mund, pfiff aber offenbar nicht. Dass St.Pauli-Stürmer Gyökeres den Ball noch ins Netz schoss, geschenkt! Aber da sind ja noch die Videoschiedsrichter. Die erkannten zurecht, dass keine Abseitsstellung vorlag. Das Tor wurde gegeben. Bleibt als Erkenntnis nur: Immer weiterspielen, nicht von Unparteiischen irritieren lassen! Trotzdem: Unglücklicher kann ein Rückstand kaum fallen. Wobei sich das unglücklich durchaus auch auf den Videobeweis und das gegenwärtige Schiedsrichterwesen bezieht.

Leider war der Club dann auch noch unglücklich im Verwerten der sich zahlreich ergebenden Großchancen. War gegen Hannover 96 fast jeder Schuss ein Treffer, schien das von Himmelmann allerdings auch exzellent gehütete gegnerische Tor wie vernagelt. So gimg es mit dem Rückstand in die Pause.

Inzwischen hat der Club längst aufgeholt, was Ballbesitz und Passquoten angeht. Die in Hannover erfolgreiche Taktik war ja nach der Fahnenirritation nicht mehr aufrechtzuhalten. Dass der Club dann in der 51. Minute zum Ausgleich kam, war längst verdient, wenn auch der Treffer eher glücklich zustande kam. Dovedan, der diesmal wieder nicht überzeugen konnte, wollte eigentlich nach rechts ablegen, von einem gegnerischen Abwehrbein prallte der Ball jedoch zu Hanno Behrens, der den Ball in die Maschen wuchtete.

Danach hatten allerdings prompt die Hamburger eine Großchance. Miyaichi legte allerdings vor dem Clubtor anstatt selbst zu schießen noch quer, so dass Sörensen noch dazwischen gehen konnte. Zehn MInuten später war wieder die Fahne des Linienrichters oben und der Ball im Tor. Diesmal allerdings in dem von Mathenia. Diesmal zählte es aber nicht. Der Clubkeeper wurde von einem im Abseits stehenden Gegner irritiert.

Allerdings schaffte es der FCN aber ebenfalls nicht, seine Chancen zu nutzen. Hack traf lediglich den Pfosten. In der Nachspielzeit musste Mathenia noch einmal Kopf und Kragen riskieren, um wenigstens den einen Punkt zu sichern. Danach pfiff Schiri Koslowski ab. Bezeichnend, dass das noch nicht das Ende war. Minutenlang wurde Mathenia auf dem Platz verarztet, ehe er sich dann doch noch in den Spielerkreis einklinken konnte.

Fazit: Nach dem Höhenflug in Hannover ist der Club wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Da war definitiv mehr drin. Und noch eine Erkenntnis: Nehmt den Offiziellen bitte die Fahnen weg. Die Schiedsrichter sind eh akustisch miteinander verbunden und diese analogen Relikte dienen offenbar nur noch der Irritation von Spielern und Zuschauern.

Ein Letztes:

Leiser! Ich hör nix! Vielleicht könnte der Akustiker der österreichischen Skinationalmannschaft weiterhelfen…

Wir können auch anders

Die Woche:

  • Das ging schnell! Nach der bescheidenen Leistung gegen den KSC war in Nürnberg die Trainerdiskussion eröffnet. Mal wieder! Der, um dessen Posten es geht,  gab erstmal „den Mahner“. Ja mei! Den Mahner könnte ich hier auch geben. Dazu muss ich nicht Trainer sein. Aber vielleicht muss er halt einfach irgendwas sagen, damit nervige Sportjournalisten was zu schreiben haben.  Das mit dem fehlenden Killerinstinkt war auch nicht gerade die originellste Feststellung.
  • Canadi hat da wohl ebenfalls Defizite erkannt und nachgelegt. Fehlende Lernfähigkeit sei der Grund. Das hohe Verteidigen sei noch nicht verinnerlicht. Fehlende Lernfähigkeit hatten wir allerdings auch schon in der vergangenen Saison beklagt. Haben sich die Neuzugänge etwa zu gut integriert?
  • „Bader raus!“, wir erinnern uns. Jetzt trennt sich auch der FC Kaiserslautern von unserem Ex-Sportdirektor (das Pokalspiel gegen uns nimmt er allerdings noch mit). Martin Bader hatte gerade noch Boris Schommers verpflichtet. Unter unserem Ex-Trainer fiel der FCK allerdings von Platz 14 auf Platz 17 zurück. Bader-Spezi Christian Möckel hingegen ist neuer Sportdirektor beim österreichischen Erstligisten SCR Altach, jenem Verein, bei dem Damir Canadi seine größten Erfolge feierte. So schließt sich der Kreis.

Das Spiel:

Bei der Premiere des el Kackico im Februar ließ der Club die Punkte in Hannover. Denen half das dann allerdings auch nichts, weshalb sich die beiden Absteiger jetzt erneut in der zweiten Liga trafen. Dass es diesmal keinen Grottenkick gab, lag allerdings am in den grauen Auswärtstrikot aufspielenden FCN. Der nutzte die Schwächen der 96er gnadenlos aus. Bereits in der 3. Minute stand es 1:0. Eine einstudierte (?) Freistoßvariante wurde von Frey per Kopf weitergeleitet, wo der völlig frei stehende Margreitter nur noch einnicken musste.

Hannover musste nun kommen und kam auch. Der diesmal im 4-3-3 spielende Club stand aber – auch dank des wieder genesenen Sörensen – größtenteils sicher. Allerdings offenbarten die Offensivaktionen der Hannoveraner auch, warum die derzeit so weit unten stehen.

Erst In der 26. Minute kam der Club wieder vors Tor der Gastgeber – und wieder war der Ball drin. Jetzt war es Kapitän Hanno Behrens, der unbedrängt einköpfen durfte.

Hannover übernahm erneut das Kommando. Aber dann kam der große Auftritt von Robin Hack. Er wurde von Behrens bedient, ließ drei Gegner stehen und schoß trocken ins linke Eck. 3: 0 zur Halbzeit! An sowas erinnert sich kaum einer mehr.

In der zweiten Hälfte änderte sich das Bild kaum. Hannover hatte inzwischen eine Ballbesitzquote von 80 Prozent. Ihnen fiel aber nichts ein, wie sie die früh pressenden Nürnberger überwinden konnte. So machte sich bei unserem Mitabsteiger zunehmend Frust und Verzweiflung breit.

Die besseren Chancen hatte der Club. Jetzt war allerdings nicht mehr jeder Schuss ein Treffer. So dauerte es bis zur 83. Minute als erneut Margreitter traf. Wieder per Kopf. Diesmal nach einer von Geis getretenen Ecke.

Gut, Hannover war nicht voll bei der Sache, hinten unaufmerksam und vorne uninspiriert. Andererseits war der Club auch wesentlich bissiger als zuletzt. Zudem, auch das macht Mut, stand hinten endlich mal die Null.

Ein Letztes:

Der FCN ist Spitzenreiter. Allerdings nur bei der Anzahl von Montagsspielen in der Vorrunde:

Verteidiger gesucht

Die Woche:

  • Die Älteren unter uns erinnern sich vielleicht noch an Boris Schommers. Genauer gesagt natürlich nicht die Älteren, sondern diejenigen, bei denen Tiefpunkte nicht schnell im Nebel des Vergessens verschwinden. Jener Trainer, unter dem der ohnehin erwartbare Abstieg besiegelt wurde, hat jetzt am Betzenberg angeheuert. Dort darf der Club demnächst im Pokal antreten.
  • Auch Ex-Sportvorstand Andreas Bornemann dürfte vielen noch erinnerlich sein. Jetzt beschäftigte er sich mit seinem Nachfolger und äußerte Unverständnis über dessen Verhalten im Fall Jatta, bei dem die Bildzeitung jetzt übrigens nochmal nachgelegt hat.
  • Hat man sich erstmal auf jemanden eingeschossen, dann ist es wahrscheinlich auch egal, wenn dafür eigentlich die Gründe fehlen. Die angeblichen Tricksereien Palikucas beim Leibold-Transfer sind jedenfalls eher unter normales Geschäftsgebaren einzuordnen.
  • Gut, es war „nur“ die U21, aber wir nehmen Erfolgserlebnisse in schlechten Zeiten bekanntlich gnadenlos mit. Im Derby gegen die Fürther Spielvereinigung siegten wir mit 5:1. Oleoleoleeee!
  • Die Nürnberger Sparkasse hat sich gerade erst lästiger Zinszahlungen entledigt und daher Geld übrig, gleichzeitig aber auch Rufaufbesserung nötig. Die richtigen Voraussetzungen also, um als Sponsor beim Club einzusteigen. Dem kann das nur recht sein.
  • Tradition trifft Tradition, könnte man meinen, wenn der Ruhmreiche FCN am Christkindlesmarkt einen eigenen Stand aufmacht. Beim FCN heißt das dann aber: Club goes Christkindlesmarkt.

Das Spiel:

Die schwache Defensivleistung in Darmstadt hatte Folgen. Trainer Canadi ließ gegen der KSC mit neuformierter Abwehr verteidigen. Für Erras, Margreitter und Nürnberger spielten Handwerker, Jäger und Kerk. Das schien sich scheinbar positiv auszuwirken. Der Club machte das Spiel und ließ die von Ex-FCN-Trainer Alois Schwartz trainierten Karlsruher kaum einmal in Tornähe kommen. Allerdings war dann ein Elfmeter nötig um das KSC-Bollwerk zu knacken. In der 24. Minute war Dovedan durchgestartet, wurde von Carlson von den Beinen geholt und Johannes Geis verwandelte souverän.

Danach dachte sich die Mannschaft wohl: Lassen wir es etwas lockerer angehen, schließlich haben wir jetzt eine sattelfeste Abwehr. Dies erwies sich als Irrtum. Auch mit neuem Personal knüpfte unsere Defensive nahtlos an die Leistung von Darmstadt an. Plötzlich hatte der KSC hochkarätige Chancen. In der 40. Minuten war es dann soweit: Der ebenfalls früher beim FCN aktive Stiefler nutzte die Pomadigkeit der Clubabwehr zum Ausgleich. Dass dann noch Gelegenheiten zur neuerlichen Führung relativ kläglich vergeben wurden. kannten wir dann ebenfalls vom Darmstadt-Spiel.

Wer dachte, der Club würde nach der Pause zur anfänglichen Dominanz zurückfinden, sah sich getäuscht. Im Spiel fehlte die ordnende Hand. Bezeichnend auch, dass dann Kapitän Hanno Behrens wieder ausgewechselt und durch Neuzugang Cerin (der ein ziemlich unauffälliges Debüt gab) ersetzt wurde.

Auch der gegen Darmstadt noch als Unterschiedsspieler Fabian Hack passte sich der allgemeinen Mediokrität an. Bei seiner einzigen Torgelegenheit säbelte er am Ball vorbei.

Trainer Canadi zahlte ebenfalls Lehrgeld und machte die anfängliche Umstellung weitgehend wieder rückgängig, indem er Nürnberger und Erras für Handwerker und Kerk brachte.

Da sich immerhin Mühl in der zweiten Hälfte steigerte, Mathenia keinen Parter machte und der KSC nicht unbedingt zu den torgefährlichsten Mannschaften der Liga zählt, blieb es schließlich beim 1:1.

Als Fazit bleibt einerseits: So kann sich der Club den Wiederaufstieg abschminken. Und andererseits: Mindestens ein solider Verteidiger wird noch dringend gesucht. Bitte bei Herrn Palikuca melden.

Ein Letztes:

…und demnächst werden wir sie auf Skiern sehen:

Vogelwild in Darmstadt

Die Woche:

  • Dass ein Clubspieler gleich mehrfach mit Toren in unserer Nationalmannschaft für Furore sorgt, ist schon lange her. Die Älteren, wie ich, erinnern sich noch vage an Heinz Strehl, der mal in einem Spiel alle drei Tore erzielt hat. Das war im September 1962 gegen Jugoslawien. Jetzt hat Robin Hack das Gleiche bei der deutschen U21 geschafft. Übrigens jener Robin Hack, nach dessen Auswechslung der Club im letzten Heimspiel noch eine solide 2:0-Führung vergeigte.
  • Nur in der Regionalliga kicken die Frauen des FCN. Jetzt hatten sie aber mal ein echtes Erfolgserlebnis zu feiern, den Einzug ins Achtelfinale des DFB-Pokals. Dass für die Betreuung der Frauen-Webseite jemand mit fränkischer B-P-Schwäche zuständig zu sein scheint, geschenkt! Den „DFP-Pokal“ haken wir unter Bodenständigkeit ab.
  • Die Klatschreporter unter den Sportjournalisten scheinen Michael Köllner doch etwas nachzutrauern. Geballt tauchte er vergangene Woche auf, weil er erst im Trachtenanzug das Altstadtfest und dann im Smoking den Opernball besucht hatte. Was Promis angeht, klafft in Nürnberg halt eine Lücke. Das hat der Fuchsmühler immerhin gut erkannt.
  • Wenn man einen Österreicher als Coach hat, dann wundert einen sowas nicht wirklich: Dieser Tage griff Ski-Erfolgstrainer Mathias Berthold ins Clubtraining ein. Vielleicht sollte einfach der Begriff „Erfolgstrainer“ abfärben.

Das Spiel:

Am Böllenfalltor musste Trainer Canadi kurzfristig nach Sörensen mit Valentini einen weiteren Verletzten ersetzen. Für ihn rückte Sorg nach. In der Dreierkette spielten mit Margreitter, Mühl und Erras drei alte Bekannte. Allerdings: Sicherheit brachte das nicht. Im Gegenteil! Obwohl Darmstadt den bislang schwächsten Sturm der zweiten Liga aufwies, stellte dieser die Clubabwehr ein ums andere Mal vor massive Probleme. Schon nach sechs Minuten gingen die Hausherren durch den Ex-Fürther Dursun in Führung. Viel zu einfach konnten die Darmstädter Heller und Mehlem da durch die FCN-Abwehr spazieren.

Aber da war ja noch unser U21-Goalgetter. Nicht mal zwei Minuten später marschierte Robin Hack, von Dovedan frei gespielt, übers halbe Feld und schob zum Ausgleich ein. Sattelfester und souveräner wurde unsere Mannschaft dadurch allerdings nicht. Die Lilien dominierten das Spiel. Nach einer halben Stunde lag der Ball dann wieder hinter Mathenia im Netz. Wieder war es Dursun. Allerdings wurde das Tor dann via Videobeweis (ein Darmstädter stand knapp im Abseits) aberkannt. Wer spätestens jetzt erwartete, dass der Clubtrainer einen Wechsel in der Abwehr vornehmen und eventuell auf Viererkette umstellen würde, sah sich aber getäuscht. Canadi tobte nur am Spielfeldrand herum und hoffte wohl auf das Glück. Das kam dann in Gestalt des starken Michael Frey, der einen Freistoß von Sorg zur überraschenden Clubführung verwerten konnte.

In der zweiten Hälfte kam dann doch Jäger für Margreitter. Nun versuchte der Club sich die Führung quasi nachträglich zu verdienen. Allerdings wurden dabei hundertprozentige Chancen leichtfertig vergeben (Dovedan, Hack). Dann schien man sich aufs Verwalten des Vorsprungs geeinigt zu haben. Auf einmal kamen die Hausherren wieder zu Gelegenheiten. Dass dann in der 75. Minute der Ausgleich fiel, war bei der indisponierten Clubabwehr leider nicht fast erwartbar. Diesmal war der Videobeweis auf Darmstädter Seite. Und es kam noch schlimmer. Fast schon symbolisch für die Leistung der Clubabwehr war die Szene in der 82. Minute Erras und Mathenia räumen sich gegenseitig ab, Dursun sagt Danke und schiebt ins leere Tor. Gottseidank hatten wir aber noch Robin Hack. Drei Minuten später traf er aus der zweiten Reihe zum Ausgleich. Dabei blieb es, nachdem der eingewechselte Kerk nur den Pfosten getroffen hat.

Für unbeteiligte Zuschauer war das sicher ein interessantes Spiel. Für Clubfans jedoch eine Tortur. Da musste man sich fast noch freuen, weil wenigstens ein Punkt rumgekommen ist. Trotzdem: Mit dieser Abwehr wird das diese Saison nichts!

Ein Letztes:

Vielleicht auch eine Lösung: