Club gewinnt packendes Pokalduell


Duisburg hätte der 1.FC Nürnberg in der ersten Runde des DFB-Pokalwettbewerbs sogar ausscheiden dürfen, ohne sich zu blamieren – immerhin hatte der Club diesmal Lospech und musste zu einem Zweitliga-Rivalen reisen, wo doch auch Gegner wie Erndtebrück, Dorfmerkingen oder Rielasingen-Arlen im Pott gewesen wären. Der Club hätte also ausscheiden dürfen  – tat er aber nicht. Zum Mann des Spiels beim 2:1 (2:0)-Erfolg avancierte Sebastian Kerk, der mit Eckstößen die Kopfballtore von Hanno Behrens (21.) und Georg Margreitter (40.) vorbereitete.

Duisburg hielt in einem packenden  Duell der beiden Bundesliga-Gründungmitglieder in den ersten 45 Minuten gut mit, die besseren Chancen aber hatte  in der intensiv geführten, temporeichen Begegnung zunächst der Club. Standardspezialist Kerk hätte sich auch selbst in die Torschützenliste eintragen können, scheiterte aber zweimal am Ex-Fürther Flekken im MSV-Gehäuse (10./38.). Die beste Möglichkeit  für die Hausherren wiederum  vergab Brandstetter, der den Nürnberger Keeper Thorsten Kirschbaum nicht überwinden konnte (17.).

Nach dem Seitenwechsel verzeichneten die nie aufgebenden „Zebras“ mehr Spielanteile, der Club stand hinten aber sehr sicher. Richtig gefährlich wurde es selten. Einmal klärte Margreitter in höchster Not vor Onuegbu (69.), einmal rettete Kirschbaum gegen Iljutcenko (83.), einmal traf  Onuegbu die Latte (86.). Erst in der vierten Minute der Nachspielzeit kam der MSV doch noch zum 1:2 – Wolze verwandelte einen Foulelfmeter, den der eingewechselte Alexander Fuchs verschuldet hatte.  Kurz darauf ist Schluss und der Club eine Runde weiter. Erndtebrück, Dorfmerkingen und Rieslasingen-Arlen werden aber auch in Runde zwei nicht auf den 1.FC Nürnberg warten – sie sind allesamt ausgeschieden.

Spitzenreiter mit Schwachstellen

Zweite Liga, das ist harter Kampf, viel Arbeit und der eine oder andere lichte Moment, der den Unterschied macht. Beim Club weiß man das inzwischen. Der Aufsteiger Jahn Regensburg hat da wohl noch ein paar Lektionen vor sich. Dabei waren die Regensburger in dem kampfbetonten Match lange Zeit durchaus ebenbürtig. Hüben wie drüben gab es Chancen, allerdings niemanden, der damit etwas anzufangen wusste.

Beim FCN war diesmal Rurik Gislason für Edgar Salli in der Startelf. Doch die Frisur macht es halt nicht. Gislason agierte leider wieder mal plan- und erfolglos und wurde zurecht ausgewechselt. Allerdings gegen eben jenen Salli, der dann auch nur die Argumenten dafür nachlieferte, warum er nicht schon zu Beginn an spielen durfte. Wird Zeit, dass Abdelhamid Sabiri wieder die Kurve kriegt.

Auch Mikael Ishak versackte wieder in alten Verhaltensweisen und brachte vorne kaum etwas zustande. Kein Wunder, dass der Siegtreffer für den Club erst fiel, nachdem Ishak durch Cedric Teuchert ersetzt wurde. Der war dann allerdings lediglich als Störenfried am Treffer beteiligt. Die Supervorabeit von Valentini ließ er in der 78. Minute durchlaufen zu Kevin Möhwald, der dann den Ball zum entscheidenden Treffer im Regensburger Kasten versenkte.

Wie gesagt: Es war der eine lichte Moment, der den Unterschied machte. Insofern gilt nach wie vor, was wir schon nach dem Kaiserslauternspiel gesagt haben: Ob der Club wirklich da oben hingehört (für uns als Fans tut er das natürlich sowieso), muss sich erst noch gegen stärkere Gegner erweisen. Auch gegen Regensburg gab es durchaus Situationen, wo eine abgezocktere Mannschaft den einen oder anderen Treffer erzielt hätte. Da war längst nicht alles so souverän und fehlerfrei, wie es jetzt der Tabellenstand andeutet. Schön ist diese Momentaufnahme freilich allemal und deswegen zelebrieren wir sie halt hier noch ein bisschen.

Wo stehen wir? Erstmal ganz oben!

Vorbereitungsspiele sind das eine. Selbst wenn man alle sieben gewinnt, bleibt da eine Unsicherheit: Wo steht die Mannschaft, wenn es ernst wird?

Was den Club angeht lautet die Antwort: erstmal ganz oben. Allerdings: Aussagekräftig ist das zu Beginn der Saison natürlich überhaupt noch nicht, zumal sich mit dem FC Kaiserslautern eine Mannschaft im inzwischen nach Weltmeister Max Morlock benannten Stadion präsentierte, die nicht gerade zu den Favoriten der 2. Liga zählt. Zudem schwächte sich der FCK auch noch selber. Die Pfiffe und Beleidigungen der Fans gegen den eigenen Keeper (Marius Müller kehrte vom ungeliebten RB Leipzig zurück) verfehlten ihre Wirkung nicht. Beim ersten Treffer in der 13. Minute ließ der Lauterer Keeper einen Schuss vom kaum wiederzuerkennenden Mikael Ishak prallen. Der leicht abseitsverdächtige Edgar Salli schiebt den Ball erst zu Sebastian Kerk (spielte gegen seinen Interimsverein als sei er nie weggewesen), der lässt Kapitän Hanno Behrens ran, welcher eiskalt verwandelt. Beim 2:0 (25. Minute) fungierte Müller gar als Torschütze und bugsiert eine Kerk-Ecke ins eigene Netz.

Nur an Müller und am Unvermögen des FCK lag es freilich nicht. Der Club spielte souverän und selbstbewusst auf und ließ außer in der Anfangsphase kaum etwas zu. Pressing im Mittelfeld, ständige Positionswechsel und dauerndes Bemühen um Ballbesitz zeichneten das Clubspiel aus. Der FCK merkte offenbar schnell, dass in Nürnberg nicht viel zu holen ist. Der Club konnte so bereits nach einer halben Stunde einen Gang zurückschalten und abwarten. Weil der Gegner aber nichts zuzusetzen hatte, litt das Spielniveau doch ziemlich deutlich.

Das ging in der zweiten Hälfte zunächst so weiter. Der Club wollte nicht, Kaiserslautern konnte nicht. Bis zur 54. Minute. Da packte Kevin Möhwald ein Pfund raus und hämmerte den Ball aus 22 Metern ins FCK-Gehäuse. Die sichere und angesichts der Harmlosigkeit des Gegners ungefährdete Führung gab Trainer Michael Köllner die Gelegenheit, Neuzugang Adam Zrelak, Rurik Gislason und Cedric Teuchert einzuwechseln.

Ohne große Probleme wurde dann der Auftaktsieg fix gemacht. Aber wie gesagt, wo wir genau stehen, lässt sich bei diesem Gegner noch nicht genau verorten. Auf jeden Fall erstmal weiter vorne als uns das viele Experten zugetraut haben. Und meistens, wenn uns keiner was zutraut…

Gefängnis Zweite Liga

Platz zwölf in der Zweiten Liga: Seit der Saison 1996/97, als der 1.FC Nürnberg zwar Meister wurde, aber eben nur in der (damals) drittklassigen Regionalliga, stand der Ruhmreiche nicht mehr schlechter da. Zudem scheint es so, als würde sich der Club im Unterhaus einnisten. Vereine wie Bochum (seit 2010), Kaiserslautern (seit 2012) oder vor allem die jüngst sogar in den Amateurbereich  abgestürzten Münchner „Löwen“ (seit 2004) können ein Lied davon singen, wie es ist, wenn die ersehnte Rückkehr ins Oberhaus Jahr für Jahr vertagt werden muss. Das „Gefängnis Zweite Liga“, schrieb der „Kicker“ einmal. Immerhin darf man nun gegen Inter Mailand spielen  – wenn auch nur in einem Test. Zuvor gibt’s aber den Blick zurück auf 2016/17:
weiter lesen

Zum Glück ist jetzt Sommerpause

Mit einem 0:1 beim 1. FC Kaiserslautern hat sich am Sonntag auch der Club in die Sommerpause verabschiedet. Und soll ich euch was sagen? Zeit wurde es! Dass ich bei all meiner Fußballverrücktheit mal so etwas von mir geben würde, hätte ich vor ein paar Jahren noch nicht zu träumen gewagt. Dass es so weit kommen konnte, liegt vor allem daran, dass ich momentan diesen Affenzirkus Profifußball einfach leid bin. In München, wo gestern die langweiligste aller Bayern-Meisterschaften dermaßen durchexerziert wurde, dass einem als Fußballfreund vor lauter Fremdschämen die Haare zu Berge standen, haben sie für die perfekte Inszenierung der Bierdusche tatsächlich wasserdichte Action-Kameras an den Weizengläsern befestigt. Das alleine sagt eigentlich schon alles. Hinzu kommt eine vom Verein in Auftrag gegebene Choreografie, die das Spektakel einläutete. Ganz zu schweigen davon, dass die zweite Halbzeit acht Minuten verspätet begann, weil die Pausenshow von „Popstar“ Anastacia länger als geplant gedauert hat. weiter lesen

Feiermodus gegen Abstiegskampf: 2:3

Es war das letzte Heimspiel nach einer Saison, die der Clubfan wohl schnell abhaken dürfte. Dafür war diese Begegnung mit allerlei anderem befrachtet. Mit Abschieden, mit Traditionspflege, mit ungewöhnlichen Witterungs- und Platzverhältnissen. Die Punkte spielten da nicht die allerwichtigste Rolle.

Das merkte man dem Club letztlich auch an. Der Spaß am Spiel stand eher im Vordergrund als lästige Pflichtaufgaben, wie Absichern nach hinten oder Decken bei Standards. Für den Gegner, die Fortuna, ging es hingegen noch darum, den Abstieg zu vermeiden. Da brennt man eben auch noch, wenn der andere schon ans Freibier denkt. weiter lesen

Der Club bleibt zweitklassig

Nach dem gefühlten Auswärtsspiel in Nürnberg am vergangenen Wochenende, für das über 15.000 Gäste-Fans aus Stuttgart sowie ein Stimmungs-Boykott der FCN-Ultras gesorgt hatten, ließ der Club am Samstag in Sandhausen ein gefühltes Heimspiel folgen. Dafür reichten rund 3000 stimmgewaltige mitgereiste Rot-Schwarze, die im Stadion am Hardtwald beinahe über die kompletten 90 Minuten die Atmosphäre dominierten. Insgesamt hatten sich 8408 Fußballfans eingefunden, um ihre Teams dabei zu unterstützen, die letzten nötigen Punkte für den Klassenerhalt in der zweiten Liga zu sammeln. Wenn man bedenkt, dass die im nordwestlichen Baden-Württemberg liegende Gemeinde Sandhausen gerade einmal 14.902 Einwohner zählt, ist das doch eine ganz stattliche Quote.
weiter lesen

Club kann sich leider nicht belohnen

Schade, schade, das hatte der Club nicht verdient! Nach streckenweise überzeugenden Spiel unterlag er durch ein Tor in der Nachspielzeit noch Tabellenführer VfB Stuttgart, der nach dem Spiel mit seinen zahlreichen Fans dann schon mal den wichtigen, und fast nicht mehr erwartbaren Schritt zum Aufstieg feierte.

Womit wir bei den Fans wären. Da machten die aus Stuttgart angereisten Gäste, die für ein ausnahmsweise fast gefülltes Nürnberger Stadion sorgten, mehr Betrieb als die Club-Anhänger. Das lag nicht nur an deren Quantität, sondern auch daran, dass den Nürnberger Ultras wieder mal irgendetwas Verstummendes über die Leber gelaufen ist. weiter lesen

Frankenderby zum Abgewöhnen

Dass der fränkische Profifussball auf den Hund gekommen ist, das kann man leider nicht bloß der Tabelle entnehmen. Was da heute in der Würzburger Flyeralarm-Arena von den beiden Mannschaften abgeliefert wurde, hatte mit besagter Sportart nur noch wenig zu tun. Ein Spielfluß war kaum erkennbar. Spielideen und ein Spielplan auch nicht. Wobei man den Würzburgern zumindest attestieren muss, dass sie wohl die Absicht hatten, nach der frühen Führung eher destruktiv ans Werk zu gehen.

Bis zur 10. Minute hatte nämlich der Club noch durchaus ansehnlich agiert, sich eine Überlegenheit erspielt und Druck aufs Würzburger Tor entwickelt. Allerdings ohne dabei richtig gefährlich zu werden. Das gelang den Kickers bei ihrer ersten Chance ungleich besser. Rama wird von Behrens und dem erneut indisponierten Kapitän Brecko nicht attackiert und markiert so das zu diesem Zeitpunkt doch ziemlich überraschende 1:0. Danach verlor der Club völlig den Faden und wurde von den Kickers zeitweise regelrecht vorgeführt. Erst gegen Ende der ersten Hälfte gelingt es, ein paar Chancen zu generieren. weiter lesen

In Unterzahl ans rettende Ufer


Na also. Mit dem 2:1 gegen Erzgebirge Aue hat der Club zwar noch nicht die magische 40-Punkte-Marke erreicht (38 sind es jetzt), aber der Ligaverbleib dürfte trotzdem kaum mehr in Gefahr geraten. Das rettende Ufer scheint erreicht. Der Sieg ist umso höher zu bewerten, weil Aufsteiger Aue zuletzt sechs Spiele ungeschlagen geblieben war und der Siegtreffer auch noch in Unterzahl fiel. Kammerbauer, diesmal für den zuletzt indisponierten Kapitän Brecko als Rechtsverteidiger aufgeboten, hatte gegen Pascal Köpke (den Sohn der Nürnberger Torhüter-Legende) die Notbremse gezogen und dafür „Rot“ gesehen (49.). Den fälligen Freistoß verwandelte Kvesic direkt zum zwischenzeitlichen 1:1 (51.). Kempe war zuvor nach einer Hereingabe von Möhwald per Linksschuss der Führungstreffer geglückt (24.). Das 2:1 besorgte dann ein Spieler, um den es zuletzt eher ruhig geworden war: Der junge Teuchert, als „Joker“ für Matavz gekommen, überlief nach Vorarbeit von Behrens zwei Gegenspieler und traf ins rechte Eck. Danach retteten die Schützlinge von Trainer Michael Köllner den Vorsprung über die Zeit.
weiter lesen