Geiles Zittern

Die Woche:

1. Im Absurditätenkabinett ist der FCN immer noch erstklassig. Sogar international. Gerade erinnert sich die Welt wieder an das Phantomtor, das Thomas Helmer 1994 (nicht) geschossen hat. Erinnerungsauslöser war ein ähnliches Tor das Panama gegen Costa Rica erzielte und das zum WM-Aus der USA führte. Bei der Welt sprach der Autor von vergleichsweise weitreichenderen Konsequenzen. Dass das Quatsch ist, wissen sämtliche nicht mehr so ganz jungen Clubfans, zu denen auch der Weltchefredakteur gehört, der dann offenbar diesen Kommentar lancierte:

„Also bitte entschuldigen Sie liebe Welt, aber ihrem Zitat: „Damals erzielte Thomas Helmer sein legendäres Phantomtor gegen den 1. FC Nürnberg. Verglichen mit damals sind die Konsequenzen diesmal viel weitreichender“ muss ich doch wehement widersprechen! Wäre das damalige Phantomtor nicht gegeben worden, wäre das Spiel anstatt 2:1 für die Bayern 1:1 ausgegangen. Somit wäre der „Club“ sicher in der Bundesliga geblieben. Später führte dieser Abstieg sogar zum erst- und einmaligen Fall in der damals 95-jährigen Geschichte des FCN in die Drittklassigkeit! Das Wiederholungsspiel ging dann 5:0 für die Bayern aus, womit diese – anstatt des 1. FC Kaiserslautern – Meister wurden. Wäre das Spiel nämlich 1:1 ausgegangen, hätte der FCK bei Punktgleichheit das bessere Torverhältnis gehabt. Das erachte ich doch als wesentlich weitreichender, als dass nun die USA einmal nicht an einer WM teilnehmen können… MfG“

2. Die WM in Russland trifft den Club aber auch aktuell. Island hat sich, für viele immer noch überraschend, für den Wettbewerb qualifiziert. Eine einmalige Chance für die nicht gerade zahlreichen isländischen Profis. Wenn du als solcher allerdings bei einem Zweitligisten in Deutschland bestenfalls auf der Bank sitzst, kannst du dich nicht aufdrängen. Rurik Gislason hat daher angekündigt, den FCN in der Winterpause verlassen zu wollen. Der dürfte ihm kaum Steine in den Weg legen, kommt so wenigstens Geld in die schwindsüchtige Kasse, zumal Gislason noch einen hochdotierten Altvertrag besitzt.

3. Ein bisschen ging das nämlich unter in der Derbysieg-Harmonie bei der Jahreshauptversammlung: Der Club hat weiter massive finanzielle Probleme. Um von den Schulden runterzukommen, wird daher auch ein Grundstücksverkauf erwogen. Die einfachste und von uns selbstverständlich favorisierte Lösung wäre jedoch der Aufstieg in die erste Liga. Den Hashtag dafür gibt es schon. Allerdings wird er derzeit noch lediglich von einem einzigen Twitterer benutzt.


Das Spiel:

Genauer gesagt waren es zwei Spiele. Erst sieben Stück in Schweinfurt beim Testspiel. Dann sieben in Darmstadt am Böllenfalltor. Dort erzielten zwei allerdings die Gastgeber und eines versenkte Eduard

Löwen auf kuriose Weise im falschen Kasten. Dafür machten es der überragende Cedric Teuchert mit zwei Treffern sowie Ishak und Leibold richtig und bescherten dem Club einen Auswärtsdreier und den Fans das von Trainer Köllner versprochene geile Spiel.

Danach sah es zunächst einmal allerdings gar nicht aus. Bereits nach sechs Minuten lag der Club hinten. Stark hatte abgezogen und Mühl unhaltbar für Kirschbaum abgefälscht. Ein echtes Duseltor. Ein Rückstand aber auch, den sich der Club dann irgendwie verdiente, denn 20 Minuten lang brachte er keinen einzigen Angriff zustande. Der zweite brachte dann allerdings bereits den Ausgleich. Mit einem schönen Lupfer überwand Teuchert, der diesmal zusammen mit Ishak im Sturm agierte, den Darmstöädter Keeper. In der 51. Minute war dann der andere Stürmer dran. Ishak spitzelte nach Klassepass von Leibold den Ball an Mall vorbei. Der Club hatte das Spiel gedreht und nicht nur das: Eine Minute später krachte ein Behrens-Schuss an den Pfosten und weitere sechs Minuten später schließt erneut Teuchert nach einem langen Zuspiel von Löwen zum 3:1 ab. Der Club schien den Dreh gefunden zu haben, wie man die doch reichlich unorganisierte Darmstädter Abwehr ausspielen kann. Leider macht es auch unsere aktuelle Mannschaft immer gern spannend. Nach einer Ecke kamen die Hausherren wieder auf einen Zähler heran. Zwei Minuten später stellte Leibold den alten Abstand wieder her. Aber halt nur bis zur 87. Minute. Sechs Minuten zittern waren da angesagt. Aber mit glücklichem Ende. Der Club rangiert jetzt auf Rang 3, was dann doch noch ein bisschen geiler ist als das Spiel.

Ein Letztes:

Reform der Aufsichtsratswahlen?

Kollege vip hat schon darauf hingewiesen: An diesem Sonntag ist mal wieder Jahreshauptversammlung. Spannend ist in der Tat die Frage, ob es Ex-AZ-Chefredakteur und Buchautor Andreas Hock in den Aufsichtsrat schafft. Aber noch ein anderer Tagesordnungspunkt birgt Brisanz – nämlich ein Antrag, der auf eine Reform eben jener Aufsichtsratswahl abzielt. Der Satzungsänderungsantrag, der auf fcn.de nachgelesen werden kann, stammt unter anderem von Christian Mössner, einem der Macher des Fanmagazins „Ya Basta!“.

Wenn er und seine Mitstreiter Erfolg haben, dürften die Vereinsmitglieder einerseits nicht mehr so oft wählen (die Legislaturperiode der Aufsichtsräte soll von drei auf vier Jahre ausgedehnt werden) und andererseits – und das ist der eigentlich interessante Punkt – könnten sie auch nur noch sechs der neun Mitglieder des Kontrollgremiums direkt bestimmen. Drei weitere würden als kooptierte Aufsichtsräte per Beschluss von den sechs gewählten Herrschaften ernannt.

Auf den ersten Blick klingt das nach weniger Demokratie. Und gerade deswegen – könnte man frech einwerfen – müsste der Vorschlag eigentlich auch für die hohen Herren des Vereins einen gewissen Charme besitzen. Wenn seltener gewählt wird, ist eine kontinuierlichere Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat gewährleistet. Und wenn drei Mitglieder per Beschluss und nicht mehr per Wahl ins Gremium kommen, könnte man vielleicht hochrangige Persönlichkeiten aus Wirtschaft oder Sport für ein Engagement im Aufsichtsrat begeistern, die eigentlich Interesse hätten, es aber scheuen, sich den Unwägbarkeiten eines Mitgliedervotums zu stellen. Immerhin hat so mancher Kandidat auch schon recht üble Niederlagen bei solchen Wahlen erlitten.

Aber: Der Antrag kommt von der Basis. Und die hat natürlich ein Interesse daran, dass Fanbelange im Aufsichtsrat ausreichend zur Geltung kommen. Deswegen werden durch den Vorschlag von Mössner und Co. auch andere Vereinsgremien gestärkt. Kooptierte Aufsichtsräte müssen vor ihrer Ernennung zunächst durch den Wahlausschuss vorgeschlagen werden. Und der Wahlausschuss wiederum muss in seine Vorschlagsliste zumindest eine Person aufnehmen, die der Fanbeirat vorschlägt. Insofern wären Faninteressen gewahrt. Wobei die Anhängerschaft es früher auch auf dem herkömmlichen Weg geschafft hat, einen Vertreter ins Gremium zu entsenden: Man denke an die triumphalen Wahlerfolge des Rechtsanwalts Ralf Peisl, der von 2010 bis 2016 dem Aufsichtsrat angehörte.  Die Abstimmung über den Antrag könnte  jedenfalls zu den spannenderen Tagesordnungspunkten am Sonntag gehören.

Daheim wollen wir oft zuviel

Die Woche:

1. Wer mal im Club-Aufsichtsrat sitzt, der hockt da gern bis er rausgetragen wird. Macht und Einfluß scheinen dabei nicht die Beweggründe zu sein, denn nach der Wahl hört man selten was von den Aufsichtsräten. Am 8. Oktober strebt neben den Posteninhabern auch ein bekannter Medienkollege neu in dieses Gremium. Andreas Hock war mal Chefredakteur der inzwischen leider verblichenen Nürnberger Abendzeitung und veröffentlichte seitdem Bücher wie „Like mich am Arsch“ oder „Bin ich denn der Einzigste hier, wo Deutsch kann?“. Allein sprachlich wäre es also schon ein Gewinn, wenn der Hock im Aufsichtsrat hockt.

2. Beim Club ist man ein bisschen traurig darüber, dass sich die jüngsten Erfolge nicht in den Zuschauerzahlen niederschlagen. Ein spezifisches FCN-Problem ist das freilich nicht. Insofern scheinen sportliche Erfolge nicht der alleinige Grund des rückläufigen Zuschauerinteresses zu sein. Aber solange die Vereine gegenüber DFB und DFL nur buckeln, wird sich da nicht viel ändern.

3. Da sage noch einer, die Medien wären gleichgeschaltet und Sportberichte könnten bald aus einer Hand – notfalls auch durch entsprechende Software – abgeliefert werden. Schon bei der Frage, wer gegen die Bielefelder das Clubtor hütet, wurden deutliche Unterschiede offenbar: Kicker und NN tippten auf Bredlow, NZ und Bild auf Kirschbaum. Und wie sich herausstellte lagen das Fußballfachblatt und die Premiumzeitung daneben.

Das Spiel:

Wie schon im Spiel gegen St. Pauli war es wieder eine dieser scheinbaren Graumäuse der 2. Liga, gegen die wir zuhause nicht zurecht kamen. Ein paar Unterschiede zur Niederlage gegen die Hamburger gab es dann aber doch. Zum einen erarbeitete sich die Arminia deutlich mehr als nur eine Torchance. Zum anderen war die von Ortega zwar glänzend bewachte Bielefelder Bude nicht ganz so vernagelt wie die von St. Pauli. Allerdings reichte es für den FCN halt nur zu drei Aluminiumtreffern und zum zwischenzeitlichen Ausgleich durch Ishak, dem dann sieben Minuten später nach einem Löwen-Fehler leider das ernüchternde 1:2 folgte.

Taktische Lehren aus dem Spiel zu ziehen, ist ein bisschen schwierig. Zunächst spielte der Club zu verhalten und ging erst nach dem Rückstand Risiko. Das wurde zwar belohnt, kurz danach aber auch schon wieder bestraft, Insofern war das vielleicht so ein Fall, wo man mal mit einem Unentschieden zufrieden sein sollte. Aber nachher sind wir halt leicht schlauer. Kann auch sein, dass der Club zuhause oft zuviel will, schließlich geht es auch um die Zuschauerzahlen, und dafür nicht belohnt wird.

Auf jeden Fall ist der FCN nach dem Derbysieg wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet und hat damit auch den Bielefelder Trainer widerlegt, der vor dem Spiel behauptete, der Club sei die wohl beste Mannschaft der 2. Liga. Dort gibt es ganz offensichtlich jedoch eine ganze Reihe von besten Mannschaften. Fast jeden Spieltag eine andere.

Ein Letztes:

Englische Woche mit Sternchen

Die Woche:

1. Am 8. Oktober ist Jahreshauptversammlung. Wahrscheinlich eine vergleichsweise unaufgeregte nach dem Derbysieg. Da geht es dann mal offiziell um die Finanzen und nicht nur indirekt im sportlichen Hintergrund. Inzwischen würde es schon als Erfolg gewertet, wenn der Etat wenigstens ausgeglichen wäre. Ach ja und drei Posten im Aufsichtsrat sind auch zu besetzen.

2. Die Trainerfrage stellt sich beim Club aktuell glücklicherweise nicht. Insofern registrieren wird manches gelassen. Zum Beispiel, dass unser Ex bei seinem Folgeverein auch vor die Tür gesetzt wurde.

3. Letzte Woche habe ich hier die gescheiterte Bewerbung Nürnbergs als Spielort für die EM 2024 erwähnt. Mittlerweile stellt sich raus, dass die Stadt damit – wenn auch unfreiwillig – die Grundrechte schützt.

Die Spiele:

Optimale Ausbeute aus der englischen Woche: Erst das 6:1 in Duisburg. Danach gelang gegen den VfL Bochum Historisches. Bisher waren die unser Angstgegner und in der 2. Liga unbezwingbar. Jetzt schickte der FCN die Bochumer mit einem 3:1 nach Hause. Dabei spielten die durchaus gut mit, waren anfangs gar überlegen. Trotzdem gingen sie auf eher kuriose Weise in Führung. Enrico Valentini stellte sich in den Strafraum und hob die Hand, der VfL-Stürmer nahm das Angebot an, kickte den Ball gegen den unnatürlich ausgestreckten Arm und es gab Elfmeter. Gut, es war aus Valentinis Sicht natürlich anders. Er wollte Abseits reklamieren.

In der zweiten Hälfte machte es der Clubverteidiger besser. Der erneut torgefährliche Eduard Löwen hatte zuvor schon den Ausgleich erzielt, da servierte Valentini Clubkapitän Behrens den Ball vor die Stirn und der machte den Führungstreffer. Später gelang Ishak per Elfmeter noch des 3:1. Der Clubstürmer, der monatelang nur durch Ladehemmung auffiel, spielt jetzt sogar um die Torjägerkanone mit.

Im Derby legte der Schwede nämlich gleich noch nach. Bereits in der 9. Minute schloß er auf Pass des diesmal in die Startelf beorderten Cedric Teuchert erfolgreich ab. Allerdings ließ der Club dann die Fürther kommen und verschaffte so dem, trotz der Genesung von Kirschbaum, wieder als Nummer 1 auflaufenden Fabian Bredlow genügend Chancen, warm zu werden. Besser wurde es erst als Köllner den – trotz guter Leistungen – erstmal auf die Bank verbannten Neuzugang Tobias Werner brachte. Fünf Minuten später war es allerdings der überragende Kapitän Hanno Behrens, der mit tollem Pass Teuchert bediente, der dann den scheinbar beruhigenden und angesichts des Fürther Unvermögens auch verdienten Zwei-Tore-Vorsprung herstellte.

Doch gegen die Kicker aus der Nachbarkommune sollten wir uns nie zu früh freuen. Da ist immer irgendein krummes Ding drin. Das lieferte diesmal Schiedsrichter Zwayer. Der schenkte den Fürthern in der 79. Minute einen Elfmeter. Zuvor hatte Bredlow beim Herauslaufen den Fürther Hofmann irgendwie ein bisschen im Gesicht erwischt. Danach hatten die Hausherrn natürlich Oberwasser und Bredlow jede Menge Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Schließlich schenkte ihnen Zwayer auch noch unerklärliche vier Minuten Nachspielzeit. Die nutzte dann allerdings Behrens um nach einer eigentlich eher auf Zeitgewinn gespielten Ecke den Ball zum dritten Mal im Fürther Tor unterzubringen.

So gibt es endlich mal wieder einen Derbysieg zu feiern.

Ein Letztes:

…und damit Außenstehende halbwegs eine Ahnung davon bekommen, was das bedeutet:

Einfach den Spieß umgedreht

Die Woche:

Eigentlich ist die Woche ja eine englische. Das heißt drei Spiele innerhalb von acht Tagen (MSV-Hammer am gestrigen Samstag, Bochum am Donnerstag und das Derby gegen die Fürther am Sonntag). Für uns ist dagegen heute schon Wochenrückblick. Euphorieschübe sollte man nutzen, gerade in der zweiten Liga, wo offenbar jeder jeden schlagen kann und auf jeden Ansatz von Höhenflug prompt der Dämpfer folgt – und umgekehrt.

Einen Dämpfer gab es diese Woche ohnehin schon. Allerdings nicht unbedingt für den FCN. Dort dürften eher die Stadionneubau-Protagonisten Oberwasser bekommen haben. Den Dämpfer erhielten die Stadt Nürnberg und unser Max-Morlock-Stadion. Dort wird es 2024 keine EM-Spiele geben. Ein Grund für das Scheitern war mal wieder die Aschenbahn (andererseits entpuppt sich die vielleicht noch mal als Investition in die Zukunft, wenn sich der Profifußball weiter so selbst demontiert).

Ein alter Bekannter meldete sich jetzt zurück. Ilkay Gündogan lief nicht nur erstmals nach seiner langen Verletzungspause für Manchester City auf, er gab auch dem Zeit-Magazin ein längeres Interview. Darin steht auch Folgendes:

„Seine glücklichste Zeit sei in Nürnberg gewesen, sagt er und sein Blick bekommt etwas Strahlendes. Er kam im Februar 2009 mit 18 neu in die Stadt, besuchte die 11. Klasse des Gymnasiums, stieg von der zweiten in die erste Bundesliga auf, verhinderte mit seinem Tor den Wiederabstieg. Vor allem aber habe er sich aufggehoben gefühlt in einer Clique von Mitspielern, jede Woche seien sie zusammen ins Kino gegangen. Mit manchen aus der Zeit ist er heute noch befreundet.“

Das Spiel:

Manchmal scheint alles so einfach. Nach dem St.Pauli-Spiel gab es nicht nur hier jede Menge Analysen, warum es zu der Niederlage gekommen war. In Duisburg machte dann die Mannschaft das genaue Gegenteil und hatte Erfolg. Statt Ballbesitz und Dominanz ließ man den Gegner spielen, statt den eigenen Torwart beschäftigungslos zu machen und in Konzentrationsprobleme zu stürzen, ließ man ihn sein wahres Können beweisen, statt vorne zu verzweifeln, haute man halt einfach jeden Ball rein, statt Lücken aufzuzeigen, wo dringend Neueinkäufe nötig sind, demonstrierte man staunenswerte Potenziale (Ishak, Löwen), die nun eher die Sorge nähren, da könne uns bald wieder einer weggekauft werden.

Natürlich ist das alles nicht so einfach. Und wahrscheinlich funktioniert dieses Erfolgsrezept schon im nächsten Spiel nicht mehr. Die Bochumer dürften sich wahrscheinlich vor allem hinten rein stellen und dem Club nicht den Gefallen tun, schnelle Konter anzusetzen. Andererseits ist endlich auch Patrick Erras wieder an Bord und mit dem verlieren wir ja bekanntlich nicht.

Genaueres zum Spielverlauf findet ihr hier, hier oder hier.

Ein Letztes:

Verkauft, verzockt, vernagelt

Die Woche:

1. Die Länderspielpause zwang den Glubbfan, sich anderweitig zu beschäftigen. Zum Beispiel mit netten Spielchen auf Kosten des aus Nürnberg im Unfrieden geschiedenen Abdelhamid Sabiri. Unter dem Hashtag #Sabieri haben sich Twitternutzer zusammen getan, um für jedes Tor, das Sabiri für seinen neuen Verein schießt, fünf Euro an die Initiative „Nürnberg gewinnt“ zu zahlen. Wahrscheinlich verkrampft der gute Sabiri jetzt regelmäßig vor dem Kasten und muss irgendwann froh sein, wenn ihn noch ein deutscher Zweitligist haben will…
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In eigener Sache

Bei den Clubfreunden hat sich einiges geändert. Unser verehrter Stefan Hofer hat den Arbeitgeber gewechselt und ist daher auch leider nicht mehr bei den Clubfreunden aktiv (vielen Dank für alles und viel Erfolg im neuen Job). Für ihn springt Isabel Strohschein ein. Sie hat schon einmal vor fünf Jahren als Gastautorin für die Clubfreunde geschrieben und ist jetzt voll dabei. Allerdings als Freie, nachdem sie – wie ich übrigens auch – ihr Angestelltenverhältnis beim Verlag beendet hat. Marco ist also der einzige, der dort noch das Clubfreundefähnchen hochhält.

Vor diesem Hintergrund sind wir so frei, einige Änderungen im Blog durchzuführen. Wir wollen weg von den Spielberichten und unabhängig vom – sowieso zunehmend nervenden (gerade steht auch noch ein Montagabendspiel an) – Spielplan bloggen. Das jeweilige Spiel wird dafür in einem Wochenrückblick berücksichtigt. Dort geht es aber auch um alles, was sonst noch so beim Club und rund um den Club passiert ist. Der Wochenreport soll „Glubb-Weekly“ heißen und schon im Namen andeuten, dass hier internationaler Fußball auf fränkische Bodenständigkeit trifft. Wer also nicht regelmäßig alle Medien und Foren durchforsten und sich einfach nur im Wochenrhythmus updaten will, der ist hier richtig. Unabhängig vom Weekly soll hier auch jede Woche ein Clubthema eingehender behandelt werden.

Natürlich wollen wir dabei weiter aus der Fanperspektive bloggen – ohne Rücksicht auf etwaige Vorteile bei der Vergabe von Informationen oder Freikarten.

Club wird in Aue abgeschossen

Da startet der Club mit zwei Siegen und steht an der Tabellenspitze. Prompt herrscht allerorten Euphorie. Die wird nur leicht gedämpft als gegen Union Berlin nur ein glücklicher Last-Minute-Punkt rausspringt. Aber immerhin ist Berlin ja ein erklärter Aufstiegsanwärter. Also war es keine Frage, welche Erwartungen da gegen das bislang sieglose Aue gehegt wurden: Ein Dreier und zurück an die Spitze!

Aber wir kennen das als unverbesserliche Fans des Deppen leider schon zu Genüge: Wenn wir anfangen zu träumen und Höhenluft zu schnuppern geht es Richtung Fürth. So gab es jetzt in der Auer Stadionbaustelle einen richtig saftigen Abturner für den FCN. Und leider muss man sagen: Die Niederlage war völlig verdient und hätte sogar noch höher ausfallen können.

Begonnen hat der Club noch durchaus selbstbewusst. Man sah, dass er bereit war, die Favoritenrolle anzunehmen. Allerdings fehlte die letzte Zielstrebigkeit. Die beiden besten Chancen ließ dabei Cedric Teuchert liegen. Allerdings kamen dann die Hausherren zunehmend auf und Kirschbaum musste zweimal bravourös retten. Insofern durfte der Club mit dem 0:0 zur Pause durchaus noch zufrieden sein.

Aber anstatt die Lehren daraus zu ziehen, ging es in der zweiten Hälfte im gleichen uninspirierten Stil weiter. Blöd nur, dass Aue dann für seine Sturmbemühungen endlich belohnt wurde. Nach einer Stunde schlug der Ball erstmals hinter Kirschbaum ein. Konnte man hier noch von Glück sprechen (der Schuss von Wydra wurde abgefälscht), waren die zwei weiteren Treffer für Aue in der 73. und 78. Minute auf Unvermögen im Abwehrverbund zurückzuführen. Immerhin zeigte Möhwald drei Minuten vor Schluss noch, wie man Tore schießt. Aber da war es natürlich schon zu spät.

Klar, man kann durchaus mal ein Spiel verlieren. Auch gegen Aue. In der 2. Liga gibt es keine Underdogs. Bloß muss man aus solchen Niederlagen seine Lehren ziehen. Allein am Fehlen von Sebastian Kerk kann es nicht gelegen haben. Wobei man schon den Eindruck haben konnte, dass Köllners System eben nur mit einem Spieler wie Kerk funktioniert und gegen Aue nicht die optimale Lösung war. Warum er den bislang überzeugenden Kammerbauer nicht auflaufen ließ und stattdessen den als Innenverteidiger lustlosen Petrak brachte, war auch nicht ganz nachvollziehbar.

Noch besorgniserregender ist aber die Situation vorne. Teuchert agiert häufig zu überhastet und eigensinnig. Ishaks Spiel kann man bestenfalkls mit unauffällig beschreiben. Salli bringt zwar manchmal ein paar nette Gimmicks, aber kaum was Brauchbares. Bei Gislason warten wir immer noch vergeblich. Mag sein, dass das alles auch an den fehlenden Zuspielen liegt. So oder so herrscht vorne aber Handlungsbedarf. Deswegen muss beim Club im Sturm oder im offensiven Mittelfeld wohl doch noch nachgebessert werden. Für diese Erkenntnis war es immerhin gut, dass der Dämpfer dann doch so bald erfolgte.

Wir können´s auch gegen die Guten

Nach den drei Siegen zu Saisonauftakt war die Euphorie groß. Allerdings wurden die gegen Gegner eingefahren, die eher schwächer einzustufen sind. Nun war mit Union Berlin ein sogenannter Aufstiegsaspirant auf dem Platz. Da musste sich zeigen, ob die Köllner-Buben auch mit einem Spitzenteam mithalten können.

Zunächst sah alles danach aus, als ob der Club selbst hier drei Punkte einfahren kann. Das ging schon im Vorfeld los. Während wir zum Beispiel mit den Sabiri´schen Erpressungsversuchen durchaus mit diversen Topteams mithalten können, schaffte es Union nicht einmal, das Torwarttrikot mit nach Nürnberg zu nehmen. Busk musste daher mit einem Fan-T-Shirt antreten, was ihn allerdings nicht daran hinderte, eine Klasseleistung abzuliefern und den FCN-Stürmern ziemlich auf die Nerven zu gehen.

Auch die erste halbe Stunde konnte der Club deutlich für sich entscheiden. Das angebliche Spitzenteam aus Berlin kam kaum in unsere Hälfte und zog in den Zweikämpfen meist den Kürzeren. Was fehlte waren die Tore. So kam Union dann immer mehr auf und demonstrierte, warum man nicht zu Unrecht in der Liga ganz oben steht.

Dass es dann kurz nach dem Wechsel 0:1 hieß war dann eher einer gewissen Schlafmützigkeit der Clubelf zuzuschreiben. Da waren einige wohl noch gedanklich in der Kabine, so dass Hedlund freistehend vor Kirschbaum ins linke Eck einschieben konnte. Das war allerdings dann offenbar der nötige Weckruf. Auf einmal drückte der Club. Erst musste sich Busk gegen Leibold und Valentini auszeichnen. Gegen die Direktabnahme einer Kerk-Flanke durch Cedric Teuchert war er in der 55. Minute allerdings machtlos. Danach schaltete der Club wieder einen Gang runter und hatte Glück, dass ein Petrak-Patzer nicht bestraft wurde. In der 66. Minute gingen dann die Berliner aber durch den Ex-Cluberer Sebastian Polter erneut in Führung. Thorsten Kirschbaum blieb nach einer Ecke auf der Linie kleben, hätte aber wohl zum, an sich angebrachten Rauslaufen ein paar Leute über den Haufen rennen müssen. Insofern sah das zwar unglücklich aus, war aber auch kein Grund, jetzt irgendeine Torwartdiskussion vom Zaun zu brechen.

Zumal dann der Club doch noch zurückschlug und durch Hanno Behrens (Kopfball nach Salli-Flanke) in der 90. Minute den durchaus verdienten späten Ausgleich erzielte. In der Nachspielzeit gab es dann noch eine rote Karte für den Berliner Prömel. Dann war Schluss.

Immerhin wissen wir jetzt: Wir können mit anerkannten Spitzenteam auf Augenhöhe mitspielen. Zudem macht unsere Mannschaft zurzeit richtig Spaß, weil sie nicht nur schön kombiniert, sondern auch niemals aufgibt. Von den 29.000 Zuschauern, die zum Spitzenspiel ins Morlock-Stadion gekommen waren, dürfte jedenfalls kaum einer seinen Besuch bereut haben.

Bleibt nur zu erwähnen, dass der arme Sabiri dringend einen neuen Berater braucht. Aber das ist ein Nebenschauplatz, der nach so einem Spiel nicht wirklich interessiert. Wesentlich schlimmer ist da schon, dass Sebastian Kerk einen Achillessehnenriss erlitt und wahrscheinlich Monate ausfallen dürfte.

Club gewinnt packendes Pokalduell


Duisburg hätte der 1.FC Nürnberg in der ersten Runde des DFB-Pokalwettbewerbs sogar ausscheiden dürfen, ohne sich zu blamieren – immerhin hatte der Club diesmal Lospech und musste zu einem Zweitliga-Rivalen reisen, wo doch auch Gegner wie Erndtebrück, Dorfmerkingen oder Rielasingen-Arlen im Pott gewesen wären. Der Club hätte also ausscheiden dürfen  – tat er aber nicht. Zum Mann des Spiels beim 2:1 (2:0)-Erfolg avancierte Sebastian Kerk, der mit Eckstößen die Kopfballtore von Hanno Behrens (21.) und Georg Margreitter (40.) vorbereitete.

Duisburg hielt in einem packenden  Duell der beiden Bundesliga-Gründungmitglieder in den ersten 45 Minuten gut mit, die besseren Chancen aber hatte  in der intensiv geführten, temporeichen Begegnung zunächst der Club. Standardspezialist Kerk hätte sich auch selbst in die Torschützenliste eintragen können, scheiterte aber zweimal am Ex-Fürther Flekken im MSV-Gehäuse (10./38.). Die beste Möglichkeit  für die Hausherren wiederum  vergab Brandstetter, der den Nürnberger Keeper Thorsten Kirschbaum nicht überwinden konnte (17.).

Nach dem Seitenwechsel verzeichneten die nie aufgebenden „Zebras“ mehr Spielanteile, der Club stand hinten aber sehr sicher. Richtig gefährlich wurde es selten. Einmal klärte Margreitter in höchster Not vor Onuegbu (69.), einmal rettete Kirschbaum gegen Iljutcenko (83.), einmal traf  Onuegbu die Latte (86.). Erst in der vierten Minute der Nachspielzeit kam der MSV doch noch zum 1:2 – Wolze verwandelte einen Foulelfmeter, den der eingewechselte Alexander Fuchs verschuldet hatte.  Kurz darauf ist Schluss und der Club eine Runde weiter. Erndtebrück, Dorfmerkingen und Rieslasingen-Arlen werden aber auch in Runde zwei nicht auf den 1.FC Nürnberg warten – sie sind allesamt ausgeschieden.