Wenigstens keine Klatsche

  • Die Augsburger haben versucht, sich mit der Verpflichtung von Jens Lehmann Sachverstand und Bundesligaerfahrung ins Leitungsteam zu holen. Dem Club war Ähnliches hingegen wohl zu teuer, zu plötzlich, zu ungewöhnlich… Immerhin könnte der FCN jetzt Nutznießer Augsburger Sachverstandsüberkapazitäten werden. Der bisherige Technische Direktor Stephan Schwarz ist beim FCA ins Abseits geraten und nun ein Kandidat für die Bornemann-Nachfolge.
  • So schlecht war seit Einführung der Drei-Punkte-Regel noch keiner in der Bundesliga. Diesen neuen Negativrekord kann sich der Club zwar an die Deppenwand hängen. Er hat allerdings auch etwas Positives, als relativ frühzeitig Planungssicherheit besteht. Ein Vorteil, den man nutzen könnte, um der Konkurrenz zuvorzukommen und jetzt schon Spieler zu kontaktieren, mit denen der Wiederaufstieg ins Visier genommen werden kann. Doch leider ist keiner da, der gegenwärtig Spieler verpflichten kann und darf. Man möchte ein bisschen verzweifeln.
  • Als Oberbürgermeister tritt Ulrich Maly nicht mehr an. Nach Ende seiner Amtszeit will er erstmal nichts tun. Ob das auch bedeutet, dass er sich als Aufsichstrat des FCN zurückzieht, ist unklar. Dessen Chef würde diesen Schritt allerdings bedauern.
  • Immerhin wäre das ein Statement gegen das Legionärswesen im Profifußball: Ein Eigengewächs mit dem Namen Nürnberger kickt beim Nürnberger Fußballverein. Für Fabian Nürnberger reichte es diesmal noch nicht zu einem Platz im Aufgebot. Aber der 19-Jährige U21-Spieler ist ganz nah dran.

Das Spiel:

Eine neue Folge aus der Serie „Auf Augenhöhe, aber leider hat es nicht gelangt“. Diesmal war Frankfurt der Schauplatz. Die dortige Eintracht ist immerhin der letzte Hoffnungsträger Deutschlands im internationalen Fußball. Genau daraus konnten wir insgeheim etwas Hoffnung schöpfen. Vielleicht sind sie ein bisschen ausgepowert, nachdem sie unter der Woche in Mailand ran mussten. Andererseits hatte der Club etliche Stammspieler zu ersetzen. Boris Schommers musste nicht nur Timothy Tillman von Beginn an bringen, sondern sogar Sebastian Kerk als Verteidiger auf Links einsetzen. Ausgerechnet Kerk war ein echter Aktivposten in der Abwehr. Leider liefen fast alle Angriffsaktionen der Frankfurter über unsere rechte Abwehrseite, die vor allem Kostic nie in den Griff bekam. Ein ums andere Mal durfte der gefährliche Flanken in den FCN-Strafraum schlagen. Immerhin eine halbe Stunde konnte sich unsere Hintermannschaft schadlos halten. Dann spielte Jovic mit einem sehenswerten Pass Kostic frei, dessen Hereingabe Hinteregger nur noch über die Linie drücken musste.

Verdient war die Führung ängst, zumal der Club außer einer Superchance von Behrens gleich nach Spielbeginn nach vorne wieder nur wenig zustande brachte und im Mittelfeld (Kubo) einfach zu langsam und gedankenträge agierte, um die Eintracht in Gefahr zu bringen.

In der zweiten Hälfte entwickelte sich teilweise ein offener Schlagabtausch. Die Eintracht hatte zwar weiterhin ein Chancenplus, aber auch der Club kam zu Gelegenheiten. Doch letztlich war das dann meistens viel zu unsauber und drucklos zuende gespielt. Bezeichnend wie der eingewechselte Salli einen vielversprechenden Konter mit einem dankbaren Schuss auf Eintrachtkeeper Trapp abschloss.

Auf der anderen Seite wurden allerdings ebenfalls beste Chancen entweder von der Clubabwehr abgeblockt oder vergeben. Eigentlich ein klassischer Fall für die alte Fußballweisheit: Wenn du vorne deine Chancen nicht reinmachst, rächt sich das.

Aber mei, es ist halt der 2019er Club. Und der rächt nichts.

Der Sieg der Eintracht, daran gibt es nichts zu deuteln, war verdient. Ein Unentschieden hätte uns eh nichts geholfen. Insofern war das alles höchstens ein Beleg dafür, dass wir als praktisch feststehender Absteiger unseren Gegnern zumindest nichts schenken.

Ein Letztes (muss nochmal sein):

Herr Grindel, HERR GRINDEL! Jemand zuhause?

.@DFB_Praesident Reinhard #Grindel spricht im @DeutscheWelle-Interview über die Zukunft des Weltfußballs und mögliche neue Wettbewerbe. Doch plötzlich findet das Gespräch ein jähes Ende…

👉 https://t.co/XJoIV89F8E@FloBauerAuthor @sportschau @dw_deutsch pic.twitter.com/MvazcEgPi2— DW Sport (@dw_sport) 13. März 2019

Stets bemüht, aber weiter erfolglos

  • Sportlich ist der Bundesliga die Spannung längst abhanden gekommen. Oben werden die Bayern landen. Die Absteiger stehen leider auch schon so gut wie fest. Die Relegationsspiele gewinnt eh der Bundesligist und wen interessiert schon, wer in die EuropaLeague kommt. Da muss halt anderswo Spannung erzeugt werden. Bei der Besetzung der Führungspositionen zum Beispiel. Grethlein dreht deshalb noch ein paar Runden. Und was da durchsickert, birgt immerhin einiges an Konfliktpotenzial.
  • Mal eine Meldung, die uns hoffnungsfroh stimmt und zudem von in letzter Zeit vielfach abhanden gekommenem Realitätssinn zeugt (leider ohne Link): Mikael Ishak will auch nach dem Abstieg beim Club bleiben.

Das Spiel:

Auch gegen die TSG Hoffenheim schien es gleich wieder unglücklich für den Club loszugehen. Bereits in der 4. Minute zeigte Schiedsrichter Dingert auf den Elfmeterpunkt. Ewerton soll Kramaric gefoult haben. Nach Videostudium wurde die Entscheidung allerdings zurückgenommen. Wer allerdings meinte, dann müsste Kramaric Gelb für die offensichtliche Schwalbe bekommen, der irrte.

Danach konnte der Club mal wieder bei allen, die ihn aufgrund der bisherigen Punktausbeute beurteilen, ein paar Anerkennungsbekundungen einheimsen. Spielt gut mit, ansehnlich, auf Augenhöhe… Wir kennen das und wissen: Es kommt gleich wieder der Nackenschlag. Diesmal – wie langweilig – erneut in Form eines Elfmeters. In der 24. Minute wird Patrick Erras aus nächster Nähe von Schulz angeschossen. Der Ball trifft dabei nicht einmal die Hand, sondern lediglich den Oberkörper. Dennoch: Die Entscheidung steht, dazu gibt es auch noch Gelb für Erras. Auch hier Verwunderung: War da nicht was mit Doppelbestrafung? Nun ja, dass Fußball ein einfaches Spiel ist, das stimmt halt schon länger nicht mehr… Kramaric ließ sich die Chance nicht entgehen und markierte das 1:0.

In der Folgezeit verdiente sich die TSG dann zumindest die Führung. Sie war dem Club deutlich überlegen, der dann glücklich den knappen Rückstand in die Pause retten konnte.

Wohl in dem Gefühl, den harmlosen Tabellenletzten im Griff zu haben, schalteten die Hoffenheimer einen Gang zurück. Das Spiel plätscherte vor sich hin. Immerhin durfte Enrico Valentini mal in Tornähe abziehen. Beim Schussversuch verletzte er sich allerdings, weshalb Timothy Tillman endlich zu seinem ersten Einsatz kam. Der Youngster bewies dann immerhin, warum es nicht verkehrt ist, ab und zu mal Impulse von außen zu setzen. Auch wenn dieser aus der Not geboren war. Jedenfalls war plötzlich mehr Zug im Nürnberger Spiel. Sogar der ansonsten schwache Kubo raffte sich zu einem unwiderstehlichen Flankenlauf auf, passte zu Ishak, der im Strafraum zu Hanno Behrens durchsteckte. Dessen Schuss ließ der wohl nicht mehr ganz so aufmerksame TSG-Keeper Baumann zum überraschenden Ausgleich durchrutschen.

Auf einmal hatte der Club Oberwasser. Hoffenheims Trainer Nagelsmann setzte nun seinerseits auf Impuls von außen und wechselte zwei Stürmer ein, um den Druck zu erhöhen. Die beste Chance hatte allerdings zunächst Kubo mit dem Versuch, den Ball per Hacke ins Tor zu bugsieren. Dabei verletzte er sich ebenfalls und wurde durch Jäger ersetzt.

Hacke, gute Idee, dachte sich dann aber auf der anderen Seite Kramaric und düpierte so zwei Minuten später die gesamte Clubabwehr. Wieder lag der Club hinten. In der Nachspielzeit hatte Erras immerhin noch das 2:2 auf dem Fuß. Doch im letzten Moment grätschte ein Hoffenheimer den Ball zur Ecke. So blieb es beim 2:1 und einer weiteren verpassten Chance, vielleicht doch noch dem Abstieg zu entgehen oder zumindest die rote Laterne an Hannover abzugeben.

Und langsam gehen uns zudem auch die Spieler aus. Neben Valentini und Kubo verletzte sich nämlich auch noch Sebastian Kerk. Zudem muss Tim Leibold wegen der fünften gelben Karte im Spiel gegen Frankfurt aussetzen.

Ein Letztes:

Zum Weltfrauentag vermeldete der FC Bayern ein neues Mitglied im Verwaltungsrat: die Digitalministerin Dorothee Bär. Die stammt zwar aus Franken, das hinderte sie aber nicht daran, eine FCB-Fanclub im Bundestag zu gründen. Dass es sich aber nicht unbedingt auszahlen muss, wenn sich Franken derart an den Erfolg anwanzen, belegt die Firma Schaeffler, die sich auch lieber finanziell bei den Bayern engagierte, jetzt aber rasant auf Talfahrt gegangen ist.

Die Luft ist draußen

  • Der Club steht am Tabellenende. Die Punkteausbeute ist historisch schlecht. Dennoch behauptet der Aufsichtsratsvorsitzende, der Verein sei „attraktiver“ geworden. Woran er das festmacht? An der Zahl der Bewerbungen für die Nachfolge von Andreas Bornemann. Möglicherweise liegt das aber nicht an der Attraktivität des FCN, sondern daran, dass inzwischen die Zahl arbeitsloser Bewerber größer geworden ist.
  • Für Adam Zrelak ist die Saison gelaufen. Im Training zog er sich einen Kreuzbandriss zu. Wir wünschen gute Besserung.
  • Punkte sind im Fußball nicht alles. Für Toleranz, Offenheit und Fairness im Sport hat der FCN jetzt den „Makkabäer 2019“ erhalten.
  • Sie lernen es einfach nicht: Auch wenn sich kaum noch einer an den letzten Sieg erinnern kann, wird vor jedem Spiel auf Zuversicht gemacht. Irgendwo wird noch ein Aspekt herbeigezerrt, der einen möglichen Sieg begründen könnte. Nach dem Motto: Wenn der Samstag auf einen Montag fällt und alle 150 Prozent geben, dann holen wir die drei Punkte. Wie wäre es damit: Einfach den Mund halten und erstmal auf dem Platz dafür sorgen, dass man medial wieder glaubwürdig wird.
  • Der Club präsentiert sich mit einem eigenen Stand auf der Freizeitmesse. Unter anderem werden dort derzeit eher schlecht verkäufliche Trikots mit Rabatt verhökert. Es werden aber auch Gespräche mit Fans geführt. Mancher Zuspruch und manches Lob ist dabei eher zweischneidig. Zum Beispiel, wenn sich Bayern-Fans dafür bedanken, dass der FCN dem Meisterschaftskonkurrenten aus Dortmund zwei Punkte abgenommen hat.

Das Spiel:

Notgedrungen lief diesmal eine auf drei Positionen veränderte Clubmannschaft auf. Ishak ersetzte der verletzten Zrelak, Kerk lief für den gesperrten Pereira und Erras für Petrak auf. Der Club kam zunächst gut ins Spiel. Diesmal schien sich auch das nötige Glück einzustellen. In der 9. Minute ließ Konate am Strafraum das Bein stehen, Leibold fiel drüber, Schiedsrichter Schlager entschied zunächst auf Freistoß und Gelb, via VAR wurde jedoch auf Elfmeter nachgebessert. Behrens tritt an, verlädt Gästekeeper Gulacsi, doch der Ball knallt an die Latte.

Der Club spielt zwar weiter gut mit, aber mehr und mehr übernimmt Leipzig das Kommando. Anders als gegen Dortmund reichte es aber nicht, durch Hintenreistellen die Null zu sichern. Zunächst konnte sich Mathenia noch mehrfach auszeichnen. Nach einem Eckball kommt Klostermann aber in der 40. Minute völlig freistehend an den Ball und hämmert diesen durch die im Torraum versammelte Abwehr am diesmal machtlosen Mathenia in die Maschen. Der Club hätte eigentlich führen müssen. Jetzt liegt er wieder hinten.

In der zweiten Hälfte muss Leipzig nicht mehr mit vollem Einsatz agieren. Beim Club überwiegt allerdings die Angst, sich einen der gefürchteten schnellen Konter zu fangen. Deswegen geht nach vorne nicht viel. Für Aufregung muss da eben der Kölner Keller sorgen. In der 58. Minute bekommt Konate nach einem Foul an Ishak erneut die gelbe Karte vors Gesicht gehalten. Der muss runter, dachten alle. Aber nichts da. Wie sich – erst jetzt – herausstellte, hatten die Kölner die erste Gelbe wegen der Nachbesserung auf Elfmeter zurückgenommen. Kann man machen, allerdings versteht der Zuschauer, vor allem wenn er im Stadion sitzt, zunehmend weniger, was sich auf dem Rasen abspielt.

Ob der Club gegen zehn Leipziger ein Tor gemacht hätte, ist eh fraglich. Diesmal ging nach vorne nicht viel zusammen. Das lag auch daran, dass Kerk und Kubo blaß blieben und der Club inzwischen leider auch was den läuferischen und kämpferischen Einsatz angeht nicht den Eindruck erweckte, als würde er sich mit aller Kraft gegen den Abstieg aufbäumen.

Immerhin gab es diesmal keine Klatsche und das ist ja auch schon was.

Ein Letztes:

Matheus Pereira hat für seine Tätlichkeit im Düsseldorf-Spiel einiges einstecken müssen und sich jetzt entschuldigt. Erinnert sei in diesem Zusammenhang daran, dass beim Club schon mal ein Leihspieler aus Südamerika zunächst durch mangelnde Disziplin auf dem Platz aufgefallen ist, um sich dann zu einem Publikumsliebling zu entwickeln. Einem, für den sich jetzt, da Bornemann weg ist, vielleicht sogar wieder eine Tür öffnen könnte.

Wollte mich nur entschuldigen. In dieser schwierigen Moment ich sage
Entschuldigung liebe Fans und @1_fc_nuernberg ein sehr großer Fehler gemacht ,mehr niemals aufgeben pic.twitter.com/OmptpxFghM— Matheus Pereira (@MatheusPereira) 27. Februar 2019

Zu blöd zum Punkten

Die Woche:

  • Angeblich gibt es einen wahren und einen falschen Club. Für uns gibt es im Augenblick nur einen falschen Film.
  • Am Rande der Begegnung gegen den BVB haben zwei Montagsspielgegner versucht ins Fernsehen zu kommen. Das geht natürlich gar nicht.
  • Unser – auch nicht mehr ganz neuer – Finanzvorstand hat erneut seine Pläne konkretisiert: Jetzt geht das in Richtung AfroPunk-Army, Einbindung der Nürnberger Symphoniker und Werbung in den Grundschulen.
  • Ein neuer Name geistert durch die Gerüchteküche: Demnach will der Club Johannes Spors vom HSV als Sportvorstand verpflichten.
  • Georg Margreitter – ohne den gegen den Bundesligaspitzenreiter allerdings hinten die Null stand – fehlt weiter verletzungsbedingt, ebenso wie Kevin Goden. Zudem liegt auch noch die NN-Sportredaktion flach.

Das Spiel:

Das kennen wir nicht mehr: In Düsseldorf ließen Schommers/Mintal die gleiche Elf auflaufen wie gegen den BVB. Kontinuität ist offenbar angesagt. Leider aber auch auf andere Weise. In der 2. Minute dezimierte sich der Club nämlich selber. Pereira revanchiert sich für ein Foul des Ex-Fürthers Gießelmann mit einem Schlag in dessen „Kronjuwelen“ (Kicker). Nach Videobeweis gab es glatt Rot. War der frühe Platzverweis in Hannover noch auf Ungeschicklichkeit zurückzuführen, war das diesmal eher Dummheit.

Alle taktischen Vorgaben waren da über den Haufen geworfen. Wie schon beim „El Kackico“ wurde auf 4-3-2 umgestellt. Beim Club stand vor allem weitere Schadensvermeidung im Vordergrund. Allerdings fiel der Fortuna aber auch nicht allzu viel ein. Wir sind ja ein Mann mehr und irgendwann werden die auch müde, so dachten die Düsseldorfer offenbar.

Dass der FCN Torchancen generieren und eventuell aus der zweiten Reihe seinm Glück versuchen könnte, das hatte die Fortuna nicht auf dem Zettel. In der 41. Minute passierte es dann. Zrelak, der wieder den Vorzug vor Ishak bekommen hatte, eroberte den Ball, den kann Ayhan nur vor die Füße von Eduard Löwen köpfen und der zieht aus 20 Metern unhaltbar ab. Kaum Chancen, kaum Ballbesitz, Unterzahl und trotzdem in Führung. Beim Club ist derzeit manches möglich.

Aber halt meistens andersrum. Bereits in der 51. Minute schien das Unglück wieder seinen Lauf zu nehmen. Mühl ging im Strafraum mit der Hand zum Ball. Diesmal entschieden die Videoschiedsrichter jedoch zugunsten des Club. Zwölf Minuten später konnte uns aber niemand helfen. Nachdem die Fortuna bislang am wieder überragenden Mathenia scheiterte, sprang der ansonsten zuverlässige Ewerton in die Bresche und verlängerte unbedrängt und unhaltbar eine Hereingabe von Lukebakio ins eigene Netz. Früher Platzverweis, Eigentor, da ist dann das Vier-Buchstaben-Wort naheliegend.

Doch es kam noch schlimmer. In der 83. Minute wird der Düsseldorfer Ayhan, der uns schon in der 2. Liga genervt hat, nicht eng genug gedeckt und markiert den Siegtreffer. Dass dann nach über 80 Minuten in Unterzahl die Kräfte nicht mehr reichen, das Ruder nochmal herumzureißen, ist kaum verwunderlich.

Das wirklich Ärgerliche ist jedoch, dass da heute nicht der Bessere gewonnen, sondern der Blödere verloren hat. Wobei der Hauptverantwortliche dafür nur zwei Minuten auf dem Platz stand.


Ein Letztes:

Wird das jetzt noch mal was, @1_fc_nuernberg? Gesehen in einer Arztpraxis in #Nürnberg. #fcn pic.twitter.com/Dug9DnG4ME— NZ-Lokalredaktion (@nz_lokal) 22. Februar 2019

Rückkehr zum Bewährten

Die Woche:

  • Vordringlich muss – offiziell zumindest – ein neuer Sportvorstand gefunden werden; und zwar ziemlich schnell, sollen die aufgrund der Unfähigkeit der Abstiegskonkurrenz noch existierenden Chancen auf den Klassenerhalt genutzt werden. In der Gerüchteküche wird neben Bader-Spezi Christian Möckel, Olaf Rebbe, dem Holländer Stan Valckx und Ex-Clubspieler Per Nilsson auch der Name Felix Magath gehandelt. Der ist zumindest schon mal gut vernetzt.
  • Vernetzung wird – wie es aussieht – im Bundesligafußball aber wohl überbewertet. Auch ohne Sportvorstand und eigenes Zutun stehen beim Club die Trainer auf der Matte. Da ist Bundesligaerfahrung genauso dabei, wie regionaler Bezug , die in einem Fall sogar noch mit einer gewissen Weltläufigkeit gepaart ist. Und das ist ja nur die Spitze des Eisbergs. Wenn sich die Trainerfindung als genauso easy erweist wie das Einkaufen im Baumarkt, dann könnte sich Klein-Grethe eventuell überlegen, das Geld für einen Sportvorstand ganz einzusparen.
  • Via Facebook hat sich jetzt auch Michael Köllner zur Wort gemeldet. Er werde sich erst einmal der „Erholung und Aufarbeitung“ widmen. Trotzdem wurde er zusammen mit dem gleichfalls entlassenen Sportvorstand Andreas Bornemann beim Spiel unserer U19-Mannschaft gesichtet.

Das Spiel:

Schon wieder ein Montagspiel in Nürnberg. Mit Stinkefingern und der Ankündigung, die Ligabosse „in der Pfeife rauchen“ zu wollen, protestierten die organisierten Fans. Berechtigt! Später gabs dann leider auch noch Tennisbällchen und schwarzen Rauch.

Doch eigentlich interessanter war, was sich im Spiel eins nach Köllner/Bornemann geändert hatte. Da standen mit Kubo und Löwen zwei Spieler in der Startelf, die zuletzt kaum berücksichtigt wurden. Dagegen saß Mikael Ishak wieder nur auf der Bank.

Auffällig auch die Art, wie sich die Mannschaft gegen den Tabellführer reinschmiss. Hinten wurde Beton angerührt, was dazu führte, dass der Club kaum in die gegnerische Hälfte und bei den Ballbesitzwerten zunächst gerade mal auf 20 Prozent kam.

Die Dortmunder rannten sich meistens in der vielbeinigen Clubabwehr fest und wenn es doch einmal brenzlig wurde, war Mathenia auf dem Posten. Kurzzeitig gab der Club dann aber doch die Zurückhaltung auf. Nach einer knappen halben Stunde hatte Kapitän Hanno Behrens sogar zwei Großchancen und Pech. Kurz darauf hatte der Club wiederum Glück. Sancho fiel nach einem Zweikampf mit Leibold im Strafraum um. Da hätte es auch Elfmeter und einen Einspruch aus Köln geben können (aber vlt. arbeiten die montags nicht). So ging es dann torlos in die Pause. Einen Eckball für die Dortmunder ließ der aus Hannover stammende Schiedsrichter zuvor übrigens nicht mehr ausführen, wohl um sich ein weiteres Bälletheater zu ersparen.

Nicht schön, aber was das Unterbinden des Dortmunder Spielflusses anging erfolgreich, ging es in der zweiten Hälfte weiter. Über weite Strecken mit Mann und Maus hielt die Clubabwehr die Gäste vom Tor fern. Neben Mathenia verdienten sich dabei besonders Ewerton und Behrens Bestnoten.

Dem BVB fiel gegen die aufopferungsvoll abwehrende Clubelf nicht mehr viel ein. Auch Joker Alcacer stach nicht. Ishak, der – ungewohnt – bereits nach einer guten Stunde eingewechselt wurde, allerdings auch nicht.

Am Ende rettete der Club die Null ins Ziel. Mit einer bewährten Taktik. Also völlig unköllnerlike.

Ein Letztes:

Kaum hissen wir das Deppen-Fähnchen, schon ist der Club in der deutschen Fußballwelt wieder Thema. So wundert sich beispielsweise Arnd Zeigler, warum Trainer und Sportvorstand gehen mussten, obwohl die Mannschaft doch eine Galavorstellung nach der anderen abgeliefert hat.

Hurra, der Depp ist zurück

Die Süddeutsche hatte nach der Niederlage in Hannover den „Deppen“ -Begriff aus der Versenkung geholt. Da wollte halt wieder ein Wichtigtuer demonstrieren, wie sehr diese Zeitung Dinge gegen den Strich bürsten kann, dachten wir da noch. Denn trotz der sportlichen Misere hatten es Bornemann und Köllner immerhin geschafft, den Club aus der Deppenecke zu hieven. Das lag aber wohl auch daran, dass der Aufsichtsrat bis zum Wochenende den Mund hielt und die beiden machen ließ.

Jetzt wollte besagter Aufsichtsrat dann doch gerne seines Amtes walten und wieder mal einen Trainer feuern und das, obwohl AR-Vorsitzender Grethlein auf der Pressekonferenz zugab, von Trainern keine Ahnung zu haben und deswegen eine Neuverpflichtung lieber dem Sportvorstand zu überlassen.

Den Sportvorstand muss man sich jetzt allerdings ebenfalls erst suchen, denn Bornemann wurde mitentlassen, weil er an Köllner festhielt und nur der Sportvorstand eine Trainerentlassung vornehmen kann.

Hat der AR wenigstens die Kompetenz, einen geeigneten Sportvorstand zu finden? Zweifel sind erlaubt. Zunächst hat dieses Laiengremium jedenfalls keinen in der Hinterhand. Die Entlassung Bornemanns war nicht geplant. Man werde sich Zeit lassen, versuchte Grethlein wenigstens etwas Vertrauen aufzubauen, und man werde auf eine einschlägige Ausbildung achten.

Angesichts der Freiheit und Machtfülle, die ein Sportvorstand beim Club genießt, müsste da aber schon ein Tausendsassa gefunden werden. Und solche gibt es selten. Und wenn, dann gehen sie nicht zum Club.

Wahrscheiunlicher ist also, dass der Club sowohl auf dieser Position als auch beim Traineramt weiter mit Defiziten zurecht kommen muss. Bei Michael Köllner war das die fehlende Bundesligaerfahrung. Das hat er in einem lichten Moment sogar selber angesprochen. In der allgemeinen Aufstiegseuphorie wurde das jedoch niedergebügelt. Auch seitens des Aufsichtsrats wurde nichts unternommen, da irgendwo ein Korrektiv zu installieren. Beim FCN scheint der AR aber halt nur zu handeln, wenn es um das Auswechseln von Führungspersonal geht.

Michael Köllner kann andererseits nicht bloß den Aufstieg auf der Habenseite verbuchen. Aus dem Nachwuchs hat er etliche Talente zumindest auf Zweitliganiveau gehievt. Die werden ihm dankbar sein und langfristig verbunden bleiben. Sollte er also irgendwann bei Regensburg, Ingolstadt oder sonst einem Verein, bei dem er sich verständlich machen kann, anheuern, dann dürfte ihm vielleicht der eine oder andere folgen. Blöderweise sind es jedoch genau diese Spieler, die dem Club Hoffnung machen, wenigstens in der 2. Liga erfolgreich zu sein.

Wir wünschen Köllner und Bornemann trotzdem alls Gute. Natürlich auch Boris Schommers und Marek Mintal, die ja nichts dafür können, wenn dieser Aufsichtsrat Hoffnungen in sie setzt.

Ein Letztes:

Kann ich den bringen: Treffen sich ein Philosoph, ein Bürgermeister, ein Radioreporter, ein Hockeyspieler und paar Marketingmenschen und spielen Bundesligamanager. #fcn ?— Commander Francesco Padrone 😡 (@thelastsifflord) 12. Februar 2019


Frühzeitige Planungssicherheit

Die Woche:

  • Unaufgefordert und selbst, wenn es um ganz andere Spiele ging, zogen reihenweise „Experten“ die letzten Tage über den Club her. Unterirdisch sei dessen Leistung. Die erinnere fast an Tasmania Berlin. Grund war der Auftritt im Pokal beim HSV. Ein bisschen merkwürdig ist allerdings, dass sich genau jene „Experten“ sonst kaum für den FCN interessieren. Scheint so, als ob es sie auch etwas verängstigt, wenn ein Verein trotz eines schlechten Tabellenstandes Investitionsverweigerung betreibt.
  • Zum Pokalspiel: Jetzt wissen wir auch, dass es selbst in der 2. Liga nicht reichen würde, wenn unsere Mannschaft nur „spielerische“ Lösungen versucht. Ohne kämpferischen Einsatz, ohne Konzentration und Motivation, ohne ein „Über-die-Grenzen-Gehen“ würde selbst da nichts laufen. Dass es daran in Hamburg fehlen würde, war allerdings schon im Vorfeld klar, schließlich hatte Köllner seine Prioritäten eindeutig auf die Bundesliga gelegt.

Das Spiel:

Wieder mal ließ sich besagter Trainer was einfallen. Wieder mal präsentierte er eine ungewohnte Startelf. Diesmal mit drei Neuen. Simon Rhein, der saß zuletzt nicht mal auf der Bank saß, durfte ran. Vorne ließ Köllner Zrelak und Knöll als Doppelsturm auflaufen. Eduard Löwen hingegen war überraschenderweise gar nicht im Kader.

Schnell wieder weg war dann auch Simon Rhein. Übermotiviert muss er nach einem rüden Einsteigen gegen Korb bereits in der 11. Minute mit Rot runter. Klar, war vertretbar, aber nicht zwingend. Der Club stellt auf 4-3-2 um und hält zunächst trotz Unterzahl mit. Das liegt allerdings auch daran, dass Hannover 96 nicht den Eindruck vermittelt, zu Unrecht ganz unten zu stehen. Der Club hatte sogar die besseren Chancen, während 96 wenig zustande bringt.

Wegen diverser Verletzungsunterbrechungen ließ Schiedsrichter Welz allerdings fünf Minuten nachspielen. Offensichtlich war die Clubabwehr geistig schon ein paar Sekunden früher in der Kabine. Sie ließ Nicolai Müller im Strafraum völlig allein stehen, der sagt Danke und nickt zum 1:0 ein.

In der zweiten Hälfte mühte sich der Club weiter vergeblich. Einsatz und Wille waren zwar da. Aber wirklich gefährlich waren die Bemühungen alle nicht. Auch ein – bezeichnenderweise von Mathenia einberufener – Spielerkreis half da nichts. So war es erneut Müller, der dann den Deckel drauf machte. Unterschiedsspieler Müller ist übrigens ein in der Winterpause verpflichteter Leihspieler. Die Club-Winterverpflichtung Ilicevic hingegen ist erst in ein paar Wochen einsatzfähig.

Da ist es dann auch egal. Wenn schon gegen einen schwachen Gegner wie Hannover nichts geht, wo soll dann noch was herausspringen?

Immerhin hat der Club jetzt – anders als der Schicksalsspielgegner, der in der ersten Liga ebenfalls nichts verloren hat – frühzeitig Planungssicherheit. Trainer Köllner wird in der Restsaison das machen, was er am liebsten macht: Nachwuchskräften Spielerfahrung vermitteln, vielleicht ein paar Transfererlöse erzielen und ein bisschen taktisch experimentieren.

Genau das war gegen Hannover leider das falsche Rezept. Da hätte es erfahrene Spieler gebraucht, die wenigstens nicht die Nerven verlieren. Da hätte auch ein Alexander Fuchs nicht als erste Wechseloption herhalten und ein Mikael Ishak nicht erst zwei Minuten vor Schluss eingewechselt werden dürfen. Aber Köllner ist eben doch eher Nachwuchs- als Bundesligatrainer.

Ein Letztes:

Manche Situationen kann man nur mit Humor ertragen. Wenn es schon nicht zu „El Classico“ langt, dann wenigstens zu dessem Gegenteil: „El Kackico“. Dazu gibt es unter anderem einen Trailer, einen Hashtag  (auch mit „K“ am Schluss) und sogar eine „Hymne“…und einen, der es voll verkackt hat.

Endlich mal wieder ein Punkt

  • „Blickpunkt Sport“ hatte nach der Niederlage gegen Mainz Ex-Torwart Raphael Schäfer aus der Versenkung geholt. Der erzählte dort, es gäbe noch eine 10-Prozent-Chance für den Club. Dazu müsste aber ein Trainerwechsel her. Apropos Schäfer: Da erinnern wir uns an eine entscheidende Szene beim letzten Bundesligaabstieg. Damals ging es nicht nur um eine Fußspitze, die im Abseits stand. Der Abseits-Spieler trug jedoch auch nicht das Trikot des FCN.
  • Das ehemalige Club-Talent Patrick Kammerbauer konnte sich beim SC Freiburg nicht durchsetzen und wechselt nach Kiel . Was sagt uns das? Vielleicht, dass es selbst bei hoffnungsvollen Talenten mangelnde Erstligatauglichkeiten gibt.
  • In der Nürnberger Talentschmiede setzt man auf Kontinuität. Der Vertrag mit dem Phantom wurde um drei Jahre verlängert. Welche Altersgruppe Marek Mintal dort betreut, ist noch nicht ganz raus.
  • Witze über Eigennamen sind billig und deshalb abzulehnen. Beim Club und dessen (Noch-)Trainer erreichen sie jedoch neue Sphären. Erst bescherten dem aus dem oberpfälzischen Fuchsmühl Stammenden ausgerechnet die Spieler Fuchs und Mühl die letzte größere Torausbeute. Jetzt sorgte der Kölner Keller dafür, dass der im Keller steckende Köllner aus diesem nicht rauskommt. Gut, wenn man dort wenigstens noch lachen kann.
  • War der Club in Tagen wie diesen bisher immer „ein Depp“, tendiert er jetzt eher in Richtung Witzfigur. Selbst der „Postillon“ erkannte das Unterhaltungspotenzial, das die Unaufgeregtheit bietet, mit der der Club die rote Laterne trägt. Vor allem außerhalb Nürnbergs dürfte diese Meldung dann doch den einen oder anderen Lacher erzeugt haben.
  • Beim FCN muss bekanntlich gespart werden. Deswegen hat der Trainer noch einen Zweitjob. Bei Rossow, Bornemann, aber auch beim offiziellen Pressesprecher ist man ebenfalls nicht so sicher, ob die nicht noch anderweitig unterwegs sind. So muss dann sogar Georg Margreitter nicht bloß hinten die Löcher stopfen, sondern auch gegenüber Journalisten die Verpflichtung von Ivo Ilicevic verkünden.
  • Ilicevic bleibt allerdings der einzige Neue beim Club. Inzwischen wird er gar als Hoffnungsträger verkauft. Dabei hatte sich der Transfer verzögert, weil Bornemann erst abwarten wollte, ob sich nicht noch bessere Alternativen auf dem Markt ergeben. Ganz überzeugt war er da wohl selber nicht.
  • Auch wenn der Club-Vorstand gerne behauptet, sich nicht mit sozialen Medien zu beschäftigen, scheint der dort geäußerte Unmut über das aktuelle Nichthandeln angekommen zu sein. Sowohl den Fans als auch der Presse erklärten sich die FCN-Verantwortlichen dann doch noch. Fazit des Ganzen: Die Kohle fehlt, aber es gibt ein Konzept.

Das Spiel:

Vor dem Spiel witzelten manche, Michael Köllner werde beim Club gefeuert und bei den Fürthern anheuern, die sich in Paderborn eine 6:0-Klatsche eingefangen hatten. Aber mit derartigen Witzen war es dann bald vorbei. Der Club zeigte sich gegen Bremen nämlich deutlich verbessert. Zumindest was die Abwehrleistung anging. Da ließen nicht nur die nominellen Abwehrspieler kaum etwas anbrennen. Bezeichnend für die Lernfähigkeit unserer Mannschaft war eine Szene in der 26. Minute. Da startete Werder nach einer Club-Ecke zum Konter. Eine Situation, in der wir in letzter Zeit häufig Tore kassiert haben. Doch Misidjan unterband die Aktion auf Kosten einer gelben Karte.

Dass er langsam wieder zu alter Stärke zurückfindet, bewies Ewerton dann auch noch durch eine spektakuläre Rettungstat in der 39. Minute. Allerdings: Nach vorne lief eben auch nicht viel, so dass es torlos in die Pause ging.

Trotzdem: Auch eine verbesserte Abwehr macht immer noch Fehler. Beim Club war es in der 63. Minute soweit. Palacios verlor in der Vorwärtsbewegung den Ball. Dann spielt Augustinsson per Fallrückzieger auch noch den eingewechselten Johannes Eggestein spektakuär frei, der schließlich keine Probleme hat, Mathenia zu überwinden. Wieder lag der Club hinten und nachdem ihm nach vorne nicht viel gelang (Kapitän Behrens vergab dabei eine Hundertprozentige), schaute es wieder nach Business as usual aus. Doch da war ja noch der Joker. In der 82. Minute brachte Köllner endlich Mikael Ishak und der war nicht mal fünf Minuten im Spiel, da zeigte er es – nach schönem Zuspiel von Matheus Pereira – den Kollegen und versenkte die Kugel im Werdertor.

Immerhin gabs auch auf dem Platz wieder ein Lebenszeichen. Das Unentschieden geht zudem, was die Leistungten angeht, in Ordnung. Wobei heute sicher mehr drin gewesen wäre. Wenn Köllner zum Beispiel Ishak gleich gebracht hätte… Aber dann hätte er vielleicht nicht die nötige Angefressenheit besessen, um da Tor zu machen. Nun, vielleicht geht ja nächstes Mal jemand gleich von Beginn an angefressen ins Spiel, zum Beispiel weil man bislang so viel liegen gelassen hat.

Ein Letztes:

Bild will ab sofort nur noch Fakten twittern:

Kritik ist völlig berechtigt – wir dürfen einfach unsere Infos, die wir tatsächlich hatten – online nicht mehr weiter geben – sondern nur noch Fakten weiter geben …— BILD 1. FC Nuernberg (@BILD_FCN) 31. Januar 2019

Wenn höhere Mächte mitspielen

  • Der Kicker hatte anhand diverser Vergleichszahlen (angekommene Flanken, Weitschussgegentore, Konteranfälligkeit…) dargelegt, dass der Club zurecht mit der roten Laterne herumläuft. Unser Noch-Trainer hatte diese Statistiken angezweifelt. Für ihn zähle nur eine Statistik, das sei die Tabelle. Die sagt aber eben auch nichts anderes aus.
  • Auch anderweitig erzählt Michael Köllner derzeit viel. Hier beruhigt er uns zum Beispiel mit der alten oberpfälzer Bauernregel: „Am Ende wird alles gut, und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.“
  • Trotzdem wollte man beim Club das öffentliche Begleitkonzert möglichst leise drehen. Deswegen wurde ein Geheimtrainig angekündigt. Bild war trotzdem dabei (und begegnete dabei auch noch zufällig der angekündigten Verstärkung) . Wenn du unten stehst, klappt halt vieles nicht. Vielleicht war der Schiedsrichter schuld.
  • Günstig Erfahrung einkaufen, das war die Vorgabe für etwaige Wintertransfers. Jetzt gilt es Vollzug zu melden. Der früher für die Fürther Kräuter und dann für den HSV spielende Ivo Ilicevic soll es richten. Die Familie des 32-Jährigen, der derzeit vereinslos ist, wohnt ohnehin schon hier. Sieht so aus, als wären sich da zwei Billigheimer in die Arme gestolpert.
  • Auch auf anderen Ebenen sind Highlights offenbar rar gesät: „Spannender Tag für Niels #Rossow. Der Club-Vorstand war heute auf dem Unternehmerkongress, referierte und führte viele interessante Gespräche. #fcn pic.twitter.com/lMXvXzkhj3 “ — 1. FC Nürnberg (@1_fc_nuernberg) 21. Januar 2019

Das Spiel:

Für das Spiel in Mainz holte Trainer Köllner mal wieder zwei Rettungskräfte von der Tribüne: Palacios und Zrelak. Dazu wechselte er vom 4-1-4-1 auf 4-4-2. Aber egal, welches System der Club praktiziert: In der Abwehr ist er immer für irgendwelche Klöpse gut. Diesmal stellten sich Valentini und Behrens naiv an. Eigentlich war die Chance schon vorbei, da versuchte Aaron noch in den Strafraum zu kommen, düpierte erst Valentini und fiel dann über das Bein unseres Kapitäns. Den Elfer versenkte Brosinski. Wieder mal lag der Club hinten und brauchte eine Weile, sich zu sortieren.

Erest gegen Ende der ersten Hälfte erhöhte der Club, der diesmal auf lange Pässe in die Spitze setzte, den Druck. In der 43. Minute wurde er dann – wie auch sonst – nach einer Ecke belohnt. Georg Margreitter stieg am höchsten und köpfte zum Ausgleich ein.

Nun ja, 1:1 hieß es auch gegen die Hertha zur Pause. Gegen die Mainzer ließ der Club aber erst einmal nichts anbrennen. Allerdings kam auch nach vorne wenig. Aufregung gab es lediglich am Spielfeldrand. Wegen eines nicht gegebenen Einwurfs bekam sogar Ersatzkeeper Fabian Bredlow die gelbe Karte.

Danach waren wieder die Hausherren am Drücker und erspielten sich durch Mateta mehrfach Chancen. Mathenia und viel Glück verhinderten die erneute Mainzer Führung. Die erzielte dann in der 62. Minute der Club. Zrelak verwertete eine Flanke von Leibold. Riesenjubel! Sollte das die Wende sein und der Club endlich mal wieder Punkte einfahren?

Nein! Diesmal hatte der Videoassistent etwas dagegen. Angeblich war Zrelaks Fußspitze im Abseits. Keine Führung! Aber ein Moment, in dem es wohl nicht nur um die Anerkennung eines Tores, sondern um weit mehr ging.: Um Trainerschicksale, um Abstiege, aber auch um das ungute Gefühl, das dann offenbar auch die Spieler beschlichen hat: Der DFB hat offensichtlich entschieden, dass wir absteigen sollen.

Der Club agierte wieder verunsichert. Zehn Minuten später verlor Leibold bei einem Vorstoß den Ball. Die Mainzer konnten kontern und unbeanstandet von Videoschiedsrichtern das 2:1 markieren. Der Club erholte sich von dem erneuten Nackenschlag nicht mehr. So blieb es bei der Niederlage und der Erkenntnis, dass es nicht langt, aber offenbar auch nicht langen soll.

Ob ein Trainerwechsel daran etwas ändert? Nun: Zum Anforderungsprofil dürfte für einen Köllnernachfolger jetzt neben Erstligaerfahrung auch ein gutes Standing beim DFB kommen.

Ein Letztes:

Erst der lachende Köllner, jetzt der fröhliche Edgar Salli: Beim Club scheint trotz allem gute Laune zu herrschen. Kann aber auch sein, dass unser Fußballfachblattt dieses Bild nur deshalb für seine Transfergalerie ausgewählt hat, um die beim FCN ausgemachte Realitätsverweigerung zu symbolisieren.

Es reicht vorne und (vor allem) hinten nicht

Die Woche:

  • Er möchte gerne einen Bundesligaverein trainieren, hatte David Wagner bei seinem Abschied in Huddersfield gesagt. Huddersfield? Spielt da nicht das im Unfrieden vom Club geflüchtete Talent Abdelhamid Sabiri? Nun ja, vielleicht erwägt Wagner ja, sich mal die gute Nachwuchsarbeit bei Sabiris Ex-Verein aus nächster Nähe und in verantwortlicher Position anzuschauen.
  • Was die angekündigten Neuverpflichtungen angeht, steht der Club bislang bloß am Schaufenster und drückt sich die Nase platt, während die anderen zuschlagen. Kingsley Schindler, der beim FCN auf der Wunschliste stand, geht zum 1. FC Köln. Dort hat er wahrscheinlich eine bessere Perspektive, verdient mehr Geld und kennt auch den Trainer. Unser Trainer dagegen kennt halt… Fuchsmühl.
  • Ebenfalls nach Köln wechselt Florian Kainz.  Auch der bisher bei Werder Bremen spielende Stürmer war beim Club im Gespräch.
  • Obwohl eigentlich gerade niemand zum Feiern zumute ist („Gruselstimmung„), wenn der Sponsor zufrieden gestellt werden muss, schmeißt man sich eben doch in Schale und nimmt ein paar Häppchen zu sich. Beim Neujahrsempfang des FCN ging es aber nicht nur darum, die Nürnberger Versicherung bei der Stange zu halten, auch Schiedsrichter waren eingeladen. Hilfe kann man schließlich auch von dieser Seite gebrauchen.
  • Bei dieser Gelegenheit tauchte auch Meeske-Nachfolger Niels Russow aus der Versenkung auf. Weil schöne Worte allein nichts zählen, präsentierte er dabei  einen Vorschlag: eine eigene Clubbude auf dem Christkindlesmarkt. Vielleicht könnte man da gleich die löchrige Clubabwehr reinstellen. „Jeder Schuss ein Treffer!“
  • Lothar Matthäus ist gleichfalls wieder aufgetaucht. Als „Orakel“ bei Sport-Bild. Er tippt den BVB als Meister und den Club als ersten Absteiger. Hoffen wir, dass die Fußballrealität nicht so öde ist, wie ihre „Experten“.

Das Spiel:

Keine Neuzugänge in der Winterpause. Trotzdem liefen im vereisten Morlock-Stadion ein paar (gefühlte) Neuzugänge auf. Die verletzungsbedingt länger ausgefallenen Ewerton, Valentini, Löwen und Mathenia konnten wieder eingreifen und verhindern, dass Clubtrainer Köllner mit irgendeiner Aufstellungsüberraschung aufwarten musste. Trotzdem änderte sich auch mit der mutmaßlich besten Elf wenig am Gesamtauftritt. Der Club werkelte bemüht im Mittelfeld, doch alles war viel zu umständlich angelegt und letztlich zu unpräzise, um wirklich Gefahr für das Hertha-Tor heraufzubeschwören. Hinten lief es dann leider auch wie immer. In der 15. Minute hebelten Selke und Ibisevic mit einem einfachen Doppelpass unsere Viererkette aus und der Club lag mal wieder hinten.

Dass es nicht bei diesem Rückstand blieb, hatten wir dann aber doch einem schmerzlich Vermissten zu verdanken. Eduard Löwen ging nach einer Ecke Risiko drosch den Ball scharf in Richtung langes Hertha-Eck, wo Kapitän Hanno Behrens eindrücken konnte: 1:1. Der Club hatte endlich mal wieder ein Tor erzielt. War das die Wende?

Leider nein! Schon nach fünf Minuten in Hälfte zwei gingen die Berliner wieder in Front. Wieder aus dem nichts und wieder war es viel zu einfach, wie da der Torschütze (Duda) freigespielt wurde.  Immerhin musste sich der Club nicht vorwerfen lassen, sich aufzugeben oder hängenzulassen. Mit Herz und Leidenschaft, aber leider halt nicht mit Ideen und Zielstrebigkeit, ging es weiter nach vorne. Dazu half dann auch der Schiedsrichter nicht mit. Zwei Mal hätte Winkmann durchaus Elfmeter geben können, aber so ist das eben, wenn man unten drin steht, dann wird die absurde Handregel plötzlich mal nachvollziehbar ausgelegt (keine Absicht von Stark).

Und während unsere Elf sich weiter wacker aber erfolglos abrackerte, klapperte es abermals in Mathenias Kasten. Wieder war Duda sträflich frei und erhöhte auf 3:1. Danach war die Luft natürlich raus. Bei dem Aufwand, der beim Club für ein Tor betrieben werden muss, glaubten nicht mal Vereins-Euphoriker mehr an eine Wende. Schließlich war es dann vor allem Mathenia zu verdanken, dass es bei den drei Toren für die Hertha blieb.

Inzwischen kann man allerdings nicht mehr sagen, der Club habe Lehrgeld gezahlt. Neue Lehren waren da nicht dabei. Nur die Erkenntnis, dass es entweder nicht reicht oder dass aus den alten Lehren nicht die nötigen Konsequenzen gezogen wurden.

 

Ein Letztes:

Warum Köllner das Lachen noch nicht verlernt hat (mehr dazu auf Twitter):

Wenn du Salli Fußball spielen siehst. #fcn pic.twitter.com/5peHyw4nAx— Hob Hammkowski (@Harry_Hammer84) 17. Januar 2019

„Aber Peter Laudenklos ist doch der Chef des NLZ?“ #fcn pic.twitter.com/lddJhyjbW1
— SchoensteKind (@SchoensteKind) 17. Januar 2019