Voll dabei im Abstiegsrennen

Die Woche:

1. Manchmal fällt den Kollegen ein Wortspiel ein, das sie lustig finden. Dann müssen sie meist flugs einen Beitrag draus zimmern. Realität hin oder her! Das war beim hier bereits erwähnten Abfang-Jäger so und das steckt wohl auch hinter der Kubo-Krise. Wobei bei der Kuba-Krise damals die ganze Welt den Atem anhielt. Dass FCN-Neuzugang Yuya Kubo in der Kicker-Benotung erst eine 2 und dann nur noch 4er und 5er bekam, lässt jetzt nicht einmal Hardcore-Fans den Atem stocken.

2. Von Stefan Kuntz nominiert zu werden, ist jetzt nicht unbedingt der Ritterschlag. Schließlich hat der Trainer der U21-Nationalmannschaft auch Abdelhamid Sabiri in sein Team geholt. Trotzdem gratulieren wir Clubstürmer Törles Knöll natürlch zu diesem Karriereschritt.

3. Im DFB-Pokal muss der Club Anfang Februar gegen der HSV ran. Der ist inzwischen Spitzenreiter in der 2. Liga, kann also einen Dämpfer vertragen.

4. Nach Michael Wimmer und Reiner Geyer droht dem Nachwuchsleistungszentrum der FCN ein weiterer Verlust. Clublegede Marek Mintal, der die U17 des FCN betreut, hat die Gerüchte um seinen Weggang jedenfalls nur mit den Worten kommentiert: Davon habe er auch schon gehört. Ein Dementi sieht anders aus.

Die Woche:

Wer dachte, der als Tabellenletzter angereiste VfB würde sich hinten reinstellen, sah sich getäuscht. Die Stuttgarter ließen es durchaus offensiv angehen, so dass sich zumindest 15 Minuten lang ein munterer Kick entwickelte, ohne dass es allerdings zu zwingende Gelegenheiten vor dem Tor kam. Danach zog sich der Club zurück, verlor dabei aber immer mehr den Zugriff auf das Spiel. Schließlich kam er kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus und konnte von Glück sagen, dass der VfB in der Verwertung seiner Chancen deutlich machte, warum er in der Tabelle unten drin hängt.

Getäuscht sahen sich dann aber auch diejenigen, die auf einen neuerlichen Pausenweckruf gehofft hatten. In der zweiten Halbzeit ging es genauso weiter. Der VfB drängte aufs Clubtor. Zwar deutete sich für den FCN der eine oder andere Konter an, aber irgendwie klemmte das Offensivspiel. Zum einen lag das am Gegner, der früh Druck machte und unsere Mannschaft daher kaum zu einem geordneten Spielaufbau kommen ließ. Zum anderen machte sich auch das Fehlen von Mikael Ishak bemerkbar, der offenbar der einzige ist, der vorne mal einen Ball sichern kann. Die Hoffnung ruhte nun darauf, der Clubtrainer könnte wieder einen Matchwinner einwechseln. Palacios, derfür Kerk kam, war das allerdings schon mal nicht. Dann wollte Köllner Petrak für Behrens einwechseln. Kurz vorher hatte der VfB aber eine seiner vielen Ecken. Die wehrte Robert Bauer genau zu Baumgartl ab, der die Einladung dann dankend annahm.

Danach folgte auch schon die nächste Enttäuschung: Ein Aufbäumen in diesem Schlüsselspiel war nicht zu erkennen. Fahrig und lethargisch ging es auf FCN-Seite weiter. Schon zarte Ansätze von Offensivbemühungen scheiterten an den nun auch selbstbewussteren Stuttgartern und an eigenem Unvermögen. So war dann das 2:0 durch den eingewechselten Thommy – übrigens wieder nach einer Ecke – die logische Folge. Zuvor hatte Mathenia noch zwei Mal bravourös einen weiteren Treffer verhindert.

Gut, der VfB – das wusste jeder – ist nicht so schwach, wie das die Tabelle ausweist. Andererseits kam vom Club einfach zu wenig, um die Verunsicherung auszunutzen. Auch das Konzept, den Gegner kommen zu lassen und dann Konter zu setzen, ging in die Hose. Der Club, das muss leider gesagt werden, präsentierte sich heute als Top-Abstiegskandidat. Bedauerlicherweise wird das auch noch durch die Faktenlage belegt. Denn nicht nur Stuttgart machte auf uns Boden gut, auch Hannover und Düsseldorf konnten gewinnen. Insofern: ein Spieltag zum Vergessen.

Ein Letztes:

Selbst wenn es mit dem Klassenerhalt dann doch nicht klappen sollte, für seinen Heimatort hat sich Clubtrainer Köllner mit Hilfe der beiden Torschützen von Augsburg nachhaltig verdient gemacht.

Hoppla, der Club kann es auch auswärts!

Die Woche:

1. Man muss wohl alles einmal mitnehmen in seinem Fußballerleben. Und nachdem die jungen und meist noch erstliogaunerfahrenen Clubspieler noch nie bis zu einem Elfmeterschießen vorgedrungen waren, schienen sie es in Rostock auf diese Erfahrung abgesehen zu haben. Zumindest liegt diese Interpretation angesichts des Spielverlaufs nahe. Da reihten sich Fehler an Fehler und eine vo den Zuschauern zwar frenetisch angetriebene, aber dann doch oft nicht konsequente und spielerisch limitierte Heimmannschaft wurde geradezu eingeladen, einem doch, bitteschön, in den Kasten zu ballern. Fast schon Slapstickmomente offenbarte diese Einladung in der 35. Minute. Ausgerechnet Robert Bauer, der Spieler mit der größten Bundesligaerfahrung verstolperte da zwei Mal den Ball. Dieser rollte dann irgendwie in den Strafraum, wo Simon Rhein (von der Bildzeitung nach einem guten Spiel bereits als „Jungstar“ bezeichnet) so um ihn herumtänzelte, dass er zum hinter ihm stehenden Rostocker durchflutschte, der dann praktisch gar nicht anders konnte als das 1:0 zu erzielen. Ähnliche Übungen vollführte übrigens auch Törles Knöll auf der anderen Seite. In aussichtsreicher Position schaffte er es mehrfach, seine Beine so zu verknoten, dass sie nicht durch voreilige Treffer das Elfmeterschießen in Gefahr bringen konnten. Der große Lehrmeister aus der Oberpfalz hatte mit Adam Zrelak ohnehin noch einen Trumpf im Köcher, so dass das Unterrichtsziel doch noch erreicht werden konnte. In der dafür notwendigen Verlängerung bedurfte es schließlich noch eines zweiten Jokers: Federico Palacios. Durch einen Sonntagsschuß war Hansa Rostock nämlich abermals in Führung geraten und besagter Palacios musste daher seine Dribbelkenntnisse im Strafraum auspacken um erneute Torgleichheit herzustellen.

Kann natürlich sein, dass alles ganz anders war. Beispielsweise, dass der auswärts ohnehin nicht souveräne FCN auch noch die falschen Schuhe für den nassen Ostseerasen und den ungewohnten Ball gewählt hatte. Anyway: Der Club ist eine Runde weiter und hat die Kassenlage um 600.000 Euro verbessert.

2. Vor dem Rostockspiel kam es zu auch medial ausgeschlachteten Ausschreitungen. Schließlich musste auch erklärt werden, warum im, übrigens ungeschickt platzierten, Gästeblock deutliche Lücken zu erkennen waren. Ein großer Teil der Ultras saß nämlich in Polizeigewahrsam und konnte nicht ins Stadion. Rostock-Fans hatten zudem den Club-Bus beschädigt und ein Warnschuss seitens der Polizei wurde auch abgegeben. Als „total krank“ bezeichnete Clubtrainer Köllner diese Begleitumstände.

3. Woanders bessere Chancen erblickte wohl FCN-U21-Trainer Reiner Geyer. Obwohl schon seit seiner Jugend dem Club eng verbunden, zog es ihn jetzt nach Österreich, wo er Trainer des FC Admira Wacker wird. Vorerst betreut Co-Trainer Fabian Adelmann die U21 und führte sich bereits gut mit einem 1:0-Sieg gegen die Zweite des FCA ein.

Das Spiel:

In Augsburg durften wieder Mühl, Petrak und Fuchs ran. Auch Joker Adam Zrelak tauchte in der Anfangself auf. Gegenüber dem FCA hatte der Club einen Tag weniger Pause und dazu noch eine längere Reise hinter sich. Das erklärte aber kaum, warum die Augsburger zunächst bissiger spielten, näher am Gegner waren und robuster in die Zweikämpfe gingen. Offenbar waren sie auch in der Einschätzung der Gegenspieler überlegen. Während auf der einen Seite der gefährlichste Nürnberger Angreifer Misidjan permanant auf die Socken bekam (Koo wäre dafür von den meisten anderen Schiedsrichtern längst vom Platz geflogen), hatte sich bei den Nürnbergern augenscheinlich nicht herumgesprochen, dass Finnbogason nicht viele Chancen braucht, um Tore zu machen. Wenn man ihn dann auch noch – wie in der 11. Minute – mutterseelenallein in Tornähe zum Schuss kommen lässt, ist das halt eine sichere Kiste. Der Club lag also wieder mal hinten und angesichts der Verunsicherung in der Abwehr, durften wir froh sein, dass die Augsburger nicht nachlegen konnten.

Nach der Pause kam der Club aber plötzlich wesentlich aggressiver zurück. Auf einmal ergaben sich Chancen. Auch das Glück stellte sich ein. Während Finnbogason in der 54. Minute nur das Lattenkreuz traf, machte Alexander Fuchs im Gegenzug den Ausgleich. Misidjan hatte ihn zuvor schön in Szene gesetzt. Allerdings lag der Club dann auch prompt wieder hinten. Wie schon in Rostock wieder durch einen Sonntagsfreistoß. Schmid konnte diesen genau in den rechten Torwi9nkel zirkeln. Der Club gab aber nie auf und wer dachte, den Spieler stecke noch das Pokalmatch in den Knochen, der sah sich getäuscht. Belohnt wurde die Mannschaft allerdings erst in der 88. Minute, als Lukas Mühl nach einem Eckball den verdienten Ausgleich erzielen konnte. Immerhin bewies die zweite Halbzeit: Der Club kann´s auch auswärts, wenn er beherzt nach vorne spielt.

Ein Letztes:

Reisende soll man nicht aufhalten:

http://www.spiegel.de/sport/fussball/fc-bayern-muenchen-pruefte-ausstieg-aus-bundesliga-und-champions-league-a-1236452.html

Notelf mausert sich und holt einen Punkt

Die Woche:

1. Unser Fanfreund Schalke 04 steckt in der Krise. Dass für die Einordnung der Lage aber das Argument „sogar schlechter als der 1. FC Nürnberg“ verwendet wird, sollte zu denken geben.

2. Manchmal lohnt ein Blick in andere Vereins-Interna. Nach Mainz zum Beispiel. Das dortige Amtsgericht hat jetzt damit gedroht, Mainz 05 aus dem Vereinsregister zu streichen, wenn die Profiabteilung nicht ausgegliedert wird. Die Vereinsführung der Mainzer verweist nun darauf, dass dies auch Konsequenzen für andere Vereine habe. Zum Beispiel den 1. FC Nürnberg.

3. Da haben wir den Salat, genauer gesagt, diejenigen, die dachten für ihre Sky-Euros den Club live verfolgen zu können. Das heutige Mittags-Spiel war nur über Eurosport zu empfangen. Das kostet bekanntlich extra. Allerdings: Bei Eurosport bekommt der Clubfan erheblich mehr geboten als bei Sky.

Das Spiel:

Trainer Michael Köllner musste sich einiges einfallen lassen. Neben Ishak verletzten sich kurzfristig auch noch Löwen, Petrak und Valentini. Dafür konnte der wiedergenesene Sebastian Kerk von Anfang an auflaufen. Daneben zauberte Köllner den U21-Spieler Sinon Rhein aus dem Hut, von dem nicht mal die Webseite des FCN alle Daten parat hat. Demgegenüber kam der Gegner, die Frankfurter Eintracht, auf einer Erfolgswelle nach Nürnberg geschwebt. Die Erwartungshaltung war also eher gedämpft. Vielleicht dachte auch bei der Eintracht der eine oder andere, da müsse er nicht die vollen 100 Prozent abrufen.

Wie auch immer, der Club begann überraschend couragiert und erarbeitete sich mehrfach gute Chancen. Bereits in der 4. Minute ging Kapitän Hanno Behrens mit (fast) gutem Beispiel voran: Sein Weitschuss strich leider knapp am Tor vorbei. In der 18. Minute traf dann Ishak-Ersatz Törles Knöll nur den Pfosten. Bis zur Pause war der Club die bessere Mannschaft. Aber das war im letzten Heimspiel gegen Hoffenheim auch so und dann ging es in der zweiten Hälfte dahin.

Diesmal war das anders. Der Club spielte weiter forsch nach vorne und ließ die Frankfurter kaum einmal gefährlich vors eigene Tor kommen. Die Abwehr stand stabil und eng beim Gegner. Vor allem Mühl und Newcomer Rhein machten einen guten Eindruck. Eintrachttrainer Hütter sah sich demzufolge gezwungen, frischen Wind von der Bank zu bringen und wechselte Allan und Haller ein. Beim Club kamen kurz danach Palacios und Zrelak für Kerk und Knöll. Nicht einmal zwei Minuten nach seiner Einwechslung markierte Adam Zrelak das 1:0 nach schöner Hereingabe von Misidjan. Der Joker stach. Leider dann auch der auf der anderen Seite. Als wir uns alle schon über den Dreier freuten, bugsierte Haller in der 92. Minute eine Flanke von Da Costa doch noch ins Clubgehäuse. Schade! Und eigentlich nicht ganz verdient. Das Unentschieden hätten wir aber vor Spielbeginn angesichts der unterschiedlichen Ausgangslage sofort unterschrieben.

Ein Letztes:

Man kann auch bei Niederlagen Fans gewinnen. Das postete der elfjährige Junge, der das Max-Morlock-Stadion mit Legosteinen nachgebildet hat, nach der Hoffenheim-Pleite:

Club bricht auch zu Hause ein

Die Woche:

1. Die Länderspielpause wurde diesmal mit einem Testspiel bei der DJK Vilzing überbrückt. Der Bayernligist aus der Oberpfalz wurde mit 5:0 geschlagen. Zwei Mal traf dabei der in Pflichtspielen leider noch nicht so zielsichere Edgar Salli.

2. In der Bundesliga brauchten sie immerhin 18 Jahre um uns als Rekordmeister abzulösen. In punkto Peinlichkeit reichten dem FC Bayern wenige Tage, um unseren durch die beiden Auswärtspleiten beschädigten Club in den Schatten zu stellen. Und von hinten drängt auch noch die Fortuna.

3. Was die Bayern-Bosse angeht, die hätten da eventuell eine weitere Pressekonferenz gegen die Springerpresse veranstaltet. Wahrscheinlich war es aber nur der überschrifttaugliche Begriff „Abfangjäger“, der die Bildzeitung dazu veranlasste, Lukas Jäger (übrigens vergeblich) in die erste Mannschaft zu schreiben.

4. Als Meerrettich-Fabrikant muss man wohl auch in anderen Funktionen ein bisschen Schärfe reinbringen. Schon als es um die Ablösung Martin Baders ging, scherte Aufsichtsrat Hanns-Thomas Schamel aus und sagte damals „in Ausnahmesituationen“ müsse man nicht mit einer Stimme sprechen. Bei der Jahreshauptversammlung konnten die meisten allerdings eine solche Ausnahmesituation eher nicht erkennen. Schamel wurde daher nicht mehr in den Aufsichtsrat gewählt. Für ihn sitzt jetzt Peter Meier von der Nürnberger Versicherung in dem Gremium. Bestätigt wurden hingegen die Aufsichtsratsmitglieder Ulrich Maly und Christian Ehrenberg. Wobei, das sei schon noch angemerkt, der gute Grethlein natürlich andererseits diejenigen, in deren Namen er spricht, vorher darüber informieren sollte.

5. Vom Nürnberger Stadion war auch wieder mal die Rede. Auf der JHV ging es wieder mal um einen Neubau. Beim Trainer wiederum soll der Altbau „Kraft“ entwickeln.

Das Spiel:

Es hatte sich angedeutet, dass diesmal Christian Mathenia im Kasten stehen würde. Wohl um hinten nicht allzuviel umzukrempeln – schließlich fehlte auch der gesperrte Tim Leibold – musste der wieder fitte Ewerton dafür auf der Bank Platz nehmen. Der Torwartwechsel zahlte sich dann zunächst auch aus. Mehrfach konnte sich der Neuzugang vom HSV auszeichnen und brachte die Hoffenheimer Stürmer (vor allem Kramaric) ein ums andere Mal zur Verzweiflung. Zudem strahlte er die notwendige Ruhe aus, die bei den Klatschen in Dortmund und Leipzig schmerzlich vermisst wurde. Neben Mathenia stand Mikael Ishak in der ersten Halbzeit im Mittelpunkt. Bereits in der 2. Minute kommt er allein vor dem TSG-Tor zum Schuss zielt aber links vorbei. Beim Sprint verletzte er sich allerdings – konnte zunächst noch weitermachen, musst später aber doch raus. Dafür war dann Mathenia der Ausgangspunkt für den Führungstreffer. Seinen Abschlag nahm Virgil Misidjan auf, wurde im Strafraum von Adams geschubst und holte so den Elfer raus. Hanno Behrens verlud TSG-Keeper Baumann und ließ sich die Chance nicht entgehen. Kurz darauf ging der schnelle Misidjan erneut im Strafraum zu Boden. Diesmal fehlte aber die Einwirkung des Gegners. Den nächsten Aufreger setzte dann Schiedsrichter Zwayer. Sieben Minuten ließ er nachspielen. Gab´s wohl zur Halbzeit auch noch nicht oft.

Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann nutzte die Pause, ein bisschen umzustellen. Mit Szalai für Grillitsch brachte er einen weiteren Stürmer, was sich prompt bemerkbar machte. Es ist halt offensichtlich nicht die „Kraft des Stadions“, die den Club zu Hause beflügelt, sondern die Taktik des Gegners. Wenn da Stürmer, die auf europäischem Niveau spielen, den Druck erhöhen, ist unsere Abwehr komplett überfordert. So stand in der 50. Minute auf einmal Kaderabek auf der linken Abwehrseite völlig frei, konnte zu Nelson passen, der volley den Ball unhaltbar für Mathenia in den Clubkasten drosch. Sieben Minuten später ist es erneut Nelson. Mit einem Schuss ins kurze Eck bringt er die Hoffenheimer auf die Siegerstraße. Als zehn Minuten später Szalai sogar auf 3:1 erhöht, war das Ding durch. Auch die Freude über die Einwechslung des langzeitverletzten Sebastian Kerk verpuffte. Dass es bei diesem Ergebnis blieb, war einerseits Mathenia zu verdanken und andererseits dem Umstand, dass die TSG es wieder etwas lockerer angehen ließ. Nach vorne ging beim Club jedenfalls kaum moch etwas. Hier zeigte sich erneut, wie wichtig Ishak für das Sturmspiel ist.

Bleibt die Erkenntnis, dass wir gegen die Top-Mannschaften der ersten Liga nicht mithalten können und das unabhängig vom Stadion und vom Zuschauersupport. Die Hoffnung ruht jetzt wohl darauf, dass es bei mindestens zwei anderen Mannschaften noch weniger reicht.

Ein Letztes:

„Der Club ist mehr als die 90 Minuten auf dem Platz“ konstatierte der neue Finanzvorstand Niels Rossow bei seiner Antrittsrede. Richtig. deswegen gibt es im Clubfreundeblog auch schon länger mehr als bloß einen Nachbericht zum Spiel.

Club mutierte erneut zur Schießbude

Die Woche:

1. Zur WM durfte er (noch) nicht mit nach Russland. Jetzt kann Clubangreifer Mikael Ishak das nachholen. Er steht wieder im Kader der schwedischen Nationalmannschaft, die im Rahmen der Nations League am 11. Oktober gegen Russland antreten muss. Weiter auf seine Nationalelfnominierung warten muss hingegen der österreichische Clubverteidiger Georg Margreitter.

2. Der Zweitligist Union Berlin hat einen Wunschzettel zur Rettung des deutschen Profifußballs geschrieben. Während die einen gleich von Revolution reden, kommen die anderen gleich wieder mit ihren Bedenken ums Eck. Unter anderem auch Club-Sportvorstand Andreas Bornemann. Kann man machen. Ist wohl auch in Manchem realistisch. Nur: So passiert halt wieder mal gar nichts.

3. So Leute, wenn es nach dem Stadionbetreiber geht, dann spielt der Club nur die Hinrunde erstklassig. In der Rückrunde gehts dann wieder gegen Sandhausen oder die Westvorstädter. Quatsch? Nein, Buchhalterlogik!

Das Spiel:

War wohl doch kein einmaliger Ausrutscher, das 7:0 in Dortmund. Diesmal präsentierte sich der Club in Leipzig als Schießbude. Was schon mal all jene Beteuerungen, der FCN habe seine Lektion gelernt und werde ein ähnliches Debakel künftig vermeiden, konterkarierte. So muss man (wir auch) wohl weiter auf Fehlersuche gehen. An der gelben Wand oder am Fehlen von Ishak scheint es nicht gelegen zu haben. In Leipzig lag der Club in Bestbesetzung bereits nach 32 Minuten 4:0 hinten. In der 3. Minute ging es los. Kampl und Werner waren da nicht nur körperlich viel zu schnell für die Clubabwehr und Bredlow durfte das erste mal hinter sich langen. Vier Minuten später war Poulsen fixer im Kopf und erhöhte auf 2:0. Dann dauerte es (immerhin) fast eine Viertelstunde, ehe Sabitzer das 3:0 folgen ließ und in der 32. Minute markierte dann Timo Werner das 4:0. Spätestens da war das Spiel gelaufen, denn von den Nürnbergern ging praktisch keine Torgefahr aus und in der Abwehr praktizierten sie wieder mal das schon vom BVB bestrafte körperlose Spiel, so dass die Leipziger nicht mal Angst haben mussten, was auf die Socken zu bekommen.

Angst, so schien es, ist eher der Auswärtsbegleiter des Clubs. Wie eine Amateurelf in der ersten Pokalrunde standen manche da ehrfürchtig Spalier, wenn die „Großen“ überfallartig aufs eigene Tor zupreschten. Wobei die von Köllner ausgerufene Taktik, selbst das Spiel machen zu wollen, den Leipzigern noch zusätzlich in die Karten spielte.

In der zweite Hälfte begnügten sich die Gastgeber mit lediglich zwei weiteren Treffern (55. Sabitzer, 59. Werner). Dafür gab es in der 63. Minute noch einmal einen Aufreger. Werner fällt im Strafraum. Es gibt Elfmeter und Rot für Leibold. Letzteres war völlig überzogen. Ersteres brachte nichts ein, weil Bredlow mit dem Fuß abwehren konnte. Zu Zehnt (vielleicht sollten wir auswärts gleich mit einem Mann weniger auflaufen, um den Gegner eimnzulullen) hielt der Club dann immerhin das Ergebnis.

Jetzt ist erstmal Länderspielpause, da hat man genug Zeit, sich über die Auswärtsauftritte, die dort praktizierte Taktik und etwaige mentale Aufbaustrategien Gedanken zu machen.

Ein Letztes:

Nun ja, wessen Hintern eine Premier-League-Bank kennt, den kann man schon mal nominieren.

Die Schmach schnell getilgt

Die Woche:

1. „Weekly“ ist zwar englisch, bezieht sich aber trotzdem nicht auf englische Wochen und eine entsprechende Erscheinungsweise. Deswegen habe ich mir erlaubt, das Mittwochspiel (wo war das noch gleich?) erstmal schweigend zu übergehen. Ohnehin beschlich mich das Gefühl, dass hier auch andere nicht voll bei der Sache waren. Ich will nicht behaupten, das Spiel (hier eine Analyse, der man nciht viel hinzufügen muss) wurde von vorneherein abgeschenkt. Aber wenn man sich schon im Flieger verletzt, wenn man den wichtigsten Stürmer schont, wenn man mit ungewohnter Fünferkette und drei Innenverteidigern antritt und die Mannschaft mental nicht auf die Gelbe Wand vorbereitet, dann scheint wohl nicht der allerletzte Siegeswille vorgeherrscht zu haben. Vielleicht hatten einige beim Club auch an das Heimspiel gegen die Bayern in der Abstiegssaison vor Augen, wo der Club zwar nur 0:2 verlor, sich aber zwei Stammspieler schwere Verletzungen zugezogen hatten und langfristig ausfielen. Am Mittwoch hatte sich immerhin niemand verletzt.

2. Mit den Schalkern verbindet uns inzwischen nicht nur eine Fanfreundschaft, sondern auch eine Satiregemeinschaft. Der in Fürth (!) erscheinende Postillon machte sich jetzt gleichermaßen über den Club („Mit mehr Nachspielzeit hätten wir das Spiel noch gedreht“) und über Schalke 04 („Erste Punkte für Schalke: Mannschaftsbus auf Rückfahrt von Freiburg geblitzt“) lustig. Sagen wir mal so: Schön wenn man in einem langweilig gewordenen Business für Gelächter sorgen kann.

3. Wie zu erwarten war, bekam Deutschland den Zuschlag, die EM 2024 auszurichten. Was das mit Nürnberg zu tun hat? Nichts!

Das Spiel:

Am heutigen Samstag lief wieder eine optimal auf- und eingestellte Mannschaft auf. Petrak wie gewohnt im Abwehrzentrum, Ishak vorne dabei, dazu durfte Eduard Löwen von Anfang an ran und die beiden Neuzugänge Misidjan und Pereira sollten auf Außen wirbeln. Taktisch kehrte Köllner wieder zu Bewährtem zurück und ließ mit 4-3-3 bzw. 4-1-4-1 spielen. Dazu war die Mannschaft diesmal auch voll darauf fokussiert, das 0:7 vom Mittwoch vergessen zu machen.

Torchancen waren zunächst allerdings Mangelware. Viele hatten ein „enges Spiel“ erwartet und das schien sich zu bewahrheiten. Bis zur 28. Minute. Da wurde Tim Leibold von Lukebakio im 16er gefoult. Kapitän Hanno Behrens hämmerte den Ball dann aus 11 Metern ins Düsseldorfer Tor. Danach musste der diesmal glänzende Bredlow gegen die immer wieder schnell umschaltenden Düsseldorfer die Führung festhalten.

Zur zweiten Halbzeit brachte Köllner für den zwar viel Betrieb veranstaltenden aber nach hinten oft zu sorglosen Matheus Pereira Federico Palacios. Dessen großer Moment sollte aber erst später kommen. Dazwischen war es Ishak, der nach 64 Minuten auf 2:0 erhöhte. Behrens hatte den Ball aus der Abwehr gedroschen, der Düsseldorfer Bodzek verlängerte unglücklich zum Club-Torjäger, der dann eiskalt abschloss.

Aufgegeben hat sich die Fortuna dennoch nicht und drückte weiter auf den Anschluss. Doch mitten in die Drangphase startete der Club einen Konter über Löwen, der zu Palacios spitzelte und der lupfte den Ball über Düsseldorfs Keeper Rensing zur Entscheidung.

Am Ende stehen sechs Punkte aus der englischen Woche. Ein Mitbewerber um den Abstieg wurde zudem auf Distanz gehalten. Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Was den Mittwoch betrifft: Schwamm drüber!

Ein Letztes:

Realitätsferner Optimismus vor dem Mittwochspiel:

Club belohnt sich endlich

Die Woche:

1. Als freundlich lachender Zuschauer wertet Clubtrainer Michael Köllner in seiner Freizeit Kabarettsendungen des Bayerischen Fernsehens auf. Auch anderen regionalen Medien verhilft er als Interviewpartner derzeit zu ein bisschen Glanz. Dem fränkischen Tag hat er dabei so bahnbrechende Sätze diktiert wie: „Jeder Spieler hat immer die Chance, in den Spieltags-Kader zu kommen oder sich sogar einen Startelf-Einsatz zu sichern. Voraussetzungen hierfür sind starke Leistungen im Training.“

2. Am 17.Oktober findet die Jahreshauptversammlung des FCN statt, Es dürfte diesmal wohl eher eine harmonische werden. Finanzvorstand Michael Meeske wird sich verabschieden und seinen Nachfolger einführen. Außerdem steht u.a. Oberbürgermeister Ulrich Maly als Aufsichtsrat zur Wiederwahl an.

3. Seit Saisonbeginn wird im Stadion Pfand auf Getränkebecher erhoben. Das dient der Abfallvermeidung, verursacht aber lange Schlangen und Stress bei der Pfandrückgabe nach dem Spiel. Um da Druck rauszunehmen, kann man jetzt den Becherpfand (zwei Euro) auch für einen guten Zweck spenden: für das Projekt Viva con Agua des ehemaligen Pauli-Spielers Benjamin Adrion. Ziel des Projektes ist es, ärmeren Ländern Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Zu den Guten gehört der FCN deswegen trotzdem noch nicht, denn er unterhält auch eine Partnerschaft mit Nestlé (Schöller). Dieser Konzern ist was das Trinkwasser angeht gerade in der Gegenrichtung unterwegs.

Das Spiel:

Heimsieg, der erste Dreier, was will man mehr? Dabei begann es gegen Hannover 96 erstmal wie üblich. Der Club spielte (diesmal mit Virgil Misidjan von Beginn an) gefällig, aber nicht zwingend. So begann manch einer schon wieder zu zittern, als sich die 25. Minute näherte. Geriet der Club da doch regelmäßig in Rückstand. Aber nichts da. Beinahe im Gegenteil. Denn nach einem Kopfball von Misidjan erzielte Ishak das Tor für den Club. Jubel im Stadion, Jubel vor den Bildschirmen und Jubel auf Twitter. Doch wieder mal spielte der Videobeweis den Stimmungskiller. Der Club ließ sich aber nicht beirren. Erneut war Misidjan der Ausgangspunkt. Er steuerte frei aufs 96er-Tor zu, wurde aber an der Strafraumgrenze von Albornoz von den Beinen geholt. Schiedsrichter Dankert ließ die Pfeife stecken und musste sich dann Schieber-Rufe anhören. Das war doch ein klarer Elfer, dachten die meisten. Eine gefühlte Ewigkeit später präsentierten die Videoschiris in Köln eine ganz eigene Interpretation. Freistoß und Rot für Albornoz wegen Notbremse. Den Freistoß setzte Leibold dann an den Pfosten. Danach stellten die Hannoveraner um, verstärkten die Defensive und versuchten es mit Kontern. Dem Club fiel dazu nicht viel ein. Da mussten die Ideen eben von außen kommen. Trainer Köllner wechselte nach gut 70 Minuten Törles Knöll ein und der wurde zum Matchwinner. Kaum eingewechselt zwang er erst Anton zu einem Eigentor und nur zwei Minuten später markierte er nach Ishakzuspiel das 2:0. Hannover hatte zwar danach nochmal eine Chance zum Anschlusstreffer. Aber der Club brachte den Vorsprung über die Zeit. Am Mittwoch geht es nach Dortmund. Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

Ein Letztes:

Ein Grund mehr, dem derzeit glücklosen Domenico Tedesco die Daumen zu drücken:

Last-Minute-Transfer mit Last-Minute-Tor

Die (Doppel-)Woche:

1. Ein bisschen haben mich die Nationalmannschaftsauftritte, die hier das Weekly zu einem 14-Tägly mutieren ließen, an „The Walking Dead“ erinnert. Aber mei, als Clubfan hat man mit jener übersättigten „Mannschaft“ kaum Schnittstellen, außer dass sie für solche Zwangspausen sorgt. Dafür schafft sie Gelegenheiten zu Freundschaftsspielen. Die hat der Club gegen die TSG Roth und gegen Dukla Prag souverän gemeistert. Der Herr Löw war anderweitig beschäftigt und konnte niemanden beobachten. Also: alles gut!

2. Sportvorstand Andreas Bornemann hat sich nachträglich zu den Last-Minute-Neuverpflichtungen geäußert und erzählt, wie man beim Club trotz Zeitdruck, ruhig die Transfers durchgezogen hat. Die, das hat sich auch bei den Freundschaftsspielen angedeutet, keine Verzweiflungseinkäufe gewesen seien.

3. Michael Köllner hatte für die Neuzugänge Deutschkenntnisse zur Bedingung gemacht. Die Neuzugänge haben derweil im Kicker und beim BR inzwischen allerdings Verständigungsprobleme mit dem Trainer beklagt. Man müsse oft mehrfach nachfragen, weil er so stark Dialekt rede.

4. Dementis scheinen beim Club nur sehr temporäre Bedeutung zu genießen. Jetzt verlässt Finanzvorstand Michael Meeske den FCN also doch. Dies war also nur dreijährige Zwischenstation auf dem Weg vom Kultclub (St.Pauli) zum Kapitalclub (VfB Wolfsburg). Das zeigt auch, wo der 1.FCN auf dieser Skala einzuordnen ist. Der hat Meeske dennoch einiges zu verdanken. Zum Abschied kann er endlich mal eine positive Bilanz nach einem abgelaufenen Geschäftsjahr präsentieren und hinterlässt seinem Nachfolger Niels Rossow somit geordnetes Terrain. Angeblich soll der Club auch für Meeske eine, bei solchen „Transfers“ eigentlich unübliche, Ablöse von 300.000 Euro kassiert haben. Pessimisten erinnern sich hingegen an den Jahreswechsel 2012/13, als besagter VW-Verein Trainer Dieter Hecking vom FCN abwarb. Ein Verlust mit Spätfolgen: 2014 gings dann in die 2.Liga.

Das Spiel:

Nicht ganz vollständig lief „Köllners neue Torfabrik“ an der Weser auf. Nur Matheus Pereira war von den beiden Last-Minute-Transfers von Beginn an dabei. Kubo musste daher erneut auf dem Flügel ran. Der Club begann recht gefällig nach vorne zu agieren, ohne allerdings echte Torchancen herauszuspielen. Der SV Werder Bremen, bei dem der ehemalige FCN-Spielmacher Kevin Möhwald (auch das ein Beweis für die anderen personellen Möglichkeiten an der Weser) nur auf der Tribüne saß, kam zwar seltener, meist aber gefährlicher vors Tor. Zwei Mal musste Georg Margreitter in höchster Not klären. Entsprechend angefressen stauchte er danach seine Abwehrkollegen zusammen. Die schafften es aber wieder nicht, die erste halbe Stunde ohne Gegentreffer zu überstehen. Diesxmal bedurfte es aber eines Sonntagnachmittagschusses von Maximilian Eggestein. Der kann ohne angegriffen zu werden aus 18 Meter abziehen und hämmert den Ball ins Dreieck. Schönes Tor, muss man leider zugeben.

In der zweiten Halbzeit beorderte Köllner Neuzugang Pereira nach vorne. Yuya Kubo, der ursprünglich mal Möhwald ersetzen sollte, musste weiterhin über den Flügel kommen, wo seine Qualitäten nicht so ganz zum Tragen kommen. Trotzdem liegt in der 59. Minute der Ball im Werdertor. Petrak hatte ihn reingespitzelt. Jubel beim Club. Jubel bei den Fans. Aber da ist halt noch der Videobeweis. Der entdeckte ein Abseitsposition von Ishak. Nichts war´s mit dem Ausgleich.

Dann wurden Fuchs und Pereira durch Neuzugang Virgil Misidjan und Edu Löwen ersetzt. Doch weiter rannte der Club vergeblich an. Die Bremer spulten die Sache souverän runter. Erst kurz vor Schluss – inzwischen war Knöll für Petrak drin – ging der Club all-in. Und er wurde in der Nachspielzeit belohnt: Virgil Misidjan verwertete in der 92. Minute eine Behrens-Vorlage zum inzwischen verdienten Ausgleich. Danach hatte Kubo nach Ishak-Zuspiel sogar noch die Möglichkeit, den Siegtreffer zu erzielen, schloß aber viel zu schwach ab. Ein Spiel dauert halt meist länger als 90 Minuten. Eine Erkenntnis, die der Club offenbar verinnerlicht hat.

Ein Letztes:

Unsereins verausgabt sich ja eher auf Twitter. Unter eSports fällt das – keine Ahnung warum – trotzdem (noch) nicht. Es gibt aber auch auf diesem Terrain Ereignisse, die der Sportfreund wissen sollte, vor allem dann, wenn sie zwei Stars der Szene betreffen:

Erstes Tor, erster Punkt

Die Woche:

1. Wichtiger als der sportliche Erfolg ist beim Club bekanntlich die finanzielle Konsolidierung. Da kündigt sich jetzt eine Einnahme von fast 30 Millionen Euro an. Das Geld kommt aus den Vermarktungserlösen der DFL. Dabei gilt das, nicht unbedingt Kurzweil fördernde Prinzip: Der Teufel scheißt am liebsten auf den größten Haufen. Nachdem der Club haufenmäßig inzwischen zu den Top 18 gehört, bekommt er natürlich einiges zusätzlich ab. Das Geld fließt allerdings erst zu Ende des Saison. Trotzdem ist es angesichts solchen Aussichten verschmerzbar, wenn sich alte Hoffnungen zerschlagen, wie etwa die, am Weiterverkauf des früheren Clubprofis Niclas Füllkrug partizipieren zu können.

2. Seine ominöse „Rippenprellung“ und plötzliche Schmerzen vor der eigentlich geplanten Einwechslung in Berlin nährten Gerüchte, wonach Eduard Löwen nach England wechseln könnte. Das vielseitig einsetzbare Clubtalent will sich aber lieber mit dem FCN in der Bundesliga durchbeißen. Gut so!

3. Am gestrigen Deadline Day, also kurz nach dem Schließen des Transferfensters, präsentierte der Club noch zwei Neuzugänge. Sie sollen die Probleme auf den Außenbahnen beheben. Dnd, so wie es aussieht, könnten die beiden dazu durchaus in der Lage sein (laut Transfermarkt beträgt der Marktwert derzeit 3 bzw. 5 Millionen). Virgil Misidjan hat schon gegen Ronaldo in der Championsleague gespielt und kommt vom bulgarischen Serienmeister Ludogorez Rasgrad für angeblich 2,5 Millionen. Von Sporting Lissabon, ebenfalls einer guten Adresse, wechselt Matheus Pereira zum Club. Viele sahen bei den beiden Neuzugängen aber erstmal die Haare in der Suppe. Bei dem auf Leihbasis verpflichteten Pereira musste der Club auf den postulierten Grundsatz Kaufoption verzichten. Bei Virgil Misidjan wurde vor allem ein noch offenes Verfahren thematisiert, das ihm vier Monate Knast einbringen könnte. Andererseits: Ohne irgendwelche Makel würde der klamme Club solche Transfers gar nicht realisieren können.

4. In Mainz hat sich AfD-Chef Alexander Gauland für heute angekündigt. Der FSV Mainz 05 nutzte das um so in der Zeitung für das Auswärtsspiel in Nürnberg zu werben:

Das Spiel:

Endlich wieder Erstligafußball in Nürnberg. Für die Fans ein lange vermisstes Ereignis. Auf dem Platz war der Neuigkeitswert erst einmal geringer. Wie schon in Berlin spielte der Club zwar gefällig, hatte ein Übergewicht was den Ballbesitz anging, aber vor dem Tor war er erneut zu harmlos. Bezeichnend die wohl beste Chance nach einer Viertelstunde. Palacios spielt Kubo schön im Strafraum frei. Statt zu schießen, dreht der sich aber erst einmal um die eigene Achse und die Gelegenheit war dahin. Und dann kommt nach 25 Minuten – wie schon in Berlin – das wohl umvermeidliche Nickerchen in der Abwehr. Aaron kann auf der linken Seite relativ ungehindert flanken und Mateta kommt im Strafraum ebenso ungehindert zum Kopfball, dem Bredlow nur noch hinterherschauen kann. So einfach kann man Tore schießen.

Das scheint der Mannschaft auch irgendjemand in der Kabine gesteckt haben. Denn in der zweiten Hälfte waren kaum drei Minuten gespielt, da ließ Kapitän Behrens eine Valentini-Ecke durch, irritierte so die Mainzer Abwehr und Ishak hämmerte den Ball rechts oben ins Eck. Aus elf Metern. Genau aus der Distanz scheiterte er in Berlin noch mit dem ruhenden Ball.

Auf einmal war nicht nur Stimmung im, mit 38.000 Zuschauern leider eher enttäuschend besetzten Max Morlock-Stadion, sondern auch auf dem Platz. Man merkte dem Club an: Da war ein Knoten geplatzt. Die Spieler schienen gemerkt zu haben, dass sie in der ersten Liga auch dort, wo es drauf ankommt, mithalten können. Der FCN erspielte sich Chance um Chance und hätte den Sieg eigentlich verdient gehabt. Aber irgendwie war entweder ein Mainzer Bein dazwischen oder es fehlte das nötige Glück. Zudem avancierte auch noch Gästekeeper Müller zum besten Mann auf dem Platz. Wobei immerhin auch Neuzugang Kubo andeutete, dass er uns noch viel Freude bereiten könnte.

Insgesamt waren es zwar verlorene zwei Punkte. Aber die Kurve beim Club zeigt eindeutig nach oben. Wenn der Lernprozess so weiter geht, dann gewinnen wir solche Spiele auch bald.

Ein Letztes:

Ein bisschen mehr kam am gestrigen Abend doch noch nach:

Noch zu brav fürs Oberhaus

Die Woche:

1. Nicht nur der „Kicker“ war down, auch unser Blog war nicht erreichbar. Das fiel natürlich vergleichsweise wenigen Leuten auf. Genau wie der Ausfall all der anderen Seiten, die vom, im Fürth beheimateten Provider ODN gehostet werden. Dass der Kicker ausgerechnet zum gestrigen Bundesligaauftakt in die Knie ging, zog hingegen Kreise. Auf Twitter schoß der Hashtag #kickerdown nach oben. Zunächst wurden ruchlose Hacker verantwortlich gemacht. Dann stellte sich allerdings heraus, dass wiederholte DDos-Attacken die Server zerschossen hatten. Übrigens ncht zum ersten Mal.

2. Sollen wir uns angesprochen fühlen? Unter der Überschrift „Die Legende bleibt“ wenden sich Clubfans gegen Schwarzmalerei und Grantlertum und fordern geschlossene Unterstützung der Mannschaft. Die hat sie natürlich verdient, zumal ihr zu Beginn der letzten Saison auch keiner den Aufstieg zugetraut hat. Andererseits hat Granteln im Zusammenhang mit dem Club schon etwas von Traditionspflege. Diese Tradition hat Gründe. Fast jedesmal, wenn man beim Club mit dem Weißmalen anfing, gab es ein jähes Erwachen. Insofern ist es eigentlich ein positives Signal, wenn uns alle nur als Absteiger auf der Rechnung haben.

3. Auch bei der „Zeit“ sieht man den Club eher als Lachnummer. Da passte dann das Zitat von Neuzugang Yuya Kubo gut ins Konzept. „Ich hatte keine andere Möglichkeit. Ich habe nur von diesem Club ein Angebot bekommen“, soll der japanische Nationalspieler gesagt haben. Das, beeilte man sich beim Club richtigzustellen, sei aber nur ein Übersetzungsfehler gewesen. Nun ja, auch wenn es anders gewesen wäre: Wichtig ist die Leistung auf dem Platz.

4. Auch organisatorisch hat der Aufstieg Weiterungen. Eine größere Zahl von Ordnern soll Staus an den Eingängen verhindern helfen. Außerdem wird die Trennung Männer- und Fraueneingänge aufgehoben, stattdessen wird – und der Satz hat es uns dann doch angetan – „das weibliche Ordnerpersonal in voller Breite postiert“.

Das Spiel:

Was wurde im Vorfeld alles geschrieben: Der Club sei erster Anwärter auf den Abstieg, der Kader sei nicht bundesligatauglich… In Berlin sei für diese Mannschaft jedenfalls nichts zu holen. Doch dann spielte der Club zwar kontrolliert und eher auf Absicherung bedacht, jedoch keineswegs unterlegen und durchaus ansehnlich. Lediglich nach vorne ging nicht viel zusammen. Dafür ließ die Clubabwehr wenig anbrennen. Gut, bei einer Hertha-Ecke flog Bredlow am Ball vorbei. Aber sonst? Doch dann kam die 27. Minute. Da spielte Lazaro auf Außen Leibold aus. Währenddessen foult sich Ibisevic (allerdings nach VAR nicht ahndungswürdig) an der Strafraumgrenze frei. Prompt ist die Ordnung in der Clubabwehr dahin und besagter Ibisevic steht mutterseelenallein im Torraum und braucht den Flankenball nur noch einzuschieben. Da merkte man bereits fehlende Erfahrung und Cleverness. Übrigens auch bei der ersten Clubecke als Behrens für den Schiri nicht sichtbar weggedrückt wurde.

In der zweiten Hälfte machte der Club mehr auf, wobei zunächst die Berliner weitere Chancen generierten. Doch dann kam der Club, in Gestalt von Neuzugang Kubo. Der tankte sich sehenswert auf der linken Seite durch, scheiterte aber an Keeper Jarstein. Dieser bekam dann im Verlauf der Partie mehr zu tun. Richtig ernst wird es für ihn aber erst in Minute 85. Per Videobeweis wird dem Club ein Handelfmeter (Rekik fährt seine Linke aus) zugesprochen. Mikael Ishak (Hanno Behrens, der sonst die Elfer schießt, war schon ausgewchselt worden) legt sich den Ball zurecht, zielt halbhoch auf die linke Ecke, aber der Hertha-Keeper kann parieren. Da war sie, die Ausgleichschance. In der Bundesliga, das zeigte das Spiel in Berlin, dürfte der Club nicht allzuviele bekommen, also muss man die künftig besser nutzen.

Trotz der Niederlage lässt sich aber auf dem Auftaktspiel aufbauen. Der Club war auf Augenhöhe mit der Hertha. Was fehlte war die Cleverness und die Souveränität. Bezeichnend, dass Ondrej Petrak, der als einziger schon mal für den FCN Bundesliga spielte, in unserer Mannschaft den besten Eindruck machte. Auch Kubo könnte durchaus zur Belebung beitragen. Die anderen müssen halt schnell den Respekt ablegen. Om Augenblick ist der Club jedenfalls nicht zu schlecht für die erste Liga, sondern nur (noch) zu brav.

Ein Letztes:

Als Lokalpatrioten mag einen das freuen, uns erinnert das an das erfolglose Hoeneß-Gastspiel beim FCN und daran, dass derartige Nottransfers selten was bringen.