Der Club siegt im Deppenduell

2642404264Dass man selbst nach einem Sieg den Begriff „Depp“ erwähnen muss, das schafft auch nur unser Club. Klar gilt der alte Trainserspruch, am Ende zählt nur das Ergebnis. Wie es zustande gekommen ist, danach fragt in ein paar Tagen keiner mehr. Aber das Spiel in Aalen braucht für das Sackenlassen vielleicht doch ein bisschen länger.

Zunächst startete das Spiel schwach und gemächlich und ließ dann im Laufe der 90 Minuten noch zunehmend nach. Einziger Aufreger war ein Pfostenkullerer des VfR. Dann ging das langweilige Gegurke auch noch in die Verlängerung. Jetzt zeigte sich beim Club, dass auch sinnfreies Herumgerenne Kräfte zehren kann. Jedenfalls hatte man nie den Eindruck, da könnte noch einer mal das Tor treffen. Die waren ganz offensichtlich platt.

Zudem hatten beide Mannschaften auch noch den Sinn des Spiels aus den Augen verloren. Nicht einmal vom Elfmeterpunkt wollten die Spieler treffen. Lediglich drei der zehn Elfer gingen ins Tor. Schöpf und Kutschke trafen. Möglicherweise aus Versehen. Aber das reichte. Was das Toreschießen angeht, ist das fast das Minimalste, was man sich denken kann. Freilich, eine cleverere Mannschaft hätte so etwas weniger zeitaufwändig gestaltet. Auch den doch ziemlich strapazierten Fans hätte das gefallen.

Aber seis drum. Der Club hat mal wieder die erste Pokalrunde überstanden. Jetzt klingelt die Marie. Und wenn dann das Konditionstraining etwas härter wird und die Elfmeterschützen bald mit Pumaschuhen anlaufen, dann erleben wir vielleicht mal Spiele mit etwas mehr Würze.

Füllkrug machte den Unterschied

418761760Diesmal waren alle Fans dabei, auch jene die beim letzten Mal noch die Aliens verwechselt haben. Und so hatte der FCN in Aalen fast so etwas wie ein Heimspiel. Demzufolge ging es auch gut los für den auswärts sonst eher dürftigen Club. Bereits in der 11. Minute schwanzte sich Sylvestr im Strafraum durch, legte zu Füllkrug und der besorgte das 1:0. Der Club präsentierte sich selbstbewusst, aber nicht überheblich. Genau so muss man bei einem Verein wie Aalen auftreten. Doch dann verlor er leider wieder die Balance. Unverständlicherweise ließ man sich hinten reindrücken. Entlastung fand praktisch kaum statt, weil spätestens der dritte Pass beim Gegner landete. Meistens war Robert Koch derjenige, der als letzter am Ball war. Natürlich waren es auch die Aalener, die im Mittelofeld sofort zum Ball gingen und deshalb Fehlpässe provozierten. Aber sowas ist halt inzwischen Praxis, selbst im zweitklassigen Profifußball.

Anstatt souverän weiterzuspielen ließ sich der Club vom Gegner einschnüren und einschüchtern. Der schaffte es aber nicht, die Überlegenheit umzusetzen. Im Gegensatz zu Füllkrug, der mitten in einer Drangphase des VfR Aalen mit einem Freistoß sein zweites Tor erzielte. Doch prompt machte Bulthuis durch ein ungeschicktes Foul alle Entspannungstendenzen wieder zunichte. Aalen verkürzte durch Elfmeter zum 1:2. Dann wechselte Rene Weiler auch noch defensiv für offensiv. Hauptsache die eins halten! Schließlich holte sich Bulthuis noch in der Schlussphase die zweite gelbe Karte. Aber trotz Unterzahl schaukelte der 1.FCN das Ding nach Hause.

Nach meinem Geschmack hätte man den Dreier auch mit weniger Kampf, Krampf und Nervenflattern sichern können. Aber egal. Früher hätte der Club da noch im subjektiven Gefühl der Überlegenheit den Ausgleichstzreffer kassiert. Insofern nehmen wir einfach die drei Punkte und haken das Ganze als Schritt zur mannschaftlichen und psychischen Konsolidierung ab.