FCN-Update: Rückblicke und Abgänge

Die Clubspieler hatten das Jahr zumeist in wärmeren Regionen ausklingen lassen. Heute mussten sie zum Trainingsauftakt ins stürmische Franken. Einer war – wenig überraschend – leider nicht dabei: Cedric Teuchert. Bereits im alten Jahr hatte die Bild-Zeitung schon vom bevorstehenden Wechsel zu Schalke 04 erfahren. Jetzt wurde die Meldung vom FCN selber und dann auch den „Nordbayern“ bestätigt, nachdem zuvor noch Hoffnungsvolles verbreitet wurde.

Schade! Und wie schon bei früheren Transfers zu den Schalkern bekommt auch die schöne Fanromantik wieder einen Knacks. Für die königsblauen Chefs sind wir eben doch bloß der Ausbildungsverein. Der wiederum kann die knappe Million, die der Transfer bringen soll, freilich gut brauchen. Nun ja. Wenigstens wechselt Teuchert nicht zu den Bayern.

Was die Wintertransfers angeht könnte es durchaus noch schlimmer kommen. Da droht dann nicht bloß der Verlust eines Jokers, sondern der echter Leistungsträger.

Natürlich gab es sie auch wieder, die mehr oder weniger besinnlichen Jahresrückblicke. Verquickt mit einer aufkommenden Köllner-Mania. So ist das halt, wenn sich der Club in einer Aufwärtsbewegung befindet. Neben Atmosphärischem wurden uns aber auch harte Zahlen und Fakts serviert.

Vielleicht rafft sich ja auch noch einer meiner Kollegen zu einem Rückblick auf. Ansonsten melde ich mich hier mit aktuellen Updates wieder. Hoffentlich sind da keine unerfreulichen dabei.

Der Club gibt die Merkel

Dafür, dass Dieter Hecking so überraschend beim Club abgeheuert hat, ging die Nachfolge schnell. Erstaunlich schnell. Michael Wiesinger und Armin Reutershahn sollen die sportliche Verantwortung übernehmen. Wiesinger macht den Medien-Hampel und Reutershahn sorgt für die sportliche Kontinuität. Das ist, wie gesagt, keine schlechte Lösung. Allemal besser als Schuster, Mätthäus, Babbel, Effenberg, Daum und Konsorten.

Es ist aber vor allem eine typische Club-Lösung. Austerity ist dabei das oberste Prinzip. Der Club gibt die Merkel (zumindest was ihr Verhalten anderen Ländern gegenüber anbelangt). Da geht es nicht um unseren Spaß oder um Glamour. Da geht es um kostengünstige Lösungen und um Schuldenabbau. Genau aus dem Grund sollten wir Dieter Hecking eigentlich dankbar sein. Er bringt einen angeblich siebenstelligen Betrag in die Clubkasse, weil er von Wolfsburg aus einem laufenden Vertrag herausgekauft werden musste. Der Club dürfte sich also mit Heckings Hilfe schneller sanieren als gedacht. Mit Reutershahn und Wiesinger werden zudem die laufenden Kosten weiter gesenkt, also dürften die Kaufleute an der Clubspitze zufrieden sein.

Mich würde es auch wundern, wenn sich da nicht einige jetzt die Hände reiben und sich über den gelungenen Coup freuen. Freilich nach außen darf man sowas nicht zeigen. Da passt es besser, wenn der gewissenlose Retortenclub aus Wolfsburg gedisst wird und der Club als korrekter Traditionsverein da steht, der unser aller Mitgefühl verdient. Dass auch bei solchen Vereinen das Geld an erster Stelle steht, wird da gerne einmal übersehen.

Bei der nächsten Mitgliederversammlung wird Herr Woy die positiven Zahlen verkünden dürfen, dann werden sich alle auf die Schulter klopfen. das Gleiche gilt, wenn klar wird, dass sich der Club für die nächste Saison eventuell etwas anderes als Schnäppchen und Leihspieler als Verstärkung leisten kann. Vorausgesetzt allerdings: Die „Billiglösungen“ Wiesinger und Reutershahn halten die Klasse.

Dafür schaut es in dieser Saison allerdings relativ gut aus. Fürth und Augsburg haben sich quasi schon aus Liga eins verabschiedet. Bleibt also schlimmstenfalls die Relegation und mit der hat der Club ja bereits genügend Erfahrung. Insofern haben die Kaufleute beim Club alles richtig gemacht. Dass die eine derart dominante Rolle spielen, beklagen wir nicht erst seit vorgestern. Doch dadurch wird leider nichts besser, weder bei Wolfsburg noch beim Club.

Wo geht die Legende hin?

Im harten Profigeschäft ist für Sentimentalitäten kein Platz. Oder doch? Der Abschied von Marek Mintal am Samstag ging jedenfalls richtig ans Gemüt. Der Club, nicht gerade ein Vorbild im Umgang mit verdienten Spielern, hat dem einzigen Bundesliga-Torschützenkönig, den der Verein je hatte, einen Abschied in Würde ermöglicht. Dazu gehört nicht nur das Rahmenprogramm am Samstag (ein Beispiel: über die Leinwände flimmerten beim Song „Die Legende lebt“ ausschließlich Mintal-Bilder) , sondern auch die Tatsache, dass Trainer Dieter Hecking für das Fan-Idol in den vergangenen Wochen stets einen Platz im 18er-Kader bereithielt. Einen Mintal setzt man nicht auf die Tribüne.
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Charisteas macht das Dutzend voll

2508404588Die unendliche Geschichte hat ein Ende, Angelos Charisteas heuert bei Arles-Avignon an und wird daher nicht sein letztes Vertragsjahr noch beim Club auf der Tribüne absitzen. Interessant wäre immer noch die Frage, ob der griechische Nationalstürmer in Nürnberg doch noch „angekommen“ wäre, wenn ihm nicht die Trainer Hans Meyer und später Thomas von Heesen im Winter 2007/08 Jan Koller vor die Nase gesetzt hätten. Ende 2007 nahm „Harry“ nämlich Fahrt auf. Danach ging aber nur noch wenig bei dem 30-Jährigen, der in der Rückserie 2008/09 an Leverkusen ausgeliehen war und dort ebenfalls nicht überzeugte. Charisteas, 2007 von Feyenoord Rotterdam gekommen, macht das Dutzend der Abgänge voll, über die die Club-Freunde ja ohnehin noch einen kleinen Überblick geben wollten. Also los:
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