14 fürs Selbstbewusstsein

Die Woche:

  • Mit dem Slowenen Adam Gnezda Cerin präsentierte der Club seinen letzten Neuzugang. Der 20-Jährige ist im offensiven Mittelfeld daheim und erhielt einen Vier-Jahres-Vertrag. Wie hoch die Ablöse war, wurde nicht mitgeteilt.
  • Für den Chefposten am Nachwuchsleitungszentrum hat der Club offenbar einen alten Bekannten an der Angel. Der frühere Clubprofitrainer Michael Wiesinger soll den Job übernehmen. Sein jetziger Verein, der KFC Ürdingen, soll dafür eine Viertelmillion Ablöse erhalten.
  • Demgegenüber hatte der Club noch drei Abgänge zu verzeichnen. Federico Palacios kickt künftig für Jahn Regensburg. Kevin Goden (Eintracht Braunschweig) und Simon Rhein (Würzburger Kickers) sollen als Leihspieler in der dritten Liga Spielpraxis sammeln. Eventuell könnten weiter Abgänge folgen, da in einigen Ländern das Transferfenster noch offen ist.
  • Außer Spesen (in dem Fall vor allem in Sympathiewährung) nichts gewesen: Der Club zog jetzt seinen Einspruch gegen die Wertung des HSV-Spiels zurück. Das Bezirksamt in Hamburg hatte zuvor die Zweifel an Bakery Jattas Identität ausgeräumt. Inzwischen wird Jatta bereits als Nationalspieler gehandelt. Wohl als Wiedergutmachung dafür, dass auch der DFB in dieser Sache eine ziemlich klägliche Figur abgegeben hat.

Das Testspiel:

Um die Länderspielpause zu überbrücken, trat der FCN zu einem Testspiel in Landshut an. Gegen die SpVgg, die sonst in der Landesliga kickt, entwickelte sich naturgemäß eine ziemlich einseitige Partie. Obwohl der Club die Präzision im Abschluss oder beim letzten Pass häufig vermissen ließ, stand es bereits zur Pause 6:0. Dabei zeigte Kapitän Hanno Behrens mit zwei Toren, dass eine schöpferische Pausen durchaus positive Folgen haben können. Eine solche Pause gönnte Trainer Canadi diesmal unserem zuletzt etwas indisponierten Keeper Mathenia sowie Ishak und Sörensen. Handwerker und Hack waren derweil mit den deutschen Junioren unterwegs. So kam dann U21-Spieler Tobias Kraulich in Landshut zu seiner Premiere in der ersten Mannschaft. Später wurden auch noch die Nachwuchsspieler Mario Suver, Robin Heußer, Philipp Harlaß und Tobias Stoßberger eingewechselt.

Gleich fünf Tore gelangen übrigens Neuzugang Felix Lohkemper. Auch Michael Frey traf erstmals für den Club. Am Ende stand es 14:0.

Die ganz großen Erkenntnisse dürfte das Trainerteam zwar nicht gewonnen haben, dafür konnte die Mannschaft was fürs Selbstbewusstsein tun und etliche Spieler nach längerer Durststrecke die Erfahrung machen, wie das ist, wenn man den Ball im Netz unterbringt.

Ein Letztes:

Vergessen ist in dem Fall wohl nicht die schlechteste Idee:

Zum Saisonstart

  • Selbst in spielfreien Zeiten wird der Clubfan mit ausreichend Lektüre beglückt. Die Substanz kann zwar nicht mit der Menge Schritt halten. Aber wenn ein Verlag einem Journalisten schon den Auslandsaufenthalt im österreichischen Trainingslager bezahlt, dann muss eben auch geliefert werden. Zum Ausgleich haben wir uns in vornehmer Zurückhaltung geübt und kommen erst jetzt – nachdem sich der Nebel gelichtet hat – zurück.
  • Neun neue Spieler hat der FCN verpflichten können. Der teuerste (2,5 Millionen) war Nikola Dovedan (offensives Mittelfeld) vom 1. FC Heidenheim. 2 Mio. soll Rechtsaußen Iuri Medeiros von Sporting Lissabon gekostet haben, wo auch der – leider inzwischen wieder zurückgekehrte, aber von Schalke 04 umgarnte – Matheus Pereira kickt. Für jeweils eine halbe Million wechselten Robin Hack (Linksaußen aus Hoffenheim) und Asger Sörensen (Innenverteidiger aus Salzburg) nach Nürnberg. 450.000 Euro kostete Fabian Schleusener (Stürmer vom SC Freiburg). Für Linksverteidiger Tim Handwerker flossen 300.000 Euro nach Köln. Ablösefrei konnte sich der Club zuvor schon Felix Lohkemper (Mittelstürmer vom FC Magdeburg), Oliver Sorg (Rechtsverteidigeer von Mitabsteiger Hannover 96) und Andreas Lukse (Ersatz für Keeper Mathenia von Trainer Canadis früheren Verein SCR Altach) schnappen.
  • Allerdings hatte der Club auch einige – mehr oder weniger – schmerzliche Abgänge zu verzeichnen. Ewerton und Tim Leibold werden künftig den Aufstiegskonkurrenten HSV unterstützen. Ebenfalls zur Konkurrenz (VfB Stuttgart) wechselte Fabian Bredlow. Eduard Löwen wird bei Hertha BSC weiter in der ersten Liga aktiv sein. Immerhin elf Millionen Euro brachten diese Abgänge dem FCN ein, so dass – Stand jetzt – ein Transferplus vor rund fünf Millionen bleibt. Zu ihren Stammvereinen zurück kehrten die Leihspieler Robert Bauer (Werder Bremen), Timothy Tillman (FC Bayern), Yuya Kubo (KAA Gent) und der bereits erwähnte Matheus Pereira (Sporting Lissabon). Noch unklar ist, wo Ivo Ilicevic und Edgar Salli landen. Bei beiden ist der Vertrag ausgelaufen.
  • Die Testspiel-Bilanz ist eher durchwachsen. Peinlichen Niederlagen gegen Bayreuth und Basel stand zum Schluss immerhin ein achtbares 1:1 gegen Paris Saint-Germain gegenüber. Eher im Zeichen der Fanfreundschaft stand das Spiel gegen Rapid Wien. Dass es eine 1:2-Niederlage gab, spielte da eine untergeordnete Rolle. Andererseits wissen wir nicht nur aus dem letzten Jahr, dass die Zahl der Testspielerfolge kaum Rückschlüsse auf den Saisonverlauf zulässt. Ernst wird es erst am Samstag in Dresden. Zumindest zeigt das Transfergeschehen, dass der Club hinter den Mitabsteigern und Fastaufsteiger HSV rangiert. Insofern ist es sicher nicht verkehrt, dass Neu-Trainer Damir Canadi zwei Jahre für den Wiederaufstieg eingeräumt werden.
  • Was das nichtspielende Personal angeht, hat sich die angekündigte Zusammenarbeit mit Peter Hermann leider zerschlagen. Dafür wurde die in der Vergangenheit häufig bemängelte Einbindung früherer Clubspieler vorangetrieben, neben Tomas Galasek und Dieter Frey ist jetzt auch Andreas Wolf fest am Valznerweiher engagiert. Apropos Wolf. Der war nicht immer nur der resolute Abräumer, sondern machte in seiner aktiven Zeit auch einige Verunsicherungsphasen durch, weshalb die Clubfreunde damals an die eher unrühmliche Mentalcoachperiode beim FCN erinnerten. Der kehrte jetzt zum zwischenzeitlich verpönten „Psychoquatsch“ zurück und ließ im Trainingslager zwei „Teambuilder“ aufmarschieren.
  • Im Testspiel gegen Paris brillierte mit Federico Palacios ausgerechnet einer, dem beim Club keine bedeutende Rolle zugedacht war. Zudem standen mit Hack und Sörensen lediglich zwei Neuzugänge auf dem Platz. Entweder ist also noch einiges an Integrationsarbeit zu leisten oder es erweist sich, dass der zweite Anzug (Canadi setzt da auch auf seinen bislang kaum eingesetzten Landsmann Lukas Jäger) durchaus ausbaufähig ist.

Ein Letztes:

Beim offiziellen Mannschaftsfoto vermittelte ein „Blitzer“ den irrigen Eindruck, Nürnberg sei eine Radlerstadt:

Statt dem A- fällt nun das D-Wort

Die Woche:

Zumindest laut Bildzeitung steht dem Club ein personeller Aderlass bevor. Vor dem Abschied stehen demnach:

1. FCN-Finanzvorstand Michael Meeske. Der soll als Nachfiolger des beim HSV beurlaubten Heribnert Bruchhagen im Gespräch sein. Meeske kam allerdings vom innerstädtischen Rivalen St.Pauli zum Club. Er kennt also den HSV und ganz blöd ist er auch nicht.

2. Kevin Möhwald ist sich angeblich bereits mit Werder Bremen einig. Was, laut Bild, auch seine schlechte Form in den letzten Spielen erklären soll. Da Möhwald keine Anstalten gemacht hat, seinen Ende der Saison auslaufenden Vertrag zu verlängern, war mit einem Wechsel leider zu rechnen. Dass er nun zu Werder will, braucht man nicht verstehen. Wenn´s dumm läuft, muss er in der Relegation mit seinem alten Verein gegen seinen neuen spielen.

3. Und da ist dann noch der mittlerweile in unserer Fangunst ziemlich abgerauschte FC Schalke ß4, der nach der Verpflichtung von Schöpf, Burgstaller und Teuchert offenbar nach weiteren Clubspielern schielt. Da gab es schon vor Wochen ein Treffen mit Tim Leibold. Nun scheint Schalke auch am Club-Allrounder und an Eduard Löwen dran zu sein. Besonders ärgerlich, dass da S04 in einer sportlich entscheidenden Phase Unruhe in den FCN bringt. Möglicherweise absichtlich. Denn so ein Kaufladen ist halt günstiger, solange er in der 2.Liga spielt.

Das Spiel:

Nach der Derbypleite hatten wir uns Wiedergutmachung, Leidenschaft, Kampfgeist und spielerisches Feuerwerk gewünscht. Doch ganz offensichtlich lag es, wenn man irgendeine Erkenntnis von der Bielefelder Alm mitnehmen will, nicht an der falschen Einstellung, dass das gegen Fürth daneben ging.

Der Club begann in Bielefeld mit einem neuformierten Sturm. Zrelak, Salli und Stefaniak sollten die Torflaute beenden. Daraus wurde leider nichts. Den Dreien gelang fast nichts. Salli machte immerhin noch Betrieb. Zrelak fiel lediglich durch seine Frisur und zwei kläglich vergebene Chancen auf. Stefaniak stand völlig neben sich.

Gut, von hinten kam auch wenig. Möhwald musste bereits nach 25. Minuten verletzt raus. Für ihn kam Löwen, dem Trainer Köllner eigentlich – und nicht zu Unrecht – eine schöpferische Pause schenken wollte.

Immerhin hielt die Abwehr lange dicht. Vor allem die Innenverteidigung (Margreitter und Ewerton) ließ wenig anbrennen. Torwart Fabian Bredlow erwischte wieder einen guten Tag und rettete ein paar Mal bravourös. Aber als sich dann alle schon mit einer neuerlichen Auswärts-Nullnummer anzufreunden schienen, passierte es doch noch. Der ansonsten so souveräne Ewerton kann eine Flanke nicht klären und Kerschbaumer nutzt die Konfusion in der FCN-Abwehr.

Nach dem Derby ist eine derart späte Niederlage natürlich ein weiterer Schlag für die Psyche. Umsomehr als das Spiel auch zeigte, dass der Club höchstens nominell einen Sturm besitzt. Angesichts dessen verbietet es sich eigentlich, weiterhin von Aufstieg zu sprechen. Stattdessen macht der gute alte Depp wieder die Runde.

…und wir dachten wirklich, beim Club hätten sich die Zeiten geändert.

Ein Letztes:

Noch ein Nachtrag zum Derby (da müsst ihr halt durch). Er belegt, dass nicht jede gekaufte Zeitung auch gelesen wird.

FCN-Update: Rückblicke und Abgänge

Die Clubspieler hatten das Jahr zumeist in wärmeren Regionen ausklingen lassen. Heute mussten sie zum Trainingsauftakt ins stürmische Franken. Einer war – wenig überraschend – leider nicht dabei: Cedric Teuchert. Bereits im alten Jahr hatte die Bild-Zeitung schon vom bevorstehenden Wechsel zu Schalke 04 erfahren. Jetzt wurde die Meldung vom FCN selber und dann auch den „Nordbayern“ bestätigt, nachdem zuvor noch Hoffnungsvolles verbreitet wurde.

Schade! Und wie schon bei früheren Transfers zu den Schalkern bekommt auch die schöne Fanromantik wieder einen Knacks. Für die königsblauen Chefs sind wir eben doch bloß der Ausbildungsverein. Der wiederum kann die knappe Million, die der Transfer bringen soll, freilich gut brauchen. Nun ja. Wenigstens wechselt Teuchert nicht zu den Bayern.

Was die Wintertransfers angeht könnte es durchaus noch schlimmer kommen. Da droht dann nicht bloß der Verlust eines Jokers, sondern der echter Leistungsträger.

Natürlich gab es sie auch wieder, die mehr oder weniger besinnlichen Jahresrückblicke. Verquickt mit einer aufkommenden Köllner-Mania. So ist das halt, wenn sich der Club in einer Aufwärtsbewegung befindet. Neben Atmosphärischem wurden uns aber auch harte Zahlen und Fakts serviert.

Vielleicht rafft sich ja auch noch einer meiner Kollegen zu einem Rückblick auf. Ansonsten melde ich mich hier mit aktuellen Updates wieder. Hoffentlich sind da keine unerfreulichen dabei.

Der Club gibt die Merkel

Dafür, dass Dieter Hecking so überraschend beim Club abgeheuert hat, ging die Nachfolge schnell. Erstaunlich schnell. Michael Wiesinger und Armin Reutershahn sollen die sportliche Verantwortung übernehmen. Wiesinger macht den Medien-Hampel und Reutershahn sorgt für die sportliche Kontinuität. Das ist, wie gesagt, keine schlechte Lösung. Allemal besser als Schuster, Mätthäus, Babbel, Effenberg, Daum und Konsorten.

Es ist aber vor allem eine typische Club-Lösung. Austerity ist dabei das oberste Prinzip. Der Club gibt die Merkel (zumindest was ihr Verhalten anderen Ländern gegenüber anbelangt). Da geht es nicht um unseren Spaß oder um Glamour. Da geht es um kostengünstige Lösungen und um Schuldenabbau. Genau aus dem Grund sollten wir Dieter Hecking eigentlich dankbar sein. Er bringt einen angeblich siebenstelligen Betrag in die Clubkasse, weil er von Wolfsburg aus einem laufenden Vertrag herausgekauft werden musste. Der Club dürfte sich also mit Heckings Hilfe schneller sanieren als gedacht. Mit Reutershahn und Wiesinger werden zudem die laufenden Kosten weiter gesenkt, also dürften die Kaufleute an der Clubspitze zufrieden sein.

Mich würde es auch wundern, wenn sich da nicht einige jetzt die Hände reiben und sich über den gelungenen Coup freuen. Freilich nach außen darf man sowas nicht zeigen. Da passt es besser, wenn der gewissenlose Retortenclub aus Wolfsburg gedisst wird und der Club als korrekter Traditionsverein da steht, der unser aller Mitgefühl verdient. Dass auch bei solchen Vereinen das Geld an erster Stelle steht, wird da gerne einmal übersehen.

Bei der nächsten Mitgliederversammlung wird Herr Woy die positiven Zahlen verkünden dürfen, dann werden sich alle auf die Schulter klopfen. das Gleiche gilt, wenn klar wird, dass sich der Club für die nächste Saison eventuell etwas anderes als Schnäppchen und Leihspieler als Verstärkung leisten kann. Vorausgesetzt allerdings: Die „Billiglösungen“ Wiesinger und Reutershahn halten die Klasse.

Dafür schaut es in dieser Saison allerdings relativ gut aus. Fürth und Augsburg haben sich quasi schon aus Liga eins verabschiedet. Bleibt also schlimmstenfalls die Relegation und mit der hat der Club ja bereits genügend Erfahrung. Insofern haben die Kaufleute beim Club alles richtig gemacht. Dass die eine derart dominante Rolle spielen, beklagen wir nicht erst seit vorgestern. Doch dadurch wird leider nichts besser, weder bei Wolfsburg noch beim Club.

Wo geht die Legende hin?

Im harten Profigeschäft ist für Sentimentalitäten kein Platz. Oder doch? Der Abschied von Marek Mintal am Samstag ging jedenfalls richtig ans Gemüt. Der Club, nicht gerade ein Vorbild im Umgang mit verdienten Spielern, hat dem einzigen Bundesliga-Torschützenkönig, den der Verein je hatte, einen Abschied in Würde ermöglicht. Dazu gehört nicht nur das Rahmenprogramm am Samstag (ein Beispiel: über die Leinwände flimmerten beim Song „Die Legende lebt“ ausschließlich Mintal-Bilder) , sondern auch die Tatsache, dass Trainer Dieter Hecking für das Fan-Idol in den vergangenen Wochen stets einen Platz im 18er-Kader bereithielt. Einen Mintal setzt man nicht auf die Tribüne.
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Charisteas macht das Dutzend voll

2508404588Die unendliche Geschichte hat ein Ende, Angelos Charisteas heuert bei Arles-Avignon an und wird daher nicht sein letztes Vertragsjahr noch beim Club auf der Tribüne absitzen. Interessant wäre immer noch die Frage, ob der griechische Nationalstürmer in Nürnberg doch noch „angekommen“ wäre, wenn ihm nicht die Trainer Hans Meyer und später Thomas von Heesen im Winter 2007/08 Jan Koller vor die Nase gesetzt hätten. Ende 2007 nahm „Harry“ nämlich Fahrt auf. Danach ging aber nur noch wenig bei dem 30-Jährigen, der in der Rückserie 2008/09 an Leverkusen ausgeliehen war und dort ebenfalls nicht überzeugte. Charisteas, 2007 von Feyenoord Rotterdam gekommen, macht das Dutzend der Abgänge voll, über die die Club-Freunde ja ohnehin noch einen kleinen Überblick geben wollten. Also los:
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