Wenigstens keine Klatsche

  • Die Augsburger haben versucht, sich mit der Verpflichtung von Jens Lehmann Sachverstand und Bundesligaerfahrung ins Leitungsteam zu holen. Dem Club war Ähnliches hingegen wohl zu teuer, zu plötzlich, zu ungewöhnlich… Immerhin könnte der FCN jetzt Nutznießer Augsburger Sachverstandsüberkapazitäten werden. Der bisherige Technische Direktor Stephan Schwarz ist beim FCA ins Abseits geraten und nun ein Kandidat für die Bornemann-Nachfolge.
  • So schlecht war seit Einführung der Drei-Punkte-Regel noch keiner in der Bundesliga. Diesen neuen Negativrekord kann sich der Club zwar an die Deppenwand hängen. Er hat allerdings auch etwas Positives, als relativ frühzeitig Planungssicherheit besteht. Ein Vorteil, den man nutzen könnte, um der Konkurrenz zuvorzukommen und jetzt schon Spieler zu kontaktieren, mit denen der Wiederaufstieg ins Visier genommen werden kann. Doch leider ist keiner da, der gegenwärtig Spieler verpflichten kann und darf. Man möchte ein bisschen verzweifeln.
  • Als Oberbürgermeister tritt Ulrich Maly nicht mehr an. Nach Ende seiner Amtszeit will er erstmal nichts tun. Ob das auch bedeutet, dass er sich als Aufsichstrat des FCN zurückzieht, ist unklar. Dessen Chef würde diesen Schritt allerdings bedauern.
  • Immerhin wäre das ein Statement gegen das Legionärswesen im Profifußball: Ein Eigengewächs mit dem Namen Nürnberger kickt beim Nürnberger Fußballverein. Für Fabian Nürnberger reichte es diesmal noch nicht zu einem Platz im Aufgebot. Aber der 19-Jährige U21-Spieler ist ganz nah dran.

Das Spiel:

Eine neue Folge aus der Serie „Auf Augenhöhe, aber leider hat es nicht gelangt“. Diesmal war Frankfurt der Schauplatz. Die dortige Eintracht ist immerhin der letzte Hoffnungsträger Deutschlands im internationalen Fußball. Genau daraus konnten wir insgeheim etwas Hoffnung schöpfen. Vielleicht sind sie ein bisschen ausgepowert, nachdem sie unter der Woche in Mailand ran mussten. Andererseits hatte der Club etliche Stammspieler zu ersetzen. Boris Schommers musste nicht nur Timothy Tillman von Beginn an bringen, sondern sogar Sebastian Kerk als Verteidiger auf Links einsetzen. Ausgerechnet Kerk war ein echter Aktivposten in der Abwehr. Leider liefen fast alle Angriffsaktionen der Frankfurter über unsere rechte Abwehrseite, die vor allem Kostic nie in den Griff bekam. Ein ums andere Mal durfte der gefährliche Flanken in den FCN-Strafraum schlagen. Immerhin eine halbe Stunde konnte sich unsere Hintermannschaft schadlos halten. Dann spielte Jovic mit einem sehenswerten Pass Kostic frei, dessen Hereingabe Hinteregger nur noch über die Linie drücken musste.

Verdient war die Führung ängst, zumal der Club außer einer Superchance von Behrens gleich nach Spielbeginn nach vorne wieder nur wenig zustande brachte und im Mittelfeld (Kubo) einfach zu langsam und gedankenträge agierte, um die Eintracht in Gefahr zu bringen.

In der zweiten Hälfte entwickelte sich teilweise ein offener Schlagabtausch. Die Eintracht hatte zwar weiterhin ein Chancenplus, aber auch der Club kam zu Gelegenheiten. Doch letztlich war das dann meistens viel zu unsauber und drucklos zuende gespielt. Bezeichnend wie der eingewechselte Salli einen vielversprechenden Konter mit einem dankbaren Schuss auf Eintrachtkeeper Trapp abschloss.

Auf der anderen Seite wurden allerdings ebenfalls beste Chancen entweder von der Clubabwehr abgeblockt oder vergeben. Eigentlich ein klassischer Fall für die alte Fußballweisheit: Wenn du vorne deine Chancen nicht reinmachst, rächt sich das.

Aber mei, es ist halt der 2019er Club. Und der rächt nichts.

Der Sieg der Eintracht, daran gibt es nichts zu deuteln, war verdient. Ein Unentschieden hätte uns eh nichts geholfen. Insofern war das alles höchstens ein Beleg dafür, dass wir als praktisch feststehender Absteiger unseren Gegnern zumindest nichts schenken.

Ein Letztes (muss nochmal sein):

Herr Grindel, HERR GRINDEL! Jemand zuhause?

.@DFB_Praesident Reinhard #Grindel spricht im @DeutscheWelle-Interview über die Zukunft des Weltfußballs und mögliche neue Wettbewerbe. Doch plötzlich findet das Gespräch ein jähes Ende…

👉 https://t.co/XJoIV89F8E@FloBauerAuthor @sportschau @dw_deutsch pic.twitter.com/MvazcEgPi2— DW Sport (@dw_sport) 13. März 2019

Rückkehr zum Bewährten

Die Woche:

  • Vordringlich muss – offiziell zumindest – ein neuer Sportvorstand gefunden werden; und zwar ziemlich schnell, sollen die aufgrund der Unfähigkeit der Abstiegskonkurrenz noch existierenden Chancen auf den Klassenerhalt genutzt werden. In der Gerüchteküche wird neben Bader-Spezi Christian Möckel, Olaf Rebbe, dem Holländer Stan Valckx und Ex-Clubspieler Per Nilsson auch der Name Felix Magath gehandelt. Der ist zumindest schon mal gut vernetzt.
  • Vernetzung wird – wie es aussieht – im Bundesligafußball aber wohl überbewertet. Auch ohne Sportvorstand und eigenes Zutun stehen beim Club die Trainer auf der Matte. Da ist Bundesligaerfahrung genauso dabei, wie regionaler Bezug , die in einem Fall sogar noch mit einer gewissen Weltläufigkeit gepaart ist. Und das ist ja nur die Spitze des Eisbergs. Wenn sich die Trainerfindung als genauso easy erweist wie das Einkaufen im Baumarkt, dann könnte sich Klein-Grethe eventuell überlegen, das Geld für einen Sportvorstand ganz einzusparen.
  • Via Facebook hat sich jetzt auch Michael Köllner zur Wort gemeldet. Er werde sich erst einmal der „Erholung und Aufarbeitung“ widmen. Trotzdem wurde er zusammen mit dem gleichfalls entlassenen Sportvorstand Andreas Bornemann beim Spiel unserer U19-Mannschaft gesichtet.

Das Spiel:

Schon wieder ein Montagspiel in Nürnberg. Mit Stinkefingern und der Ankündigung, die Ligabosse „in der Pfeife rauchen“ zu wollen, protestierten die organisierten Fans. Berechtigt! Später gabs dann leider auch noch Tennisbällchen und schwarzen Rauch.

Doch eigentlich interessanter war, was sich im Spiel eins nach Köllner/Bornemann geändert hatte. Da standen mit Kubo und Löwen zwei Spieler in der Startelf, die zuletzt kaum berücksichtigt wurden. Dagegen saß Mikael Ishak wieder nur auf der Bank.

Auffällig auch die Art, wie sich die Mannschaft gegen den Tabellführer reinschmiss. Hinten wurde Beton angerührt, was dazu führte, dass der Club kaum in die gegnerische Hälfte und bei den Ballbesitzwerten zunächst gerade mal auf 20 Prozent kam.

Die Dortmunder rannten sich meistens in der vielbeinigen Clubabwehr fest und wenn es doch einmal brenzlig wurde, war Mathenia auf dem Posten. Kurzzeitig gab der Club dann aber doch die Zurückhaltung auf. Nach einer knappen halben Stunde hatte Kapitän Hanno Behrens sogar zwei Großchancen und Pech. Kurz darauf hatte der Club wiederum Glück. Sancho fiel nach einem Zweikampf mit Leibold im Strafraum um. Da hätte es auch Elfmeter und einen Einspruch aus Köln geben können (aber vlt. arbeiten die montags nicht). So ging es dann torlos in die Pause. Einen Eckball für die Dortmunder ließ der aus Hannover stammende Schiedsrichter zuvor übrigens nicht mehr ausführen, wohl um sich ein weiteres Bälletheater zu ersparen.

Nicht schön, aber was das Unterbinden des Dortmunder Spielflusses anging erfolgreich, ging es in der zweiten Hälfte weiter. Über weite Strecken mit Mann und Maus hielt die Clubabwehr die Gäste vom Tor fern. Neben Mathenia verdienten sich dabei besonders Ewerton und Behrens Bestnoten.

Dem BVB fiel gegen die aufopferungsvoll abwehrende Clubelf nicht mehr viel ein. Auch Joker Alcacer stach nicht. Ishak, der – ungewohnt – bereits nach einer guten Stunde eingewechselt wurde, allerdings auch nicht.

Am Ende rettete der Club die Null ins Ziel. Mit einer bewährten Taktik. Also völlig unköllnerlike.

Ein Letztes:

Kaum hissen wir das Deppen-Fähnchen, schon ist der Club in der deutschen Fußballwelt wieder Thema. So wundert sich beispielsweise Arnd Zeigler, warum Trainer und Sportvorstand gehen mussten, obwohl die Mannschaft doch eine Galavorstellung nach der anderen abgeliefert hat.

Hurra, der Depp ist zurück

  • Die Süddeutsche hatte nach der Niederlage in Hannover den „Deppen“ -Begriff aus der Versenkung geholt. Da wollte halt wieder ein Wichtigtuer demonstrieren, wie sehr diese Zeitung Dinge gegen den Strich bürsten kann, dachten wir da noch. Denn trotz der sportlichen Misere hatten es Bornemann und Köllner immerhin geschafft, den Club aus der Deppenecke zu hieven. Das lag aber wohl auch daran, dass der Aufsichtsrat bis zum Wochenende den Mund hielt und die beiden machen ließ.
  • Jetzt wollte besagter Aufsichtsrat dann doch gerne seines Amtes walten und wieder mal einen Trainer feuern und das, obwohl AR-Vorsitzender Grethlein auf der Pressekonferenz zugab, von Trainern keine Ahnung zu haben und deswegen eine Neuverpflichtung lieber dem Sportvorstand zu überlassen.
  • Den Sportvorstand muss man sich jetzt allerdings ebenfalls erst suchen, denn Bornemann wurde mitentlassen, weil er an Köllner festhielt und nur der Sportvorstand eine Trainerentlassung vornehmen kann.
  • Hat der AR wenigstens die Kompetenz, einen geeigneten Sportvorstand zu finden? Zweifel sind erlaubt. Zunächst hat dieses Laiengremium jedenfalls keinen in der Hinterhand. Die Entlassung Bornemanns war nicht geplant. Man werde sich Zeit lassen, versuchte Grethlein wenigstens etwas Vertrauen aufzubauen, und man werde auf eine einschlägige Ausbildung achten.
  • Angesichts der Freiheit und Machtfülle, die ein Sportvorstand beim Club genießt, müsste da aber schon ein Tausendsassa gefunden werden. Und solche gibt es selten. Und wenn, dann gehen sie nicht zum Club.
  • Wahrscheinlicher ist also, dass der Club sowohl auf dieser Position als auch beim Traineramt weiter mit Defiziten zurecht kommen muss. Bei Michael Köllner war das die fehlende Bundesligaerfahrung. Das hat er in einem lichten Moment sogar selber angesprochen. In der allgemeinen Aufstiegseuphorie wurde das jedoch niedergebügelt. Auch seitens des Aufsichtsrats wurde nichts unternommen, da irgendwo ein Korrektiv zu installieren. Beim FCN scheint der AR aber halt nur zu handeln, wenn es um das Auswechseln von Führungspersonal geht.
  • Michael Köllner kann andererseits nicht bloß den Aufstieg auf der Habenseite verbuchen. Aus dem Nachwuchs hat er etliche Talente zumindest auf Zweitliganiveau gehievt. Die werden ihm dankbar sein und langfristig verbunden bleiben. Sollte er also irgendwann bei Regensburg, Ingolstadt oder sonst einem Verein, bei dem er sich verständlich machen kann, anheuern, dann dürfte ihm vielleicht der eine oder andere folgen. Blöderweise sind es jedoch genau diese Spieler, die dem Club Hoffnung machen, wenigstens in der 2. Liga erfolgreich zu sein.
  • Wir wünschen Köllner und Bornemann trotzdem alls Gute. Natürlich auch Boris Schommers und Marek Mintal, die ja nichts dafür können, wenn dieser Aufsichtsrat Hoffnungen in sie setzt.

Ein Letztes:

Kann ich den bringen: Treffen sich ein Philosoph, ein Bürgermeister, ein Radioreporter, ein Hockeyspieler und paar Marketingmenschen und spielen Bundesligamanager. #fcn ?— Commander Francesco Padrone 😡 (@thelastsifflord) 12. Februar 2019


Endlich mal wieder ein Punkt

  • „Blickpunkt Sport“ hatte nach der Niederlage gegen Mainz Ex-Torwart Raphael Schäfer aus der Versenkung geholt. Der erzählte dort, es gäbe noch eine 10-Prozent-Chance für den Club. Dazu müsste aber ein Trainerwechsel her. Apropos Schäfer: Da erinnern wir uns an eine entscheidende Szene beim letzten Bundesligaabstieg. Damals ging es nicht nur um eine Fußspitze, die im Abseits stand. Der Abseits-Spieler trug jedoch auch nicht das Trikot des FCN.
  • Das ehemalige Club-Talent Patrick Kammerbauer konnte sich beim SC Freiburg nicht durchsetzen und wechselt nach Kiel . Was sagt uns das? Vielleicht, dass es selbst bei hoffnungsvollen Talenten mangelnde Erstligatauglichkeiten gibt.
  • In der Nürnberger Talentschmiede setzt man auf Kontinuität. Der Vertrag mit dem Phantom wurde um drei Jahre verlängert. Welche Altersgruppe Marek Mintal dort betreut, ist noch nicht ganz raus.
  • Witze über Eigennamen sind billig und deshalb abzulehnen. Beim Club und dessen (Noch-)Trainer erreichen sie jedoch neue Sphären. Erst bescherten dem aus dem oberpfälzischen Fuchsmühl Stammenden ausgerechnet die Spieler Fuchs und Mühl die letzte größere Torausbeute. Jetzt sorgte der Kölner Keller dafür, dass der im Keller steckende Köllner aus diesem nicht rauskommt. Gut, wenn man dort wenigstens noch lachen kann.
  • War der Club in Tagen wie diesen bisher immer „ein Depp“, tendiert er jetzt eher in Richtung Witzfigur. Selbst der „Postillon“ erkannte das Unterhaltungspotenzial, das die Unaufgeregtheit bietet, mit der der Club die rote Laterne trägt. Vor allem außerhalb Nürnbergs dürfte diese Meldung dann doch den einen oder anderen Lacher erzeugt haben.
  • Beim FCN muss bekanntlich gespart werden. Deswegen hat der Trainer noch einen Zweitjob. Bei Rossow, Bornemann, aber auch beim offiziellen Pressesprecher ist man ebenfalls nicht so sicher, ob die nicht noch anderweitig unterwegs sind. So muss dann sogar Georg Margreitter nicht bloß hinten die Löcher stopfen, sondern auch gegenüber Journalisten die Verpflichtung von Ivo Ilicevic verkünden.
  • Ilicevic bleibt allerdings der einzige Neue beim Club. Inzwischen wird er gar als Hoffnungsträger verkauft. Dabei hatte sich der Transfer verzögert, weil Bornemann erst abwarten wollte, ob sich nicht noch bessere Alternativen auf dem Markt ergeben. Ganz überzeugt war er da wohl selber nicht.
  • Auch wenn der Club-Vorstand gerne behauptet, sich nicht mit sozialen Medien zu beschäftigen, scheint der dort geäußerte Unmut über das aktuelle Nichthandeln angekommen zu sein. Sowohl den Fans als auch der Presse erklärten sich die FCN-Verantwortlichen dann doch noch. Fazit des Ganzen: Die Kohle fehlt, aber es gibt ein Konzept.

Das Spiel:

Vor dem Spiel witzelten manche, Michael Köllner werde beim Club gefeuert und bei den Fürthern anheuern, die sich in Paderborn eine 6:0-Klatsche eingefangen hatten. Aber mit derartigen Witzen war es dann bald vorbei. Der Club zeigte sich gegen Bremen nämlich deutlich verbessert. Zumindest was die Abwehrleistung anging. Da ließen nicht nur die nominellen Abwehrspieler kaum etwas anbrennen. Bezeichnend für die Lernfähigkeit unserer Mannschaft war eine Szene in der 26. Minute. Da startete Werder nach einer Club-Ecke zum Konter. Eine Situation, in der wir in letzter Zeit häufig Tore kassiert haben. Doch Misidjan unterband die Aktion auf Kosten einer gelben Karte.

Dass er langsam wieder zu alter Stärke zurückfindet, bewies Ewerton dann auch noch durch eine spektakuläre Rettungstat in der 39. Minute. Allerdings: Nach vorne lief eben auch nicht viel, so dass es torlos in die Pause ging.

Trotzdem: Auch eine verbesserte Abwehr macht immer noch Fehler. Beim Club war es in der 63. Minute soweit. Palacios verlor in der Vorwärtsbewegung den Ball. Dann spielt Augustinsson per Fallrückzieger auch noch den eingewechselten Johannes Eggestein spektakuär frei, der schließlich keine Probleme hat, Mathenia zu überwinden. Wieder lag der Club hinten und nachdem ihm nach vorne nicht viel gelang (Kapitän Behrens vergab dabei eine Hundertprozentige), schaute es wieder nach Business as usual aus. Doch da war ja noch der Joker. In der 82. Minute brachte Köllner endlich Mikael Ishak und der war nicht mal fünf Minuten im Spiel, da zeigte er es – nach schönem Zuspiel von Matheus Pereira – den Kollegen und versenkte die Kugel im Werdertor.

Immerhin gabs auch auf dem Platz wieder ein Lebenszeichen. Das Unentschieden geht zudem, was die Leistungten angeht, in Ordnung. Wobei heute sicher mehr drin gewesen wäre. Wenn Köllner zum Beispiel Ishak gleich gebracht hätte… Aber dann hätte er vielleicht nicht die nötige Angefressenheit besessen, um da Tor zu machen. Nun, vielleicht geht ja nächstes Mal jemand gleich von Beginn an angefressen ins Spiel, zum Beispiel weil man bislang so viel liegen gelassen hat.

Ein Letztes:

Bild will ab sofort nur noch Fakten twittern:

Kritik ist völlig berechtigt – wir dürfen einfach unsere Infos, die wir tatsächlich hatten – online nicht mehr weiter geben – sondern nur noch Fakten weiter geben …— BILD 1. FC Nuernberg (@BILD_FCN) 31. Januar 2019

Wenn höhere Mächte mitspielen

  • Der Kicker hatte anhand diverser Vergleichszahlen (angekommene Flanken, Weitschussgegentore, Konteranfälligkeit…) dargelegt, dass der Club zurecht mit der roten Laterne herumläuft. Unser Noch-Trainer hatte diese Statistiken angezweifelt. Für ihn zähle nur eine Statistik, das sei die Tabelle. Die sagt aber eben auch nichts anderes aus.
  • Auch anderweitig erzählt Michael Köllner derzeit viel. Hier beruhigt er uns zum Beispiel mit der alten oberpfälzer Bauernregel: „Am Ende wird alles gut, und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht das Ende.“
  • Trotzdem wollte man beim Club das öffentliche Begleitkonzert möglichst leise drehen. Deswegen wurde ein Geheimtrainig angekündigt. Bild war trotzdem dabei (und begegnete dabei auch noch zufällig der angekündigten Verstärkung) . Wenn du unten stehst, klappt halt vieles nicht. Vielleicht war der Schiedsrichter schuld.
  • Günstig Erfahrung einkaufen, das war die Vorgabe für etwaige Wintertransfers. Jetzt gilt es Vollzug zu melden. Der früher für die Fürther Kräuter und dann für den HSV spielende Ivo Ilicevic soll es richten. Die Familie des 32-Jährigen, der derzeit vereinslos ist, wohnt ohnehin schon hier. Sieht so aus, als wären sich da zwei Billigheimer in die Arme gestolpert.
  • Auch auf anderen Ebenen sind Highlights offenbar rar gesät: „Spannender Tag für Niels #Rossow. Der Club-Vorstand war heute auf dem Unternehmerkongress, referierte und führte viele interessante Gespräche. #fcn pic.twitter.com/lMXvXzkhj3 “ — 1. FC Nürnberg (@1_fc_nuernberg) 21. Januar 2019

Das Spiel:

Für das Spiel in Mainz holte Trainer Köllner mal wieder zwei Rettungskräfte von der Tribüne: Palacios und Zrelak. Dazu wechselte er vom 4-1-4-1 auf 4-4-2. Aber egal, welches System der Club praktiziert: In der Abwehr ist er immer für irgendwelche Klöpse gut. Diesmal stellten sich Valentini und Behrens naiv an. Eigentlich war die Chance schon vorbei, da versuchte Aaron noch in den Strafraum zu kommen, düpierte erst Valentini und fiel dann über das Bein unseres Kapitäns. Den Elfer versenkte Brosinski. Wieder mal lag der Club hinten und brauchte eine Weile, sich zu sortieren.

Erest gegen Ende der ersten Hälfte erhöhte der Club, der diesmal auf lange Pässe in die Spitze setzte, den Druck. In der 43. Minute wurde er dann – wie auch sonst – nach einer Ecke belohnt. Georg Margreitter stieg am höchsten und köpfte zum Ausgleich ein.

Nun ja, 1:1 hieß es auch gegen die Hertha zur Pause. Gegen die Mainzer ließ der Club aber erst einmal nichts anbrennen. Allerdings kam auch nach vorne wenig. Aufregung gab es lediglich am Spielfeldrand. Wegen eines nicht gegebenen Einwurfs bekam sogar Ersatzkeeper Fabian Bredlow die gelbe Karte.

Danach waren wieder die Hausherren am Drücker und erspielten sich durch Mateta mehrfach Chancen. Mathenia und viel Glück verhinderten die erneute Mainzer Führung. Die erzielte dann in der 62. Minute der Club. Zrelak verwertete eine Flanke von Leibold. Riesenjubel! Sollte das die Wende sein und der Club endlich mal wieder Punkte einfahren?

Nein! Diesmal hatte der Videoassistent etwas dagegen. Angeblich war Zrelaks Fußspitze im Abseits. Keine Führung! Aber ein Moment, in dem es wohl nicht nur um die Anerkennung eines Tores, sondern um weit mehr ging.: Um Trainerschicksale, um Abstiege, aber auch um das ungute Gefühl, das dann offenbar auch die Spieler beschlichen hat: Der DFB hat offensichtlich entschieden, dass wir absteigen sollen.

Der Club agierte wieder verunsichert. Zehn Minuten später verlor Leibold bei einem Vorstoß den Ball. Die Mainzer konnten kontern und unbeanstandet von Videoschiedsrichtern das 2:1 markieren. Der Club erholte sich von dem erneuten Nackenschlag nicht mehr. So blieb es bei der Niederlage und der Erkenntnis, dass es nicht langt, aber offenbar auch nicht langen soll.

Ob ein Trainerwechsel daran etwas ändert? Nun: Zum Anforderungsprofil dürfte für einen Köllnernachfolger jetzt neben Erstligaerfahrung auch ein gutes Standing beim DFB kommen.

Ein Letztes:

Erst der lachende Köllner, jetzt der fröhliche Edgar Salli: Beim Club scheint trotz allem gute Laune zu herrschen. Kann aber auch sein, dass unser Fußballfachblattt dieses Bild nur deshalb für seine Transfergalerie ausgewählt hat, um die beim FCN ausgemachte Realitätsverweigerung zu symbolisieren.

Wir melden uns vom Abgrund

1. Ich hoffe, ihr würdigt das, dass wir euch über die Feiertage mit Blicken in den „Abgrund“ (Günther Koch, 1999) verschont und mit dem Weekly ausgesetzt haben. Sowas dient auch dem eigenen Wohlbefinden. Jetzt wird es dennoch wieder langsam Zeit, den Realitäten ins Auge zu schauen. Macht ja sonst (fast) keiner.

2. Eine dieser Realitäten ist die hier schon erwähnte und nicht bloß den Spielern fehlende Erstligaerfahrung. Gut, ein bisschen Kenntnis im Abstiegskampf ist vorhanden. Eventuell soll da vielleicht noch weitere dazu gekauft werden. Wobei es sich in beiden Fällen eher um Erfahrung im Absteigen handelt und absteigen können die Zweitligacracks auch alleine.

3. Apropos zweite Liga. Da gehört der Club was seine finanziellen Möglichkeiten angeht eigentlich hin. Dass es letzte Saison zum Aufstieg gereicht hat, war ja eher ein „Unfall“. Ein ziemlich glücklicher noch dazu. In diesem Jahr sind nämlich in der 2.Liga derartige „Unfälle“ nicht zu erwarten. Da sind die Aufstiegsplätze an Köln und Hamburg vergeben und wie die Relegation für den Zweitklassigen ausgeht, wissen wir inzwischen ja. Insofern war es schon mal clever, diese Saison in der ersten Liga zu „überbrücken“ und sich so die Langeweile eine Klasse tiefer zu ersparen.

4. Langeweile macht sich jedoch auch dort schnell breit, wo die seriöse Finanzpolitik regiert. Dass beim Club auf Konsolidierung gesetzt wird, ist trotzdem richtig. Jetzt noch schnell irgendwelche teuren „Heilsbringer“ zu verpflichten, die wahrscheinlich nicht ohne Grund auf dem Markt sind, bringt – da sei etwa an Koller, Charisteas oder Hoeneß erinnert – allenfalls neue Schulden. In der Trainerfrage verhält es sich ähnlich. Klar hat Köllner Fehler gemacht, klar geht ihm Erstligaerfahrung ab. Aber was sind denn die Alternativen? Gisdol, Neururer, Matthäus? Zudem ist Köllner Teil des Konsolidierungskonzepts. Er erledigt mehrere Jobs gleichzeitig und ist somit eine kostengünstige Lösung. Ein Trainerwechsel wäre die Abkehr vom Sparkurs und der ist beim Club mittlerweile eben wichtiger als das Sportliche. Natürlich könnte man dem Oberpfälzer auch einen Berater mit Erfahrung zur Seite stellen. Aber der kostet halt auch und außerdem ist Köllner für sowas wohl eher nicht zugänglich.

5. Zumindest verbal sind die „Führungsspieler“ des FCN immer gut dabei. Jetzt hat Georg Margreitter die Hinrunde analysiert und festgestellt, man sei gegen die Großen zu ehrfürchig gewesen und habe gegen die Kleineren dem Druck nicht standgehalten, im Endeffekt also: hier wie da Scheiße gespielt. Offenbar meint er aber, das Problem im mentalen Bereich verorten zu können.

6. 1:1 endete das erste Testspiel gegen den PEC Zwolle. Knöll traf für einen ansonsten wenig überzeugenden FCN. Aber es ging – wieder mal- um den Lerneffekt. Diesmal stand „Raute“ auf dem Programm.

In Unterzahl ans rettende Ufer


Na also. Mit dem 2:1 gegen Erzgebirge Aue hat der Club zwar noch nicht die magische 40-Punkte-Marke erreicht (38 sind es jetzt), aber der Ligaverbleib dürfte trotzdem kaum mehr in Gefahr geraten. Das rettende Ufer scheint erreicht. Der Sieg ist umso höher zu bewerten, weil Aufsteiger Aue zuletzt sechs Spiele ungeschlagen geblieben war und der Siegtreffer auch noch in Unterzahl fiel. Kammerbauer, diesmal für den zuletzt indisponierten Kapitän Brecko als Rechtsverteidiger aufgeboten, hatte gegen Pascal Köpke (den Sohn der Nürnberger Torhüter-Legende) die Notbremse gezogen und dafür „Rot“ gesehen (49.). Den fälligen Freistoß verwandelte Kvesic direkt zum zwischenzeitlichen 1:1 (51.). Kempe war zuvor nach einer Hereingabe von Möhwald per Linksschuss der Führungstreffer geglückt (24.). Das 2:1 besorgte dann ein Spieler, um den es zuletzt eher ruhig geworden war: Der junge Teuchert, als „Joker“ für Matavz gekommen, überlief nach Vorarbeit von Behrens zwei Gegenspieler und traf ins rechte Eck. Danach retteten die Schützlinge von Trainer Michael Köllner den Vorsprung über die Zeit.
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2015 – das Jahr der Abschiede

19.12.2015 --- Fussball --- Saison 2015 2016 --- 2. Fussball - Bundesliga --- 19. Spieltag: 1. FC Heidenheim FCH - 1. FC Nürnberg Nuernberg FCN --- Foto: Sport-/Pressefoto Wolfgang Zink / DaMa ---  Jubel nach Tor zum 0:1 - Guido Burgstaller (9, 1.FC Nürnberg / FCN ) Miso Brecko (2, 1. FC Nürnberg / FCN ) Georg Margreitter (33, 1. FC Nürnberg / FCN ) Patrick Erras (29, 1. FC Nürnberg / FCN ) Laszlo Sepsi (6, 1. FC Nürnberg / FCN ) Dave Bulthuis (4, 1.FC Nürnberg / FCN ) Alessandro Schöpf Schoepf (28, 1.FC Nürnberg / FCN ) Tim Leibold (23, 1. FC Nürnberg / FCN ) - Freude / Torjubel - Torschütze: Guido Burgstaller (9, 1.FC Nürnberg / FCN )
Das Jahr nähert sich dem Ende, die Spiele sind gespielt, und die Club-Freunde schauen zurück und ziehen Bilanz. 2015 wird dereinst wohl als das Jahr der Abschiede in die Annalen des 1.FC Nürnberg eingehen. Bereits im Februar war für Finanz-Vorstand Ralf Woy, seit 2006 in führender Funktion beim Club tätig, Schluss. Ende September endete dann auch die elfjährige Ära von Martin Bader. Die Trauer über den Weggang der beiden langjährigen Vereinsbosse hielt sich in der Fan-Gemeinde in Grenzen. Immerhin hatten sich beispielsweise die Fehlentscheidungen von Bader in der Kaderplanung gehäuft, so dass ihm der Aufsichtsrat mit Wolfgang Wolf schon nach dem Abstieg 2014 einen Abteilungsleiter mit Fußball-Sachverstand zur Seite stellte.
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Dr. Schieber und der Scheich

3582120531Man muss ja aufpassen, dass man keine Beleidigungsklage provoziert oder schuld ist, wenn sich Schiedsrichter was antun. Aber Schiedsrichter Jochen Drees gab heute allen Anlass mal wieder an der Zunft zu zweifeln. Das sah derart offensichtlich nach Schiebung aus, was da in der Münchner AllianzArena abging, dass man fast schon Bedenken äußern möchte. Wenn ich geschmiert werde und die Löwen in der 2. Liga halten will, dann mache ich das doch etwas weniger offensichtlich.

Aber der Reihe nach: 68.500 Zuschauer waren ins Münchner Stadion gekommen. Zweitligarekord und eine Kulisse, die zwar die Wichtigkeit für die Sechziger unterstreicht, aber wenig zur Situation des FCN passen wollte. Da geht nach oben und unten nichts mehr. Da ist eigentlich nur noch geordneter Saisonabschluss angesagt. Halt nicht unangenehm auffallen oder sich gar den Vorwurf einhandeln, Wettbewerbsverzerrung betrieben zu haben.

In der ersten Halbzeit gelang das auch recht gut. Der Club spielte überlegen auf und demonstrierte fast einen Klassenunterschied zu den Löwen, die gehemmt und harmlos wirkten und kurz vor der Pause fast ohne Gegenwehr das 0:1 durch Stark hinnehmen mussten.

In der Pause scheinen dann aber schon die ersten Weichen gestellt worden zu sein. Die Sechziger kamen etwas stärker auf und schafften nach einem Freistoß den Ausgleich. Danach übernahm Dr. Drees das Kommando. Zunächst gab er einen seltsamen Elfmeter für 1860, den Adlung zur Führung versenkte. Danach gab Drees erst den einwandfreien Ausgleich durch Dave Bulthuis, um ihn – angeblich hatte der Linienrichter, freilich zu Unrecht, Abseits erkannt – dann wieder zurückzunehmen. Schließlich schickte er auch noch Javier Pinola mit Gelb-Rot vom Platz, so dass der jetzt zum Saisonabschluss fehlt.

Wahrscheinlich lesen weder Drees noch der DFB, noch viele Kollegen die Tweets zum Spiel. Deswegen vermitteln wir hier mal einen kleinen Eindruck:

Ikone Pinola: Erst Aussetzer, dann prima Vorlage

04.05.2015 --- Fussball --- Saison 2014 2015 --- 2. Fussball - Bundesliga --- 31. Spieltag: FC Ingolstadt FCI - 1. FC Nürnberg FCN --- Foto: Sport-/Pressefoto Wolfgang Zink / DaMa ---  Raphael Schäfer Schaefer (1, 1.FC Nürnberg / FCN ) gibt Javier Horacio Pinola (25, 1.FC Nürnberg / FCN ) nach Spielende etwas zu Trinken - Javier Horacio Pinola (25, 1.FC Nürnberg / FCN ) liegt mit Krampf am BodenOh je. Da zeigt Club-Publikumsliebling Javier Pinola seit Wochen endlich wieder starke Form, und dann unterläuft der Vereins-Ikone prompt ein kurioses Eigentor. Immerhin konnte der Linksverteidiger seinen Lapsus umgehend wieder wettmachen, als er den Ausgleichstreffer des eingewechselten Danny Blum toll vorbereitete.

Der Club war in Ingolstadt im Vergleich zum 2:0 gegen Sandhausen mit Mössmer und Kerk für Petrak (verletzt) und Mlapa (Bank) angetreten und gut gestartet. Der Tabellenführer, Nachfolgeverein der einstigen Zweitligisten ESV und MTV und daher eigentlich kein Retortenklub, tat sich in der ersten Hälfte sehr schwer gegen den Club, im zweiten Abschnitt fand er aber besser ins Spiel. Trotzdem, die Aufstiegsparty ist nach dem 1:1-Unentschieden verschoben: Am kommenden Wochenende können die „Schanzer“ in Bochum aber alles klar machen. Der 1.FC Nürnberg holte seinen 39. Punkt. Auch wenn sich die Kellerkinde nun offenbar  entschieden haben, in den Schlusswochen der Saison rasant zu punkten, dürfte das zum Klassenverbleib reichen.

Der letzte Satz ist natürlich grotesk, bedenkt man die Ziele, die Sportvorstand Martin Bader vor Saisonbeginn ausgab. Aber immerhin können sich die Nürnberger rühmen, dem voraussichtlichen Zweitliga-Meister die bis dato einzige Auswärtsniederlage beigebracht zu haben. Das Hinspiel konnte der Club mit 2:1 für sich entscheiden, damals ein gelungenes Debüt für Trainer Rene Weiler. Insgesamt verlor Ingolstadt nur dreimal in dieser Saison, die beiden anderen Pleiten gab es vor eigenem Publikum. Gegen den Ruhmreichen verbuchte der FCI nun seinen 60. Punkt – davon kann man in Nürnberg nur träumen.

Erschien in 1.FCN, Abstieg | Kommentare deaktiviert für Ikone Pinola: Erst Aussetzer, dann prima Vorlage