Mit neuem Schwung oder mit erfahrenen Legionären?

1. Etliche Clubspieler machen Party auf Mallorca und prompt stellen sich dort ungebetene Gäste ein, die zumindest das Baden schwierig gestalten. Aber vielleicht ist das ein gutes Omen dafür, dass der Club auch in der ersten Liga nicht baden geht.

2. Urlaub machen kann jetzt auch Mikael Ishak. Seine Hoffnung, bei der WM in Russland für Schweden spielen zu können, erfüllte sich nicht. Blöd für den Clubstürmer. Aber noch blöder für die schwedische Nationalmannschaft, bei der nicht unbedingt Kompetenz am Ruder zu sitzen scheint.

3. Nach dem vom HSV kommenden Stürmer Törles Knöll meldet der Club einen weiteren Neuzugang: Kevin Goden vom ebenfalls abgestiegenen 1. FC Köln. Beide sind eher Optionen auf die Zukunft, also sogennannte Perspektivspieler. Ob sich der FCN noch Bundesligaerfahrung einkaufen will oder ob er bewusst lieber auf den Nachwuchs als auf irgendwelche Legionäre setzt, ist bislang unklar.

4. Offenbar hat Andreas Bornemann aber zumindest einen Nachfolger für Kevin Möhwald an der Angel. Es handelt sich um den, hier bereits erwähnten, Kevin Stöger, der zuletzt beim VfL Bochum spielte.

5. Ein anderes beim Club gehandeltes Talent, zieht hingegen den FC Heidenheim vor: Niklas Dorsch, der Kapitän der zweiten Mannschaft des FC Bayern.

Ein Letztes:

Falls jemand später den Grund sucht, warum die deutsche Meisterschaft doch wieder spannend geworden ist:

Kleiner Dämpfer für den Rekordaufsteiger

Die Woche:

1. Hauptsächlich mit den Aufstiegshelden will es der Club in der ersten Bundesliga angehen. Das kündigte Sportvorstand Andreas Bornemann an. Die eine oder andere Verstärkung wird es aber sicher noch geben. Aber eben nur punktuell und mehr als vie Millionen Euro stehen dafür nicht zur Verfügung.

2. Irritationen ausgelöst haben ein paar in die nächtliche Aufstiegsfeier eingebettete, nachdenkliche Sätze von Club-Trainer Michael Köllner. Er „kokettiere mit dem Abschied“ hieß es hinterher. Im Grunde genommen hat Köllner aber nur darauf verwiesen, dass im Fußball Euphorie und Depression ziemlich nahe beieinander liegen und es keine Automatismen in diesem Business gibt. Dass er sich ein bisschen prophylaktische Unterstützung für zu erwartende Durststrecken abholt, ist da verständlich.

3. Während am Valznerweiher rund 10.000 Fans die Aufstiegsmannschaft feierten, ging es im BR-Sport um die spannende Frage, was Timo Hildebrand im Augenblick treibt. Außerdem durfte Sepp Maier wieder mal die Anekdote erzählen, wie er damals nach einer Ente hechtete. Gut, ein paar Liveminuten vom Club gab es dann auch noch. Schließlich zahlen ja nicht nur FCB-Fans Rundfunkgebühren. Das muss den BR-Sportlern wohl dann irgendwer gesteckt haben, jedenfalls lieferten sie dann – mit großer Posaune angekündigt – ausführlichst – und länger als angekündigt – die Clubaufstiegsfeier nach. Diesmal sogar ohne Luchs (Nachtrag: Er kam dann doch noch, als Reminiszenz)

4. Dass beim Aufstieg noch ganz andere mitgewirkt haben, darauf verweist das Magazin des Erzbistums Bamberg. In der Club-Kabine, so wird dort Enrico Valentini zitiert, sei auch oft über Gott diskutiert worden. In die Fußballergebnisse greife Gott aber nicht ein. Sonst gäbe es schließlich höchstens Siege gegen Mannschaften, die aus lauter Atheisten bestehen.

5. Das Gipfeltreffen zum Saisonabschluss pfiff Bibiana Steinhaus. Für das am deutschen Fußball ansonsten stark interessierte iranische Fernsehen ein No-Go. Beim Spiel der Bayern letzte Woche wurde die Schiedsrichterin jedenfalls konsequent rausgeschnitten. Noch sind der Club und die Fortuna nicht in der ersten Liga. Da kann man auf die Übertragung des Spiels auch ganz verzichten.

6. Obwohl er während der Saison vom Club zum SV Sandhausen gewechselt ist, hat Rurik Gislason jetzt ebenfalls Grund zu feiern: Er wurde ins isländische WM-Aufgebot berufen. In Rußland trifft er möglicherweise auf einen alten Bekannten aus FCN-Zeiten. Mikael Ishak hofft nämlich noch, für Schweden berufen zu werden.

Das Spiel:

Beim Club hallen die Festtage noch lange nach. Vor Beginn des Saisonabschlusssoiels wurden erst einmal die Meister von 1968 geehrt. Dann ging es für die derzeit aktiven Spieler um die Zweitligameisterschaft und auch gleich gut los. Bereits nach sechs Minuten konnte Georg Margreitter das 1:0 erzielen. Fortuna-Keeper Wolf hatte einen Löwen-Freistoß nur nach vorne abwehren können. Der Club blieb aber weiter am Drücker und wurde in der 13. Minute erneut belohnt. Diesmal war es Tim Leibold der nach Ishak-Zuspiel den Ball zu 2:0 ins Düsseldorfer Tor hämmerte. Aber wie das so ist, wenn alles zu reibungslos läuft. Da rappelt sich dann plötzlich der Gegner auf und die eigene Konzentration lässt etwas nach. Zunächst vereitelte Fabian Bredlow zwei Großchancen bravourös. In der 37. Minute war er dann allerdings gegen den Kopfball des freistehenden Usami machtlos. Anschlusstreffer!

In der zweiten Hälfte kam der Club aus dem Vorfreude-Modus nicht mehr so richtig raus. Andererseits hatte er das Spiel weitgehend im Griff, was ja manchmal trügerisch ist. Nach knapp einer Stunde gelingt Gießelmann mit einem Sonntagsschuss der überraschende Ausgleich. Gut, dachte man beim Club wohl: Unentschieden reicht auch. Als dann die Sorge bereits einem vorzeitigen Platzsturm galt und der Stadionsprecher bat, doch bitte nach dem Schlusspfiff noch fünf Minuten zu warten, da schlug dann die Fortuna erneut zu und schnappte durch Ayhan in der Nachspielzeit dem Club noch die Meisterschaft weg.

Aus der Meisterfeier wurde so nur eine Aufstiegsfeier. Aber, was heißt denn hier nur?

Ein Letztes:

Wenn man auf so vielen Hochzeiten unterwegs ist, kann das schon passieren:

Endlich wieder daheim!

Die Woche:

1. Sogar an prominentester Stelle im Stadtbild ist der FCN präsent:

2. Der Aufstieg hat auch musikalisch Folgen. Der Erlös geht dabei an das Fan-Hilfsprojekt „Franken-hilft“:

3. Selbst wenn die Südkurve meistens geschlossen blieb und häufig über mangelnden Zuspruch gejammert wurde: Der FCN ist was die Zuschauerzahlen angeht auf jeden Fall (Saisonabschlussspiel ist ausverkauft) Zweitligameister.

4. Ein paar Personalien gibt es zu vermelden. Unter dem Wechsel von Kevin Möhwald muss jetzt leider ein Haken gemacht werden.
Ebenfalls zu Bremen geht erstmal Ulisses Garcia. Der hat dort ohnehin noch Vertrag. Aber wohl auch keine Zukunft. Die sucht hingegen ein Nürnberger Talent, das allerdings erst von den Fürthern und dann von den Bayern entdeckt wurde, jetzt möglicherweise beim Club: Timothy Tillmann. Und dann wären da noch anstehende Vertragverlängerungen, mit Ondrej Petrak und eventuell bleibt auch Tobias Werner.

Das Spiel:

Im Hardtwaldstadion hatte der Club fast so etwas wie ein Heimspiel. Rund 9000 Fans waren zur Unterstützung und zur eventuellen Aufstiegsfeier nach Sandhausen gekommen. Auf dem Platz sahen sie allerdings zunächst eher zähe Kost. Der SV Sandhausen bemühte sich praktisch nur darum, unsere Mannschaft vom Strafraum fernzuhalten. Außer einer Chance bereits in der ersten Minute (Löwen drüber) kam daher nicht viel rum. Bis zur 38. Minute. Da war es nach einer Valentini-Ecke passiert. Den Kopfball von Margreitter konnte SVS-Keeper Schuhen zwar noch parieren, doch der Ball landete genau bei unserem Kapitän und derzeitigen Top-Torjäger, Hanno Behrens, der nur noch zur absolut verdienten Führung einköpfen musste.

Nach der Pause lie0 es der FCN ruhiger angehen. Nach vorne ging gar nichts. Eigentlich spielten nur die Hausherren. Aber die schafften es trotz des gut spielenden Ex-Clubberers Rurik Gislason nicht, Fabian Bredlow zu überwinden. Und so war es dann ein Konter in der 76. Minute, der die Entscheidung brachte. Die Sandhäuser waren aufgerückt und so konnte dann Tim Leibold ziemlich unbedrängt den Sack zu und den Aufstieg perfekt machen.

Am Ende bescherten die die auf den Platz stürmenden Clubfans dem SV Sandhausen dann auch noch Erlebnisse, die sie so wohl noch nicht kannten.

Der Club ist wieder da, wo er hingehört. Nie mehr zweite Liga, nie mehr, nie mehr!

—und nächsten Sonntag geht es im letzten Spiel dann noch um die Zweitligameisterschaft.

Ein Letztes:

Auch wenn sich Wege trennen, finden sich Gemeinsamkeiten:

Souverän die Hürde gemeistert

Die Woche:

1. Da wollten einige schon im Anschluss an das Braunschweigspiel den Aufstieg feiern. Der Bürgermeister hatte via Facebook Fans mit eigenem Vorgarten schon den Mund wässrig gemacht. Die hofften dort bereits am Tag der Arbeit ein Stück Siegerrasen pflanzen zu können. Auch die Öffnung der Südkurve wurde wegen des zu erwartenden Ansturms der Feierwilligen angekündigt. Doch schon am Sonntag bewiesen die Ingolstädter, dass ihnen der Club wurst ist. Genau wie übrigens der FCB-Werbesendung „Blickpunkt Sport“. Dort wurde lediglich beklagt, die Niederlage der Schanzer gegen Holstein Kiel habe Jahn Regensburg die Relegationshoffnungen genommen. Der Club kam dort nur in einer Randbemerkung („spielt auch noch um den Aufstieg mit“) vor.

2. Ohnehin erhebt sich die Frage, wo denn der Fan überhaupt noch feiern oder vielleicht den einen oder anderen Frust herunterspülen soll. Letzte Woche erreichte uns nämlich auch die Meldung: „s`Gärtla“ ist endgültig Vergangenheit. Die städtische Bürokratie hat sich da wieder mal erfolgreich als Totengräber betätigt.

3. Gerade hatte der Spezi noch in seiner NZ-Kolumne angeregt, in jeder städtischen Amtsstube ein Club-Bläbberla aufzuhängen, da sprang auch schon der bayerische Kruzifix-Präsident, der mit selbigen auch im Stadion aufschien, auf den Zug auf. Er werde für die Mannschaft im Aufstiegsfall einen Empfang geben. Jetzt fragen sich viele: Motiviert das, oder eher nicht?

4. Und nein, es geht beim Club nicht nur um den Aufstieg:

Das Spiel:

Auch wenn der Aufstieg noch nicht perfekt gemacht werden konnte, waren mehr als 45.000 Zuschauer zum letzten Montagsspiel ind Morlock-Stadion gepilgert. Die Atmosphäre war also schon mal bundesligareif. Aber auch auf dem Rasen ließ der Club keine Zweifel daran aufkommen, dass man es wissen will. Das war auch der Braunschweiger Eintracht ziemlich schnell klar, die eher ängstlich und nervös auf Schadensverhinderung aus war. Das wäre in der ersten Halbzeit auch beinahe gut gegangen. Denn trotz drückender Überlegenheit gelang es dem Club wieder mal nicht, den Ball im Kasten zu versenken. Bis zur 45. Minute. Dann war es der auch sonst souverän spielende Erras-Ersatz Ondrej Petrak, der nach einer Ecke den Ball aus 20 Metern ins rechte Ecke hämmerte, zur hochverdienten Führung.

In der zweite Hälfte waren gerade drei Minuten vergangen, da war besagter Petrak der Vorbereiter für den zweiten Treffer. Er bediente Kevin Möhwald, der im zweiten Versuch den besten Braunschweiger, Torwart Fejzic, überwinden konnte. Danach schaltete der Club einen Gang runter. Die abstiegsbedrohten Braunschweiger, die übrigens am letzten Spieltag noch gegen unseren Aufstiegskonkurrenten Holstein Kiel ran müssen, machten nie den Eindruck, als könnten sie dem Club nochmal gefährlich werden.

Auch wenn noch nichts fix ist: Ein ganz wichtiger Sieg. Jetzt lastet der Druck wieder auf den Kielern. Und deren Chancen, sich gegen den HSV verpfeifen lassen, sind heute deutlcih gestiegen.

Ein Letztes:

Als treuer Clubfan nerven einen die Trittbrettfahrer des Erfolgs, die sich nur ins Stadion bequemen, wenn es was zu bejubeln gibt. Die spechten nun massenhaft nach Karten. Aber dafür gelten strenge Voraussetzungen. Ganz strenge!

Immer schön, wenn ein Knopf aufgeht

Die Woche:

1. Club-Stürmertalent Jabez Makanda wechselt zu Eintracht Frankfurt. Der dortige Trainer hat ihm einen Platz in der ersten Mannschaft versprochen. Blöderweise kann sich der 16-Jährige darauf wohl nicht mehr berufen, denn nächste Saison trainiert Niko Kovac bekanntlich die Bayern. Sollte man die Leute nicht erstmal volljährig werden lassen, bevor man sie verarscht?

2. Zur geplanten Ausgliederung der Profifußballabteilung beim Club lohnt sich ein Blick auf Vereine, die das schon vollzogen haben. Zum Beispiel den VfB Stuttgart. Zitat: „Die Identifikation ist komplett verloren gegangen.“

3. Gerade noch war ihm alles EGAL und jetzt will er auf einmal nicht nur – wie die übrige Presse schreibt – einfach aufsteigen, sondern sogar Meister werden. Wir nehmen mal an, dass dafür nicht die Sprunghaftigkeit Michael Köllners verantwortlich ist, sondern die der Bildzeitung.

4. Während andere noch Resthoffnungen verbreiten und von „erstklassigen Perspektiven“ für Kevin Möhwald schreiben (was ja auch Vertragsverlängerung bei Aufstieg impliziert), meldet der Kicker, der Wechsel des Mittelfeldspielers zu Werder Bremen sei bereits fix. Und die Bildzeitung behauptete danach auch, er habe bereits seine Nürnberger Wohnung gekündigt.


Das Spiel:

In Ingolstadt begann der Club mit Petrak für Erras. Ishak war wieder in der Startelf dabei. Gleich zu Spielbeginn überrumpelte der FCN die Schanzer, die noch gar nicht richtig sortiert waren und erspielte sich drei erstklassige Torchancen. Danach bekamen die Ingolstädter das Spiel besser in den Griff. Und hatten zumindest eine gute Gelegenheit durch den – freundlich formuliert – übermotivierten Stefan Kutschke. Nachdem er den Ball aus nächster Nähe nicht an dem diesmal fehlerfreien Fabian Bredlow vorbei brachte, verlegte er sich fortan aufs Elfmeterschinden. Das verfing bei Schiedsrichter Willenborg allerdings nicht. Der gab nämlich nicht einmal zwei völlig berechtigte Elfmeter für den Club.

Mit 0:0 ging es erstmal in die Pause. In der hatte Clubtrainer Michael Köllner offenbar gesteigerten Redebedarf. Jedenfalls standen die Ingolstädter minutenlang allein auf dem Platz ehe sich unsere, diesmal in Weiß auflaufenden Spieler dazu bequemten. Leider dauerte es dann keine fünf Minuten für die Weißen, um sich ein echtes Kacktor einzufangen. Die Situation schien bereits geklärt zu sein, da behinderten sich zwei Clubverteidiger im Strafraum gegenseitig, so dass Leipertz an den Ball kam und zum 1:0 einschob. Wieder einmal brauchte der Club offenbar einen Rückstand als Weckruf. Denn plötzölich gab es mehr Zug nach vorne. Dort haperte es dann aber in letzter Konsequenz. Stefaniak blieb weitgehend ein Fremndkörper im Angriffsspiel. Ishak war auch nicht so präsent wie vor einer Woche und Möhwald schien mit den Gedanken irgendwo an der Weser zu weilen.

Als dann auch Mikael Ishak ausgewechselt wurde, schwand bei vielen der Glaube an einen Torerfolg. Für Ishak kam Adam Zrelak. Der war aber keine vier Minuten auf dem Platz, da hämmerte er einen abgewehrten Schuss vom ebenfalls eingewechselten Tobias Werner ins rechte Toreck. Es gibt doch nichts schöneres als wenn bei Clubstürmern der Knopf aufgeht. Leider blieb es bei dem einen Treffer.

Am Ende hatte der Club dann noch eine Ingolstädter Drangphase zu überstehen, so dass wir mit dem einen Punkt zufrieden sein müssen. Zwar ist jetzt der Abstand zu den Kielern auf zwei Punkte geschrumpft, dafür haben wir auf Düsseldorf einen Punkt gut gemacht. Es bleibt also noch spannend, wer von den drei Mannschaften in die Relegation muss. Sollten wir das sein, brauchen wir uns allerdings bei der im Audisportpark gezeigten Leistung keine übersteigertehn Hoffnungen machen.

Ein Letztes:

Wenn einer eine Pressemitteilung verfasst, geht er davon aus, dass die auch veröffentlicht wird. Die hier ist leider untergegangen. Also holen wir das nach.

Wichtige Signale

Die Woche:

1. Wichtigste Meldung der Woche: Tim Leibold verlängerte beim Club. Das ist weniger deshalb bedeutend, weil der Club so weithin auf der Linksverteidigerposition gut besetzt ist, sondern als Signal dafür, dass er nicht bloß Durchlauferhitzer für Talente, sondern auch eine Option für die Zukunft sein kann.

2. Ebenfalls für den Ruhmreichen ausgesprochen hat sich Finanzvorstand Michael Meeske. Nach dem HSV sagte er jetzt auch dem VfL Wolfsburg ab. Trotzdem seltsam diese Avancen-Häufung. Nicht ganz klar, aber beim Club eh kein Thema, ist übrigens Meeskes Einstellung zur 50+1-Regelung.

3. In der Länderspielpause hat man mal Muße, sich die Tabelle genauer anzuschauen. Da fällt auf, dass der Club zu jenen vier Mannschaften gehört, die sich keine Abstiegssorgen mehr machen müssen. Das Glas ist also auch halbvoll.

Das Spiel:

Nachdem einige Spieler geschont oder anderweitig gebraucht wurden, konnten sich im Testspiel gegen den österreichischen Zweitligisten SV Ried zwei nicht so im Rampenlicht stehende Kadermitglieder als Torschützen auszeichnen: Laszlo Sepsi und Marvin Stefaniak. Der Club gewann 2:1. Aber bei solchen Pausenevents geht es weniger ums Ergebnis als um die Erkenntnisse und das Im-Rhythmus-Bleiben.


Ein Letztes:

Nur weil die Presse teilweise etwas anderes meldete: hier nochmal eine Richtigstellung zum Darmstadtspiel. Das ging 1:1, also unentschieden, aus.

Da wird der Palazzo wohl leer bleiben

1. Ja, was denn nun? Angeblich hatte der Club doch einen breiten Kader mit massenhaft Alternativen, die Trainer Michael Köllner jedes Mal vor die Qual der Wahl stellen. Jetzt soll auf einmal alles anders sein: Der 2. Anzug zwickt, Ausfälle und Verletzungen können nicht kompensiert werden. Verletzungen? Da sind Sebastian Kerk und Dennis Lippert dabei, wo der Club bereits bewiesen hat, dass er auch ohne sie zurecht kommt. Enis Alushi und Laszlo Sepsi würden wahrscheinlich eh nicht aufgestellt. Adam Zrelak höchstwahrscheinlich auch nicht. Bleiben der eher indisponierte als verletzte Eduard Löwen und Georg Margreitter. Auch bei jenen Spielern, die angeblich außer Form sind, fragt sich, ob das nicht der Normalzustand ist. Wobei es der „formschwache“ Edgar Salli mit Note 2 beim letzten Mal immerhin in die Kicker-Elf-des-Tages geschafft hat. Später wurde er dann zwar auf eine 4 abgewertet. Eines wird dadurch jedenfalls deutlich: Auch Journalisten haben Formschwächen.

2. Im DFB-Pokal wurde dem Club von Stefan Effenberg ein Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg zugelost. Finanziell gesehen ist das eher mittelgut. Was die Chancen aufs Weiterkommen angeht auch. Seit dem Pokaltriumph vor zehn Jahren war leider regelmäßig Schluss, wenn es gegen einen Erstligisten ging.

3. Dank unserer lokalen Sportberichterstattung wissen wir jetzt, dass Club-Sportvorstand Andreas Bornemann Apfeltaschen von Hildes Backwut isst. Man mag da von Schleichwerbung sprechen. Vielleicht wird auch ein neuer Sponsor aufgebaut. Auf jeden Fall dient der Sportteil mal wieder (wie in der Vorwoche bei der Bahnfahrt von Osnabrück) dazu, in die Realitäten der einfachen Leserschaft einzutauchen. Eine lohnenswerte Aufgabe, um die sich andere Ressorts leider zu wenig kümmern.

4. Ob unseren Trainer der, in Nürnberg regelmäßig im Debakel endende, Größenwahn gepackt hat, oder ob es wieder eine von Journalisten – aus Ermangelung an Berichtenswertem – aufgebauschte Nebenbemerkung war, lassen wir mal dahingestellt. Vielleicht war auch nur die Marketingabteilung am Werkeln. Jedenfalls soll Köllner gesagt haben, der Club werde die Aufstiegsfeier in Alexander Hermanns Palazzo ausrichten. Vielleicht sollten wir einfach erstmal unsere Spiele gewinnen.

Das Spiel:

Dass Montagspartien als „Spitzenspiele“ annonciert werden, erwies sich schon häufiger als Etikettenschwindel. Diesmal galt das ganz besonders. Ein ödes Gekicke, das da im flutlichtbeleuchteten Morlock-Stadion abgeliefert wurde. Wobei die Gäste aus Ingolstadt anfangs noch die Aktiveren waren und den Club mit ihrem frühen Pressing praktisch kaum Zugang in Strafraumnähe ermöglichten. Ein abgefälschter Pass landete dann in der 14. Minute bei Pledl, der den Ex-Nürnberger Kutschke bedient und plötzlich liegt der Club hinten.

Diesem fiel danach weiterhin nicht viel ein, nur dass jetzt auch die Ingolstädter kein Interesse mehr daran hatten, die Partie irgendwie gefälliger zu gestalten. Als wir Fans schon in Depression zu versacken drohten, erbarmte sich Cedric Teuchert doch noch, setzte zu einem unwiderstehlichen Dribbling an, passte zu Kevin Möhwald, der den Ball zum Ausgleich unter die Latte hämmerte. Auf einmal war wieder Selbstvertrauen und Druck in den Clubaktionen. Doch beides blieb dann irgendwo in der Kabine.

Nach der Halbzeit wurde auf der nach unten offenen Ödnessskale ein neuer Tiefpunkt anvisiert. Nichts ging mehr. Lediglich Torwat Thorsten Kirschbaum fiel – übrigens auch zum Unmut seines Trainers – durch wiederholtes Meckern auf. Blöderweise war es dann ebenfalls Kirschbaum, der der zweiten Hälfte doch noch einen Höhepunkt bescherte: Der Torhüter legte sich nach einem harmlosen Rückpass den Ball zu weit vor und grätscht dann den mittlerweile eingewechselten Ingolstädter Stürmer Lezcano um: Elfmeter! Lezcano versenkt diesen in Stop-and-Go-Manier zum Siegtreffer.

Unverdient war das nicht. Trotzdem war das eine saublöde und durch mangelndes Engagement und einen Torwartfehler selbstverschuldete Niederlage.

Ein Letztes:

Ein clubaffines Alphornduo hat auf dem Consumenta-Stand der Greuther Fürther einen musikalischen Derbysieg nachgereicht. Die beiden intonierten dort „Die Legende lebt“. Was man übrigens vom Kleeblatt derzeit nicht unbedingt behaupten kann.

Ende einer imposanten Serie


Gut, die zwischenzeitlich schon arg enteilten Braunschweiger kriseln momentan und gaben nun auch Relegationsrang drei an Union Berlin ab. Dennoch werden wohl jetzt auch die kühnsten Optimisten einsehen müssen, dass der 1.FC Nürnberg in der Spielzeit 2017/18 in seine vierte Zweitligasaison in Folge gehen wird. Bei den Münchner „Löwen“ gab es für die Nürnberger eine 0:2-Pleite. Trotz großer Personalnöte parkte der 1.FC Nürnberg dabei seine vier externen Winter-Neuzugänge ein weiteres Mal auf Bank und Tribüne. Der TSV München 1860 startete mit einem zur Jahreswende eingekauften Quartett – und prompt avancierten zwei der Neuen im bayerischen Derby zu Matchwinnern. Nach einer Viertelstunde war es der aufgerückte Abwehrhüne Ba, der einen Eckstoß von Aycicek mit einem wuchtigen Kopfstoß zum 1:0 verwertete. Und in der 39. Minute zog Mittelfeldspieler Lumor von der Strafraumkante ab und traf ins kurze Eck. Club-Keeper Kirschbaum, der bisher eine so starke Saison spielte, sah bei beiden Treffern nicht besonders gut aus.

Während es sich die „Löwen“ leisten konnten, Spieler wie Olic, Liendl, Adlung oder Aigner auf der Bank zu lassen, verschärften sich beim Club vor dem Spiel noch einmal die Personalsorgen. Nach Erras, Leibold, Bulthuis, Sepsi und Brecko meldeten sich im Vergleich zur Vorwoche auch Innenverteidiger Margreitter (verletzt) und Stürmer Matavz (krank) ab. Mühl und Gislason, der überraschend den Vorzug vor Teuchert und Ishak bekam, rückten neu in die Startelf. Gislason sorgte denn auch für einigen Betrieb im ersten Durchgang, aber insgesamt stellten die Gastgeber das bessere Team und führten zur Pause durch die beiden eingangs erwähnten Treffer verdient mit 2:0. Nach dem Wiederanpfiff vereitelte Kirschbaum das 0:3 aus Nürnberger Sicht, als er geistesgegenwärtig aus seinem Kasten eilte und dem freistehenden Aycicek den Ball abluchste (59.). Club-Coach Alois Schwartz brachte dann Parker und Hufnagel für Sabiri sowie Kempe (62.), später kam auch noch Ishak für Möhwald (77.) – aber zwingende Chancen erspielten sich die Nürnberger auch mit den frischen Kräften kaum. Und so endete an diesem Abend auch eine imposante Serie: 41 Zweitligaspiele in Folge hatte der Club immer mindestens ein Tor erzielt. Nun hängt der „Ruhmreiche“ im grauen Mittelfeld fest. Die Münchner dagegen haben jetzt sieben Punkte Vorsprung vor dem Quartett auf den letzten vier Plätzen, das geschlossen 18 Zähler aufweist. Das Abstiegsgespenst könnte bald verjagt sein.

Schade, es wäre zu schön gewesen!

3423278530Das war nix! Der Club hätte eine gute Saison mit dem Aufstieg krönen können. Der Club hatte einen Gegner, der offensichtliche Defizite aufwies. Der Club hatte auch noch Glück, kam mit einem Auswärtstor aus dem Hinspiel in Frankfurt zurück. Die Fans hängten sich mit einer aufwändigen Choreo rein. Halb Nürnberg war auf den Beinen. Es war also alles angerichtet für ein Fußballfest mit anschließender Aufstiegsfeier. Doch dann vergaß der Club das Fußballspielen.

Die erste Hälfte verlief ähnlich wie in Frankfurt. Die Eintracht hatte zwar ein deutliches Übergewicht, drängte den Club hintenrein, war aber unfähig, mal gefährlich aufs Tor zu schießen. Offensichtlich hatte der Club auf diese Unfähigkeit gebaut. Je länger das Spiel jedoch dauerte, desto mehr wuchs der Druck. Zudem ließen auch die Kräfte und die Konzentration nach. Das erwies sich auch schon in Frankfurt, wie kräftezehrend diese Mauertaktik ist. Letztlich wuchs die Gefahr für das Tor vom Raphael Schäfer praktisch minütlich. In der 66. Minute war es dann soweit. Severovic machte das Tor und die eh nicht besonders intelligente Taktik war im Eimer.

Der Club besann sich dann endlich doch darauf, dass Fußball von Kombinationen, von Zielstrebigkeit und vom Zug zum Tor lebt. Auf einmal deutete die Mannschaft an, wie es auch hätte laufen können. Aber auch die Eintracht kann hinten dicht machen. Auch wenn das mit nicht unbedingt sympathiefördernden Mitteln geschah. Letztlich sah man aber bei beiden Relegationsspielen Ähnliches wie in der Pokalbegegnung gegen die Hertha. Gegen Erstligamannschaften reicht es beim Club einfach nicht. Weder spielerisch, noch taktisch. Letztlich fehlte auch die Erfahrung und das Selbstvertrauen.

Ob das künftig besser wird, da kann man Zweifel äußern. Der Club hätte den Aufstieg aus finanziellen Gründen bitter nötig gehabt. Jetzt werden etliche der Leistungsträger der ja durchaus erfolgreichen Zweitligasaison wahrscheinlich den Verein wechseln und Geld für adäquaten Ersatz ist keines da. Der Club ist erneut am Boden. Hoffentlich rappelt er sich wieder auf. Und hoffentlich werden wir nicht jahrelang dieser so knapp verpassten Chance nachtrauern. Vor allem wurde die ja nicht erst gegen Frankfurt verpasst, wenn man sich nur angesehen hat, wie die Würzburger Kickers (die uns jetzt auch als Gegner blühen könnten) den MSV Duisburg daheim abgefertigt haben, während der Club gegen die drei Punkte verschenkte.

Mit Leidenschaft ein 1:1 geholt

2017734730Mit taktischer Disziplin und Leidenschaft vor allem in der Abwehr holte sich der Club im ersten Relegationsspiel ein 1:1. Das Auswärtstor kann da noch Gold wert sein.

Dabei sah es lange nicht danach aus, als würde der FCN in Frankfurt was holen können. Die Eintracht nagelte die weiß-gekleideten Clubspieler am eigenen Strafraum fest. Wie ein Absteiger spielte die Eintracht auch nicht. Der Club hatte praktisch keine Torchance, sieht man mal von einem Freistoß ab, den Sebastian Kerk aber in den wolkenverhangenen Frankfurter Abendhimmel hämmerte. Umso überraschender, quasi aus dem Phrasenschweinnichts, fiel dann der Führungstreffer. Kerk zirkelte den Freistoß diesmal statt in den Himmel lieber in den Sechzehner. Dort behinderte der Ex-Cluberer Hasebe seinen Mannschaftskapitän Marco Russ, der dann den Ball ins eigene Tor beförderte. Ausgerechnet Russ, der am Tag vorher eine Krebsdiagnose erhalten hatte! Sowas wünscht man seinem schlimmsten Feind nicht. Alles Gute, Marco, aber vor allem für die Gesundheit!

In der zweiten Halbzeit machte die Eintracht zwar druckvoll weiter, aber man merkte, dass sie angeknackst war. Fehlpässe, Missverständnisse und zunehmende Planlosigkeit waren Trumpf. Der Club schien sich da irgendwie negativ beeindrucken zu lassen. Vielleicht dachte man auch, die bekommen es eh nicht mehr hin. Ein Fehler! In der 65. Minute fällt dann der Ausgleich. Unverdient war er bestimmt nicht. Aber sicher vermeidbar. Danach wurde dann auch der Unterschied deutlich zwischen den bisherigen Zweitligagegnern und der Eintracht. Während der Club in der Schlussphase sonst immer noch zulegen und sogar manches Spiel drehen konnte, schien die Eintracht am Ende etwas fitter als der Club.

Für Montag heißt es: Die Ausgangslage ist gut, gewonnen aber noch nichts.