Kleiner Dämpfer für den Rekordaufsteiger

Die Woche:

1. Hauptsächlich mit den Aufstiegshelden will es der Club in der ersten Bundesliga angehen. Das kündigte Sportvorstand Andreas Bornemann an. Die eine oder andere Verstärkung wird es aber sicher noch geben. Aber eben nur punktuell und mehr als vie Millionen Euro stehen dafür nicht zur Verfügung.

2. Irritationen ausgelöst haben ein paar in die nächtliche Aufstiegsfeier eingebettete, nachdenkliche Sätze von Club-Trainer Michael Köllner. Er „kokettiere mit dem Abschied“ hieß es hinterher. Im Grunde genommen hat Köllner aber nur darauf verwiesen, dass im Fußball Euphorie und Depression ziemlich nahe beieinander liegen und es keine Automatismen in diesem Business gibt. Dass er sich ein bisschen prophylaktische Unterstützung für zu erwartende Durststrecken abholt, ist da verständlich.

3. Während am Valznerweiher rund 10.000 Fans die Aufstiegsmannschaft feierten, ging es im BR-Sport um die spannende Frage, was Timo Hildebrand im Augenblick treibt. Außerdem durfte Sepp Maier wieder mal die Anekdote erzählen, wie er damals nach einer Ente hechtete. Gut, ein paar Liveminuten vom Club gab es dann auch noch. Schließlich zahlen ja nicht nur FCB-Fans Rundfunkgebühren. Das muss den BR-Sportlern wohl dann irgendwer gesteckt haben, jedenfalls lieferten sie dann – mit großer Posaune angekündigt – ausführlichst – und länger als angekündigt – die Clubaufstiegsfeier nach. Diesmal sogar ohne Luchs (Nachtrag: Er kam dann doch noch, als Reminiszenz)

4. Dass beim Aufstieg noch ganz andere mitgewirkt haben, darauf verweist das Magazin des Erzbistums Bamberg. In der Club-Kabine, so wird dort Enrico Valentini zitiert, sei auch oft über Gott diskutiert worden. In die Fußballergebnisse greife Gott aber nicht ein. Sonst gäbe es schließlich höchstens Siege gegen Mannschaften, die aus lauter Atheisten bestehen.

5. Das Gipfeltreffen zum Saisonabschluss pfiff Bibiana Steinhaus. Für das am deutschen Fußball ansonsten stark interessierte iranische Fernsehen ein No-Go. Beim Spiel der Bayern letzte Woche wurde die Schiedsrichterin jedenfalls konsequent rausgeschnitten. Noch sind der Club und die Fortuna nicht in der ersten Liga. Da kann man auf die Übertragung des Spiels auch ganz verzichten.

6. Obwohl er während der Saison vom Club zum SV Sandhausen gewechselt ist, hat Rurik Gislason jetzt ebenfalls Grund zu feiern: Er wurde ins isländische WM-Aufgebot berufen. In Rußland trifft er möglicherweise auf einen alten Bekannten aus FCN-Zeiten. Mikael Ishak hofft nämlich noch, für Schweden berufen zu werden.

Das Spiel:

Beim Club hallen die Festtage noch lange nach. Vor Beginn des Saisonabschlusssoiels wurden erst einmal die Meister von 1968 geehrt. Dann ging es für die derzeit aktiven Spieler um die Zweitligameisterschaft und auch gleich gut los. Bereits nach sechs Minuten konnte Georg Margreitter das 1:0 erzielen. Fortuna-Keeper Wolf hatte einen Löwen-Freistoß nur nach vorne abwehren können. Der Club blieb aber weiter am Drücker und wurde in der 13. Minute erneut belohnt. Diesmal war es Tim Leibold der nach Ishak-Zuspiel den Ball zu 2:0 ins Düsseldorfer Tor hämmerte. Aber wie das so ist, wenn alles zu reibungslos läuft. Da rappelt sich dann plötzlich der Gegner auf und die eigene Konzentration lässt etwas nach. Zunächst vereitelte Fabian Bredlow zwei Großchancen bravourös. In der 37. Minute war er dann allerdings gegen den Kopfball des freistehenden Usami machtlos. Anschlusstreffer!

In der zweiten Hälfte kam der Club aus dem Vorfreude-Modus nicht mehr so richtig raus. Andererseits hatte er das Spiel weitgehend im Griff, was ja manchmal trügerisch ist. Nach knapp einer Stunde gelingt Gießelmann mit einem Sonntagsschuss der überraschende Ausgleich. Gut, dachte man beim Club wohl: Unentschieden reicht auch. Als dann die Sorge bereits einem vorzeitigen Platzsturm galt und der Stadionsprecher bat, doch bitte nach dem Schlusspfiff noch fünf Minuten zu warten, da schlug dann die Fortuna erneut zu und schnappte durch Ayhan in der Nachspielzeit dem Club noch die Meisterschaft weg.

Aus der Meisterfeier wurde so nur eine Aufstiegsfeier. Aber, was heißt denn hier nur?

Ein Letztes:

Wenn man auf so vielen Hochzeiten unterwegs ist, kann das schon passieren:

Der BR geht lieber nach Fürth

Der Club boykottiert den Bayerischen Rundfunk bzw. dessen Sendung „Blickpunkt Sport“). Na sowas! War es bisher nicht eher umgekehrt? Hat nicht der Bayerische Rundfunk den Club boykottiert? Oder sagen wir genauer: ihn als Randfigur behandelt, die höchstens mal zu fränkischer Folklore für Zwischendurch taugte. Zum Beispiel um einen Christian Eigler vorzuführen, wie er im Schwabacher Slang Daggdigg erklärte. Da lacht der Weltstädter: „Was haben wir doch für lustige Hinterwäldler in unserem Sendegebiet! Rührend!“ Der karrierebewusste Hinterwäldler tut wiederum alles, um sich an die Weltstädtler anzuwanzen (Waldi-Syndrom).

Und da meint Club-Aufsichtsrat und Ex-BR-Mitarbeiter Günther Koch, er könne das reparieren, wenn die Waldis nach Franken kämen und sähen, wie cool wir eigentlich sind. Dass das nicht klappen kann, das hätte man sich denken können. Der BR sagt dann zwar gnädig zu,. schließlich werden auch in Franken Rundfunkgebühren bezahlt, geht aber dahin, wo es noch mehr Folklore gibt und noch mehr Slang gesprochen wird: nach Fürth.

Der Bayerische Rundfunk wird nicht fränkisch (noch nicht mal schwäbisch). Der wird selbst die Boykottmeldungen aus Nürnberg nicht lesen. Der hat seine Nase oben. Zur Zeit in Madrid. Vergesst den, hakt die Rundfunkgebühren als Entwicklungshilfe für menschlich abgedriftete Sendermitarbeiter ab, schaut am Montag halt was anderes und gut isses!

Möglicherweise holt der Club nächstes Jahr einen Titel, dann kann der BR wieder mal spontan eine Luchs-Sendung ins Programm nehmen. Das wäre doch schön!

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Der Luchs kommt nach Augsburg

Der FC Augsburg ist für uns Clubfans normalerweise eher ein Konkurrent im Kampf gegen der Abstieg. Im Kampf gegen die München-Zentriertheit des Bayerischen Rundfunks ist er allerdings ein Verbündeter. Nach der letzten Sendung von „Blickpunkt Sport“ im Bayerischen Fernsehen hat sich Peter Birks, Aufsichtsratsvorsitzender des FCA, jedenfalls beim BR-Sportchef beschwert, wie mit seinem Verein in der Sendung umgegangen wurde. Der hatte immerhin gewonnen (erster Erstligasieg des FCA!). Trotzdem wurde er von den Mirsanmir-Journalisten des BR wie ein unbedeutender Vorortverein abgekanzelt:

„Irgendwie kann ich mich des Eindruckes nicht erwehren, dass unser Sieg in Mainz den „Machern“ Ihrer Sendung so gar nicht in den Kram passte. Hätte man nach einer erneuten Niederlage doch noch viel schöner auf die „bundesligauntauglichen“ Augsburger einschlagen können.“

Letztlich erleben die Augsburger nun das, was wir Clubfreunde schon seit Jahrzehnten vom BR kennen. Alles, was außerhalb Münchens stattfindet, hat den Hauch des Provinziellen, ist nur Folklore, der man halt aus Proporzgründen auch ein bisschen Sendezeit einräumen muss. Insofern ist jetzt der Luchs auch in Augsburg angekommen.
Hallo, FCA, willkommen im Club!
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Der negative Eigler

In der BR-Sendung „Blickpunkt Sport“ erinnert man sich manchmal daran, dass auch noch ein anderer Verein im Norden des Sendegebiets in der Bundesliga mitkickt: der FCN. Am Montag war es wieder soweit und Torschütze Christian Eigler durfte als Studiogast Platz nehmen. Und sagen wir es einmal so: Er vermittelte nicht unbedingt den Eindruck, als sei Franken ein Hort von Intelligenzbestien.

Auf die Frage, welche drei Adjektive auf ihn zuträfen, fiel ihm eigentlich nur eines ein (die anderen waren vorgesagt): NEGATIV. Wie? „Negativ! Ja, ich hab ein bisschen eine negative Ausstrahlung.“ Das sagte er wirklich. Kann man sich hier noch einmal ansehen.

Aber wir können den Christian beruhigen. So negativ war der Eindruck am Bildschirm nun auch nicht. Die Begründung für den Platzverweis („Ich war ein bisschen übersäuert am Schluss, vom Kopf her.“) war durchaus originell. Im übrigen wäre ein wirklich Negativer spätestens nach der ersten Frage von Moderatorin Janina Nottensteiner zum FC Bayern aufgestanden, hätte „Scheiß-Bauern!“ gerufen und das Studio verlassen. Eigler sagte hingegen brav, „jeder würde gern mal für die Bayern spielen“. Das wirkt positiv auf die BR-Leute. Da darf er sicher gern mal wiederkommen.

Uns soll´s recht sein, solange solche Tore der Anlass sind:
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