Viel Aufwand, wenig Ertrag

Die Woche:

1. Hatten wir letzte Woche noch etliche drohende Abgänge zu vermelden, hat sich inzwischen die Lage offenbar etwas entspannt. Finanzvorstand Michael Meeske fand das Interesse des HSV an ihm zwar schmeichelhaft, will aber dann doch lieber seinen Vertrag beim Club erfüllen. Tim Leibold könnte laut Clubkapitän Hanno Behrens auch bleiben. Auch Kevin Möhwald betont, es sei noch nicht entschieden, ob er wechselt. Und auch aus dem Lazarett dringt Positives. Mikael Ishak kann eventuell nach der Länderspielpause wieder eingreifen und Sebastian Kerk steht auch schon in Laufschuhen auf dem Platz.

2. Der ehemalige Clubtrainer Gertjan Verbeek hat der WAZ ein Interview gegeben. Eigentlich zu seinem abrupten Abgang beim VfL Bochum. Er sagte aber auch einiges zu seinem Vorgöängerengagement beim FCN. Zum Beispiel lobte er die Stadt Nürnberg („wunderschön“), die Fans („ein Kultclub“) und die viele Menschen, mit denen er „herzlich gern“ zusammengearbeitet habe. Dafür zieht er über unseren damaligen Manager Martin Bader ziemlich deutlich vom Leder. Der habe „keine Ahnung von Fußball“ gehabt, sich aber dennoch überall eingemischt.

3. „Der Club schlägt die Bayern“: Ein Satz, von dem viele von uns träumen. Jetzt darf man ihn hinschreiben. Denn unsere U21 hat die zweite Mannschaft des FC Bayern mit 3:1 geschlagen. Weil es „nur“ der Nachwuchs war, wurde dieser Sieg medial nicht groß abgefeiert. Dabei ist der Nachwuchs die Zukunft. Und in die können wir wohl ganz optimistisch schauen.

4. Nach den Club-Heimspielen heißt es künftig erst einmal: Leergut zurückbringen. Die Stadt Nürnberg will etwas gegen den Plastikmüll unternehmen. Die bislang verwendeten Einwegbecher werden abgeschafft.

Das Spiel:

Trainer Köllner ließ gegen die abstiegsbedrohten Darmstädter die gleichen Spieler auflaufen, die auch in Bielefeld an den Start gingen. Mit dabei also jene Stürmer, bei denen wir alle seit Wochen vergeblich auf den Ishak-Effekt hoffen. Leider ging bei Salli, Trelak und Stefaniak auch im nur mit 27.000 Zuschauern besetzten Max-Morlock-Stadion kein Knopf auf. Dabei bemühte sich die Mannschaft immerhin, Chance um Chance zu generieren. Nach dem Motto: die Masse macht´s! Dummerweise bewiesen ihr die Gäste dann nach 18 Minuten das Gegenteil. Die erste, durch Abwehrunvermögen begünstigte Gelegenheit saß gleich. Boyd kann nach einer Ecke aus drei Metern einnicken. Das ermöglichte es den Darmstädtern, sich erst recht hintenreinzustellen und genußvoll zuzusehen, wie der Club sich die Zähne ausbeißt. Wobei der erst einmal verunsichert wirkte und außer viel Ballbesitz und neuerlichen Ecken nichts zustande brachte.

Nach der Pause versuchte es unsere Mannschaft gegen die nun zeitweise mit einer Sechserkette verteidigenden Darmstädter mit Kampf und Dauerdruck. Doch das Gästetor schien wie vernagelt. Irgendwie stand immer ein Darmstädter Fuß und einmal auch der Pfosten im Weg. Und dann war er dann doch drin. Nach der 15. oder 16. Ecke musste ausgerechnet Verteidiger Georg Margreitter die Torflaute beenden. Selten wurde wohl für ein einziges Tor mehr Aufwand betrieben. Und dass das die letzten 15 Minuten so weiter ging und nicht wie erhofft der Knoten aufgegangen ist, muss man leider auch konstatieren. Es passierte nämlich nichts mehr.

Jetzt ist erst einmal Länderspielpause. Beim Club scheint die gerade recht zu kommen. Eine Auszeit, in der Verletzungen auskuriert und an etlichen Stellschrauben gedreht werden kann. Immerhin weiß die Mannschaft nun, dass sie Tore zumindest erzwingen kann.

Ein Letztes:

Wenn er Dinge verbal nicht ganz sauber eintütet, wird Clubtrainer Michael Köllner gerne zum „gebürtigen Oberpfälzer“. Auch jetzt, als er in einem Interview das D-Wort beerdigen wollte und dafür sogar einen Termin nannte: Karfreitag. Hoffentlich steht es dann nicht drei Tage später wieder auf…

Eine Chance, ein Tor, wo gibt´s denn sowas?

585932245Das Positive zuerst: Die Niederlagenserie ist gestoppt. Der Club kann wenigstens noch Unentschieden. Und er kann sogar noch Tore erzielen. Wenn auch mit riesigem Aufwand.

Mit Darmstadt kam ein Verein, der in der zweiten Liga überraschenderweise vorne mitmischt – da, wo manche (leider auch unser in der Beziehung ziemlich verpeilter Manager) den FCN erwarteten. Zunächst machten die Lilien allerdings einen ziemlich überbewerteten Eindruck. Mit einer Fünferkette versuchten sie vor allem hinten nichts anbrennen zu lassen. Chancen hatten sie in der ersten Hälfte praktisch nicht. Dafür hatte der Club Glück und einen Guido Burgstaller, der nach einer Ecke (!) die selbst von daueroptimistischen Clubfans nicht erwartete Führung erzielte. Zuvor war es nämlich ein ziemlich langweiliger Kick, der sich wenig von den 15 Minuten Wartezeit unterschied, die wegen einer Sonderzug-Verspätung erst einmal abgesessen werden mussten.

Aber besser langweilen und gewinnen, als gut spielen und verlieren, dachte sich der gebeutelte Clubfan. Zur Halbzeit sah es also noch gut aus. Leider vermuteten das wohl auch unsere Spieler. Doch im Gegensatz zu ihnen, konnten die Lilien zulegen. Und nicht nur das. Aus der ersten Chance machten sie gleich das Ausgleichstor. Wo gibts denn sowas: Eine Chance, ein Tor? Beim FCN jedenfalls nicht.

Da schien überhaupt nur Burgstaller für ein Tor gut zu sein. Sylvestr oder Kerk hätten noch Stunden spielen können, ohne dass etwas dabei rumgekommen wäre. Doch auch die für die beiden eingewechselten Blum und Mlapa sind halt an Harmlosigkeit kaum zu übertreffen. Am Ende mussten wir dann noch froh sein, dass es beim Unentschieden blieb. Denn wieder einmal reichte es beim Club nur zu einer halbwegs passablen Halbzeit.

Der eine Punkt mindert wenigstens die durchaus noch vorhandene Abstiegsgefahr. Mehr als nicht absteigen können wir in dieser Saison wohl auch nicht mehr erwarten. Ein bisschen gefälliger nicht abzusteigen, das wäre immerhin eine Option.