Statt dem A- fällt nun das D-Wort

Die Woche:

Zumindest laut Bildzeitung steht dem Club ein personeller Aderlass bevor. Vor dem Abschied stehen demnach:

1. FCN-Finanzvorstand Michael Meeske. Der soll als Nachfiolger des beim HSV beurlaubten Heribnert Bruchhagen im Gespräch sein. Meeske kam allerdings vom innerstädtischen Rivalen St.Pauli zum Club. Er kennt also den HSV und ganz blöd ist er auch nicht.

2. Kevin Möhwald ist sich angeblich bereits mit Werder Bremen einig. Was, laut Bild, auch seine schlechte Form in den letzten Spielen erklären soll. Da Möhwald keine Anstalten gemacht hat, seinen Ende der Saison auslaufenden Vertrag zu verlängern, war mit einem Wechsel leider zu rechnen. Dass er nun zu Werder will, braucht man nicht verstehen. Wenn´s dumm läuft, muss er in der Relegation mit seinem alten Verein gegen seinen neuen spielen.

3. Und da ist dann noch der mittlerweile in unserer Fangunst ziemlich abgerauschte FC Schalke ß4, der nach der Verpflichtung von Schöpf, Burgstaller und Teuchert offenbar nach weiteren Clubspielern schielt. Da gab es schon vor Wochen ein Treffen mit Tim Leibold. Nun scheint Schalke auch am Club-Allrounder und an Eduard Löwen dran zu sein. Besonders ärgerlich, dass da S04 in einer sportlich entscheidenden Phase Unruhe in den FCN bringt. Möglicherweise absichtlich. Denn so ein Kaufladen ist halt günstiger, solange er in der 2.Liga spielt.

Das Spiel:

Nach der Derbypleite hatten wir uns Wiedergutmachung, Leidenschaft, Kampfgeist und spielerisches Feuerwerk gewünscht. Doch ganz offensichtlich lag es, wenn man irgendeine Erkenntnis von der Bielefelder Alm mitnehmen will, nicht an der falschen Einstellung, dass das gegen Fürth daneben ging.

Der Club begann in Bielefeld mit einem neuformierten Sturm. Zrelak, Salli und Stefaniak sollten die Torflaute beenden. Daraus wurde leider nichts. Den Dreien gelang fast nichts. Salli machte immerhin noch Betrieb. Zrelak fiel lediglich durch seine Frisur und zwei kläglich vergebene Chancen auf. Stefaniak stand völlig neben sich.

Gut, von hinten kam auch wenig. Möhwald musste bereits nach 25. Minuten verletzt raus. Für ihn kam Löwen, dem Trainer Köllner eigentlich – und nicht zu Unrecht – eine schöpferische Pause schenken wollte.

Immerhin hielt die Abwehr lange dicht. Vor allem die Innenverteidigung (Margreitter und Ewerton) ließ wenig anbrennen. Torwart Fabian Bredlow erwischte wieder einen guten Tag und rettete ein paar Mal bravourös. Aber als sich dann alle schon mit einer neuerlichen Auswärts-Nullnummer anzufreunden schienen, passierte es doch noch. Der ansonsten so souveräne Ewerton kann eine Flanke nicht klären und Kerschbaumer nutzt die Konfusion in der FCN-Abwehr.

Nach dem Derby ist eine derart späte Niederlage natürlich ein weiterer Schlag für die Psyche. Umsomehr als das Spiel auch zeigte, dass der Club höchstens nominell einen Sturm besitzt. Angesichts dessen verbietet es sich eigentlich, weiterhin von Aufstieg zu sprechen. Stattdessen macht der gute alte Depp wieder die Runde.

…und wir dachten wirklich, beim Club hätten sich die Zeiten geändert.

Ein Letztes:

Noch ein Nachtrag zum Derby (da müsst ihr halt durch). Er belegt, dass nicht jede gekaufte Zeitung auch gelesen wird.

Diekmeier: Jubiläum und Rekord

Gestern Club – und heute? Die Club-Freunde wollen sich in loser Folge auf die Spuren von Kickern begeben, die einst am Valznerweiher heimisch waren. Zum Auftakt geht es um einen Spieler, der am vergangenen Wochenende ein Jubiläum feierte und dabei ein erstaunliches Alleinstellungsmerkmal weiter ausbaute.

Der Club wird ja auch deswegen gerne als „Depp“ gescholten, weil er immer so tolle Rekorde aufstellt. Etwa, als Meister abzusteigen (1969) oder als Bundesligist gegen einen Fünftligisten aus dem DFB-Pokal zu fliegen (2001). Oder aber eine ganze Vorrunde lang sieglos zu bleiben. Diese glücklose Serie, die die Nürnberger im Abstiegsjahr 2013/14 ereilte, haben sie weiterhin im Fußball-Oberhaus exklusiv, da der 1.FC Köln am 17. Spieltag der laufenden Serie doch noch seinen ersten „Dreier“ einfuhr.

Eigentlich hätte es angesichts solcher fragwürdiger „Bestmarken“ gepasst, wenn Dennis Diekmeier seinen Torlos-Rekord, denn er Woche für Woche ausbaut, im Club-Trikot aufgestellt hätte. Am vergangenen Wochenende absolvierte er seinen 200. Bundesligaeinsatz und blieb auch in diesem Jubiläumsspiel wie in den 199 zuvor ohne Tor. Das passt zum Club, aber natürlich auch zum Hamburger SV, der in Sachen Pleiten, Pech und Pannen auch alles andere als unbeleckt ist.
Außerdem hat Diekmeier ja Club-Vergangenheit und die ersten 30 der besagten 200 Einsätze für den 1.FC Nürnberg absolviert. Das war in der Saison 2009/10, nach dem Wiederaufstieg, an dem der im Winter 2008/09 aus Bremen gekommene Defensivspieler als damals gerade mal 19-Jähriger durchaus seinen Anteil hatte.

Überhaupt muss betont werden, dass Diekmeier eine sehr respektable Laufbahn hingelegt hat. An dem soliden, inzwischen 28-jährigen  Rechtsverteidiger liegt es auch sicher nicht, dass der HSV schon wieder so tief im Schlamassel steckt. Aber das Toreschießen ist halt nicht sein Ding –  und skurril ist sein Rekord freilich schon. Vorgänger in dieser Hitparade war übrigens Markus Schuler, den Diekmeier während der Vorrunde ablöste und der für Hannover und Bielefeld in der Bundesliga in 182 Spielen torlos blieb. Auf Platz drei der Liste steht Thomas Eichin mit 180 Einsätzen im Oberhaus – der langjährige Gladbacher spielte am Ende seiner Laufbahn (1994/95) auch noch eine Saison für den Club, allerdings in der Zweiten Bundesliga, wo ihm prompt auch ein Tor gelang. Und auf Platz fünf folgt mit Ferdinand Wenauer gar ein zweifacher Meisterspieler des 1.FC Nürnberg. Er bestritt zwischen 1963 und 1969 168 Spiele im Oberhaus ohne jemals einen Treffer zu erzielen.
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Dem Club fehlt ein Lodda


Wir könnten eigentlich zufrieden darüber sein, dass unsere Kritik an Alois Schwartz erhört wurde. Sind wir aber nicht. Die Gründe, dass ein offensichtlich nicht zum Club passender Trainer nicht nur verpflichtet, sondern auch noch teuer eingekauft wurde, bestehen leider weiter. Bei der Analyse dieser Gründe hilft das Traditionsvereins-Geschwurbel eher bedingt weiter. Nur insofern, als dahinter das Bewusstein steckt: Früher war mehr Ramba-Zamba.

Heute gibt es stattdessen „Seriosität“ und „Professionalität“.

Beim Club klopft man sich dafür gerne auf die Schulter. Auf diese Weise kehre der Club aus dem Dunkel der Bader/Woy-Jahre zurück ins Licht.

Dass die Finanzen seriös verwaltet und Eskapaden auf dem Transfermarkt vermieden würden, dagegen hat keiner etwas einzuwenden. Das ist eigentlich selbstverständlich. Beim Finanziellen erwarten wir keine Unterhaltungswerte. Auf dem Platz hingegen schon. Und von einem Trainer eventuell auch. Das jedoch haben die Bornemanns und Meeskes im FCN offenbar nicht so auf dem Schirm. Vielleicht ist auch die Club-Familie zu derartigen Differenzierungen nicht in der Lage. Paradigmenwechsel funktionieren eben oft nur, wenn sie nicht allzu komplex daher kommen. Gediegene Finanzverwaltung geht dann aber mit gediegener Spielverwaltung einher. Das Resultat ist Langeweile und Ödnis.

Das Folgen sieht der Clubfan seit Monaten. Einerseits auf dem Platz, andererseits auf den Rängen. Die werden immer leerer und das liegt beileibe nicht bloß an der mediokren Tabellensituation.

Dass hinter dem Wunsch nach derartiger „Seriosität“ auch handfeste Eigeninteressen stecken, wird übrigens auch an der von den Vereinen betriebenen eigenen medialen Vermarktung deutlich. Da werden Printreporter gerade noch akzeptiert, weil man noch keine eigene Tageszeitung produzieren kann. Die anderen versucht man gefügig zu machen oder auszugrenzen und anzuschwärzen. Der Club bildet da keine Ausnahme.

Abwaschbare Berichterstattung, lobhudelnde Tweets, blutleere Mannschaftsauftritte, streberhafte Trainerplattitüden: all das passt nicht zum FCN. Dass wir vor diesem Hintergrund einmal (wobei wir Michael Köllner derzeit die Befähigung zum Traineramt nicht absprechen wollen) Lothar Matthäus näher treten würden, hätten wir nie gedacht. Jetzt tun wirs! Lodda üernimm! Bring endlich Pep in den Laden, bevor wir vollends abschlaffen!

Wenn ihr der gleichen Meinung seid, dann unterzeichnet doch bitte diese Petition.

Nur ein paar Knalltüten trüben die Freude

1175463410Gestartet waren sie auf Augenhöhe. Sowohl der Club als auch der KSC hingen mit jeweils 8 Punkten im unteren Mittelfeld der 2. Liga fest. Beide allerdings mit etwas Rückenwind zum Schluss. Im Karlsruher Wildparkstadion hatten die Gäste allerdings von Anfang an mehr vom Spiel. Der Club hatte ein deutliches Übergewicht. Aber was nutzt es, wenn du nur halb so viele Fehlpässe produzierst, wenn der Ball dann letztlich doch irgendwann bei einem blauen Karlsruher landet. So hatten die Beobachter der ersten Halbzeit genug Muße, sich über Verwandschaftsbeziehungen auszulassen. Immerhin war Tobias Kempe für den gesperrten Edgar Salli in die Startelf gerutscht und traf so auf seinen Bruder Dennis, der beim KSC einen Stammplatz hat. Genauso wie Enrico Valentini, dem Bruder der Club-Pressesprecherin.

Da werden dann Spielbeobachter zu Yellow-Press-Kaspern. Aber irgendwie muss man sich ja die Langeweile vertreiben. Dieser Zustand dauerte allerdings nur bis zur 53. Minute: Da zerrte Hovland plötzlich einen Karlsruher im Strafraum zu Boden und Schiri Zwayer entschied auf Elfmeter. Der war sicher berechtigt. Allerdings wäre eine KSC-Führung nach dem bisherigen Spielverlauf völlig unverdient gewesen. Das dachte sich wohl auch Nürnbergs neue Nummer 1 im Kasten, Thorsten Kirschbaum und parierte den vom Bruder der FCN-Pressesprecherin getretenen Strafstoß bravourös.

Und wie das im Fußball so ist: Was man vorne vergeigt, muss man hinten büßen. So war es dann auch für den KSC. Nach einer Stunde scheiterte Behrens erst mit seinem Schuß am KSC-Keeper, aber Club-Torjäger Guido Burgstaller konnte den Abpraller eintüten. Sechs Minuten später war es erneut Burgstaller, der nach einer Ecke das 2:0 drauf setzen konnte. Endlich verpuffte mal ein Clubstandard nicht kläglich in der blauen Abwehr. Zudem setzte sich Burgstaller damit an die Spitze der Zweitliga-Torjäger.
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Nachdem die Karlsruher sich relativ hilflos um eine Wende bemühten, konnten wir eigentlich schon eine Flasche aufmachen und den Sieg feiern. Doch irgendwie scheint beim Club immer einer die Deppenposition besetzen zu wollen (wobei manche dabei die Absicht verfolgen, ein Arschloch zu sein). Wenn sich in der Mannschaft keiner findet, dann springen da ein paar Idioten ein, die vorgeben Clubfans zu sein. Nachdem einige dieser Selbstdarsteller wiederholt Böller gezündet hatten, musste Schiri Zwayer die Partie für sieben Minuten unterbrechen.

Von dieser Idiotenunterbrechung ließ sich die Clubmannschaft gottseidank nicht irritieren. Kurz vor Schluss erhöhte Matavz sogar noch auf 3:0. Der Club fuhr seinen zweiten Auswärtssieg ein. Der Aufwärtstrend wurde bestätigt. Zudem liegen wir mittlerweile vor den Fürthern. Eigentlich läuft es, wäre da nur nicht das Deppenproblem…

Wer 1:0 führt…

620572203Deutlicher Aufwärtstrend, bestes Spiel bislang, das versuchten uns die Clubverantwortlichen nach dem mühsamen Weiterkommen im Pokal – gegen den Regionalligisten Viktoria Köln (!) – einzureden. Soweit sind wir schon. Nach den Unentschieden gegen die Zweitligograumäuse Dresden und Heidenheim ging es nun gegen einen etwas härteren Brocken, gegen Eintracht Braunschweig. In Braunschweig hat der Club seit 50 Jahren nicht mehr gewonnen. Andererseits: Wenn man in der zweiten Liga vorne mitspielen will und angesichts der fast schon gesetzten Aufsteiger Hannover und Stuttgart etwas reiß0en will, dann muss man Mannschaften wie Braunschweig schlagen.

So weit die Ausgangslage. Die Realität hat den Club dann alerdings ziemlich knallhart eingeholt. Während es bei den Graumäusen gerade noch zu Unentschieden gelangt hat, zeigte Braunschweig dem Club schonungslos die Grenzen auf. Nach dem Motto: Orientiert euch nach unten, ihr Flaschen!

Womit wir bei den Flaschen waren, die angesichts der Hitze bei einer Trinkpause in der 23. Minute kredenzt wurden. Bis dahin lief es für den Club nämlich noch richtig gut in Braunschweig. Da lag er seit der 8. Minute durch eine Gemeinschaftsproduktion von Guido Burgstaller und dem Braunschweiger Reichel mit 1:0 vorne. Inzwischen wissen wir, dass sowas beim FCN 2016 nicht viel heißt. Der liegt gerne einmal 1:0 vorne und macht dann bloß nach vorne nichts mehr, aber hinten auch nicht richtig dicht. Ein alter Verwalter ist der Altmeister nicht. Deswegen musste der ernüchterte Clubfan ein neuerliches Unentschieden im Blick haben. Doch Braunschweig beließ es dann blöderweise nicht damit, dem Fastaufsteiger nur einen Ausgleichstreffer einzuschenken. Mit einem Doppelschlag kurz vor der Pause drehte die Eintracht das Spiel.

Beim Club hatte man – wie schon gegen Dresden, Heidenheim und Köln – nach dem Vorsprung auf die Bremse gedrückt. Offensichtlich wird da im Unterbewusstsein signalisiert: Kräfte sparen, sonst fehlen sie uns wieder in den Relegationsspielen.

In Braunschweig war es, wie gesagt ziemlich heiß. Da ist Kräfteschonen auch aus anderen Gründen angesagt. Wobei das schwarze Auswärtsdress da als Alibi nicht unbedingt herhalten darf. Während die Clubmannschaft sich weiter zurückhielt, drehte Braunschweig erst so richtig auf. Die Chance, einen scheinbar großen Gegner zu demütigen, verlieh da zusätzlich Flügel. Allerdings machte es der der Eintracht auch erstaunlich leicht. Wenn sich die Abwehr regelmäßig auf den Torwart verlässt und der auf seine Vorderleute, dann hast du schnell mal sechs Dinger im Kasten.

Das einzig Positive an diesem Ergebnis ist, dass die Schönredner jetzt wenigstens den Mund halten. Wahrscheinlich wird aber gleichzeitig vor Panik gewarnt. Andererseits sehe ich wenig Gründe, warum man nach einem solchen Saisonstart ruhig bleiben soll. Außer dem, dass man bei der Hitze mit seinen Kräften haushalten sollte. Auch als Nichtspieler.

Ärgerliche Pleite in Braunschweig

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Man hat schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen. In Nürnberg machen sie das sogar besonders gerne. Deswegen konnte dem Club-Freund etwas unwohl werden, als es nach dem 6:2 gegen Berlin allerorten hieß, der 1.FC Nürnberg habe die Relegation sicher. Wenigstens Kollege vip baute noch eine kleine löbliche Einschränkung ein: „So gut wie“, schrieb er. Da erkennt man den treuen Fan, der spätestens seit dem Abstiegsinferno anno 1999 weiß, dass gerade beim Ruhmreichen Theorie nicht immer grau sein muss. St. Pauli hätte ja in den letzten drei Spielen nur dreimal 6:0 gewinnen und der 1.FC Nürnberg drei Pleiten kassieren müssen (zweimal 0:1, einmal 0:2) – und schon wären die Hamburger vorbeigezogen. Wer die Club-Historie nur lange genug verfolgt, dem kommen solche Szenarien alles andere als unwahrscheinlich vor… Doch seit diesem Wochenende sind die bösen Deppen-Gespenster verjagt. St. Pauli hat durch das 0:2 gegen energisch um den Klassenverbleib kämpfende Münchner „Löwen“ die letzte theoretische Restchance auf Rang drei verspielt, Trainer Rene Weiler und seine Schützlinge werden am Ende mindestens „Bronze“ holen. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte: In Braunschweig gab es eine bittere 1:3-Niederlage.

Dabei schien die Ausgangslage so günstig: Weil die Bielefelder Arminia, für die es eigentlich um nichts mehr geht, den Nürnbergern vielleicht aus einer gewissen Rekordabsteiger-Solidarität heraus Schützenhilfe leistete und RB Leipzig ein 1:1 abtrotzte, erschien vor dem Spiel in Niedersachsen sogar Rang zwei und der direkte Aufstieg wieder in Reichweite. Mit einem „Dreier“ gegen die ebenfalls nur noch um die goldene Ananas kickende Eintracht hätte der Club den Abstand auf den Brauseklub auf zwei Punkte verkürzt. Leider nahm Braunschweig das Duell der beiden Absteiger von 2014 sehr ernst und machte diese Planspiele der Nürnberger zunichte. Kurz vor der Pause brachte Khelifi die Braunschweiger in Führung (43.), nachdem zuvor die Gäste die Mehrzahl an Tormöglichkeiten verzeichnet hatten. Aber Rurik Gislason verfehlte bei seinen beiden Kopfballchancen (15./24.) ebenso das gegnerische Gehäuse wie später Niclas Füllkrug per Freistoß (33.). Von einem Rückstand haben sich die Nürnberger in dieser Spielzeit zwar selten verunsichern lassen, aber diesmal lief es auch in der zweiten Hälfte nicht besser für die gegenüber dem Berlin-Spiel mit unveränderter Formation aufgelaufenen Weiler-Schützlinge. Reichel per Abstauber (60.) und der sträflich freistehende Sauer (67.) erhöhten auf 3:0 für den Deutschen Meister von 1967. Guido Burgstaller traf zwar aus der Drehung ins kurze Eck (78.), aber dieser Anschlusstreffer kam zu spät. Nun dürfte es schwierig werden, Leipzig noch abzufangen.

Während der Tabellenführer SC Freiburg (69 Punkte, mit dem Ex-Cluberer Frantz) die sofortige Rückkehr ins Oberhaus durch ein 2:1 in Paderborn perfekt machte, brauchen die derzeit ins Trudeln geratenen Leipziger (64) noch zwei Punkte, um Platz zwei sicherzustellen. Sie spielen nächste Woche gegen Karlsruhe und zum Schluss in Duisburg. Der 1.FCN (59) hat zwar die bessere Tordifferenz, aber bei fünf Punkten Rückstand sind die Aussichten trübe. Der Club braucht für den direkten Aufstieg zwei Siege gegen St. Pauli sowie Paderborn – und noch ein paar Pferde, die vor die Apotheke kotzen.

Der Club siegt im Deppenduell

2642404264Dass man selbst nach einem Sieg den Begriff „Depp“ erwähnen muss, das schafft auch nur unser Club. Klar gilt der alte Trainserspruch, am Ende zählt nur das Ergebnis. Wie es zustande gekommen ist, danach fragt in ein paar Tagen keiner mehr. Aber das Spiel in Aalen braucht für das Sackenlassen vielleicht doch ein bisschen länger.

Zunächst startete das Spiel schwach und gemächlich und ließ dann im Laufe der 90 Minuten noch zunehmend nach. Einziger Aufreger war ein Pfostenkullerer des VfR. Dann ging das langweilige Gegurke auch noch in die Verlängerung. Jetzt zeigte sich beim Club, dass auch sinnfreies Herumgerenne Kräfte zehren kann. Jedenfalls hatte man nie den Eindruck, da könnte noch einer mal das Tor treffen. Die waren ganz offensichtlich platt.

Zudem hatten beide Mannschaften auch noch den Sinn des Spiels aus den Augen verloren. Nicht einmal vom Elfmeterpunkt wollten die Spieler treffen. Lediglich drei der zehn Elfer gingen ins Tor. Schöpf und Kutschke trafen. Möglicherweise aus Versehen. Aber das reichte. Was das Toreschießen angeht, ist das fast das Minimalste, was man sich denken kann. Freilich, eine cleverere Mannschaft hätte so etwas weniger zeitaufwändig gestaltet. Auch den doch ziemlich strapazierten Fans hätte das gefallen.

Aber seis drum. Der Club hat mal wieder die erste Pokalrunde überstanden. Jetzt klingelt die Marie. Und wenn dann das Konditionstraining etwas härter wird und die Elfmeterschützen bald mit Pumaschuhen anlaufen, dann erleben wir vielleicht mal Spiele mit etwas mehr Würze.

Red Bull kann nichts dafür

RB Leipzig - 1. FC NürnbergEs ist frustrierend. Das 1:2 (1:0) bei RB Leipzig war für den 1. FC Nürnberg nunmehr die vierte Niederlage in Folge. Erneut zeigte der FCN zwei Gesichter: Auf eine starke erste Halbzeit folgte ein schlechter zweiter Durchgang. Trainer Weiler setzt weiter auf das Prinzip Hoffnung und Motivation („Der Club wird wieder bessere Zeiten erreichen“).

Das Schlimme an der aktuellen Situation: Realistisch betrachtet spricht leider nicht viel dafür, dass mittelfristig „bessere Zeiten“ erreicht werden. Im Gegenteil: Die Aussichten sind denkbar schlecht. Wie soll das denn mit einer Mannschaft, die nichts als ein zusammengewürfeltes Sammelsurium von Talenten ist, nächste Saison besser werden?

Talent alleine reicht eben nicht, um erfolgreich zu sein. Dafür braucht es Charakter, einen starken Willen und Durchhaltevermögen – all das fehlt dem jungen Team. Der im Sommer vollzogene Umbruch ist krachend gescheitert. Immerhin hat Weiler genau das erkannt und dem Kader schon vor Wochen die Qualität abgesprochen. Der Wechsel auf der Torhüterposition vom jungen Rakovsky zurück zum abgebrühten Schäfer, dem letzten Alpha-Tier am Valznerweiher, war da nur die logische Konsequenz.

Gut möglich, dass es Knatsch mit Bader gibt, weil Weiler diese Erkenntnis öffentlich artikuliert hat. In einem Millieu, in dem es sonst nur warme Worte regnet, kam das schon einer Majestätsbeleidigung gleich. Gut möglich auch, dass sich die Aufsichtsräte uneins sind in der Beurteilung der Arbeit des Sportvorstands. Doch selbst hier sind die Aussichten schlecht, dass sich etwas ändert. Als Clubfan muss man sich langsam ernsthaft Sorgen um die Zukunft seines Vereins machen. Dem Traditionsverein 1. FC Nürnberg droht der Niedergang.

Dafür können die Fans am wenigsten. Dafür kann aber auch, bei allem Verständnis für die Kritik an der Kommerzialisierung, Red Bull nichts. Nein, der Club – vor allem die Vereinsführung – ist selbst Schuld am Absturz der letzten eineinhalb Jahre. Einziger Hoffnungsschimmer: Abstürze gehören zur Club-Tradition dazu, und es ging immer irgendwie wieder aufwärts.

Der Club, jetzt auch Dominanzdepp

1742674827Selten hatte Dominanz im eigenem Stadion etwas derart Trostloses wie am heutigen Freitagabend in Nürnberg. Der Club diktierte 90 Minuten lang das Spiel, hatte im Mittelfeld die Kontrolle, ließ die Blauen aus Heidenheim kaum in die eigene Hälfte kommen, eroberte verlorene Bälle meist postwendend wieder und verdiente sich somit zumindest die eine oder andere Haltungsnote. Bis zur 28. Minute war das aus ganz gefällig und erinnerte uns ältere Fans an Zeiten, als der Club im Frankenstadion noch eine Macht war und dort kaum ein Spiel verlor.

In der 28. Minute war es aber dann vorbei. Da wurden wir jäh aus unseren Träumen geweckt. Da stand es nach einem Fehler von Patrick Rakovsky auf einmal 1:0 für die Gäste. Die führten ohne Dominanz, ganz einfach so. Wie kann das gehen? Das Tor erzielte ein gewisser Wittek. Grund genug, das Träumen wieder aufzunehmen. Waren das noch Zeiten als der Robert bei uns im Sturm stand. Der hätte einer solchen Dominanz längst mit ein paar Toren Sinn gegeben. Aber wen haben wir? Mlapa? Der stand in der Mitte wie Falschgeld herum. Was nicht allein seine Schuld war. Denn seine Kollegen zogen vor dem Abspiel meistens erstmal nach innen, um dann – umringt von Blauen – den Ball zu verdaddeln. Im Lauf des Spiels wechselte dann Planlosigkeit in Verzweiflung. Dann wurde aus der zweiten Reihe abgezogen. Manchmal sogar aus aussichtsreicher Position. Typisch ein im Ansatz torgefährlich anmutenden Polak-Schuss, bei dem dann ausgerechnet Mlapa im Weg stand. So wird aus Dominanz auch noch ein Nachteil.

Heidenheim setzte einfach nur auf die Ideenlosigkeit der Nürnberger und gewann. Der FCN bewies wieder einmal seine Qualität als Aufbaugegner für schwächelnde Komnkurrenten. Der FCN ist allerdings jetzt nur noch 2 Punkte vor den Heidenheimern. Ich hoffe, das reicht all denjenigen, die immer noch vom Aufstieg träumten, wieder in der Realität anzukommen.

Ich träume derweil von Robert Vittek und besseren Zeiten. Ob die irgendwann auch real wieder kommen? Da steht leider nicht nur Mlapa im Weg.

Ein völlig verkorkstes Jahr

FC Schalke 04 - 1. FC Nürnberg
Der Anfang stimmte hoffnungsfroh, das Ende zumindest ein wenig versöhnlich – doch auch wenn der 1.FC Nürnberg vier der ersten fünf Pflichtspiele des Jahres gewann und die letzten vier nicht verlor, werden die Club-Fans froh sein, dass das schauderhafte 2014 nun endlich zu Ende geht.

Borussia Dortmund - 1. FC NürnbergDabei herrscht am Valznerweiher ein merkwürdiger Winterpausen-Optimismus im Januar 2014 – und das, obwohl der Club gerade mal wieder einen seiner vielen Deppenrekorde aufgestellt und eine komplette Hinserie ohne einen einzigen Sieg absolviert hat. Weil aber elf Unentschieden gelangen und die Konkurrenz sich ebenfalls schwer tat, ist das rettende Ufer nicht so weit entfernt, Nürnberg liegt drei Zähler hinter dem SC Freiburg, der den Relegationsplatz belegt, und punktgleich mit Schlusslicht Braunschweig auf Abstiegsrang 17. Zudem entfacht der im Oktober 2013 als neuer Coach installierte Gertjan Verbeek (auf dem Foto mit Sportvorstand Martin Bader) sehr viel Optimismus.

Und die Entwicklung im Januar und Februar scheint ihm recht zu geben. Im 18. Versuch, zum Rückrundenauftakt am 25. Januar, gelingt endlich der erste Saisonsieg – und das gleich mit einem famosen 4:0 gegen die TSG Hoffenheim. Der als Innenverteidiger aufgebotene Javier Pinola und Mittelfeldspieler Mike Frantz schaffen es in die „Elf des Tages“, Josip Drmic glänzt als zweifacher Torschütze. weiter lesen