Erfolgsrezept: einfach länger können

1888361644So, jetzt ist auch die über 20 Jahre alte sieglose Serie gegen den FSV Frankfurt beendet. Wäre ja auch noch schöner, wenn Gleiches mit unserer – nun 18 Spiele andauernden – Serie an ungeschlagenen Spielen passiert wäre.

Dabei hat man anfangs durchaus gesehen, warum sich der Club gegen den FSV bisher immer erfolgslos abgestrampelt hat, selbst dann wenn das Stadion am Bornheimer Hang fest in Clubfan-Hand ist. Über dem FSV scheint nämlich die schützende Hand des DFB zu schweben, so dass die immer einen Mann mehr haben. Das war schon beim Hinspiel so, wo dem Club noch in letzter Minute der Dreier geklaut wurde. Diesmal wurde dem FCN in der 16. Minute ein korrektes Tor wegen Abseits aberkannt. So musste der Club noch mehr als 50 Spielminuten gegen das Frankfurter Bollwerk anrennen, ehe die Dose endlich geöffnet war. Nach einer Ecke erzielten Füllkrug (offiziell) und Burhstaller (inoffiziell) in Gemeinschaftsproduktion den Führungstreffer. Zuvor hatte der FCN noch Glück als Rakovsky einen Schuss von Awoniyi gerade noch mit den Fingerspitzen an die Lattenunterkante lenken konnte und der Nachschuss dann neben dem Tor landete.

Danach zeigte sich wieder: Der Club ist die Mannschaft der letzten Viertelstunde. Der eingewechselte Danny Blum ersprintete sich in der 87. Minute an der rechten Außenbahn den Ball, zieht nach innen und hämmert ihn dann ins lange Eck. Doch damit nicht genug. Blum, der auch um eine Vertragsverlängerung beim FCN kömpft, gibt zwei Minuten später erneut den Robben und legt das 3:0 nach.

Nachdem die Verfolger allesamt Federn ließen, ist dem FCN dank seiner Last-Minute-Dominanz der Relegationsplatz fast sicher. Die beiden führenden Teams werden weiter unter Druck gesetzt. Ob da irgednwann einer schwächelt wird man sehen. Ansonsten müssen wir halt in sieben Wochen eventuell nochmal nach Frankfurt und die Eintracht wegputzen.

Aus der Traum

Clu

Nebel und Spielunterbrechung im Grundig-Stadion beim Stande von 1:0 für die Hertha

„Wirklich reich ist, wer mehr Träume in seiner Seele hat, als die Realität zerstören kann“, schrieb der Schriftsteller Hans Kruppa einst. „Mehr Träume, als die Realität zerstören kann“,  schrieben sich die Ultras Nürnberg am Mittwochabend beim DFB-Pokalspiel des FCN gegen Hertha BSC auf die Fahne. Als hätten sie es geahnt. Denn die Realität holte den Club, der sich nach vier Siegen in Folge im Höhenflug befand, in Form einer 0:2(0:1)-Niederlage an diesem Abend schmerzlich ein.

Ein Abend, der dank Javier Pinola so gut begonnen hatte. Der ehemalige Nürnberger Fanliebling war extra aus seinem Heimatland Argentinien angereist, um gemeinsam mit Sportvorstand Andreas Bornemann feierlich seinen eigenen Block einzuweihen: Block 31, den Javier-Pinola-Block.

Ironischerweise dauerte es dann auch rund 31 Spielminuten, bis es aufgrund des Geschehens auf dem Rasen etwas zu feiern gab. Allerdings leider drei Blöcke weiter, im Gäste-Block, weil Vladimir Darida das Leder im Club-Sechzehner von Vedad Ibisevic zugepasst bekam und freistehend das 1:0 für die Hauptstädter markierte.

Vor Freude zündete der Anhang der „Alten Dame“ gleich ein ganzes Pyro-Arsenal, woraufhin Schiedsrichter Tobias Stieler das Spiel kurz unterbrechen musste. Eine unnötige und dumme Aktion der Hertha-Fans, die nach Clubfreunde-Beobachtungen am Nachmittag auf dem Christkindlesmarkt – genauer gesagt vor Norma+Rodi am Hauptmarkt – schon genug geglüht haben dürften.

Wie dem auch sei: Verdient war die Führung des Bundesligisten zu dem Zeitpunkt allemal. Die erste Hälfte ging klar an die Hertha. Der 1. FC Nürnberg, bei dem Trainer René Weiler nach dem 2:1 gegen Freiburg auf gleich vier Positionen Veränderungen vorgenommen hatte, beschränkte sich zu sehr aufs Kontern und überließ den Berlinern das Spiel. Das rächte sich.

Die zaghaften Angriffsbemühungen der Weiler-Elf verpufften, ehe die einzige Spitze Danny Blum überhaupt in Schussposition gelaufen war. Ein einziges Mal entwickelten die Rot-Schwarzen in Durchgang eins so etwas wie Torgefahr, doch Alessandro Schöpf verzog nach Zuspiel von Guido Burgstaller meterweit (23.).

Zu Beginn der zweiten 45 Minuten wirkte es zunächst so, als ob der Ausgleich für den Club noch möglich wäre. Niclas Füllkrug und Tim Leibold kamen in der 54., brachten neuen Schwung in die Partie. Blum und Ondrej Petrak mussten dafür runter, Burgstaller rückte mit in den Sturm vor.

Dann die 65. Minute: Torschütze Darida tritt einen Eckball nach innen, Berlins John Anthony Brooks enteilt Dave Bulthuis, steigt hoch und köpft den Ball unhaltbar ins lange Eck. Ins Bild passte an diesem gebrauchten Abend, dass der 1. FC Nürnberg erst in der 80. Minute seine erste richtige Tormöglichkeit hatte. Doch Miso Brecko scheiterte an Hertha-Keeper Rune Jarstein.

In der Schlussphase entwickelte der Club plötzlich eine ganze Reihe von Hochkarätern – wohl aber auch, weil sich die Berliner schon auf ihren Lorbeeren ausruhten. Weil aber Füllkrug und Bulthuis ihre Chancen nicht nutzten, blieb es beim 0:2. Der Traum vom DFB-Pokalsieg ist damit geplatzt. Zum Glück gibt es da noch die Realität: die Zweitligatabelle. Und da steht der FCN auf Rang drei.

Kircher will uns auch nicht haben

Keine Ahnung, was man da noch sagen, raten, anmerken soll. Der Trainer wurde schon gewechselt. Spieler wurden auch nachverpflichtet. Diverse Taktiken wurden ausprobiert. Mit Schönspielen haben wir´s probiert, mit Schlechtspielen auch. Sogar Hanno Balitsch bekam wieder eine Chance. Das einzige, was wir vielleicht versäumt haben, dem Schiedsrichterobmann mal was von unserem Vontobelkonto…. Aber nee, das gibt es ja nicht. Bei uns geht alles korrekt zu und Hoeneß ist ein ehrenwerter Mann, vor dem man Respekt haben muss 😉

Vielleicht sollten wir angesichts dieser Situation etwas tun, das wir bislang vermieden haben: in den Abgrund blicken. Der heißt: 2. Liga. So wie es aussieht geht der 1.FC Köln rauf und die anderen, auf die wir nicht ab können, eventuell auch. Denen können wir schon mal aus dem Weg gehen. Besser, als gegen die in der Relegation rausfliegen. Zwar sind wir dann in Bayern nur noch die Nummer 4. Aber, was soll´s? Dann kommen wir halt von hinten, mit jungen Spielern, die durchaus auch die Verbeeksche Taktik umsetzen können und nicht von routinierteren Kollegen im Abstiegskampf düpiert werden.

So war das nämlich gegen Frankfurt. Die zeigten, dass man nicht Angst haben, sondern Angst machen muss. Zum Beispiel, indem man, wie Joselu, einfach mal dem noch unerfahrenen Gegner eine mitgibt (Bild). Gut, wenn der Schiri von Frankfurt aus verwaltet wird und sowas dann schon mal übersehen darf. Als Petrak dann wegen seiner Gehirerschütterung behandelt wurde, nutzte die Eintracht die Überzahl zum Führungstreffer. Joselu, der sich auch nicht hätte beschweren dürfen, wenn er da schon unter der Dusche gestanden hätte, war dann sogar noch an zwei weiteren Treffern beteiligt. Der Club spielte derweil derart mutlos und verunsichert, dass wir alle froh waren, nur mit einem 0:1 in die Pause entlassen zu werden. Danach hätte alles besser werden können, aber was kam: der zweite Treffer der Frankfurter. Die legten sogar, allerdings aus Abseitsposition, auch noch den dritten nach. Wir schauten da schon mal nach Aue und Paderborn.

Doch, wenn du denkst, es geht nichts mehr, kommt irgendwo der Drmic her. Der haute plötzlich den Ball in die Maschen und auf einmal stand ein ganz anderer Club auf dem Rasen. Jetzt waren die Frankfurter verunsichert, machten Fehler und kassierten folgerichtig durch Campana noch ein zweites Tor. Aber da war ja auch noch Schiedsrichter Knut Kircher. Der wusste, den Pinola kann man schon aufgrund seiner Frisur mal ne Karte zeigen. Gut, es war jetzt nicht die vollkrasse Fehlentscheidung. Irgendwie war vielleicht Körperkontakt da. Aber das sind halt auch die Momente, wo die Weichen in Richtung Abstieg gestellt werden.

Eines können wir uns nach dieser neuerlichen Pleite gegen einen Abstiegskonkurrenten aber zugute halten: Wenigstens sind wir am Ende ehrlich abgestiegen.

Bitte Unparteiische schicken!

Lieber DFB,

ich verstehe ja, dass ihr euch Sorgen macht, der Fußball in Deutschland könnte in Langeweile versinken. Die Sorgen würde ich mir auch machen, wenn ich nach München gucke und mir dann auch noch die wohlwollende Behandlung der Geldsäcke durch eure Schwarzkittel zu Gemüte führe. Neben dem FCB gibt es dann nur noch die Dortmunder und danach kommt Mittelmaß – geballt.

In dieses graue Einerlei möchtet ihr nun gerne etwas Farbe bringen. Wäre doch schön, wenn wieder eine Überraschungsmannschaft für Spannung und Schlagzeilen sorgen könnte, denkt ihr euch. Noch schöne wäre, wenn die aus der fußballerisch auch eher graumausigen Hauptstadt kommt. Das habt ihr dann sicher dem Guido Winkmann und dessen Schirikollegen so übermittelt. Die haben schließlich auch ein Interesse, dass die Bundesliga interessant bleibt.

Jetzt gibt es allerdings auch noch ein paar Leute, die haben ein Interesse daran, dass der Bessere und wenns geht der Club gewinnt. Da beißen sich zwei Zielsetzungen. Könnt ihr das nachvollziehen? Könnt ihr eventuell auch nachvollziehen, dass das keine Überraschung ist, wenn jemand nur deshalb gewinnt, weil ihm der angeblich Unparteiische hilft?

Das, was ihr da einerseits an Interessanz produzieren wollt, macht ihr auf der anderen Seite so nach und nach kaputt. Also überlegt euch das bitte nochmal. Heute ist es gerade noch einmal gut gegangen, weil Hiroshi Kiyotake kurz vor Schluss den Ausgleich erzielt hat. Sonst wäre da sicher einiges geboten gewesen in Nürnberg, zumal Winkmann ja nicht nur den unberechtigten Elfmeter gegeben hat, sondern eigentlich vorher schon Baumjohann hätte vom Platz stellen müssen.

Bitte schickt künftig Unparteiische zu den Clubspielen und lasst diese plumpe Einflussnahme!

Schöne Grüße aus Nürnberg!

Folgenreicher Juwelentritt

schaeferIm Nachhinein dürfte man sagen, dass der Sieg in Wolfsburg teuer erkauft wurde. In der Hitze des Gefechts ließ sich nämlich Raphael Schäfer zu etwas hinreißen, das zwar Frauen zur Abwehr von Sextätern empfohlen wird, das aber nicht zum korrekten Umgang auf dem Fußballplatz gehört: einen Tritt in die „Juwelen“. Leidtragender war Ex-Clubprofi Zvjezdan Misimovic (der aber keine bleibenden Schäden davon getragen hat) .

Unabhängig davon, ob die Strafe von vier Spielen Sperre (immerhin zog der Club seinen Einspruch zurück, weil sonst die Strafe noch heftiger ausgefallen wäre) gerechtfertigt ist, wollen wir jedoch Zweifel daran äußern, ob die Schwächung so groß ist, dass man die vier Spiele gegen Freiburg, Dortmund, Hamburg und Köln gleich abhaken muss. Alexander Stephan, der dann wohl zwischen die Pfiosten muss/darf, hat zwar weder Bundesliga- noch Zweitligaerfahrung. Er ist aber bestimmt kein schlechter. Trainer Oenning hält jedenfalls große Stücke auf ihn. Zudem soll er für seine 22 Jahre schon ziemlich abgeklärt sein. Außerdem legen Abwehrspieler manchmal noch eine Schippe zu, wenn sie wissen, hinten steht einer, der möglicherweise nicht alles rausholt und ausbügelt.

Möglicherweise – aber das wollen wir dem Raphael Schäfer nicht wünschen – geht es dem verdienten Clubkeeper sogar demnächst wie einem anderen verdienten Clubspieler, dem „Phantom“ Marek Mintal: Ohne ihn läuft es sogar besser.

Was sagt uns das: Selbst ausgemachte Lieblinge der Fans haben keine Stammplatzgarantie. Denn mehr noch als bestimmte Spieler liebt schließlich auch der Fan den Erfolg.

Die Wahrheit über einen Trainerplatzverweis

Gut, eigentlich gehört dies eher in das NZ-Blog „Die EM auf der Couch„, aber das ist inzwischen geschlossen und wird nicht neu bestückt. Also bringen wir eben hier die endlich aufgedeckte Wahrheit über den Platzverweis der beiden Trainer beim EM-Spiel Deutschland gegen Österreich.

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Die Vertonung hat übrigens Dominik Kuhn besorgt, von dem auf meinem Vipraum-Blog auch ein schwäbelnder Obama zu sehen ist und  der auch für den legendären Todesstern Stuttgart verantwortlich ist.

Ähnliches gibt es übrigens (wie die Besucher meines Adventskalenders bereits wissen) inzwischen auch auf Fränkisch.

Zwei Mal Gelb, ist das nicht Rot?

Jetzt ist endlich auch das Video zum Stereo-Gelb von Schiedsrichter Thomas Metzen beim Spiel Mainz gegen St.Pauli online. Da habe ich schon tagelang darauf gewartet. So etwas muss man für die Nachwelt festhalten. Zumal das auch noch Konsequenzen hatte, die über einen DSF-Deppenkommentar hinausgehen. Auch der DFB gab sich gewohnt humorlos und sprach eine Rüge aus. Das übliche Monogelb halt, das beim zweiten Mal zu Rot wird.

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via

Was das mit dem Club zu tun hat? Nix, bzw.: Irgendwie muss man sich ja ablenken.

Für einen Zwanziger Mimosen

zwanz.jpgIch weiß, der Club hat gewonnen. In Ingolstadt. Wow! Bevor aber wieder irgendwer meint, Aufstiegsträumen nachhängen zu können, die den FCN regelmäßig in die Bredouille gebracht haben, und weil mein Blogkollege noch was zum Spiel bringt, wechsle ich jetzt das Thema.

Was Nürnberg sein Roth ist, ist Deutschland sein Zwanziger. Aber nicht ganz. Im Gegensatz zu Roth scheint der DFB-Präsident derzeit nicht ausgelastet zu sein und sucht sich daher Arbeit auf dem Mimosenfeld. So hat er unlängst schon den Besitzer der TSG Hoffenheim, Dietmar Hopp, den Rücken gestärkt, weil der von Fans der gegnerischen Mannschaft (in dem Fall aus Mönchengladbach) beleidigt wurde.

Ja mei, das macht man aber auch nicht. Andererseits werden auf Fußballplätzen dauernd irgendwelche Leute beschimpft, und wo ist da der DFB-Präsident? Hätte er sich mal vor einem halben Jahr in Nürnberg engagiert, dann wäre der Jan Koller vielleicht noch da und das FCN-Forum noch offen.

Warum er sich für Hopp, nicht aber für den Club reinhängt, dürfte einen relativ einfachen Grund haben: Zwanzigers Sohn arbeitet bei der TSG Hoffenheim und nicht beim FCN.

Doch nun wird plötzlich auch Papa Theo Zwanziger beschimpft. Ein Journalist hat ihn als „Demagoge“ bezeichnet.

Darf man das? Zwanziger dachte zunächst: Nein. Inzwischen nimmt er – wohl eines Besseren belehrt – von einer juristischen Verfolgung Abstand, dafür macht er den Journalisten unter Ausnutzung seines DFB-Apparates in der Branche madig.

Vielleicht sollte mal jemand das Thema Doping im Profifußball aufgreifen, damit sich der  Herr Zwanziger endlich um echte Probleme kümmern kann.
Hier ist die ganze Geschichte