Diekmeier: Jubiläum und Rekord

Gestern Club – und heute? Die Club-Freunde wollen sich in loser Folge auf die Spuren von Kickern begeben, die einst am Valznerweiher heimisch waren. Zum Auftakt geht es um einen Spieler, der am vergangenen Wochenende ein Jubiläum feierte und dabei ein erstaunliches Alleinstellungsmerkmal weiter ausbaute.

Der Club wird ja auch deswegen gerne als „Depp“ gescholten, weil er immer so tolle Rekorde aufstellt. Etwa, als Meister abzusteigen (1969) oder als Bundesligist gegen einen Fünftligisten aus dem DFB-Pokal zu fliegen (2001). Oder aber eine ganze Vorrunde lang sieglos zu bleiben. Diese glücklose Serie, die die Nürnberger im Abstiegsjahr 2013/14 ereilte, haben sie weiterhin im Fußball-Oberhaus exklusiv, da der 1.FC Köln am 17. Spieltag der laufenden Serie doch noch seinen ersten „Dreier“ einfuhr.

Eigentlich hätte es angesichts solcher fragwürdiger „Bestmarken“ gepasst, wenn Dennis Diekmeier seinen Torlos-Rekord, denn er Woche für Woche ausbaut, im Club-Trikot aufgestellt hätte. Am vergangenen Wochenende absolvierte er seinen 200. Bundesligaeinsatz und blieb auch in diesem Jubiläumsspiel wie in den 199 zuvor ohne Tor. Das passt zum Club, aber natürlich auch zum Hamburger SV, der in Sachen Pleiten, Pech und Pannen auch alles andere als unbeleckt ist.
Außerdem hat Diekmeier ja Club-Vergangenheit und die ersten 30 der besagten 200 Einsätze für den 1.FC Nürnberg absolviert. Das war in der Saison 2009/10, nach dem Wiederaufstieg, an dem der im Winter 2008/09 aus Bremen gekommene Defensivspieler als damals gerade mal 19-Jähriger durchaus seinen Anteil hatte.

Überhaupt muss betont werden, dass Diekmeier eine sehr respektable Laufbahn hingelegt hat. An dem soliden, inzwischen 28-jährigen  Rechtsverteidiger liegt es auch sicher nicht, dass der HSV schon wieder so tief im Schlamassel steckt. Aber das Toreschießen ist halt nicht sein Ding –  und skurril ist sein Rekord freilich schon. Vorgänger in dieser Hitparade war übrigens Markus Schuler, den Diekmeier während der Vorrunde ablöste und der für Hannover und Bielefeld in der Bundesliga in 182 Spielen torlos blieb. Auf Platz drei der Liste steht Thomas Eichin mit 180 Einsätzen im Oberhaus – der langjährige Gladbacher spielte am Ende seiner Laufbahn (1994/95) auch noch eine Saison für den Club, allerdings in der Zweiten Bundesliga, wo ihm prompt auch ein Tor gelang. Und auf Platz fünf folgt mit Ferdinand Wenauer gar ein zweifacher Meisterspieler des 1.FC Nürnberg. Er bestritt zwischen 1963 und 1969 168 Spiele im Oberhaus ohne jemals einen Treffer zu erzielen.
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Beim Club schimmelt´s

Uns kann es ja nur recht sein, wenn der Club sich regelmäßig mit Merkwürdigkeiten profiliert (nein, das Wort „Depp“ sollen andere in den Mund nehmen). Dann haben wir wenigstens was zum Schreiben.

Bei unserem geliebten Fußballverein ist nämlich auf fast nichts Verlass. Bislang dachten wir beispielsweise, der Club habe den besten Rasen der Welt und auch die Trainingsbedingungen seien 1a. Jetzt erfahren wir plötzlich, das stimmt nicht. Beim Club schimmelt´s. Verteidiger Dennis Diekmeier hat das Problem aufgedeckt bzw. dessen Arzt. Er ist nämlich darauf gekommen, dass Diekmeiers Zusammenbruch im Training mit einer Rasenschimmel-Allergie zusammenhängt.

Gartler wissen allerdings, dass Rasenschimmel zumeist nach dem Winter auftritt und daher auch Winterschimmel heißt.

Er entsteht meist nach den Wintermonaten. Dieser Schimmel wird durch Nässe gefördert. Eine Kalidüngung im Herbst stärkt den Rasen. Entfernen Sie regelmäßig das Laub von der Rasenoberfläche. Arbeiten Sie bei lehmhaltigen Boden Sand mit ein. Vertikutieren Sie regelmäßig. Vermeiden Sie Staunässe, sonst können sich diese Pilze auch im Sommer sich bemerkbar machen.

Da am Valznerweiher, wie fast überall im Nürnberger Raum eher sandiger Boden vorhanden ist, muss also beim FCN eine ziemlich extreme Staunässe vorliegen. Vielleicht simulieren die da Fritz-Walter-Wetter oder was. Möglicherweise hängt der Club deswegen auch in der Bundesliga unten drin, weil außer im (längst abgerissenen) Berner Wankdorfstadion selten Fritz-Walter-Wetter herrscht. In Schalke machen sie extra zur Verhinderung solcher Witterungsverhältnisse die Schotten dicht.

Bevor man also für teures Geld Stürmer einkauft, die dann auch wieder nicht treffen, sollte man sich beim Club vielleicht erstmal ein paar Säcke Kalidünger besorgen. Natürlich könnte man sich auch Kunstrasen zulegen:

Kunstrasenplatz in Mainz: Hier bereitete sich die deutsche Nationalmannschaft für das Qualifikationsspiel gegen Russland vor.

Kunstrasenplatz in Mainz: Hier bereitete sich die deutsche Nationalmannschaft für das Qualifikationsspiel gegen Russland vor.