Der Klassenerhalt ist noch drin

Die Hinrunde begann schon extrem bescheiden. Gegen Aufsteiger Dresden war da aber immerhin noch in 1:1 drin. Damals schoß Burgstaller den Treffer und der Schiri ließ so lange nachspielen, bis Dynamo dann doch noch traf.

Zum Rückrundenauftakt musste der Club ohne solche Hilfen auskommen. Wesentlich schwerer wog dabei aber das Fehlen des Hinspieltorschützen Burgstaller. Der wurde auf der linken Seite durch den Youngster Adelhamid Sabiri ersetzt. Und das nicht einmal schlecht. Zumindest nach vorne lief fast alles über die Seite des Debütanten. Allerdings kamen nach einer Anfangsphase, in der der Club eigentlich alles im Griff hatte, auch die Dresdner zunehmend über diese Seite vors FCN-Tor. Da offenbarten sich dann die Schwächen in der Defensive. Sabiri fehlte da noch die Abstimmung mit Linksverteidiger Sepsi und dem fehlten wieder einmal Übersicht und Durchsetzungsvermögen. Nach einer guten halben Stunde ließ er den Dresdner Berko vorbeiziehen, der dann unbehindert in den Strafraum flanken konnte, wo Heise nur noch einschieben brauchte.

Jetzt wurde auch ergebnismäßig deutlich, was sich schon auf den Rängen und akustisch manifestierte: die Dynamo-Übermacht. Von einem Heimvorteil konnte nicht die Rede sein. Im Gegenteil: Der Club sah sich zwar irgendwie in der Rolle, das Spiel machen zu müssen, fand aber nicht die adäquaten Mittel. Vor allem fehlte jegliches Überraschungsmoment. So konnte man höchstens das stete Bemühen loben und hoffen, der Trainer würde in der Pause die richtigen Worte und die entsprechenden Stellschrauben finden.

Ein Trugschluss! Nicht nur, dass Schwartz den abermals indisponierte Sepsi wieder auf den Rasen schickte und den vorne vielleicht zu etwas mehr Wirbel fähigen Teuchert auf der Bank ließ: Es dauerte nicht einmal eine Minute bis Kirschbaum erneut hinter sich greifen durfte. Berko hatte sich in der geistig noch nicht voll präsenten Clubabwehr durchgesetzt und zum 2:0 erhöht. Dynamo spielte jetzt mit seinen 10.000 Fans im Rücken noch selbstbewusster auf und beim Club wurde die eh schon vorhandenen Defizite noch deutlicher: Keiner da, der die Mannschaft mal mitreißt, fehlendes taktisches Verständnis und die schon erwähnte Einfallslosigkeit. Erst nach einer Stunde sah sich der Trainer dann bemüßigt, doch zwei neue Spieler zu bringen. Auslöser war allerdings eine Verletzung von Kapitän Brecko. Kammerbauer und Teuchert kamen. Prompt wirkte Dynamo verunsichert. Der Club kam plötzlich zu Chancen und in der 72. Minute auch zum Tor. Lukas Mühl konnte nach einer Ecke den Ball ins Tor bugsieren. Ein Tor, das dem Club jetzt immerhin den Titel beschert, die längste Zeit wenigstens einen Treffer erzielt zu haben. Bislang lagen wir da gleichauf mit Wattenscheid.

Kaufen können wir uns dafür nichts. Zumal es dann bei diesem einen Treffer blieb. Das ganze Winterpausengeschwätz, die ewigen Durchhalteparolen und das Gefasel von der optimalen Vorbereitung: alles obsolet. Die Chance, doch noch nach oben schielen zu können, wurde nicht vertan, sie besteht – das muss man leider konstatieren – mit diesem Team leider nicht. Ob sie mit Burgstaller bestanden hätte, ist jetzt auch eine müßige Überlegung. Als einziges Ziel kann derzeit nur gelten, die Klasse zu erhalten, die Kasse zu konsolidieren und noch ein paar Youngsters an die 2. Liga ranzuführen. Der FCN-Winter wird wohl noch etwas länger andauern.

Durchwachsener Saisonauftakt

2547180866Dass der Club beim Aufsteiger Dynamo Dresden kein Feuerwerk abbrennen würde, das war zu erwarten. Dresden hatte in der vergangenen Saison nur zwei Spiele verloren. Dazu kam die Rieseneuphorie, die von den Rängen aufs Spielfeld schwappte. Der Aufsteiger hatte auch auf dem Platz ein Übergewicht und die weitaus zwingenderen Chancen. Bereits nach sechs Minuten knallte der Ball gegen die Latte des Clubtors. In der 29. Minute vergab der Dresdner Aosman kläglich vor dem fast leeren Gehäuse. Dafür schien sich dann die größere Zweitligaerfahrung der Clubmannschaft auszuzahlen. Kurz vor der Pause drängte Leibold in der Strafraum, mit der deutlichen Absicht, einen Elfer zu provozieren. Und der ehemalige Clubspieler Florian Ballas tat ihm den Gefallen. Wobei die Berührung jetzt auch nicht so war, dass Schiri Welz jetzt unbedingt hätte auf den Punkt zeigen müssen. Guido Burgstaller hämmerte den Ball dann ziemlich zentral in die Maschen. 1:0.

Da und über weite Strecken der zweiten Hälfte sah es so aus, als würde sich die größere Abgeklärtheit des FCN durchsetzen und der Zweitliganeuling Lehrgeld zahlen müssen. Der Club verließ sich auf seine eingespielte Abwehr, in der diesmal allerdings weniger der Neue Lukas Mühl, sondern der etablierte Verteidiger Georg Margreitter mit einigen Fehlern für Unruhe sorgte. Da die Dresdner, bei denen nach einer Stunde auch die Clubleihgabe Stefan Kutschke mitstürmen durfte, selbst beste Chzancen vergeigten (in der 70. köpfte Testroet sogar am leeren Tor vorbei), schien der Club ohne größere Anstrengung einen Auftaktdreier einfahren zu können.

Das hätte auch geklappt, wenn Schiri Welz die normalen zwei oder drei Minuten hätte nachspielen lassen. Stattdessen wollte er wohl wieder etwas gut machen und gab fünf Minuten. Kurz bevor diese um waren, traf Testroet doch noch für Dresden zum Ausgleich. Der war zwar nicht unverdient, aber zu diesem Zeitpunkt so unnötig wie irgendwas. Insofern waren das verlorene zwei Punkte. Schuld daran sind dafür weniger die Fehler in der Abwehr, sondern der Umstand, dass der Club in der zweiten Hälfte seine Offensivbemühungen praktisch eingestellt hat. Demzufolge haben dann wohl beide Mannschaften Lehrgeld gezahlt. Immerhin kann der Club jetzt festhalten: Mit Überheblichkeit ist in der zweiten Liga nirgendwo was zu holen.