Club macht das Dutzend voll

22.02.2016 --- Fussball --- Saison 2015 2016 --- 2. Fussball - Bundesliga --- 22. Spieltag: Fortuna Düsseldorf F95 - 1. FC Nürnberg Nuernberg FCN --- Foto: Sport-/Pressefoto Wolfgang Zink / DaMa ---  Tor zum 1:0 - Torschütze Kerem Demirbay (10, Fortuna Düsseldorf ) gegen Raphael Schäfer Schaefer (1, 1.FC Nürnberg / FCN ) per Elfmeter
Der Club macht das Dutzend voll. Das 1:1 bei Fortuna Düsseldorf war das zwölfte Ligaspiel in Serie, das der 1.FC Nürnberg nicht verloren hat. Obwohl es, ähnlich wie gegen Bochum in der Vorwoche, zeitweise nicht gut aussah. Die Düsseldorfer führten lange mit 1:0, nachdem Kerem Demirbay einen ärgerlichen Foulelfmeter souverän verwandelt hatte (33.). Der Ex-Fürther Sercan Sararer war zuvor im Zweikampf mit Club-Kapitän Miso Brecko entweder ausgerutscht oder abgehoben, jedenfalls nicht gefoult worden.

Die größte Chance für die Gäste hatte in der ersten Hälfte Kevin Möhwald, der den Vorzug vor dem mit Anpassungsproblemen kämpfenden Zoltan Stieber bekommen hatte. Auf Vorarbeit von Guido Burgstaller scheiterte Möhwald aber an Fortuna-Keeper Michael Rensing (28.). Düsseldorf, das trotz prominenter Namen im Kader (Rensing, Madlung, Haggui, Ya Konan, der diesmal aber nicht spielte) gegen den Abstieg kämpft, hätte nach dem Strafstoßtreffer durchaus auf 2:0 erhöhen können. Nikola Djurdjic verfehlte das Tor vor der Pause knapp und scheiterte später aus aussichtsreicher Position an Keeper Raphael Schäfer (61.). Der Zweitliga-Senior musste später auch noch in Libero-Manier vor Ihlas Bebou (76.) retten.  Allerdings hatte die Fortuna auch im zweiten Abschnitt Elfmeterglück, denn Axel Bellinghausen beging im Strafraum  ein Handspiel (50.), das ungeahndet blieb.

Doch es blieb beim 1:0, und wie schon in der Vorwoche der VfL brachte auch Düsseldorf den Vorsprung nicht über die Zeit. Duplizität der Ereignisse: Wieder führte ein von Sebastian Kerk getretener Eckstoß zum 1:1, diesmal war nicht Patrick Erras, sondern Niclas Füllkrug mit dem Kopf zur Stelle (82.). Unter der Woche galt Kerk als Startelf-Kandidat, letztlich kam er aber wieder von der Bank, für Möhwald war zur Pause Schluss. Weil St. Pauli gegen den FSV Frankfurt (1:3) gepatzt hatte, war schon vor dem Spiel klar, dass der Club als Tabellendritter ins Derby gegen die SpVgg Greuther Fürth gehen würde. Nun bleibt zu hoffen, dass nicht ausgerechnet im Nachbarschaftsduell die schöne Serie reißt.

Entzieht dem Schiri den Führerschein!

748729243Da hat Schiedsrichter Peter Sippel aber nochmal Glück gehabt. Obwohl er den eigentlich schon geschlagenen Audi-Werksclub noch einmal zurückgebracht hat, fuhr der Club mit seinem neuen Trainer Rene Weiler die drei Punkte nach Hause. Allein das zeigt: Mit dem neuen Trainer hat sich auch was verändert. Früher wären wir da lamentierend und an Welt, DFB, Rasen oder Aluminium verzweifelnd eingebrochen

Schon zu Spielbeginn präsentierte sich die nur in der Abwehr umgestellte Mannschaft zielstrebiger und befreiter als sonst. Die Ingolstädter hat das wohl auch überrascht. So war das 1:0 eher eine Frage der Zeit. Dass dann Robert Kochs Kopfball vom Pfosten reinging, war also weniger Dusel, als Wille und Ausdruck von Überlegenheit. Beschäftigen wir uns also lieber mit dem 2:0. Da sah man, was Patrick Rakovsky auszeichnet. Sein Horizont endet nicht wie bei Raphael Schäfer an der Strafraumlinie. Der fängt einen Eckball ab, bringt den Ball auf den durchstartenden Sylvestr und der tütet ihn gekonnt ein.

Rakovsky war diesmal aber auch hinten eine Bank. Raphael Schäfer, obwohl vom neuen Trainer wieder in den Kader befördert, wird es da schwer haben. Immerhin holte er sich später noch eine gelbe Karte. Das war aber schon nach der 63. Minute. Bis dahin dachten alle (bis auf uns leidgeprüfte und erfahrene Clubfans ;-)), das Ding ist gegessen. Aber dann kam der Auftritt von Schiri Sippel. Der stellte Javier Pinola nach einer zwar harten, aber nicht unfairen Attacke vom Platz. Einige Fans riefen „Schiri, wir wissen, wo dein Audi steht“. Eigentlich sollte das dem DFB zu denken geben. Aber offenbar hatte der die Order ausgegeben, den Fehler, den Schiedsrichter Stark beim Foul an Marco Reus tags zuvor begangen hatte, wieder gut zu machen. Bloß, was kann der Club und Pinola für die Fehler von Referee Stark? Vielleicht ist Sippel doch in irgendeiner Form audiaffin? Das ist eben das Problem bei Werksmannschaften. Da geht es nicht mehr darum, wo der Schiedsrichter herkommt, um Parteilichkeit auszuschließen, da musst du auch schauen, was er für eine Automarke fährt und welche Erfrischungsgetränke er zu sich nimmt. Vielleicht sollte der DFB nur noch vegane Radfahrer, die bloß Leitungswasser trinken, einsetzen…

Acht Minuten später kam es, wie es kommen musste: Der Zweitliga-Tabellenführer erzielte gegen zehn Clubspieler den Anschlusstreffer. 22 Minuten Zittern waren angesagt. Aber – wie gesagt – mit Happy End. Wir sind froh. Unser Rat an Peter Sippel fällt daher gnädig aus:
Steig in deinen Audi und komm nie wieder!

Bitte Unparteiische schicken!

Lieber DFB,

ich verstehe ja, dass ihr euch Sorgen macht, der Fußball in Deutschland könnte in Langeweile versinken. Die Sorgen würde ich mir auch machen, wenn ich nach München gucke und mir dann auch noch die wohlwollende Behandlung der Geldsäcke durch eure Schwarzkittel zu Gemüte führe. Neben dem FCB gibt es dann nur noch die Dortmunder und danach kommt Mittelmaß – geballt.

In dieses graue Einerlei möchtet ihr nun gerne etwas Farbe bringen. Wäre doch schön, wenn wieder eine Überraschungsmannschaft für Spannung und Schlagzeilen sorgen könnte, denkt ihr euch. Noch schöne wäre, wenn die aus der fußballerisch auch eher graumausigen Hauptstadt kommt. Das habt ihr dann sicher dem Guido Winkmann und dessen Schirikollegen so übermittelt. Die haben schließlich auch ein Interesse, dass die Bundesliga interessant bleibt.

Jetzt gibt es allerdings auch noch ein paar Leute, die haben ein Interesse daran, dass der Bessere und wenns geht der Club gewinnt. Da beißen sich zwei Zielsetzungen. Könnt ihr das nachvollziehen? Könnt ihr eventuell auch nachvollziehen, dass das keine Überraschung ist, wenn jemand nur deshalb gewinnt, weil ihm der angeblich Unparteiische hilft?

Das, was ihr da einerseits an Interessanz produzieren wollt, macht ihr auf der anderen Seite so nach und nach kaputt. Also überlegt euch das bitte nochmal. Heute ist es gerade noch einmal gut gegangen, weil Hiroshi Kiyotake kurz vor Schluss den Ausgleich erzielt hat. Sonst wäre da sicher einiges geboten gewesen in Nürnberg, zumal Winkmann ja nicht nur den unberechtigten Elfmeter gegeben hat, sondern eigentlich vorher schon Baumjohann hätte vom Platz stellen müssen.

Bitte schickt künftig Unparteiische zu den Clubspielen und lasst diese plumpe Einflussnahme!

Schöne Grüße aus Nürnberg!

Rumpelfüßler und Rumpelschiris

17406869Okay, wenn uns am Ende ein Punkt fehlt, dann haben wir das Schiedsrichter Florian Meyer zu verdanken. Aber eigentlich hätten heute drei Punkte rausspringen müssen, wenn das mit dem Klassenerhalt noch etwas werden soll. Dafür haben aber die meisten Clubspieler, vor allem in der ersten Halbzeit, viel zu wenig abgeliefert. Wenn man sich anschaute, was Andi Wolf, Marek Mintal, Eigler oder Pinola da präsentierten, das war nicht mal zweitligatauglich. Das wurde diesmal umso deutlicher, weil Breno und Bunjkaku zeigten, wie man in der ersten Liga spielen muss. Leider färbt da nichts ab. Immerhin, Schäfer rettete einige Male bravourös. Jedoch hat er sich bei den Schiris offenbar schon soweit ins Abseits gespielt, dass die nicht einmal mehr klare Fouls im Strafraum gegen ihn pfeifen.

Unabhängig davon gilt aber leider: Hinten unsicher, im Mittelfeld schlampig und vorne ohne jede Zielstrebigkeit. So gewinnt man nicht einmal gegen Gladbach. Und wenn man da keine Punkte macht, wo dann? Da hilft es auch wenig, dass die Kritiker von Beginn der Saison verstummt sind. Eine Mannschaft, die aus eineinhalb Chancen ein Tor macht, die hat nicht unbedingt ein Stürmerproblem. Aber wen interessiert das im Augenblick noch?

Trotzdem, und da sind wir (seltsame Koinzidenz wieder mal) einig mit den Greuthern: So wie die Schiedsrichter zur Zeit irgendwelchen Sympathien und dem großen Geld folgen, da möchte man eigentlich dem Profifußball lieber den Rücken kehren. Immerhin hätten die Schiris im nächsten Clubspiel gegen die Bayern jetzt die Chance, gelich zwei Scharten wieder auszuwetzen. Ob gegen den FCB ein zwölfter Mann zum Sieg reicht, das wagen wir allerdings zu bezweifeln.

Nachtrag: Nachdem Hannover sich daheim fünf Dinger einschenken lässt und die Hertha nicht einmal gegen Mainz gewinnt, dürfte es wohl auf einen Dreikampf um den Relegationsplatz rauslaufen. Wenn die Schiris da nicht weiter negativ eingreifen, hat der Club dabei durchaus gute Karten. Das heißt allerdings: zittern bis zum Ende und hoffen, dass sich die anderen noch blöder anstellen.

noch ein Nachtrag: …dass Freiburg in der Nachspielzeit noch einen sicher geglaubten Punkt in Frankfurt liegen lässt, zeigt: die wollen da auch noch unten mitmischen. Insofern könnte sogar noch ein Vierkampf draus werden.

Steckt nur im Sturm der Wurm?

mainz.8092061.jpg.8092066In der vergangenen Saison war Mainz 05 nur ganz knapp vor dem Club. Das war in der zweiten Liga. In der ersten Liga trennen die beiden Aufsteiger derzeit Welten. Die Mainzer stehen auf Platz 6, noch vor den Münchner Bayern. Der Club hängt unten drin.

Beim Spiel in Mainz waren „die unseren“ aber nicht unbedingt schlechter (NZ-Bericht). Wenn die Schiedsrichter korrekt agiert hätten, wäre am Ende auch ein Punkt rausgesprungen. Aber wie sagte schon Jürgen Wegmann: „Zuerst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu.“

Wobei das „kein Glück“ schon etwas relativiert werden muss. Albert Bunjaku hätte mindestens ein Tor machen müssen. Es ist also immer noch das Gleiche wie zu Beginn der Saison: Im Sturm steckt der Wurm. Dass der gleiche Spruch derzeit auch bei den Bayern die Runde macht, obwohl die mit Gomez, Toni und Klose Leute haben, die vom Namen her erste Kategorie sind, kann uns nicht unbedingt beruhigen, gibt aber zu denken. Belegtdies doch auch, dass Geld und große Namen offenbar auch keine Torgarantien sind. Denn selbst wenn der Club alles Geld der Welt hätte, dann wäre er derzeit besser beraten, von den Bayern Daniel van Buyten als Torjäger zu verpflichten und nicht einen Mario Gomez.

Torgefahr kann man nämlich auch als Abwehrspieler ausstrahlen. Beim Club fehlt sie leider vorne wie hinten. Oder, wie bei den Bayern (Stichwort: Kreativloch), in der Mitte. Ob es nur reicht, in der Weihnachtspause einen Stürmer zu verpflichten, das wagen wir deshalb zu bezweifeln.

So geht man nicht mit Fans um

Der Sportinformationsdienst SID verbreitete folgende, heute auch in der NZ veröffentlichte Meldung (zu der es das unten eingefügte Video gibt):

Nach dem wahrschein­lich ungewöhnlichsten Platzver­weis des Jahres muss Adrian Bas­tia vom griechischen Fußball- Erst­ligisten Asteras Tripolis mit einer Sperre rechnen. Der Mittelfeld­spieler aus Argentinien flog in der Nachspielzeit des Punktspiels bei Panathinaikos Athen (1:1) wegen Beinstellens vom Platz – aller­dings nicht gegen einen Gegenspieler, sondern einen „Flitzer“, den Ordnungskräfte zuvor erfolglos über das ganze Feld gejagt hatten. Unter dem Jubel der Zuschauer machte Bastia der wilden Verfol­gungsjagd ein Ende und schaute recht verdutzt, als ihm Schieds­richter Evangelos Katsidonis die Rote Karte zeigte. Laut Fifa­Regularien ist der Platzverweis gerechtfertigt.

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Für das gleiche „Vergehen“, das  offenbar häufiger vorkommt als das FIFA und SID ahnen, gab es früher auch schon mal die Gelbe Karte (wie dieser im Juli veröffentlichte Beitrag im Vipraum belegt). Und selbst darüber haben sich etliche Leute aufgeregt. Der russische Sprecher fand die Karte damals allerdings berechtigt, denn so könne man mit Fans nicht umgehen. Selbst wenn sie durchknallen. Hier also noch einmal das andere Video (sollte jemand noch weitere Fälle kennen: Wir fungieren gern als Sammelstelle):

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Der Club hätte nicht absteigen dürfen

Normalerweise beschäftigen sich Clubfans nicht mit den Bayern und deren Fans. Doch manchmal lohnt es sich doch, bei ihnen reinzugucken. Etwa auf der Seite „Mythos Bayern“. Auf dieser bestimmt nicht für den FCN eingenommenen Seite wurde jetzt die um alle Fehlentscheidungen bereinigte Tabelle der Bundesligasaison 2007/2008 veröffentlicht. Und siehe da: Der Club wurde um sieben Punkte beschissen und wäre, wenn alles mit rechten Dingen zugegangen wäre, als 14. nicht abgestiegen. Stattdessen hätte es Arminia Bielefeld erwischt (zusammen mit Dortmund und Duisburg). So konnte dann Bayern-Blogger „Breitnigge“ auch vor dem mühsamen Sieg seines Milliardärsvereins gestern gegen die Arminia posten: „Wir spielen gegen eine Stadt, die es eigentlich nicht gibt. So ist eben Fußball.“

Übrigens: Heute spielt dann Bochum in einer Stadt, die es eigentlich gar nicht gibt.