Die Sponsoren schwächeln

Die Fußballvereine sind heute längst nicht mehr nur vom sportlichen Erfolg abhängig. Auch wenn der Club heute gegen die Mainzer Rumpfmannschaft gewinnen sollte, ziehen für den FCN dunkle Wolken am Finanzhimmel auf.

Der Hauptsponsor Areva ist in den Krisenstrudel geraten und schreit jetzt nach staatlicher Finanzhilfe. Die wird ihm – die französische Regierung hat bekanntlich drei Ohren für die Atomlobby – wahrscheinlich auch gewährt.  Aber meistens sind die zunächst genannten Verlustbeträge nur die halbe Wahrheit, und außerdem ist fraglich in wieweit sich die Regierung einen Einfluß sichert. Da kann man dann darauf warten, dass Nicolas Sarkozy fragt: Was wollt ihr denn mit der Unterstützung dieses Zweitligavereins?

Doch nicht nur Areva steckt in der Krise. Auch das Teppichimperium von Club-Präsident Michael A. Roth ist in Schwierigkeiten geraten. Gestern hat die Süddeutsche Zeitung (leider nicht online verfügbar) das Thema aufgegriffen und folgendes Roth-Zitat übermittelt: „Wer seine Leistung nicht bringt, fliegt.“ Das hat Roth aber nicht zu seinen Kickern gesagt, sondern den Führungskräften bei ARO.

Im vergangenen Geschäftsjahr hat ARO demnach übrigens 20 Filialen geschlossen und mehr als 200 Mitarbeiter entlassen.

Die berühmteste aller ARO-Filialen, die aus dem Roman „Geht in Ordnung – sowieso – genau“  von Eckard Henscheid, war da nicht dabei. Sie war immer nur halbfiktiv und sowas ist wenigstens krisenresistent.

Mehr zu dieser berühmten Filiale kann man hier nachlesen.

Bayreuth lernt aus der Finanzkrise

Man muss nicht bloß über unfähige Banker oder widerliche Hedgefondsmanager lästern, man kann auch von ihnen lernen. Das machten jetzt die Fans der SpVgg Bayreuth. Der traditionsreiche Verein, der bekanntlich ein paar Mal durchaus auf Augenhöhe mit unserem Club gespielt hat,  musste Insolvenz beantragen. Doch die Fans wollen ihn nicht so einfach untergehen lassen. Jetzt arrangierten sie ein Benefizspiel gegen Real Madrid, das die Spielvereinigung mit einem Treffer in der 98. Minute noch mit 3:2 gewonnen hat. Im ausverkauftem Hans-Walter-Wild-Stadion.

Was das mit der Finanzkrise zu tun hat? Das Spiel fand nur fiktiv statt. In der Phantasie von 152 Fans, die sich gemeinsam nicht nur die Spieler vorstellten, sondern auch im Geiste das Stadion mit 19.848 zusätzlichen Fans füllten.

Aber wie bei der Finanzkrise auch, war nicht alles Fake. Es gab auch reale, greifbare Dinge, mit denen man die kritische Vernunft besänftigen konnte: Einen Stadionsprecher, der das Geisterbenefizspiel kommentierte und einen Schiedsrichterassistenten, der wie ein Blöder die Linie auf und ab rannte. Außerdem konnte man sich mit Bratwürsten und Glühwein abfüllen, was schließlich auch beruhigend und phantasieanregend wirkt.

Was jetzt nur noch fehlt, ist ein staatliches Rettungspaket. Merkel, Steinbrück übernehmen sie! Oder sind ihnen die 200.000 Euro, die der SpVgg Bayreuth zum Weitermachen fehlen, zu popelig?

Mehr zum Geisterspiel beim Fußballmagazin 11 Freunde.

Der FCN und die Finanzkrise

Nach allem, was unsereins mit dem Club erlebt hat, würde es verwundern, wenn dieser nicht auch von der Finanzkrise betroffen wäre. Reden tut derzeit (außer uns) aber kaum einer drüber. Schließlich hat die Fußballwelt auch was mit Eskapismus zu tun und außerdem haben Sportler noch weniger Ahnung von der aktuellen Krise als die meisten Wirtschaftsjournalisten.

Dass der Club da unbeschadet davon kommt, ist allerdings eher unwahrscheinlich. Da ist einmal die Stadion-Betreibergesellschaft, hinter der die Firma Hochtief steckt.  An der wiederum ist die Commerzbank beteiligt und ein in Schieflage geratener russischer Investor. Und dann brauchen wir uns ja nur unseren ungeliebten Stadionnamen auf der Zunge zergehen lassen. „Iehsiee Gredid!“ Haben die nicht auch mit Geld zu tun? Gibt es da Gegenwerte für die Kredite? Wobei, ein anderer Stadionname wäre sicher einer der wenigen positiven Nebeneffekte der Bankenkrise.