Feiermodus gegen Abstiegskampf: 2:3

Es war das letzte Heimspiel nach einer Saison, die der Clubfan wohl schnell abhaken dürfte. Dafür war diese Begegnung mit allerlei anderem befrachtet. Mit Abschieden, mit Traditionspflege, mit ungewöhnlichen Witterungs- und Platzverhältnissen. Die Punkte spielten da nicht die allerwichtigste Rolle.

Das merkte man dem Club letztlich auch an. Der Spaß am Spiel stand eher im Vordergrund als lästige Pflichtaufgaben, wie Absichern nach hinten oder Decken bei Standards. Für den Gegner, die Fortuna, ging es hingegen noch darum, den Abstieg zu vermeiden. Da brennt man eben auch noch, wenn der andere schon ans Freibier denkt. weiter lesen

Club macht das Dutzend voll

22.02.2016 --- Fussball --- Saison 2015 2016 --- 2. Fussball - Bundesliga --- 22. Spieltag: Fortuna Düsseldorf F95 - 1. FC Nürnberg Nuernberg FCN --- Foto: Sport-/Pressefoto Wolfgang Zink / DaMa ---  Tor zum 1:0 - Torschütze Kerem Demirbay (10, Fortuna Düsseldorf ) gegen Raphael Schäfer Schaefer (1, 1.FC Nürnberg / FCN ) per Elfmeter
Der Club macht das Dutzend voll. Das 1:1 bei Fortuna Düsseldorf war das zwölfte Ligaspiel in Serie, das der 1.FC Nürnberg nicht verloren hat. Obwohl es, ähnlich wie gegen Bochum in der Vorwoche, zeitweise nicht gut aussah. Die Düsseldorfer führten lange mit 1:0, nachdem Kerem Demirbay einen ärgerlichen Foulelfmeter souverän verwandelt hatte (33.). Der Ex-Fürther Sercan Sararer war zuvor im Zweikampf mit Club-Kapitän Miso Brecko entweder ausgerutscht oder abgehoben, jedenfalls nicht gefoult worden.

Die größte Chance für die Gäste hatte in der ersten Hälfte Kevin Möhwald, der den Vorzug vor dem mit Anpassungsproblemen kämpfenden Zoltan Stieber bekommen hatte. Auf Vorarbeit von Guido Burgstaller scheiterte Möhwald aber an Fortuna-Keeper Michael Rensing (28.). Düsseldorf, das trotz prominenter Namen im Kader (Rensing, Madlung, Haggui, Ya Konan, der diesmal aber nicht spielte) gegen den Abstieg kämpft, hätte nach dem Strafstoßtreffer durchaus auf 2:0 erhöhen können. Nikola Djurdjic verfehlte das Tor vor der Pause knapp und scheiterte später aus aussichtsreicher Position an Keeper Raphael Schäfer (61.). Der Zweitliga-Senior musste später auch noch in Libero-Manier vor Ihlas Bebou (76.) retten.  Allerdings hatte die Fortuna auch im zweiten Abschnitt Elfmeterglück, denn Axel Bellinghausen beging im Strafraum  ein Handspiel (50.), das ungeahndet blieb.

Doch es blieb beim 1:0, und wie schon in der Vorwoche der VfL brachte auch Düsseldorf den Vorsprung nicht über die Zeit. Duplizität der Ereignisse: Wieder führte ein von Sebastian Kerk getretener Eckstoß zum 1:1, diesmal war nicht Patrick Erras, sondern Niclas Füllkrug mit dem Kopf zur Stelle (82.). Unter der Woche galt Kerk als Startelf-Kandidat, letztlich kam er aber wieder von der Bank, für Möhwald war zur Pause Schluss. Weil St. Pauli gegen den FSV Frankfurt (1:3) gepatzt hatte, war schon vor dem Spiel klar, dass der Club als Tabellendritter ins Derby gegen die SpVgg Greuther Fürth gehen würde. Nun bleibt zu hoffen, dass nicht ausgerechnet im Nachbarschaftsduell die schöne Serie reißt.

Verdienter Heimsieg

Dieser Heimsieg war aber so was von verdient. Obwohl Hiroshi Kiyotake wegen Grippe fehlte, gab es im Nürnberger Mittelfeld kein Kreativloch. Das füllte diesmal Markus Feulner, der ein Klassespiel machte und das auch noch mit dem zweiten Tor krönte. Allerdings muss man auch zugeben: Fortuna Düsseldorf war schon ziemlich schwach. Wenn da einer ein bisschen zielstrebiger im Clubstrafraum aufgetreten wäre, dann hätten wir ernsthafte Probleme bekommen.

Sehr viel besser war die Chancenverwertung beim FCN allerdings auch nicht. Zur Halbzeit hätte es gut und gerne 5:1 und nicht 1:0 stehen können. Aber es war nicht nur das Unvermögen der Clubspieler, sondern auch der gute Düsseldorfer Keeper Giefer, der zwei Mal fast sichere Tore verhinderte.

In der zweiten Hälfte plätscherte das Spiel zunächst etwas dahin. Der Club wartete wohl darauf, dass die Fortuna auf den Ausgleich drängt. Das tat sie dann nach gut einer Stunde auch und schon setzte das clubfanübliche Nervenflattern ein. Nicht, dass der Ausgleich verdient gewesen wäre. Aber, wir kennen das ja. Ich sage nur „Depp“.

Dafür kam der Club dann in der Schlussphase zu Kontern und prompt gab es dann kurz vor Schluss das verdiente 2:0.

Positiv: Der Club kann auch gegen einen ähnlich spielenden Gegner daheim mittlerweile Siege einfahren.
Gewohnt: Das Zittern bis zum Schluss.
Andererseits: Wenn man sich ansieht, wie langweilig die Bundesliga mittlerweile an der Spitze geworden ist, dann sind wir doch froh dass es bei uns noch ein bisschen Suspense gibt.
Weiter so, Glubb!