Peinlicher Saisonabschluss

Die Woche:

  • Es hat nicht geklappt. Inzwischen gibt es anderswo (hier, hier oder hier) genügend Analysen, warum es für den Club sofort wieder runter ging. Deshalb hier erstmal nur so viel: Letztlich gilt für die gesamte Saison das, was fast nach jedem Spiel zu bemängeln war: Die Mannschaft wollte, konnte aber nicht und der erhoffte Lerneffekt stellte sich nicht (bzw. nur teilweise und zu spät) ein; was allerdings auch an fehlender Erfahung des Lehrpersonals lag. Vom einjährigen Bundesligaausflug bleibt vor allem das quälend lange Sterben der Hoffnung kleben. Zum Schluss führte das sogar zu einem abstrusen Wunderglauben, nach dem Motto: Es muss doch einen Grund geben, dass wir immer noch eine Chance haben. Der Erstliga-Ausflug trug immerhin zur weiteren finanziellen Konsolidierung des Vereins bei. Ohnehin das oberste Ziel bei den FCN-Verantwortlichen. Nun gehts also wieder gegen Aue oder Fürth. Der Hamburger SV ist überraschenderweise auch dabei, was zwar gut ist für die Finanzen, nicht aber für die Mission Wiederaufstieg.
  • Klar ist mittlerweile: Boris Schommers bleibt nicht beim Club. Ein Wunderheiler war er halt ebenfalls nicht. Alles Gute!
  • Bereits am Montag wird Peter Hermann beim Club erwartet. Er soll als Sportdirektor fungieren. Palikuca kennt ihn noch von Fortuna Düsseldorf, von wo ihn die Bayern für eine Rekordablöse als Co-Trainer für Jupp Heynckes losgeeist hatten. Die Älteren von uns erinnern sich an ihn noch als Co-Trainer von Michael Oenning. Viele halten ihn für den Vater des Düsseldorfer Höhenflugs. Sieht so aus als wolle der FCN eine Art Fortuna 2.0 werden.
  • Dazu passt dann auch die Meldung, dass der Club den Düsseldorfer Angreifer Marvin Ducksch auf dem Zettel hat.
  • Womit wir bei der beliebten Rubrik „Wer geht, wer bleibt?“ wären. Da hat sich dieser Tage der Nebel noch nicht weiter gelichtet. Den aktuellen Zwischenstand erfahrt ihr hier.

Das Spiel:

Wenn sich beim Club auch noch das Gefühl einschleicht, dass eh nichts mehr geht, dann wird die fehlende Erstligatauglichkeit erst richtig offensichtlich. Spielerisch und mit nur 99 Prozent Einsatz geht gar nichts. Das wurde dann auch beim – letztlich nicht mehr relevanten – Saisonabschluss in Freiburg deutlich.

Nichts wars mit dem Ehrgeiz, wenigstens den ersten Auswärtssieg landen zu wollen. Bereits in der 7. Minute klapperte es. Der Freiburger Terrazzino ließ vier Clubabwehrspieler stehen und markierte das 1:0. Die Breisgauer machten das Spiel. So war es nur eine Frage der Zeit, bis das 2:0 fällt. Die Zeit war in der 34. Minute gekommen. Waldschmidt schießt, Margreitter fälscht noch ab, so dass Mathenia schlecht aussieht.

In der zweiten Hälfte ging es ähnlich weiter. Beim Club war kein Aufbäumen, kein Widerstand erkennbar. Früher hätte man gesagt, da brechen alle Dämme. Aber letztlich brach nur fehlende Qualität durch. Und so durften die Freiburger, für die es höchstens um gute Stimmung ging, locker und relativ ungehindert nachlegen. Zweimal Petersen und einmal Grifo erhöhten auf 5:0. Danach schaltete die eh schon nicht die volle Leistung abrufende Heimmannschaft noch einen Gang runter. So konnte ausgerechnet Eduard Löwen, der den Club bekanntlich verlässt, eine gewisse Bundesligatauglichkeit nachweisen und in der 70. Minute per Weitschuss den Ehrentreffer erzielen.

Letztlich passte der blamable Auftritt in Freiburg aber zur gesamten Saison. Gerade einmal drei Siege und traurige 19 Punkte: Deutlicher kann eine Mannschaft eigentlich nicht demonstriert bekommen, dass sie da oben nichts zu suchen hat.

Ein Letztes:

Was die Dauerkarte für die kommende Saison kostet, ist noch unklar. Ungeachtet dessen sollen wir dem Club schon jetzt eine Einzugsermächtigung erteilen, wenn wir eine Dauerkarte (die sich übrigens automatisch verlängert) bekommen wollen. Wenn irgendein Internethändler so ein Geschäftsgebaren an den Tag legen würde, wäre der Aufschrei groß.

Plan- und mittellos im Oberhaus

Die Woche:

1. Wie lange dürfen Lernphasen dauern? Ab wann sollten die Schüler ins harte Leben entlassen werden? Diese Frage darf sich der Club inzwischen ruhig stellen. Wobei Sportvorstand Andreas Bornemann da erst einmal nur die Führungsspieler gefordert sieht. Welche Führungsspieler? Das fargen wir uns da allerdings.

2. Am 12.Spieltag in der Saison 2013/2014 stand der Club zum letzten Mal am Tabellenende der Fußballbundesliga. Danach nistete sich die Braunschweiger Eintracht dort ein. Abgestiegen ist der Club trotzdem. In Braunschweig wäre man inzwischen allerdings froh über eine solche Platzierung.

3. „Noch bei der Musik dabei“. Damait versuchte der Kicker vor der Niederlage gegen die Freiburger zu trösten. Inzwischen ist die Musik kaum noch in Hörweite.

Das Spiel:

Von Endspiel war die Rede. Man werde alles geben, hieß es. Auf dem Platz lief es dann aber erstmal wie immer. Der Club stand meistens zu weit weg und ließ den Freiburgern viele Freiräume. Die gaben dem Club aber trotzdem das Gefühl, er mache das Spiel. Inzwischen hat es sich in der Bundesliga herumgesprochen, dass kaum Zählbares dabei rauskommt. Vor allem, wenn man über eine einigermaßen stabile Abwehr und einen bundesligatauglichen Torwart verfügt. Dem SC Freiburg kam dann auch noch das Glück zuhilfe. In der 19. Minute zirkelt Günter einen Freistoß in den Strafraum. Der Ball springt auf und an Bredlow vorbei ins lange Eck. Unglücklich, deppert, aber eben leider auch clublike. Danach begann der Club endlich Dampf zu machen. Das führte zu zahlreichen Ecken und Freistößen. Die wurden meistens von Sebastian Kerk getreten, der jedoch noch längst nicht der Alte ist. Torgefahr entwickelte sich aus diesen Standards durch die Bank nicht. So ging es dann mit dem Rückstand und unüberhörbaren Pfiffen in die Pause.

In der zweiten Halbzeit drängte der Club weiter. Aber, wie gesagt, drängen bedeutet beim FCN nichts. Da springen eben höchstens Ecken oder Freistöße raus. Die aber selbst dann verpuffen, wenn da nicht Kerk anläuft. Der wurde nämlich schnell durch Kubo ersetzt. Schließlich kam auch noch Ishak als Joker. Allerdings für Misidjan, der eigentlich noch einer der Aktivposten war.

Es half aber alles nichts. Der Club spielt zwar jedesmal wacker mit, versagt jedoch dort, wo es in der Bundesliga drauf ankommt: vor dem Tor. Da fehlen einfach die zündenden Ideen, irgendein Überraschungsmoment, der letzte Durchsetzungswille, die richtige, weil nicht erwartete Entscheidung… Heute hätte der Club wieder mal stundenlang weiterspielen können ohne was Zählbares zu erreichen.

Jetzt, wo wir auch noch ganz unten stehen, kommt zusätzlich Verunsicherung und der Verlust des eh schon geringen Selbstvertrauens hinzu. Wenn der Trainer vor dem Spiel dann auch noch so tut, als wäre der SC Freiburg eine Übermannschaft, steuert er dem zumindest nicht entgegen. Andererseits merkt man inzwischen überdeutlich, dass – inklusive Trainer – beim Club praktisch keiner Bundesligaerfahrung besitzt (und kommt mir bitte nicht mit Robert Bauer).

Ob man sich diese Erfahrung in der Winterpause zukaufen kann? Ich weiß es nicht. Zumal sich Köllner wohl kaum von einem neu verpflichteten Spieler erklären lassen dürfte, wo es lang geht.

Ein Letztes:

Wenn der Club nicht gewinnt, verschärfen sich auch die Drogenprobleme:

Der Club kommt langsam, aber gewaltig

4230094557Spiele gegen den SC Freiburg waren für den Club meistens Schicksalsspiele. Das letzte zum Beispiel brachte das Bader-Fass zum überlaufen. Beim Last-Minute-Abstieg ging es damals ebenfalls gegen den SCF. Wir erinnern uns auch noch an die Verbeek-Wahrheiten nach einem Freiburgspiel…

Andererseits heißt das aber auch: Wer solche Spiele gewinnt, wird Meister. Nun gut: Aufstieg oder erfolgreiche Relegation würde ja auch schon reichen. Jedenfalls hat der Club heute bewiesen, dass er auch gegen eine anerkannte Spitzenmannschaft gewinnen kann. Natürlich braucht es dazu auch etwas Glück und die in dieser Saison bereits mehrfach bewiesene Effektivität.

Letztere demonstrierte der Club in der 14. Minute als es bereits bei der ersten, echte Chance im Freiburger Kasten klapperte. Burgstaller haute den zunächst vom Freiburger Keeper abgewehrten Schöpf-Schuss in die Maschen. Danach machte eigentlich nur der SC Druck. Genau wie sein Trainer, der – wie immer – auf den Schiri einrumpelstilzte. Aber Schiedsrichter Osmers traf immerhin keine spielentscheidenden Fehlentscheidungen. Gleichwohl war er immer ein Unsicherheitsfaktor, der uns das Fanleben zusätzlich schwer machte.

Auch in der 2. Hälfte machte nämlich der bisherige Zweitligaspitzenreiter Dauerdampf. Selbst wenn die Clubabwehr relativ stabil wirkte, flatterten unsere Nerven zunehmend. Und in der 64. Minute war es dann passiert. Nach einer Ecke gab es den Ausgleich. Leider war der nicht unverdient. Aber was solls? Wenn sowas passiert, brauchst du dann halt auch mal das Glück. Zum Beispiel indem ein gegnerischer Spieler (in dem Fall Föhrenbach, danke übrigens!) postwendend den alten Abstand wieder herstellt.

Der Rest war 25 Minuten Zittern und Bangen. Aber, wenn es sich lohnt, wollen wir uns darüber nicht aufregen. Der Club ist jetzt erst einmal wieder auf dem Relegationsplatz. Nur noch fünf Punkte hinter dem vielfach schon nach oben weggelobten SC Freiburg. Jetzt noch ein Sieg gegen die Hertha, und wir drehen ab….

Brasilianischer Beginn, historisches Ergebnis

clubdepp„Der Club spielt brasilianisch“, höhnte die Netzgemeinde im Sommer 2014 in Anspielung auf das 1:7 der Südamerikaner im WM-Halbfinale gegen Deutschland. Grund des Spotts: Der 1.FC Nürnberg hatte ausgerechnet im Derby beim späteren Beinahe-Absteiger Greuther Fürth mit slapstickhaften Abwehreinlagen aufgewartet und war letztlich 1:5 untergegangen. Zum Saisonstart 2015/16 muss der geneigte Club-Fan nun feststellen, dass die Nürnberger offensichtlich abermals auf die brasilianische Taktik setzen. 3:0 heißt es schon nach 13 Minuten für den Bundesliga-Absteiger SC Freiburg gegen die heillos überforderten Schützlinge von Trainer Rene Weiler, und kurz vor der Pause legt der Ex-Nürnberger Mike Frantz das 4:0 nach (41.). Frantz, 2014 schon mit dem Club abgestiegen und danach gewechselt, nimmt nach dem abermaligen Absturz diesmal die 2. Liga in Kauf – ebenso wie Nils Petersen, Schütze der ersten drei Freiburger Tore (8./11./13.). Der war in der Vorbereitung komplett leer ausgegangen, doch die Wahrheit liegt eben – frei nach Fußball-Philosoph Otto Rehhagel – im Punkt- und nicht im Testspiel.

Zwei der drei Petersen-Treffer resultieren allerdings aus Foulelfmetern, verschuldet von den Club-Neuzugängen Rurik Gislason und Hanno Behrens. Mehr Glück als die beiden und Torwart Thorsten Kirschbaum, der zum Debüt gleich vier Treffer in 41 Minuten schlucken muss, hat ausgerechnet der vierte und letzte Neue in der Startformation, der junge Aushilfs-Rechtsverteidiger Kevin Möhwald. Kurz vor dem Pausenpfiff erzielt er das sehenswerte 1:4 (44.). Und während Gislason zur Pause draußen bleiben muss und durch Kapitän Jan Polak ersetzt wird, kann sich auch Behrens rehabilitieren. Nach einem Eckstoß von Danny Blum gelingt ihm  das 2:4 (47.). Weil dann Alessandro Schöpf mit einem an Guido Burgstaller verschuldeten Elfer zum 3:4 trifft (53.), kommen Spekulationen auf, ob der Club nach dem brasilianischen Start nun einen Eintrag in die Zweitliga-Geschichtsbücher anstrebt. Ein 0:4, weiß der Sport1-Kommentator, hat im Unterhaus nämlich letztmals der FSV Salmrohr aufgeholt, in der Spielzeit 1986/87 beim 5:5 gegen Hannover. Schafft der Club Vergleichbares? Doch dann läuft Spielverderber Maximilian Philipp Möhwald davon und beendet mit dem 5:3 derlei Spekulationen (61.). Auch wenn Weiler noch die Angreifer Jakub Sylvestr und Stefan Kutschke bringt, kann der Club die Freiburger nicht mehr ernsthaft gefährden, zumal Schiedsrichter Stieler gegen Ende seines intensiven Arbeitstages noch Linksverteidiger Dave Bulthuis die Rote Karte zeigt (85.). Der gerade eingewechselte Freiburger Kapitän Julian Schuster tunnelt dann – sträflich freistehend – Torwart Kirschbaum und trifft gegen zehn Nürnberger zum 6:3-Endstand (90.).  Ein bisschen historisch ist das Ergebnis aber trotzdem, weil Nürnberg nach acht Siegen erstmals in der gemeinsamen Zweitligageschichte gegen Freiburg verliert. Der SC, im Frühjahr denkbar unglücklich abgestiegen, übernimmt damit nach Spieltag 1 die Tabellenführung. Der brasilianische Club treibt das Feld dagegen erstmal vor sich her: Platz 18.

Peinlicher geht´s kaum

Oweia, das tat weh! So etwas bringt nur der Club. Keinem Drehbuchschreiber würde man so einen Quatsch abnehmen. 0:3 gegen einen Gegner, der in dieser Saison noch nicht gewonnen hat, der dann auch noch 20 Minuten in Unterzahl spielte und der dem Trainerbonus des Club einen verunsicherten Torwart entgegenzusetzen hatte. Als Clubfan musst du heute wieder besonders stark sein.

Nahtlos knüpfte die Mannschaft an das HSV-Spiel an, das Wiesinger und Reutershahn den Job kostete. Jetzt haben wir einen angeblich tollen neuen Trainer, der auch noch von der Mannschaft überzeugt ist und der einiges umkrempeln will. Aber was ist? Nix! Alles beim Alten. Der Club kickt die erste Hälfte halbwegs überlegen zu Ende. Aber außer einem Pfostentreffer schaut nichts raus dabei. Irgendwie hat der Zuschauer, aber leider halt auch die Mannschaft das Gefühl, da brennt nichts an, da muss nur der Siegtreffer her. Aber der fällt halt nicht. Auch nicht, nachdem das obligatorische Gegentor – ausgerechnet noch durch den Ex-Fürther Felix Klaus – dann doch fällt. Jetzt wäre man wieder mit einem Unentschieden zufrieden. Schon deshalb, damit der Mitkonkurrent um den Abstieg nicht an uns vorbeizieht. Doch keiner kriegt den Ball im Kasten der Freiburger unter. Dann werden die Freiburger auch noch dezimiert. Sorg bekommt Gelb-Rot. Nun aber! Doch wieder nichts. In Unterzahl machen die Freiburger, die keineswegs den Eindruck machten, eine wenigstens durchschnittliche Bundesligamannschaft zu besitzen, noch zwei Treffer. Die Freiburger haben uns zwar immer schon extremst genervt. Trotzdem: denen solche Geschenke zu machen, dass muss, das kann nicht sein.

Der neue Trainer Verbeek hat sein Heimdebüt also grandios verbockt. Jetzt liegt der FCN punktgleich mit den Braunschweigern am Tabellenende. Eigentlich müsste die Hütte brennen. Doch den Trainer haben wir schon entlassen. Die Mannschaft können wir nicht feuern. Vielleicht sollten wir mal über Manager Martin Bader reden.

Langsam kommt Langeweile auf

Gegen die Freiburger hat sich der Club immer schon schwer getan. An manches Schicksalsspiel möchte man sich da als FCN-Fan am liebsten gar nicht erinnern. Normalerweise ging es in den Partien gegen den Abstieg. Schließlich treffen da zwei Traditionsfahrstuhlmannschaften aufeinander.

Inzwischen ist das anders. Freiburg reiste als Tabellenfünfter an und hatte daher fast schon die Favoritenrolle. Beim Club probierte Trainer Michael Wiesinger trotzdem eine Umstellung bei den Außenverteidigern. Chandler musste zwangspausieren, für ihn rückte Hanno Balitsch nach hinten und für den zuletzt eher schwachen Javier Pinola durfte Marvin Plattenhardt ran.

Hinten brannte trotz der Umstellung anfangs wenig an. Es entwickelte sich der bereits bekannte Mittelfeldkick mit wenig Inspiration dafür umso mehr Fehlpässen. Trotzdem erspielte sich der Club ein Übergewicht, das auch prompt mit einem Elfmeter belohnt wurde. Den musste man nicht geben. Aber wir haben auch schon keine bekommen, wenn wir sie verdient hatten. Insofern: ausgleichende Gerechtigkeit.

Doch anstatt sich dann nachträglich die Führung zu verdienen begann der Club den Vorsprung zu verwalten. In der zweiten Hälfte gab es dann nochmal einen Leistungseinbruch (haben wir jetzt schon häufiger beobachtet und fragen uns obs an der Kondition oder an der nicht ganz ankommenden Kabinenpredigt liegt). So war dann der Ausgleich fast schon absehbar, zumal sich die Freiburger nochmal richtig reinhängten. Vielleicht spielte auch die Verletzung von Pelle Nilsson ein Rolle bei der Zurückhaltung der Clubabwehr beim 1:1.

So reichte es wieder nur zu einem Unentschieden. Ein weiterer Punkt gegen den Abstieg. Da an den aber kaum noch einer denkt, war es nur ein weiterer Langweiler in einer sich allmählich generell zum Langweiler entwickelnden Saison. Wenn in einem Spiel Ähnliches passiert, würden wir „Abpfeifen!“ brüllen. Aber gut, für einige Verein geht es noch um eine Kleinigkeit.

Das Interessanteste fand diesmal nicht auf dem Platz statt, sondern auf der Tribüne. Dort saß nämlich nicht nur Klaus Augentghaler, sondern auch Felix Magath. Was soll uns das sagen?
…zumindest konditionell würden dann einige zulegen

Das war doch gar nicht mal so schlecht

Vor dem Spiel gegen Freiburg hat Trainer Dieter Hecking den Miesepetern, also auch uns, die Leviten gelesen. Es sei nicht alles so schlecht gewesen beim Club, auch wenn er verloren hat. Er wisse das einzuordnen…

Also gut, Herr Hecking, wir nehmen uns zurück, obwohl das kurz nach einem Spiel, dem vierten verlorenen in Folge, schwieriger ist, als wenn man erst mal ein paar Nächte drüber geschlafen hat.

Also: Timm Klose war gut, Raphael Schäfer ist in dieser Saison eine Bank, mit Kiyotake gibt es einen, der Freistöße und Ecken schlagen kann (blöderweise wissen das mittlerweile auch die Gegner) und mit Sebastian Polter besitzt der Club einen Spieler, der gut und viel fällt. Leider spielen die Schiris da nicht mit. Die Innenverteidigung spielte diesmal mit dem nach hinten beorderten Timmy Simons auch vergleichsweise solide und leistete sich keine gravierenden Aussetzer. Und dann muss man berücksichtigen: Freiburg ist unserer Angstgegner. Gegen die verlieren wir selbst dann, wenns ansonsten gut läuft. Hecking hat ohnehin noch nie gegen den SCF gewonnen. Warum sollte das heute anders sein?

Auf der anderen Seite, Herr Hecking: Nicht nur wir hatten jetzt Freiburg nicht als Übermannschaft auf dem Zettel. Auch heute war das eher dürftig, was die hinlegten. Ansonsten hätten die nämlich mehr als nur drei Tore gemacht. Auch hinten waren die nicht so sattelfest. Augenfällig ist auch: Wenn alle darauf achten, die Verteidigung zu unterstützen, dann fehlt es vorne. Eine Lücke gestopft, zwei aufgerissen. Wir nehmen also zurück, was wir das letzte Mal gesagt haben. Ein neuer Innenverteidiger würde es nicht richten. Auch auf den Außen, hinten wie vorne, hapert es massiv.

Gottseidank sind jetzt zwei Wochen Pause. Die haben wir uns verdient. Danach kommt der FC Augsburg. Der hat sich gestern schon selber gegen Werder Bremen aufgebaut. Das muss also der Club nicht mehr besorgen. So wie gegen Freiburg, dürften aber auch die Augsburger eine Nummer …

Aber halt, wir wollten ja nicht unken. Nee, die pack mer! Die putz mer wech! Wir sind der Glubb!

Ohne Spannung geht´s nicht

Soll man jammern über die Leiden des Clubfans? Soll man der vertanen Chance hinterher trauern? Soll man die Blödheit des FCN beklagen, nicht mal eine 2:0-Führung heimzufahren? Freilich, das könnten wir tun. Aber das haben wir ja schon zur Genüge. Mei, so ist er halt, der Club. Der kann einfach nicht solide und frei von Nervenflattern agieren.

Wenn der Club zur Halbzeit komfortabel führt, dann sitzen da doch schon ein paar Kicker in der Kabine und grübeln, wie sie jetzt wieder ein bisschen Spannung in die Partie bringen. So einfach zwei Tore schießen und dann hinten dicht machen, wie langweilig wäre das denn?

Immerhin, bis zur Halbzeit mussten wir nämlich für vieles Abbitte leisten. Da hätten wir fast geschrieben: Der Club ist eine Wundertüte. Es ist nämlich genau das Gegenteil von dem eingetreten, was wir bislang konstatieren mussten. Keineswegs überlegen, auch spielerisch und kämpferisch nicht unbedingt besser, bestach der Club auf einmal durch Effektivität. Machte aus fast nichts zwei Tore und lag glücklich vorne.

Endlich effektiv, endlich mal wieder das Tor getroffen, dachte sich der Fan. Das muss doch heute klappen! Nichts da! Der Club ist eben keine Wundertüte. Der Club vergeigt auch noch so einen Vorsprung. Statt einen Befreiungsschlag zu landen, geht es jetzt weiter mit den Endspielen gegen den Abstieg. Immerhin stand er, wir sollten auch das Positive sehen, am Ende nicht völlig mit leeren Händen da und holte wenigstens einen Punkt im Breisgau.

Dass es selbst mit Glück nur dazu langt, macht uns nicht unbedingt hoffnungsfroher. Aber es hätte noch schlimmer kommen können und die Konkurrenz hat jetzt auch nicht unbedingt gegen uns gespielt.

O weh, o weh!

Wenn man einen Flm drehen und jemanden als Vollpfosten darstellen will, dann kann man sich selbst mit viel Phantasie nicht das einfallen lassen, was der Club mitunter praktiziert. Gut, gegen die Bayern kann man verlieren. Auch 0:4. Aber gegen den Tabellenletzten derart blöd in der letzten Minute unterzugehen, dass zerrt nicht bloß an den Nerven, das geht auch voll auf die Psyche.

Mit der haperte es bei den Clubspielern seltsamerweise aber schon während des Spiels. Keine Ahnung, was die Freiburger für ein Rezept haben, um dem FCN jedesmal jegliches Selbstvertrauen zu nehmen, aber irgendwas haben die auf der Pfanne, scheinen sie den FCN-Spielern ins Ohr zu flüstern, anders sind die Ergebnisse gegen den SCF nicht zu erklären. Beim Club stoßen sie allerdings auch auf willige Kontrahenten. Die scheinen offenbar drum zu betteln, den Schneid abgekauft zu bekommen. Dass dabei auch Schiedsrichter Christian Dingert mitgeholfen hat (aus welchem Nest rekrutiert eigentlich der DFB immer seine clubfeindlichen Schiris?), solten man auch erwähnen.

Aber, auch einen schwach pfeifenden Schiri, muss man mal wegstecken können. Auch ein wegen Abseits nicht gegebenes reguläres Tor. Und einen Gegner wie Freiburg darf man gerne mal mit mehr als einem Tor Unterschied schlagen, dann verkraftet man auch ein oder zwei Fehlentscheidungen. Das klappt allerdings nicht, wenn bis auf Alexander Esswein keiner Normalform erreicht. Von Schäfer angefangen, bei dem in Twitter welche behaupteten, er wurde eigentlich wegen Fliegenfängerei und nicht wegen Adduktorenproblemen ausgewechselt, über die vergurkten Standards von Markus Feulner, bis zu der Ladehemmung von Tomas Pekhart: So darf man gegen einen Abstiegskonkurrenten nicht auftreten. Da geht es im Prinzip um sechs Punkte und dass der Club die liegen hat lassen und nicht nur das, einen der Topabstiegsfavoriten auch noch aufgebaut hat, das lässt Schlimmes ahnen.

Wir wollen den Teufel nicht an die Wand malen. Aber wenn der Club so weiter spielt und vor allem wenn er sich aus allen möglichen Szenarien immer den Worst Case heraussucht, dann steht am Ende noch die Relegation gegen Fürth an und der FCN spielt danach in Liga 2 und wir dürfen nicht ins Max-Morlock-Stadion, sondern in die Trolli-Arena um Erstligafußball zu sehen.

Sicherheitsfußball beim Angstgegner

581027905Dass der Club das letzte Mal in Freiburg gewonnen hat, ist schon eine Weile her. Diesmal waren die Vorzeichen gut, den Angstgegner zu bezwingen. Die Freiburger hatten enorme Verletztenprobleme. Cisse, der fast alle ihre Tore gemacht hat, fehlte. Angeblich hatte der SCF 12 Ausfälle.

Dass SC-Trainer Robin Dutt dem FCN da die Favoritenrolle zuschob und auf die Drüse drückte, beweist: Der Mann weiß, wie man den Club zu nehmen hat. Wenn der nämlich eines nicht kann, dann ist das: mit der Favoritenrolle umgehen. Kein Wunder, dass Dieter Hecking da in die Fäkalsprache abglitt („der soll nicht so viel Scheiße labern“). Der kennt seine Leute halt auch und genau so spielten sie dann auch. Ein bisschen zu überheblich, ein bisschen zu siegessicher, ein bisschen zu sehr unterhalb des Limits. Vielleicht wollten sich da einige schon für das Pokalspiel auf Schalke schonen. Auf jeden Fall schien aber der Trainer trotzdem die Devise ausgegeben zu haben, hinten sicher zu stehen und kein Risiko einzugehen.Schön konnte man das bei Juri Judt beobachten, der bei seinen Vorstößen über rechts offenbar nur den Ball weghaben wollte und scheinbar gar kein Interesse an einem Torerfolg hatte. Julian Schieber wiederum schaute in den seltenen Momenten, in denen er an den Ball kam, schon gar nicht mehr nach eventuellen Mitspielern. Vorne war er eh alleine.

Aber wie das immer so ist. Die anderen mögen vielleicht weniger vom Spiel haben, aber vor dem Tor sind sie zielstrebiger. Und in der Clubabwehr, aber das hatten wir ja schon zur Genüge, ist immer jemand für einen Aussetzer gut. So führte Freiburg dann zur Halbzeit zwar glücklich, stürzte aber uns Clubfans wieder mal in tiefe Depression. Das Szenario: Abstieg bei gleichzeitigem Pokalsieg war da noch eine der optimistischeren Prognosen.

Umso wichtiger war dann der Ausgleich durch das fulminante Schieber-Tor (Hammer in die Gambel). Kurz zuvor waren Ruben Okotie und Timothy Chandler eingewechselt worden. Prompt war vorne viel mehr Betrieb. Prompt hatte der Club Torchancen (Eigler traf kurz danach noch die Latte). Mancher fragte sich: Warum nicht gleich so! Doch kurz danach versackte auch die umgebaute Clubelf wieder im alten Trott. Safety first!

Angesichts dessen, was los gewesen wäre, wenn der Club nach der unglücklichen Heimniederlage gegen Gladbach nun auch in Freiburg leer ausgegangen wäre, können wir dagegen aber noch nicht einmal etwas sagen. Am Dienstag ist Schalke im Pokal dran und da kann eh nicht auf Unentschieden gespielt werden.