Verbeek als Sprücheklopfer spitze

1. FC Nürnberg - Bayer LeverkusenFast könnte der geneigte Betrachter zu dem Schluss kommen, die Mannschaft des 1.FC Nürnberg 2013/14 sei bundesligatauglich gewesen. Jetzt hat jedenfalls schon wieder ein bisheriger Club-Profi bei einem Erstligisten eine neue sportliche Heimat gefunden: Hiroshi Kiyotake geht zu Hannover 96.

Gefühlt sind damit fast alle Kicker der Stammelf in der Bundesliga geblieben, nur der Verein natürlich nicht – aber auch jener Coach, der 22 Spiele lang und damit die meiste Zeit für das Team verantwortlich war, hat keinen neuen Klub im Oberhaus gefunden. Dabei ist Gertjan Verbeek zumindest als Sprücheklopfer erstklassig. Das beweist ein Blick auf die Internetseite der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur.

Die sucht für jede Saison das beste Fußballerzitat. Für 2013/14 umfasst die Sammlung 142 Sprüche  – und der kauzige Niederländer ist gleich sechsmal dabei. Seine meiner Meinung nach stärkste Aussage: „Ich hoffe, dass ich 90 Jahre alt werde. Dann kann ich sagen, ich hätte 100 werden können. Aber ich habe in Nürnberg gearbeitet.“ Originell auch seine Überlegungen zur Berufsauffassung von Fußballern im Vergleich mit anderen Professionen: „Du hast sicher auch schon einen schlechten Tag gehabt. Dann kannst du sagen: Ich nehm’ frei und ärger’ meine Frau. Aber Spieler müssen spielen.“ Ebenfalls mit in der Auswahl sind unter anderem Verbeeks Einlassungen darüber, dass selbst Bayern-Spieler auf die Toilette müssen und seine Freude über den Vergleich mit Rod Stewart: „Wir müssen spielen, wie ein Rockstar singt.“

Nun, das hat bekanntlich nicht ganz so gut geklappt. Tröstliches hat da Emanuel Pogatetz parat: „Es läuft nicht immer alles gut im Leben, aber zum Glück läuft auch nicht immer alles schlecht.“ Der ehemalige Club-Verteidiger ist damit ebenso nominiert, unter den 142 Sprüchen finden sich auch Zitate von Sportvorstand Martin Bader, Torwart Raphael Schäfer und Kiyotake.

Es wird spannend sein, ob die sportlich zuletzt so erfolglosen (Ex-)Cluberer im Sprüche-Wettbewerb vielleicht weit kommen. Eine Jury wird die besten elf Zitate auswählen und dann den Kreis nochmals auf vier Sprüche verengen. Aus diesem Quartett wählt dann das Publikum bei der Gala der Akademie im Oktober den Fußball-Spruch des Jahres. Der Jury gehören unter anderem Reporter-Legende Manni Breuckmann, die Buchautoren Horst Evers und Christoph Ruf sowie Ex-Profi Hans Sarpei an.

Trainer Stephan Schmidt, vergangene Saison zeitweise bei Zweitliga-Absteiger Cottbus tätig, dürfte gute Chancen haben mit seiner Erkenntnis: „Die Tabelle ist kalt und hässlich!“ Welcher Club-Fan mag ihm da nicht recht geben?

Fußball-Spruch: Longlist statt Shortlist

Manchmal ist die Longlist schöner als die Shortlist. So geht es mir beim Deutschen Buchpreis, wo meine Favoriten wie Sten Nadolny (2012) oder Uwe Timm (2013) es zwar noch in den erweiterten Kreis schaffen, dann aber doch regelmäßig von den gestrengen Juroren gestrichen werden.

Und so geht es mir nun auch beim Preis für den besten Fußball-Spruch des Jahres, den die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur alljährlich vergibt. Der Sieger erhält für die undotierte Auszeichnung, die am 25.10. in der Tafelhalle gemeinsam mit den anderen Fußball-Kulturpreisen übergeben wird, die vom Bildhauer Robert Scholz gestaltete Figur „Maxx“ (siehe links).   Die Juroren erstellten aus  150 Vorschlägen, die auf der Akademie-Website www.fussball-kultur.org gesammelt worden waren, eine Liste mit zunächst zwölf Sprüchen und vergaben dann Plätze von 5 bis 12.

Über die Reihenfolge der verbliebenen vier darf das Publikum in der Tafelhalle entscheiden. Zur Auswahl stehen: Christian Streich („Der eine holt Kraft aus dem Gebet, der andere aus der Badewanne“), Rudi Völler („Es macht Spaß, unserer Mannschaft zuzuschauen, auch wenn es wehtut“), Patrick Funk („Links ist ähnlich wie rechts, nur auf der anderen Seite“) sowie Norbert Meier („Man macht auch nicht in drei Tagen aus einer Würstchenbude eine Großraumdiskothek“; über Fortuna Düsseldorf).

Aber wie gesagt: Der Blick auf die Longlist lohnt sich. Ich hätte Vorjahressieger Mehmet Scholl etwa den Wiedereinzug in die Finalrunde gewünscht. Im Vorjahr gewann er die Wertung mit seiner Stichelei bezüglich der Laufbereitschaft von Nationalstürmer Mario Gomez. Er habe Angst, dass Gomez  mal gewendet werden müsse, damit er sich nicht wundliegt, bemerkte Scholl und erntete viel Beifall bei den Tafelhallen-Besuchern.

Diesmal reichte es nur zu Rang 6 für den Titelverteidiger  mit seiner Charakterisierung von Ex-Bayern-Coach Louis van Gaal: „Wenn er Postbote wäre, würde er meinen Hund beißen, oder gleich aufessen.“ Schön auch, wie Fortuna-Spieler Oliver Fink die Lage der abstiegsbedrohten „Würstchenbude“ (siehe Norbert Meier) Düsseldorf vor dem letzten Spieltag der vergangenen Saison auf den Punkt brachte: „Sieg oder Sarg!“ Rang 8 für dieses Bonmot. Düsseldorf wird nun übrigens nicht mehr von Finalteilnehmer Meier trainiert, sondern von Mike Büskens, dem in der Bundesligasaison 2012/13 bei der SpVgg Greuther Fürth kein Erfolg mehr beschieden war. Aber dafür ließ er es sprüchetechnisch krachen. „Ich wollte eigentlich Eto’o, aber der Präsident hat wohl Edu verstanden“, sagte er über seinen Neuzugang Edu, der denn auch nur ein halbes Jahr im Ronhof blieb. Damit eroberte Büskens Platz 7.

Um  die alternative Shortlist komplett zu machen, würde ich neben Scholl, Büskens und Fink noch Fifa-Generalsekretär Jerome Valcke hinzunehmen, der mit entwaffnender Ehrlichkeit im Hinblick auf die Weltmeisterschaft 2018 in Russland befand: „Manchmal ist weniger Demokratie bei der Planung einer WM besser.“ Damit kam er in der Akademie-Wertung leider lediglich auf Rang 11. Punktgleich übrigens mit dem ehemaligen Club-Verteidiger Timm Klose, der eine Pausen-Anweisung  des nun inzwischen auch ehemaligen Club-Trainers Michael Wiesinger referierte: „Der Trainer hat gesagt, wir sollen weiter Tore schießen.“  Zu diesem Zeitpunkt lag der 1.FC Nürnberg gegen Düsseldorf 0:1 zurück. Allerdings nach einem Eigentor. Die Spieler befolgten jedenfalls Wiesingers Tipp und schossen weiter Tore, sogar ins richtige Gehäuse, und gewannen 2:1. Um mit Fink zu sprechen – ein Nagel zum Düsseldorfer Sarg.

FCB auch bei den Sprücheklopfern vorn

Es spiegelt ein bisschen die Situation in der Bundesliga wider: drei mal Bayern, ein mal Dortmund, so lautet das Verhältnis bei den Fußballsprüchen des Jahres. Die in Nürnberg ansässige Deutsche Akademie für Fußballkultur hat jetzt vier Sprüche für die Endauswahl gekürt.

Zwei Mal ist der ARD-EM-Experte Mehmet Scholl dabei. Je ein Mal Bayern-Spieler Bastian Schweinsteiger und BVB-Trainer Jürgen Klopp. Das entspricht (im Gegensatz zu früher) nicht ganz dem Votum unserer Blogleser. Die hatten zwar den Scholl-Spruch zum wuindgelegenen Gomez ebenfalls favorisiert, jedoch auch den ehemaligen Kölner Trainer Stale Solbakken („Das ist meine Frau. Die will fragen, ob ich morgen noch Arbeit habe“) gerne in der Endausscheidung gesehen. Aber vielleicht sind die Reisespesen aus Wolverhampton zu hoch.

Egal: Der Sieger wird am 19. Oktober vom Publikum in der Nürnberger Tafelhalle gewählt. Ihr könnt dabei sein. Es gibt noch Restkarten.

Die Breite an der Spitze ist dichter geworden

Auch in diesem Jahr sucht die Deutsche Akademie für Fußballkultur wieder den Fußballspruch des Jahres. Aus Clubsicht ist nichts dabei. Die Top-Sprücheklopfer kommen halt aus Dortmund oder München. Aber dafür findet die Fußball-Kulturpreis-Gala, auf der der Spruch dann endgültig gekürt wird, in Nürnberg statt und zwar am 19. Oktober in der Tafelhalle. Inzwischen ist die Zahl der Sprüche sogar von elf auf 13 angewachsen.

Hier die Sprüche mit der Möglichkeit zum Voten:

Was war der Fußballspruch des Jahres 2012?

Preisträger lehnt ab: wegen easyCredit

Dass das alte römische Sprichwort „Geld stinkt nicht“ manchmal doch nicht stimmt, musste jetzt die in Nürnberg ansässige Deutsche Akademie für Fußballkultur erleben. Der Träger des Deutscher Fußball-Kulturpreis 2011, die Kaiserslauterner Fangruppe Generation Luzifer, lehnte die Ehrung und das Preisgeld von 3000 Euro nämlich ab. Grund ist der Sponsor der Fußballakademie, der gleichzeitig auch Namensgeber des Frankenstadions ist: easyCredit bzw. die dahinter stehende TeamBank.

In einem offenen Brief teilte die Fangruppierung‚ Generation Luzifer Kaiserslautern 1998 mit, den Preis für die beste Fan-Choreografie des Jahres nicht annehmen zu wollen. Sie begründet dies mit ihrer Ablehnung des Hauptsponsors. Darin heißt es:

Wir erklären uns ausdrücklich solidarisch mit den Fans aus Nürnberg, welche sich seit Jahren mit viel Herzblut dafür einsetzen, dass ihr Stadion den Namen ihres Idoles Max Morlock trägt. Max Morlock ist ebenso wie Fritz Walter ein 54er Held und es wäre weit mehr als ein symbolisches Bekenntnis, wenn der 1. FC Nürnberg im Max-Morlock-Stadion auflaufen würde. Dies wird allerdings seit Jahren durch easyCredit/TeamBank, dem Hauptsponsor und Gründungspartner der Akademie, verhindert.

und weiter:

Es bleibt also festzuhalten, dass sich unsere Kritik ausschließlich gegen die Praktiken der Teambank AG richtet. Wir bedauern, dass die Deutsche Akademie für Fussballkultur in dieser Sache einer der Leidtragenden ist, denn leider werden die durchaus anerkennenswerten Ziele der Fussballakademie durch das Sponsoring von easyCredit/TeamBank ad absurdum geführt.

Das Präsidium der Akademie mit Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly an der Spitze ist natürlich irritiert, sich plötzlich auf der falschen Seite der Bewegung wieder zu finden.

Die Unterstellung, easyCredit unterstütze die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur lediglich aus strategischen Gründen und mit ‚Peanuts’ – und Hauptinteresse sei das Namenssponsoring für das Nürnberger Stadion –, liegt für Oberbürgermeister Dr. Maly daneben. Tatsache sei, dass easyCredit die Akademie jährlich mit rund 100.000 € unterstützt, seit 2004 mit einer Gesamtsumme von über 800.000 Euro.

Maly weiter:

„Für die Stadt Nürnberg als Träger der Akademie sind das keine ‚Peanuts’, im Gegenteil: Die Mittel des Hauptsponsors ermöglichen es (zusammen mit der Unterstützung durch den Partner kicker-sportmagazin) der Akademie erst, ihr allseits geschätztes Programm zu realisieren. Dazu zählen seit 2006 die Website www.fussball-kultur.org und der Deutsche Fußball-Kulturpreis, für den easyCredit per anno 50.000 € bereitstellt und zusätzlich Preisgelder für das Fußballbuch des Jahres (5.000 €) und einen wechselnden Fan-Preis (3.000 €, z.B. 2009 für das ‚Beste Fanzine‘ und 2010 das ‚Beste Fan-Video des Jahres‘). Kein Nebenschauplatz, sondern ein zentrales Spielfeld der Akademie sind dabei von Anfang an Veranstaltungen rund um die Interessen und Anliegen der Fans: von Tagungen wie „Fans, Fairplay und Fußballwerte“ im Jahr 2005 bis zur Auszeichnung der besten Fan-Choreografie 2011. Die inhaltliche Freiheit der Akademie war zu jeder Zeit gegeben.“

Überdies habe easyCredit ein Max-Morlock-Stadion in Nürnberg keinesfalls verhindert.

Maly:

„Mit easyCredit und der TeamBank haben sowohl die Akademie wie das Stadion einen Partner, wie man ihn sich nur wünschen kann. An Zuverlässigkeit, Kooperationsbereitschaft und Zahlungsmoral ist er nicht zu übertreffen. Und ohne easyCredit gäbe es die Deutsche Akademie für Fußball-Kultur mit ihrer breiten Aufstellung und dem umfassenden Themenspektrum mit Sicherheit nicht.“

Eine Folge der Ablehnung des Preises begrüßt die Akademie allerdings ausdrücklich: Beim nächsten Heimspiel des 1. FC Kaiserslautern will die ‚Generation Luzifer’ eine Spendenaktion zugunsten dreier Hilfsorganisationen starten, um „dem sozialen Zweck des Preises gerecht zu werden“.

Akademie-Partner easyCredit/TeamBank wird die vorgesehenen 3.000 € Preisgeld einem anderen gemeinnützigen Zweck zukommen lassen.

Hier die Fritz-Walter-Choreographie:

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Feuerwehr unterbrach Diskussionsrunde

Braucht der Club in der neuen Saison einen Feuerwehrmann? So werden im Branchenjargon jene Trainer bezeichnet, die kurzfristig einspringen, um eine in arge Abstiegsnöte geratene Mannschaft doch noch vor dem Gang in die tiefere Etage zu bewahren. Am Donnerstag im Südpunkt tauchten indes echte, leibhaftige Feuerwehrleute auf. Ein entsprechender Alarm war losgegangen und unterbrach die Diskussionsrunde mit Club-Altstar Heiner Müller, Rainer Zietsch, Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, und Co-Trainer Dirk Bremser jäh. Zuvor hatten sich die drei mit Moderator Markus Löser unter dem Motto „Aus der Not eine Jugend machen?“ angeregt über die Nachwuchsförderung einst und jetzt unterhalten.

Als Müller, der Meister von 1961, noch aktiv war, war es beinahe logisch, dass Nachwuchsleute aus dem eigenen Verein oder zumindest aus Nürnberg kamen und in die erste Elf integriert wurden. In jener Mannschaft, die das Finale um die Deutsche Meisterschaft vor 50 Jahren mit 3:0 gegen Borussia Dortmund gewann, standen mit Müller (TSV Roth), Joe Zenger (FC Herzogenaurach) und Roland Wabra (SV Unterreichenbach) nur drei Akteure, die ihre fußballerischen Wurzeln nicht in der Frankenmetropole hatten. Als „die Bäuerle“ galten die Kicker vom Lande damals in der Mannschaft, erzählte Müller.

Dirk Bremser gehört zur Kategorie „Prophet im eigenen Lande“: Beim VfL Bochum wurde er ausgebildet, aber der VfL hatte letztlich keine Verwendung für das Talent, das in der Bundesliga in den 90ern  für Duisburg und Uerdingen aktiv war.

Rainer Zietsch spielte von 1991 bis 1996 für den Club und leitet seit 2006 das Nachwuchsleistungszentrum, aus dem zuletzt so viele hoffnungsvolle Talente wie Plattenhardt, Chandler, Mendler oder Wießmeier hervorgingen. Zietsch betonte, wie sehr der Verein nicht nur auf die spieltechnischen Fertigkeiten, sondern auch auf das Sozialverhalten der Jungs achtet. „Ein Marvin Plattenhardt gehörte vergangene Saison schon zu den Profis, aber er war sich auch nicht zu schade, auch noch in der U19 zu spielen.“ Solche Akteure würden dem Club weiterhelfen. Zietsch schilderte auch, wie sehr mittlerweile schon um 15-Jährige geworben wird. Ganze Familien würden deshalb etwa von Berlin nach Hoffenheim ziehen.  Der Club will sich an solchen Werbemaßnahmen aber nicht beteiligen, sagte Zietsch.

Und dann ging mitten in der Debatte der Feueralarm los und ein großes Löschauto rückte an. Allerdings war es ein Fehlalarm. Wegen einer technischen Störung ging der allerdings wenig später gleich wieder los. Und so musste Löser die Debatte abbrechen und die Experten konnten nicht mehr ihren Tipp loswerden, was sie vom Club in der neuen Spielzeit erwarten. Doch sicher hoffen alle, dass er keine Feuerwehrleute braucht.

Gerhard Voack bei der Fußball-Akademie

Als J.R. aus Lauf wurde Gerhard Voack bezeichnet, auch als Möchtegern-Napoleon und als Menschenhändler wegen des Eckstein-Verkaufs. Bei der Diskussionsrunde der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur im Südpunkt wirkt der vermeintliche Finsterling aus Lauf aber eigentlich ganz nett. Ein Gast im Publikum versucht, den Unternehmer aus der Reserve zu locken, aber der bleibt gelassen und ruhig.

Nein, er habe Dieter Eckstein nicht hinter dessen Rücken verkauft, will er einen der beiden großen Vorwürfe, die gegen ihn erhoben werden, aus der Welt räumen. Eckstein habe Bescheid gewusst – und sein Ansehen bei der sportlichen Leitung sei nicht mehr das Beste gewesen, wie ein Blick in die Saisonstatistik 1993/94 zeige. Und Trainer Willi Entenmann? Der habe trotz leerer Kassen zu viele Ansprüche gestellt und keine Ahnung von kaufmännischen Dingen gehabt. Aber zum 50. Geburtstag wollte Voack  ihn dann doch nicht entlassen. So hat der Präsident das Bayern-Spiel und die voraussichtliche Pleite abwarten wollen – und musste dann einen 2:0-Sieg erleben. Dass er dennoch den Entlassungsplan an diesem Tag durchzog, bezeichnet Voack in der Rückschau als Fehler. Die Spieler, betont Voack, hätten nicht mehr hinter Entenmann gestanden und führt Andreas Köpke als Kronzeugen an.

Ein spannender Abend, den „kicker“-Redakteur Harald Kaiser moderierte. Kaiser ist auch Co-Autor des Klassikers „Die Legende vom Club“. Das Voack-Kapitel in diesem Buch, vermutet Kaiser, muss wohl für die nächste Auflage etwas umgeschrieben werden.

Zeigler liest in Nürnberg

Arndt Zeigler, durch die Kolumne „Wunderbare Welt des Fußballs“ bekannter Radio- und TV-Moderator, tritt in der Reihe »Kaltblütig verwandelt« der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur in Nürnberg auf. Termin: Freitag, 11. Februar 2011, 19.30 Uhr, Nürnberger Zeitungscafé:

Zur Einstimmung noch einmal Zeiglers legendäres Interview mit BVB-Trainer Jürgen Klopp:

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Meyer und Hecking diskutieren

20101218 HeckingEine hochkarätige Runde macht sich am kommenden Dienstag, 11. Januar, im Rahmen der „Nürnberger Gespräche zur Fußball-Kultur“ auf die Suche nach dem perfekten Spiel: „Die Fußball-Matrix“ lautet der Titel der Diskussion, Teilnehmer sind die Trainer Dieter Hecking (Bild) und Hans Meyer sowie der Journalist Christoph Biermann.

„Die Fußball-Matrix“ lautet auch der Titel des Buchs, mit dem der 50-jährige Biermann vergangenes Jahr den Preis der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur für das beste Fußball-Buch des Jahres gewonnen hat. Meyer (68), der den 1.FC Nürnberg zwischen 2005 und 2008 trainiert und 2007 den DFB-Pokal mit dem Club geholt hatte, saß in der Jury, die Biermanns Werk auswählte. In der Diskussion trifft er nun auf einen seiner Nachfolger, den aktuellen Club-Coach Dieter Hecking (46).

In dem Gespräch wird es unter anderem um die Frage gehen, inwieweit die Wissenschaft in Trainingsbetrieb und Mannschaftsführung hineinwirkt.

Die  von Katrin Müller-Hohenstein (ZDF) moderierte Debatte findet auf Einladung der Deutschen Akademie für Fußball-Kultur sowie des Presseclubs Nürnberg im Marmorsaal (Gewerbemuseumsplatz 2) statt und beginnt um 20 Uhr, der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung dauert so lange wie ein Fußballspiel – nämlich zirka 90 Minuten.

Wer wird Bensemann-Preisträger?

Am Mittwoch lässt die Akademie für Fußball-Kultur die Katze aus dem Sack und  verkündet, wer bei der diesjährigen Gala  am 29. Oktober den nach „kicker“-Gründer Walther Bensemann benannten Hauptpreis bekommt. Die Auszeichnung geht alljährlich an einen Fußballer, dessen Wirkung sich nicht auf die Grenzen des Spielfelds beschränkt hat, sondern der auch gesellschaftliche Verantwortung übernommen hat. Bisher gab es ein Wechselspiel zwischen deutschen und internationalen Kickern: Nach Franz Beckenbauer, Alfredo di Stefano, Bert Trautmann und Cesar Luis Menotti könnte daher diesmal wieder ein Deutscher dran sein. 

Nun darf man spekulieren. Ein Cluberer wirds wohl kaum, auch wenn Torwart-Legende Andreas Köpke sich freilich für Ehrungen aller Art eignet. Vielleicht bekommt einer der wenigen noch lebenden Weltmeister von 1954 die Auszeichnung, Horst Eckel zum Beispiel. Oder Günter Netzer, gerade nach zwölf Jahren an Gerhard Dellings Seite in den Moderatoren-Ruhestand verabschiedet und in den 70ern eine schillernde Erscheinung im Profifußball, wird geehrt. Von den 90er Weltmeistern war Rudi Völler vielleicht der größte Sympathieträger. Naja, schaumermal. 

Hauptsponsor der Fußball-Akademie ist übrigens die Teambank, die derzeit überlegt, die Stadion-Namensrechte nach Vertragsende 2011 abzugeben. Aber díe Hoffnung, dass die Spielstätte des Clubs dann entweder Frankenstadion heißen oder gar nach einer Bensemann-preiswürdigen Fußball-Legende benannt wird, beschränkt sich dennoch auf ein Minimum. Im Fußball-Geschäft gehts nunmal um Geld, da hat Nostalgie wenig Platz.