Unglückliche Verletzung, glückliches 0:0

Die Woche:

1. Nur selten erfährt die Öffentlichkeit davon, dass der Club auch einen Aufsichtsratsvorsitzenden hat. Das ist durchaus nicht negativ zu verstehen. Bedeutet es doch meistens: Der Laden läuft. Jetzt hat der Nürnberger Presseclub den FCN-Aufsichtsratschef trotzdem und eigentlich ohne Not ins Rampenlicht gerückt. Und Thomas Grethlein hat auch pflichtschuldig das eine oder andere von sich gegeben, damit die Pressekollegen was zu schreiben haben. Am griffigsten war wohl seine Prognose, der Club werde weiterhin Pendler zwischen erster und zweiter Liga bleiben. Einerseits eine realistische Einschätzung, die belegt, dass man beim FCN nicht abhebt. Andererseits vielleicht das falsche Signal an etwaige Sponsoren heranzuführen und junge Talente zum Bleiben zu ermuntern.

2. Fast drei Jahre ist es her, da wurde ein polnischer Fußballfan durch ein Gummigeschoß der Polizei tödlich verletzt. Fans in ganz Europa erinnerten an den Vorfall. Ein Nürnberger Fan wurde deshalb zunächst zu einer Haftstrafe verurteilt. In der 2. Instanz wurde das Verfahren gegen ihn jetzt eingestellt. Das Gericht konstatierte einen Übersetzungsfehler (demnach entspricht die Abkürzung CHWDT dem englischen ACAB) . Für das Verfahren muss jetzt der Steuerzahler aufkommen.


Das Spiel:

Am Millerntor ließ Trainer Michael Köllner die gleiche Elf auflaufen, die schon gegen Aue Wiedergutmachung betrieb. Wiedergutmachung war nach der unglücklichen Niederlage im Hinspiel auch gegen St.Pauli angesagt. Da hatte der Club zwar Chancen im Überfluß und dominierte das Spiel, kassierte aber ein blödes Gegentor. Diesmal besaß freilich der FC St.Pauli ein deutlichens Chancenplus. Allerdings ohne was daraus zu machen.

Der Club versuchte zunächst über Spielkontrolle nach vorne zu kommen und hatte zumindest die erste Großchance. In der 25. Minute traf Mikael Ishak per Kopf allerdings nur den Pfosten. Beim Nachschuss verletzte er sich leider am Innenband und musste runter. Auf der Clubbank merkte man, für diese Situation gibt es eigentlich keinen Plan B. Joker Teuchert ist bekanntlich bei Schalke. Schließlich wechselte Köllner Tobias Werner ein, der sich zwar gleich mit einer gelben Karte einführte, aber ansonsten nicht viel Torgefahr verbreitete. Bei den weiteren Angriffsbemühungebn war das Fehlen von Ishak deutlich zu spüren. Dafür kam Pauli mehrfach dem 1:0 nahe. Einmal rettete Fabian Bredlow auf Linie, ein zweites Mal Leibold.

Auch in der zweiten Halbzeit hatte St. Pauli die besseren Torgelegenheiten. Die größte in der 78.Minute als Bouhaddouz allein vor Bredlow auftauchte, der aber mit einer Weltklasseparade den Club im Spiel hielt.

Am Ende muss man mit dem Punkt zufrieden sein. Ein Selbstläufer ist der Aufstieg eben nicht, selbst wenn die Konkurrenz schwächelt. Wichtiger als die zwei verlorenen Punkte (wobei das diesmal eher ein Punktgdewinn war) ist ohnehin, dass Ishak bald wieder eingreifen kann.


Ein Letztes:

So schnell kann es gehen. Noch letzte Woche wurde der FC Kaiserslautern mit Häme überschüttet, weil er Martin Bader als Sportvorstand engagiert hatte. Jetzt landete der FCK im ersten Spiel mit Bader einen Sieg gegen Aufstiegskonkurrent Holstein Kiel und schon gibt es Dankadressen:

Auweh, jetzt haben wir die Favoritenrolle!

Die Woche:

1. Mit Patrick Kammerbauer verließ kurz vor Schließung des Wintertransferfensters ein weiteres Clubtalent den Valznerweiher. Der 20-Jährige kickt ab sofort für den SC Freiburg. In der Bildzeitung kritisierte Kammerbauer mangelnde Wertschätzung beim Club. Es sei immer nur von den auslaufenden Verträgen von Möhwald und Leibold die Rede gewesen, aber nicht von seinem. Dass das vielleicht auch mit den eigenen nicht so konstanten Leistungen zusammenhing, auf die Idee kommt man mit 20 wohl noch nicht Club-Sportvorstand Andreas Bornemann zeigte sich im Interview daher auch leicht angefressen. Nicht nur was Kammerbauer angeht, sondern generell. Für die solventeren Vereine seien solche jungen Spieler kaum ein Risiko, weshalb sich die Situation hinsichtlich des Verbleibs von Möhwald, Leibold oder Löwen (den nannte er ungefragt) leider auch nicht verbessert habe.

2. In diesem Zusammenhang ein kurzer Blick auf die Insel: Dort erinnert der „Examiner“ daran, dass bei Huddersfield seit einigen Monatren ein vielversprechendes Talent, nämlich der aubameyangmäßig vom Club geschiedene Abdelhamid Sabiri mittrainiert, der jetzt langsam mal zeigen könnte, was er drauf hat.

3. Die Haltung von Peter Fischer, Präsident von Eintracht Frankfurt, zieht Kreise. Jetzt geht der 1. FC Nürnberg gegen den Fanclub „Club Warriors“ vor, weil dort ein NPD-Funktionär im Vorstand sitzt.
http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/der-1-fc-nurnberg-zeigt-rechten-die-rote-karte-1.7180348?utm_source=feedburner&utm_medium=twitter&utm_campaign=Feed%3A+clubfanspressespiegel+%28Clubfans+United+-+Pressespiegel%29

4. Der Club-Fanshop in der Ludwigstraße schließt. Den FCN-Verantwortlichenn ist das dortige Umfeld nicht gepflegt genug. Außerdem soll eine bessere Lage auch mehr Laufkundschaft anziehen. Wo der neue Shop, der auf jeden Fall kleiner ausfallen dürfte, aufmacht, ist zur Zeit noch unbekannt.

5. Nachdem der Club zuhause nicht immer den Erwartungen der Fans entspricht, sind die auch sensibler, was andere Frustfaktoren angeht. Zum Beispiel die, die von den Tauben ausgehen, die auch gerne ins Stadion pilgern. Vor allem aber wegen der Rasensamen. Die Tauben bekacken derzeit vor allem die Besucher der Gegengerade. Die Beschwerden nehmen laut FCN aber rapide ab, wenn der Club gewinnt.

Das Spiel:

Gegen Erzgebirge Aue hatte der Club in der Hinrunde eine seiner Tiefpunkte und verlor mit 1:3. In der Zwischenzeit ging es beim Gegner kontinuierlich bergab, während der Club nach oben kletterte. Insofern erwartete jeder einen klaren Sieg, auch wenn der Club sich zuhause eher schwer tut.

Eine gute halbe Stunde lang war das eine äußerst zähe Angelegenheit im Morlock-Stadion. Die vernunftbegabteren Fans verwiesen auf das „erwartete Geduldsspiel“, die anderen fingen das Murren an oder gingen Bier holen. Letztere verpassten dann nicht nur den ersten gefährlichen Angriff, sondern auch ein besonders schönes Tor: der diesmal voll überzeugende Neuzugang Federico Palacios legte überlegt auf Kevin Möhwald zurück, der den Ball volle Kanne ins Auer Gehäuse hämmerte. Das war der Dosenöffner. Zumal eine Minute nach dem Wechsel Möhwald erneut auf Zuspiel von Palacios das 2:0 machte.

Beim Gegner ging jetzt nicht mehr viel zusammen. Der Club konnte das Spiel locker verwalten. Bei diesen Verwaltungsbemühungen sprang dann unter anderem jene Ecke heraus, die Valentini in der 71. Minute auf den Kopf von Patrick Erras zirkelte, der sich mit dem 3:0 nach seiner langen Verletzungspause wohl vollends zurückmeldete. Mitten im allgemeinen Jubel verlor Eduard Löwen wieder mal in prekärer Position einen Ball und ermöglichte Soukou so den ebenso überraschenden wie unnötigen Anschlusstreffer. Wenig später stellte der eingewechselte Tobias Werner jedoch mit seinem ersten Ballkontakt – übrigens ging der Assist wieder an Palacios – den alten Abstand wieder her.

Der Sky-Reporter jubelte dann: „So spielt ein Aufsteiger!“ Dennoch: Es kommen mit Sicherheit noch Gegner, bei denen das Bretterbohren um einiges schwerer wird.

Ein Letztes:

Welche Drogen werden eigentlich in den Sportredaktionen konsumiert? Nachdem es beim Cliub gerade ganz gut läuft, macht sich der Fan halt anderweitig Sorgen:

Erfolgreiche Abwehrschlacht

Die 3/7-Woche:

Erinnert ihr euch noch, als wir bei jeder sich bietenden Gelegenheit „Bader raus!“ getwittert haben? Nun, das können jetzt die Fans des FC Kaiserslautern schon mal üben. Wobei wir dem dortigen neuen Vorstandschef natürlich alles Gute wünschen. Vor allem wünschen wir ihm das wegen der Einwohner Kaiserslauterns, denen nämlich im Falle eines FCK-Abstiegs die Grundsteuer erhöht würde. Schlechter Support bedeutet also: Steuern rauf. Da sieht man mal welch soziale Aufgabe, wir Fans wahrnehmen.

Das Spiel:

Mit gleich mehreren Überraschungen gegenüber dem Regensburgspiel wartete Trainer Michael Köllner in Berlin auf. Die beiden Stammkräfte Georg Margreitter und Edgar Salli fehlten. Und das obwohl bei Salli am Dienstag endlich der Knoten geplatzt war. Auch Petrak musste pausieren. Dafür spielten Lukas Mühl, Eduard Löwen und Winter-Neuzugang Federico Palacios von Anfang an. Geschuldet war das, zumindest zum Teil, einer Systemumstellung. In der Alten Försterei agierte der Club zunächst mit einer Dreierkette und zwei Angreifern.

Prompt bauten die Gäste enormen Druck auf. So war es nicht unverdient, als Ewerton in der 11. Minute per Kopf eine Valentini-Ecke im Berliner Tor versenkte. Danach ließ es der Club freilich ruhiger angehen. Einerseits muss man in englischen Wochen mit den Kräften haushalten. Andererseits mussten schließlich die Berliner kommen, wenn ihnen der Aufstiegszug nicht aus dem Blickfeld geraten sollte. Glücklicherweise fehlte dabei die notwendige Präzision bei den oft durch Club-Fehler begünstigten Chancen. Besonders Erras und Mühl erwiesen sich mehrfach als Unsicherheitsfaktoren in der Abwehr. Dafür zeigt Löwen aufsteigende Tendenz und Ewerthons Leistung gegen Regensburg schien eher ein Ausrutscher gewesen zu sein.

In der zweiten Hälfte ging es ähnlich weiter. Union drängte den Club hinten rein, doch die FCN-Abwehr brachte immer ein Bein dazwischen. Trotzdem schien auch Trainer Köllner zu merken, dass er was schrauben muss. Er brachte in der 66. Minute Salli für den unauffälligen Debütanten Palacios und stellte auf 4-1-4-1 um. Sofort machte der Club einen sichereren Eindruck und nachdem auch noch Werner für Möhwald eingewechselt wurde, gab es wieder die eine oder andere Entlastung – für unsere Nerven, aber auch für die dauerbeschäftigte Clubabwehr.

Bei den Berlinern baute sich zunehmend Frust auf. Das „belohnte“ dann auch Schiedsrichter Patrick Ittrich. Zunächst schickte er Leistner wegen eines Fouls am Nürnberger (!) Strafraum mit Gelb-Rot runter. Wenig später durften die erst eingewechselten Spieler Hosiner und Salli vorzeitig zum Duschen. Der Berliner Spieler war Salli erst an die Gurgel gegangen, der lange ihm dafür unnötigerweise ins Gesicht. Gelb hätte es freilich auch getan. Zehn Cluberer schaukelten die knappe Führung dann gegen neun „Eiserne“ nach Hause.

Ein alles andere als glanzvoller Sieg zwar. Aber genau solche Spiele…. Doch wem sage ich das?

Ein Letztes:

Immerhin eine schöne Momentaufnahme:

Zurück auf dem Boden der Tatsachen

Die Woche:

1. Auf einmal hat der Club die Favoritenrolle im Aufstiegsrennen. Wir werden hier seit Jahren nicht müde, mhier auf die Erwartungsbremse zu drücken. Nicht weil wir Nörgler und Pessimisten sind, sondern weil wir aus Erfahrung wissen, wie das beim Club endet. Immerhin scheint Trainer Michael Köllner (genau wie übrigens auch Sportvorstand Andreas Bornemann) da ebenfalls eine Gefahr zu sehen und dämpft da schon mal verbal: „Wir müssen nicht auf Biegen und Brechen aufsteigen.“

2. Mit Identifikationsfiguren tun sich die meisten Vereine mittlerweile schwer. Spielt einer mal längere Zeit erfolgreich, wird er prompt weggekauft. Nach Max Morlock ging es auch beim Club identifikationsmäßig bergab. Marek Mintal war noch so einer. Deshalb wurde er beim FCN nach seiner aktiven Laufbahn auch weiterbeschäftigt. Bei Raphael Schäfer war das zunächst genauso. Jetzt hat der Club die Zusammenarbeit beendet. Warum, das blieb bislang im Dunklen.

3. Noch einen weiteren Weggang hatte der FCN zu vermelden. Rurik Gislason stürmt in der Rückrunde für den Ligakonkurrenten SV Sandhausen. Dort will sich der Isländer seinem Nationaltrainer empfehlen um doch noch zur WM nach Russland fahren zu können. Der Club kann damit zwar einen Spieler, der noch einen „guten“ Altvertrag besaß, von der Gehaltsliste streichen. Der Deal hat aber auch Deppenpotenzial, denn am vorletzten Spieltag geht es gegen Sandhausen. Nicht auszudenken, aber gerade deshalb wohl typisch Club, wenn da ausgerechnet Rurik…

Das Spiel:

Und wenn es dann erst wird, dann sind die Winterpausendebatten auch schon wieder Makulatur, Zum Beispiel der Köllner-Vergleich mit dem Testspielgegner Heart of Midlothian. Die hat der Club noch mit 5:0 vom Platz gefegt. Aber Jahn Regensburg war halt ein anderes Kaliber. Taktik, in dem Fall hoch pressen, ist da das eine. Aber wo keine Ballsicherheoit vorhanden ist und jeder zweite Ball verloren geht, ist die Taktik eigentlich egal. Diesmal erwischte ausgerechnet der sonst so solide Ewerton einen schwarzen Tag. Dazu kam, dass der gleich zu Beginn auflaufende Neuzugang Marvin Stefaniak und Tim Leibold auf der linken Seite deutliche Abstimmungsprobleme hatten. So schenkte der Jahn dem Club bereits in der 6. Minute den ersten Treffer ein. Immerhin brauchten wir nicht lange für die passende Antwort. Vier Minuten später konnte Kapitän Hanno Behrens abstauben, nachdem der Regensburger Keeper Pentke einen Leibold-Schuss nicht festhalten konnte. Am konfusen Abwehrverhalten änderte das jedoch nichts und so ging Regensburg nach einer knappen halben Stunde erneut in Führung. Danach merkte man den Clubspielern an, dass sie verunsichert waren. Regensburg war einfach besser und raubte unserer Mannschaft mit dem frühen Angreifen den letzten Nerv. Nicht nur wir Fans sehnten daher die Pause herbei in der Hoffnung, dass kein Gegentor mehr fällt.

Nach dem Seitenwechsel kam Mühl für den indisponierten, aber wohl auch verletzten Ewerton. Das Highliight des Spiels durften wir wenig später erleben. In der 49. Minute nach einer Möhwald-Flanke macht ausgerechnet Edgar Salli per Kopfball den Ausgleich. Wo hat Köllner den denn aus dem Hut gezaubert? 😉 Nun ja, schön dass es endlich mal geklappt hat. Wenig später hätte Salli sogar noch den Siegtreffer machen können, brauchte aber einen Tick zu lange für die Ballannahme. Allerdings hatte auch der Jahn durchaus Chancen, den Siegtreffer zu landen.

Köllner wechselte dann noch Erras für den offenbar im Training überzeugenderen Petrak ein und Löwen für den noch nicht eingebundenden Stefaniak. Wobei Löwen leider nicht ganz bei der Sache zu sein scheint. Aus welchen Gründen auch immer.

Wer aufsteigen will, der sollte Heimspiele gegen Mannschaften wie Regensburg eigentlich gewinnen. Angesichts des Spiels und des Auftretens der Gäste müssen wir aber mit dem Punkt zufrieden sein.

Ein Letztes:

Die Schalker kaufen nicht nur gerne beim Club ein, sie unterstützen auch dessen fränkische Konkurrenz. Tröstlich immerhin, dass sie es nicht blicken, wann wir harte Konsonanten nur weich aussprechen und wann sie wirklich weich sind.

FCN-Update: Rückblicke und Abgänge

Die Clubspieler hatten das Jahr zumeist in wärmeren Regionen ausklingen lassen. Heute mussten sie zum Trainingsauftakt ins stürmische Franken. Einer war – wenig überraschend – leider nicht dabei: Cedric Teuchert. Bereits im alten Jahr hatte die Bild-Zeitung schon vom bevorstehenden Wechsel zu Schalke 04 erfahren. Jetzt wurde die Meldung vom FCN selber und dann auch den „Nordbayern“ bestätigt, nachdem zuvor noch Hoffnungsvolles verbreitet wurde.

Schade! Und wie schon bei früheren Transfers zu den Schalkern bekommt auch die schöne Fanromantik wieder einen Knacks. Für die königsblauen Chefs sind wir eben doch bloß der Ausbildungsverein. Der wiederum kann die knappe Million, die der Transfer bringen soll, freilich gut brauchen. Nun ja. Wenigstens wechselt Teuchert nicht zu den Bayern.

Was die Wintertransfers angeht könnte es durchaus noch schlimmer kommen. Da droht dann nicht bloß der Verlust eines Jokers, sondern der echter Leistungsträger.

Natürlich gab es sie auch wieder, die mehr oder weniger besinnlichen Jahresrückblicke. Verquickt mit einer aufkommenden Köllner-Mania. So ist das halt, wenn sich der Club in einer Aufwärtsbewegung befindet. Neben Atmosphärischem wurden uns aber auch harte Zahlen und Fakts serviert.

Vielleicht rafft sich ja auch noch einer meiner Kollegen zu einem Rückblick auf. Ansonsten melde ich mich hier mit aktuellen Updates wieder. Hoffentlich sind da keine unerfreulichen dabei.

Überheblichkeit tut selten gut

Die Woche:

1. Nicht oft hat ein Trainer so offen über seine Arbeit im Umfeld von Spielerberatern und Vertragsverhandlungen geredet, wie Michael Köllner. Auslöser war die Frage nach der Zukunft von Cedric Teuchert und der Umstand, dass der nicht einmal zum Kader gehörte beim Auswärtssieg in Düsseldorf. „Jeder meiner 27 Spieler bekommt die maximale Wertschätzung“, sagte Köllner. Bei Teuchert hätten nicht die Vertragsverhandlungen eine Rolle gespielt, sondern eine „gewisse Müdigkeit“, „mangelnde Frische“ und dass er „nicht hundertprozentig beinander“ war. Er hoffe, „dass er den Kopf frei kriegt und sich wieder auf Fußball konzentrieren kann“, sagte Köllner im Hinblick auf die Vertragsverhandlungen und die Rolle von Teucherts Berater Hannes Winzer von der Agentur „Spielerrat“. Er wünsche allen seinen 27 Spielern, „dass sie nur von Leuten umgeben sind, die es ernst meinen mit ihnen.“ Als „indiskutabel“ bezeichnete es der Clubtrainer, wie die Kadernominierung vor dem Düsseldorfspiel an die Öffentlichkeit geraten ist. Teuchert sei „wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft und wird auch wichtiger Bestandteil bleiben“.

Ob Cedric bleibt oder nicht, wissen wir jetzt zwar auch nicht. Auf jeden Fall hat Köllner alles dafür getan, ihn, aber auch andere Spieler, zur Vertragsverlängerung zu bewegen.

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So sehen Aufsteiger aus!

Die Woche:

1. Am 19. Dezember geht es für die Clubprofis nach dem Pokalspiel gegen den VfL Wolfsburg in die Winterpause. Dann könnten wir eigentlich fünf Wochen Winterschlaf einlegen. Der Club muss nämlich erst an 23. Januar wieder ran. Dazwischen geht es ins höchstwahrscheinlich wärmere Valencia ins Trainingslager (und nicht mehr, wie früher, ins türkische Belek). Wenn es da oder an anderen FCN-relevanten Schauplätzen was zu berichten gibt, erfahrt ihr das natürlich bei euren Clubfreunden.

2. Cedric Teuchert wird wahrscheinlich nicht mehr für den Club auflaufen. Gegen Düsseldorf war er nicht einmal im Kader. Prompt wurden die Kollegen hellhörig. Laut Kicker stehen „die Zeichen“ auf Abschied. Laut Bild ist dieser schon besiegelt. Offenbar ging es nur noch um die Ausstiegsklausel. Beim Gehalt war man sich schon einig. Schade, das alles. Aber nicht überraschend.

3. Die U19 des FCN ist wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt und geht nach einer Serie von drei Siegen doch etwas hoffnungsfroher in die Winterpause. Allerdings steckt der Clubnachwuchs in der In der A-Junioren-Bundesliga immer noch abstiegsgefährdet hinten drin.
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Mehr Probleme mit Sandhausen als damals mit den Bayern

Die Woche:

1. Fast schon exemplarisch demonstriert Eduard Löwen gerade, wo Vereine wie der FCN ein Kardinalproblem besitzen. Da müssen junge Spieler schneller als es für sie zuträglich ist in den Ligabetrieb hineinwachsen und machen das eine Zeitlang vielleicht sogar richtig gut. Dass das dann auch anderen auffällt, dagegen kann ein Verein, der auf Transfererlöse angewiesen ist, nichts haben. Blöd nur, wenn die Spieler mit derartigen Lorbeeren noch nicht umgehen können. Womit wir bei der Frage wären: Was treibt eigentlich Abdelhamid Sabiri? Der sitzt beim 14. der Premier-League noch nicht einmal auf der Bank.

2. Woran merkt man, dass man alt wird? Wenn man sich selbst noch an Ereignisse erinnern kann, für die jetzt Gedenkveranstaltungen zelebriert werden. Heute jährt sich zum 50. Mal der phänomenale 7:3-Sieg des FCN über die Bayern. Ich habe damals sehr unter meiner Noch-nicht-Erwachsenheit gelitten, weil die vor mir stehenden Fans dauern am Jubeln waren und mir die Sicht versperrten. Außerdem weiß ich noch, dass Beckenbauer und Co damals groß getönt hatten, sie würden dem Club mindestens drei Tore einschenken. Beim Stande von 7:1 haben sie dann in meinem Block beschlossen: „Ach komm, die zwei gönnen wir ihnen noch.“ Das fand ich ziemlich generös und dachte mir: „Der Glubb, das ist mein Verein.“ Diesen glorreichen Tag will jetzt die Deutsche Akademie für Fußballkultur noch einmal aufleben lassen. Am 7. Dezember, 19:30 Uhr, blicken die Meisterspieler Franz Brungs und Horst Leupold im Südpunkt, Pillenreutherstraße 147, auf das legendäre 7:3 von 1967 zurück.

Das Spiel:

Sowas nennt man wohl Arbeitssieg. Der SV Sandhausen war im Morlock-Stadion der erwartet unangenehme Gegner. Teilweise minutenlang schnürte er den Club mit aggressiven Pressing in der eigenen Hälfte ein. Der FCN schaffte es nur ganz selten mal vors Gästetor zu kommen. Und wenn, dann hielt SVS-Keeper Schuhen. Bezeichnend auch, dass die besten Chancen Abwehrspieler Ewerton und der oft nicht zielorientierte Edgar Salli hatten.

Dass man aber auch als Nicht-Goalgetter treffen kann, bewies Tim Leibold in der 68. Minute. Erst eroberte er selbst den Ball, dann tankte er sich in Richtung Sandhäuser Strafraum durch, spielte zu Mikael Ishak, der dann mustergültig erneut für Leibold auflegte: der Dosenöffner. Jetzt musste Sandhausen mehr aufmachen, allerdings ließ die Clubabwehr diesmal nichts anbrennen. Der 4. Heimsieg war auch deshalb wichtig, weil die beiden Spitzenteams Dosseldorf und Kiel sich gegenseitig die Punkte abnahmen. Jetzt sind die Direktaufstiegsplätze wieder in Sichtweite.

Ein Letztes:

Wenn es nicht einmal eine Freundin oder ein Lieblingsbier gibt, das die Nachwuchskicker hier hält, dann brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn sie fort wollen. Hier gehts zum Hintergrundbericht unseres ehemaligen Kollegen Stefan Hofer.

Ein fast schon historischer Auswärtsdreier

Die Woche:

1. Wenn wir doch nicht aufsteigen, dann kennen wir schon mal den Grund: die Heimschwäche. Manche schieben sowas gerne aufs Stadion. Andererseits gibt es genügend Vereine, die auch mit reinen Fußballarenen nicht aufgestiegen sind. Vielleicht liegt es eben doch an individuellen Fehlern, an mangelnder Souveränität, an der fehlenden Fähigkeit, auch mal einen Zwei-Tore-Vorsprung über die Zeit zu bringen. Und außerdem: Das letzte Mal als der FCN noch mit dem Begriff Heimstärke in Zusammenhang gebracht wurde, gab es, glaube ich, noch schwarze Kassen und Trimm-Dich-Geräte für die Schiedsrichter. Aber immerhin gewinnen wir jetzt dafür auch „ungwinnbare“ Auswärtsspiele…

2. Vielleicht hat Clubtrainer Michael Köllner die Aufgabe unterschätzt. Wenn es bei den Profis eher mittel läuft und trotzdem noch Aufgaben wie die Suche nach einer geeigneten Lokalität für die Aufstiegsfeier wahrgenommen werden, dann bleibt nicht mher so viel Zeit und Energie für eine andere Aufgabe: die Leitung des Nachwuchsleistungszentrums. Dort schrillen gerade die Alarmglocken: In der A-Jugend-Bundesliga steht der FCN am Tabellenende. Der U19 droht damit der Abstieg in die Bayernliga. Die Folge könnte sein, dass sich unsere Nachwuchshoffnungen schon bevor sie den Profis ein paar Monate helfen können, andere Vereine suchen, weil sie lieber oben mitspielen wollen.

3. Jeden Tag kann uns ein irgendwo herunter fallender Blumentopf ins Jenseits befördern. Insofern kann man die Frage, ob wir bestimmte Dinge nochmal machen werden, immer stellen. Die Bild-Zeitung hat sich jetzt Club-Keeper Thorsten Kirschbaum für dieses Spielchen ausgeguckt. Die einzige Information (übrigens keine neue) darin: Der Vertrag mit Kirschbaum läuft nur bis Saisonende. Ansonsten kann er derzeit wegen einer Knieprellung nicht spielen.


Das Spiel:

Fast 30 Jahre hat der Club in einem Ligaspiel nicht mehr in Braunschweig gewonnen. Letztes Jahr holte er sich dort gar eine 6:1-Klatsche. Und das, obwohl er damals noch mit 1:0 in Führung ging. Auch diesmal lag der FCN zunächst vorne. In der 36. Minute köpfte Kapitän Hanno Behrens eine Valentini-Ecke ins Braunschweiger Tor. Doch mitten in den Jubel platzte gleich die Ernüchterung. Hochscheidt wurde auf der linken Seite nicht richtig angegriffen und in der Mitte stand dann auch noch Torschütze Khelifi völlig frei – und Towart Bredlow sah auch nicht wirklich gut aus. Wobei das allerdings auch für das gesamte Spiel galt, das durch einen unüblich hohen Wasserstand doch ziemlich beeinträchtigt wurde.

In Hälfte zwei kam der Club zwar agiler aus der Kabine, das nächste Tor machten aber leider die Braunschweiger. In der 64. Minute markierte Abdullah die Braunschweiger Führung. Trainer Köllner wechselte danach nicht nur Unischerheitsfaktor Hufnagel (durch Sepsi) aus, er brachte auch endlich Tobias Werner und Petrak für die ebenfalls nicht überzeugenden Kammerbauer und Löwen. Letztere beiden Einwechselspieler bereiteten dann jeweils die Wende vor, indem sie in der 69. und 83. Minute den offenbar noch auf den WM-Zug springen wollenden Mikael Ishak bedienten, der das Spiel zugunsten des Clubs drehte. Dass dann das übliche Zittern einsetzte, sind wir ja schon gewohnt. Immerhin muss man diesmal auch den Schiedsrichter (Sören Storks) loben, der den Druck von Braunschweigs Rängen und Trainerbank souverän standgehalten hat. Das ist leider nicht immer so.

Am Ende stand nicht nur endlich mal wieder ein Dreier für den Club, sondern auch das Ende einer jahrzehtelangen Durststrecke in Braunschweig.

Ein Letztes:

Das Fußball-Fachblatt Kicker hatte auf seinem letzten Titelbild unter der Überschrift „Wird Blau das neue Gelb?“ das BVB-Logo blau und das Schalke-Logo gelb eingefärbt. Um den hiesigen Fans einen Eindruck zu vermitteln wie das im Ruhrgebiet ankommt, hat sich ein Mittwitterer die Mühe gemacht, das ins Fränkische zu übersetzen:

Ein 2:0 noch vergeigt

1. Der Club hat die Verträge mit seinen beiden Vorständen Michael Meeske und Andreas Bornemann vorzeitig und offenbar gleich für zwei weitere Jahre verlängert. Das überrascht eigentlich niemanden. Trotzdem waren einige Journalisten sauer, weil sie sich nicht ausreichend informiert fühlten.

2. Freilich ist es aber schon länger so, dass die Presse den Club nötiger braucht als der Club die Presse. Deswegen müssen die Kollegen schauen, wo sie bleiben. Da ist dann einerseits Jammern angesagt, weil die „interessierte Öffentlichkeit“ nicht richtig bedient wird. Andererseits wird der neue Pressesprecher mit Nettigkeiten beworfen, auf dass er wohlgesonnen sei und einen wenigstens besser behandele als die Konkurrenz.

3. Für manche dauerte das Heimspiel gegen Holstein Kiel noch etwas länger. Letzte Woche gab es nämlich ein Treffen zwischen der Ultras mit dem DFB. Die Ultras informierten im Stadion, wie es jetzt weiter geht. Wir bleiben dran.

Das Spiel

Mit Holstein Kiel kam eine Mannschaft nach Nürnberg, die für viele überraschend ganz oben in der 2. Liga mitspielt. Warum das so ist, das demonstrierten die Kieler im Morlock-Stadion ein ums andere Mal. Zwar legte der Club eine starke Anfangsphase hin, aber dann tauchte der Tabellenzweite doch immer wieder gefährlich vor dem diesmal von Fabian Bredlow statt vom gegen Imgolstadt patzenden Kirschbaum gehüteten Clubtor auf. Hier wie dort fehlte aber meist die letzte Präzision.

So war es dann Club-Kapitän Hanno Behrens vorbehalten, den Bann zu brechen. In der 54. Minute zog er in Robben-Manier nach innen und schlenzte den Ball ins Kieler Netz. Acht Minuten später kam es noch besser: Löwen setzte sich auf der rechten Seite durch und passte zum freistehenden Mikael Ishak, der das 2:0 markierte. Doch leider, ihr und wir kennen das: Beim Club reicht sowas nicht. Kiel gelang in der 70. Minute und in der 88. Minute noch der Ausgleich. So ist er halt der Club!

Ein Letztes:

Skandale, über die mal wieder keiner aufgegriffen hat: