89 Minuten Mithalten reicht halt nicht

Die Woche:

1. Auch wieder so eine Absurdität des modernen Fußballs: Beim Club freut man sich, dass Yuya Kubo für nicht gut genug empfunden wurde, Japan beim Asia Cup zu vertreten. Somit steht er dem FCN zur Verfügung und der Sportvorstand muss nicht noch Geld für einen etwaigen Ersatz in die Hand nehmen. Mitabstiegskonkurrent Hannover muss hingegen vorübergehend auf seine zwei Japaner verzichten.

2. Beim Club hat ihn einst Martin Bader „weggeschmissen“. Nicht mehr gut genug und zu alt sei er. Jetzt, drei Jahre später, hat Javier Pinola das längste und denkwürdigste Finale der Copa Libertadores mit seinem Verein River Plate gewonnen. Also entweder wird Pino immer jünger oder der damalige Clubmanager hatte keine Ahnung.
Von der Nordkurve wurde Pino übrigens heute gebührend gefeiert. Der Dank kam noch während des Spiels:

Das Spiel:

Anders als gegen die Bayern ging die Mannschaft, die diesmal in einem 4-4-2-System agierte, durchaus auf Tuchfühlung. Überraschenderweise (allerdings sind bei Köllner Überraschungen in der Startaufstellung eigentlich normal) stand Ewerton gegen Wolfsburg nicht, wie groß publiziert, in der Abwehr. Auch Ishak, der zuletzt ein bisschen überspielt wirkte, nahm auf der Bank Platz. Dafür bekam der – von manchen bereits ins Abseits geschriebene – Matheus Pereira wieder eine Chance. In der ersten Hälfte war dem Club anzumerken, dass er die Selbstaufgabe von München nicht auf sich sitzen lassen wollte. Von den Wölfen war wenig zu sehen. Hinten stand die Abwehr weitgehend sicher. Vorne fehlten allerdings die Ideen und die letzte Entschlossenheit. Erst kurz vor der Pause kam der Club zu einigen guten Gelegenheiten.

Danach ließ Wolfsburg den Club erstmal weiter spielen. Richtig gefährlich schien das ja nicht zu werden. In der 56. Minute wäre das fast ins Auge gegangen, da startete Misidjan einen Konter. Aber anstatt zu den beiden freien Mitspielern abzuspielen schob er den Ball neben den Kasten. Letztlich war das dann der Weckruf für die ziemlich verhalten spielenden Wolfsburger. Eine Minute später traf Weghorst nur den Pfosten. Im nächsten Spielzug machte es Ex-Cluberer Daniel Ginczek besser. Er ließ am Strafraum Margreitter und Bauer alt aussehen und überwand dann auch noch Bredlow zum 0:1. Tore schießen kann so einfach sein.

Einer, der es eher kompliziert anging, musste daraufhin raus: für Pereira kam Mikael Ishak. Aber letztlich konnte auch er nichts reißen. Die Harmlosigkeit, die dem Club immer wieder attestiert wird, hat nicht nur damit zu tun, dass die Spieler nicht nah genug am Mann sind, sie offenbart sich auch im ideen- und brotlosen Spiel nach vorne. Da ist dann selbst ein eher schwacher Gegner wie der VfL Wolfsburg relativ mühelos in der Lage, seinen Kasten sauber zu halten. Und vorne reicht es dann, mal kurz einen Gang hochzuschalten. Dass dann in der Schlussminute noch das 0:2 durch den eingewechselten Brekalo fällt, passt da ins Bild.

Willen und Einsatz konnte man der Mannschaft heute dennoch nicht absprechen. Aber das macht es leider nur noch schlimmer.

Ein Letztes:

Ein Punkt beim Montags-Wasserball

Die Woche:

1. Was Gehälter angeht, ist der Club der Billigheimer der Liga. Sogar der SC Freiburg und Fortuna Düsseldorf zahlen besser. Unter den untersuchten Proficlubs liegt der Bundesligaaufsteiger mit seinem durchschnittlichen Jahresgehalt von 360.00 Euro international auf Rang 263 bei 349 gelisteten Vereinen. Das belegt vielleicht, warum alles andere als der Abstieg schon ein großer Erfolg wäre. Andererseits sind 360.000 Euro Jahresgehalt jetzt nicht gerade ein Hungerlohn.

2. Der Club plant bereits für den Abstiegsfall. Mit Michael Köllner.

3. Obwohl sich Christian Mathenia gegen Schalke verletzt hat, ist die Torwartposition offenbar die einzige, auf der der Club keine Probleme hat. Meint zumindest der Kicker, der seine Clubbilanz mit der Überschrift versieht: „FCN offenbart Defizite in Defensive und Offensive„. Also eigentlich fast überall.

4. Unser alter „Spezi“ Martin Bader hat mal wieder einen Trainer entlassen. Bei Michael Frontzeck zelebriert er das bereits zum zweiten Mal. Gut, dass wir das als unbeteiligte Zuschauer beobachten dürfen.

5. Einer, an den wir uns ungleich lieber erinnern, ist unser langjähriger Linksverteidiger Javier Pinola. Mit seinem derzeitigen Verein River Plate hat er es ins Finale der Copa Libertadores geschafft. Wegen Fanausschreitungen konnte das Endspiel nicht in Buenos Aires stattfinden. „Eine Schande“, meint der Kicker. Ob „Ersatzstandort“ Madrid zum Zuge kommt, ist auch zweifelhaft. Wie so vieles bei diesem Theater.

Das Spiel:

Erstes Montagspiel in der Bundesliga: Zunächst ging es ruhig los. Das lag auch am angekündigten Stimmungsboykott, wobei ohnehin nur 32.000 Zuschauer da waren (womit bewiesen wäre, dass solche Montagsspiele auch finanzielle Nachteile bringen). Dazu kam, dass kaum ein geordnetes Spiel möglich war. Die heftigen Regenfälle hatten den Rasen in eine Wasserlandschaft verwandelt. Flache Bälle blieben sofort liegen. Sicheren Stand hatten die Spieler selten. Aber dennoch: Der Club blieb sich auch unter diesen widrigen Umständen treu. Zwischen der 20. und 30.Minute lässt jedesmal die Konzentration nach und dann klappert´s. Da können die Leverkusener nach einer halben Stunde einen Pass des ansonsten durchaus überzeugenden Startelfneulings Kevin Goden abfangen. Den von Brandt in den Strafraum geschlagenen Ball kann Bredlow nur zur Mitte abwehren, wo ihn Havertz ganz cool ins rechte Toreck lupft. Solche Aktionen funktionieren eben auch, wenn der Platz unter Wasser steht. Leider ging dem Club diese witterungsangepasste Spielweise ab. Zunächst.

In der Kabine muss dann wohl der eine oder andere Tipp vermittelt worden sein. Beim Club wurde jedenfalls plötzlich schnörkellos das Mittelfeld überbrückt und der Gegner besser vom eigenen Sechzehner ferngehalten. In der 56. Minute war es dann soweit. Der Club machte Druck, kam zu seinen ersten Ecken. Die zweite konnten diesmal die Leverkusener nur zur Mitte klären, wo Georg Margreitter aus dem Rückraum den Ball halbhoch ins Tor zimmerte. Danach verstärkten beide Trainer die Offensive. Mit dem Punkt wollten sie sich nicht zufrieden geben. Letztlich nutzte das jedoch nichts. Wobei dabei wohl auch die immer ungünstiger werdenden Platzverhältnisse eine Rolle und – ehrlicherweise muss das gesagt werden – mehr dem Club in die Karten spielten.

Alles in allem geht das Unentschieden aber in Ordnung. Der Club hat sich den Punkt durch eine engagierte Leistung in der zweitem Hälfte verdient, während er in der ersten wieder mal viel zu harmlos agierte.

Ein Letztes:

Absurditäten gibt es im modernen Profifußball reichlich. Jetzt kommt eine neue hinzu. Die wird wohl dazu führen, dass viele Bundesligavereine am Ende lieber auf Platz 15 landen als auf Platz 7.

Club baut auch die Schalker auf

1. „Irgendwie drinbleiben“ lautet die – wieder aufgewärmte – Devise beim Club. Um dieses Ziel zu erreichen soll der Markt nochmal nach etwaigen Verstärkungen gescannt werden. Im Gespräch ist der, derzeit bei Holstein Kiel (dort heute Matchwinner gegen Sandhausen) spielende Rechtsaußen Kingsley Schindler.

2. Ein Chopin spielender Bundesligatrainer, das kam seinerzeit nicht nur bei Nürnberger Frauen gut an. Auch wir erinnern uns – teilweise – gerne an den Aufstiegstrainer. Zumal er seine Derbys nie verloren hat. Nun ist Michael Oenning wieder zurück im Bundesligageschehen. Er heuerte beim FC Magdeburg an, kam am Freitag nach Fürth, wo er diesmal Neuland betrat und ohne Punkte blieb.

3. Die Club-Nachwuchsarbeit läuft, um es vorsichtig auszudrücken, suboptimal. Sportvorstand Andreas Bornemann versucht zwar wacker, in der Öffentlichkeit den Deckel drauf zu halten. Aber sowohl die Ergebnisse als auch die Personalfluktuation sprechen eine andere Sprache. Schnell einen neuen Partner gefunden hat ein Leidtragender der Malaise, der ASV Neumarkt. Der Club hatte dem Verein den Trainer für die Nachwuchsarbeit abgeworben. Die Neumarkter waren sauer und fanden jetzt einen neuen Kooperationspartner: Jahn Regensburg.

4. Michael Köllner scheint die Macht der Presse etwas zu überschätzen. Der Club, so schimpfte er, sei längst schon abgestiegen, wenn es nach dem Geschreibsel mancher Journalisten ginge. Natürlich ist das bei 22 noch ausstehenden Spieltagen Quatsch. Trotzdem belegt es, dass beim FCN nicht nur die Rentner am Spielfeldrand schlechte Laune verbreiten.

5. Der tabellarisch beste Verein in Bayern ist der FCN schon länger nicht mehr. Aber der beliebteste. Geahnt hatten wir das schon immer. Trotzdem ist es schön, das auch mal grafisch belegt zu sehen. Ob die Zahlen statistisch korrekt erhoben wurden, lassen wir da mal außer acht.

6. Der Club will sich in Andalusien auf die Rückrunde vorbereiten. Im gleichen Hotel wie vor zwölf Jahren. Damals lag man auf Platz 15, kletterte unter Trainer Hans Meyer danach noch auf Platz 6 und gewann sogar den DFB-Pokal. Vielleicht sind die Club-Reiseplaner der Meinung, Geschichte wiederholt sich.

7. Am nächsten Spieltag bestreitet der Club gegen Leverkusen das erste Montagsspiel der ersten Bundesliga. Von Fanseite wurde bereits 45 Minuten Stimmungsboykott angekündigt. Immerhin hat das Einlenken der DFL gezeigt, dass solcher Protest durchaus Erfolg haben kann. Vielleicht hilft also das gute Zureden des Trainer was und es gibt doch Unterstützung von den Rängen.

8. Ach so, ein Testspiel gab es während der Länderspielpause auch. In Schwaig schlug der FCN den tschechischen Zweitligisten FK Usti nad Labem mit 4:2. Wie üblich bei solchen Spielen, schlüpfte Edgar Salli wieder in die Rolle des Goalgetters.

Das Spiel:

Nach der Pleite gegen den VfB Stuttgart stellte Trainer Köllner gleich vier Mal um. Neben dem wiedergenesenen Mikael Ishak ließ er Petrak, Placios und Kubo von Beginn an auflaufen. Ein bisschen überraschend saß Misidjan, der als einziger gegen den VfB etwas Betrieb gemacht hatte, nur auf der Bank. Taktisch stellte Köllner zudem auf Raute um, was Kubo die Möglichkeit eröffnete, auf der von ihm bevorzugten Zehnerposition zu spielen. Der Club brauchte daher eine Weile um seine Linie zu finden. Die Gastgeber kamen zu mehreren Großchancen, konnten die aber nicht verwerten, wobei Christian Mathenia, von dem noch die Rede sein wird, wiederholt Klasse parierte.

Wie bereits bei früheren Niederlagen war nach knapp eine halben Stunde wieder ein Nackenschlag zu verzeichnen. Erst hatte Hanno Behrens das 1:0 auf dem Fuß, zog aber freistehend rechts am Pfosten vorbei. Dann säbelte der erwähnte Clubkeeper praktisch im Gegenzug beim Herauslaufen über den Ball, Skrzybski sagte Danke und erzielte den Führungstreffer. Nicht nur das: Mathenia verletzte sich bei der Aktion auch noch, spielte aber zunächst weiter. Dafür durfte er dann fünf Minuten später erneut den Ball aus dem Netz holen. Wieder kamen die Schalke über die linke Clubabwehr-Seite. Diesmal säbelt Margreitter über den Ball, so dass die Flanke den völlig freistehenden Harit erreicht, der nur noch einzuschieben braucht. Zwei echte Geschenke und erneut die Angst, die Mannschaft könnte wieder einbrechen. Doch genauso wie Schalke aus dem Nichts seine Tore erzielte, kam auch der Club zum Anschlusstreffer. In der 38. Minute konnte Schalkes Torwart Fährmann einen Ishak-Schuss zwar noch klären. Palacios stand aber richtig und markierte das 2:1. Wenig später musste Mathenia dann doch ausgewechselt werden. Der Meniskus! So kam Fabian Bredlow wieder zu seiner Chance.

In der zweiten Hälfte wurde zunächst deutlich, warum die Königsblauen vor dem Spiel punktgleich mit dem Club unten drin hängen. Jetzt hätte ein Kick von Außen (Zrelek, Misidjan rein!) vielleicht was gebracht. Aber Köllner wechselt bekanntlich immer erst spät. Als es dann soweit war, war die Sache eigentlich schon gelaufen. In der 67. Minute holte sich der bereits zu Spielbeginn verwarnte Bauer die zweite gelbe Karte ab und musste runter. Prompt brachte Ex-Cluberer Guido Burgstaller die Schalker mit 3:1 in Front. Kurzzeitig kam zwar abermals Hoffnung auf. In der 78. Minute nahm der inzwischen doch eingewechselte Zrelak den zunächst zwischen den beiden Pfosten hin und her springenden Ball auf und erzielte den erneuten Anschluss. Doch dann machten erneut Skrzybski und Oczipka den Sack zu. Dabei muss leider konstatiert werden, dass Schalke keineswegs wirklich gut war. Vielmehr offenbarte der Club in der Abwehr mangelnde Erstligatauglichkeit. Besonders Bauer und Leibold sind da zu nennen. Kann sein, dass da immer noch Lehrgeld bezahlt wird. Irgendwann könnte sich das aber auch als Leergeld entpuppen.

Ein Letztes:

Unser Galgenhumor färbt ab:

Voll dabei im Abstiegsrennen

Die Woche:

1. Manchmal fällt den Kollegen ein Wortspiel ein, das sie lustig finden. Dann müssen sie meist flugs einen Beitrag draus zimmern. Realität hin oder her! Das war beim hier bereits erwähnten Abfang-Jäger so und das steckt wohl auch hinter der Kubo-Krise. Wobei bei der Kuba-Krise damals die ganze Welt den Atem anhielt. Dass FCN-Neuzugang Yuya Kubo in der Kicker-Benotung erst eine 2 und dann nur noch 4er und 5er bekam, lässt jetzt nicht einmal Hardcore-Fans den Atem stocken.

2. Von Stefan Kuntz nominiert zu werden, ist jetzt nicht unbedingt der Ritterschlag. Schließlich hat der Trainer der U21-Nationalmannschaft auch Abdelhamid Sabiri in sein Team geholt. Trotzdem gratulieren wir Clubstürmer Törles Knöll natürlch zu diesem Karriereschritt.

3. Im DFB-Pokal muss der Club Anfang Februar gegen der HSV ran. Der ist inzwischen Spitzenreiter in der 2. Liga, kann also einen Dämpfer vertragen.

4. Nach Michael Wimmer und Reiner Geyer droht dem Nachwuchsleistungszentrum der FCN ein weiterer Verlust. Clublegede Marek Mintal, der die U17 des FCN betreut, hat die Gerüchte um seinen Weggang jedenfalls nur mit den Worten kommentiert: Davon habe er auch schon gehört. Ein Dementi sieht anders aus.

Die Woche:

Wer dachte, der als Tabellenletzter angereiste VfB würde sich hinten reinstellen, sah sich getäuscht. Die Stuttgarter ließen es durchaus offensiv angehen, so dass sich zumindest 15 Minuten lang ein munterer Kick entwickelte, ohne dass es allerdings zu zwingende Gelegenheiten vor dem Tor kam. Danach zog sich der Club zurück, verlor dabei aber immer mehr den Zugriff auf das Spiel. Schließlich kam er kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus und konnte von Glück sagen, dass der VfB in der Verwertung seiner Chancen deutlich machte, warum er in der Tabelle unten drin hängt.

Getäuscht sahen sich dann aber auch diejenigen, die auf einen neuerlichen Pausenweckruf gehofft hatten. In der zweiten Halbzeit ging es genauso weiter. Der VfB drängte aufs Clubtor. Zwar deutete sich für den FCN der eine oder andere Konter an, aber irgendwie klemmte das Offensivspiel. Zum einen lag das am Gegner, der früh Druck machte und unsere Mannschaft daher kaum zu einem geordneten Spielaufbau kommen ließ. Zum anderen machte sich auch das Fehlen von Mikael Ishak bemerkbar, der offenbar der einzige ist, der vorne mal einen Ball sichern kann. Die Hoffnung ruhte nun darauf, der Clubtrainer könnte wieder einen Matchwinner einwechseln. Palacios, derfür Kerk kam, war das allerdings schon mal nicht. Dann wollte Köllner Petrak für Behrens einwechseln. Kurz vorher hatte der VfB aber eine seiner vielen Ecken. Die wehrte Robert Bauer genau zu Baumgartl ab, der die Einladung dann dankend annahm.

Danach folgte auch schon die nächste Enttäuschung: Ein Aufbäumen in diesem Schlüsselspiel war nicht zu erkennen. Fahrig und lethargisch ging es auf FCN-Seite weiter. Schon zarte Ansätze von Offensivbemühungen scheiterten an den nun auch selbstbewussteren Stuttgartern und an eigenem Unvermögen. So war dann das 2:0 durch den eingewechselten Thommy – übrigens wieder nach einer Ecke – die logische Folge. Zuvor hatte Mathenia noch zwei Mal bravourös einen weiteren Treffer verhindert.

Gut, der VfB – das wusste jeder – ist nicht so schwach, wie das die Tabelle ausweist. Andererseits kam vom Club einfach zu wenig, um die Verunsicherung auszunutzen. Auch das Konzept, den Gegner kommen zu lassen und dann Konter zu setzen, ging in die Hose. Der Club, das muss leider gesagt werden, präsentierte sich heute als Top-Abstiegskandidat. Bedauerlicherweise wird das auch noch durch die Faktenlage belegt. Denn nicht nur Stuttgart machte auf uns Boden gut, auch Hannover und Düsseldorf konnten gewinnen. Insofern: ein Spieltag zum Vergessen.

Ein Letztes:

Selbst wenn es mit dem Klassenerhalt dann doch nicht klappen sollte, für seinen Heimatort hat sich Clubtrainer Köllner mit Hilfe der beiden Torschützen von Augsburg nachhaltig verdient gemacht.

Hoppla, der Club kann es auch auswärts!

Die Woche:

1. Man muss wohl alles einmal mitnehmen in seinem Fußballerleben. Und nachdem die jungen und meist noch erstliogaunerfahrenen Clubspieler noch nie bis zu einem Elfmeterschießen vorgedrungen waren, schienen sie es in Rostock auf diese Erfahrung abgesehen zu haben. Zumindest liegt diese Interpretation angesichts des Spielverlaufs nahe. Da reihten sich Fehler an Fehler und eine vo den Zuschauern zwar frenetisch angetriebene, aber dann doch oft nicht konsequente und spielerisch limitierte Heimmannschaft wurde geradezu eingeladen, einem doch, bitteschön, in den Kasten zu ballern. Fast schon Slapstickmomente offenbarte diese Einladung in der 35. Minute. Ausgerechnet Robert Bauer, der Spieler mit der größten Bundesligaerfahrung verstolperte da zwei Mal den Ball. Dieser rollte dann irgendwie in den Strafraum, wo Simon Rhein (von der Bildzeitung nach einem guten Spiel bereits als „Jungstar“ bezeichnet) so um ihn herumtänzelte, dass er zum hinter ihm stehenden Rostocker durchflutschte, der dann praktisch gar nicht anders konnte als das 1:0 zu erzielen. Ähnliche Übungen vollführte übrigens auch Törles Knöll auf der anderen Seite. In aussichtsreicher Position schaffte er es mehrfach, seine Beine so zu verknoten, dass sie nicht durch voreilige Treffer das Elfmeterschießen in Gefahr bringen konnten. Der große Lehrmeister aus der Oberpfalz hatte mit Adam Zrelak ohnehin noch einen Trumpf im Köcher, so dass das Unterrichtsziel doch noch erreicht werden konnte. In der dafür notwendigen Verlängerung bedurfte es schließlich noch eines zweiten Jokers: Federico Palacios. Durch einen Sonntagsschuß war Hansa Rostock nämlich abermals in Führung geraten und besagter Palacios musste daher seine Dribbelkenntnisse im Strafraum auspacken um erneute Torgleichheit herzustellen.

Kann natürlich sein, dass alles ganz anders war. Beispielsweise, dass der auswärts ohnehin nicht souveräne FCN auch noch die falschen Schuhe für den nassen Ostseerasen und den ungewohnten Ball gewählt hatte. Anyway: Der Club ist eine Runde weiter und hat die Kassenlage um 600.000 Euro verbessert.

2. Vor dem Rostockspiel kam es zu auch medial ausgeschlachteten Ausschreitungen. Schließlich musste auch erklärt werden, warum im, übrigens ungeschickt platzierten, Gästeblock deutliche Lücken zu erkennen waren. Ein großer Teil der Ultras saß nämlich in Polizeigewahrsam und konnte nicht ins Stadion. Rostock-Fans hatten zudem den Club-Bus beschädigt und ein Warnschuss seitens der Polizei wurde auch abgegeben. Als „total krank“ bezeichnete Clubtrainer Köllner diese Begleitumstände.

3. Woanders bessere Chancen erblickte wohl FCN-U21-Trainer Reiner Geyer. Obwohl schon seit seiner Jugend dem Club eng verbunden, zog es ihn jetzt nach Österreich, wo er Trainer des FC Admira Wacker wird. Vorerst betreut Co-Trainer Fabian Adelmann die U21 und führte sich bereits gut mit einem 1:0-Sieg gegen die Zweite des FCA ein.

Das Spiel:

In Augsburg durften wieder Mühl, Petrak und Fuchs ran. Auch Joker Adam Zrelak tauchte in der Anfangself auf. Gegenüber dem FCA hatte der Club einen Tag weniger Pause und dazu noch eine längere Reise hinter sich. Das erklärte aber kaum, warum die Augsburger zunächst bissiger spielten, näher am Gegner waren und robuster in die Zweikämpfe gingen. Offenbar waren sie auch in der Einschätzung der Gegenspieler überlegen. Während auf der einen Seite der gefährlichste Nürnberger Angreifer Misidjan permanant auf die Socken bekam (Koo wäre dafür von den meisten anderen Schiedsrichtern längst vom Platz geflogen), hatte sich bei den Nürnbergern augenscheinlich nicht herumgesprochen, dass Finnbogason nicht viele Chancen braucht, um Tore zu machen. Wenn man ihn dann auch noch – wie in der 11. Minute – mutterseelenallein in Tornähe zum Schuss kommen lässt, ist das halt eine sichere Kiste. Der Club lag also wieder mal hinten und angesichts der Verunsicherung in der Abwehr, durften wir froh sein, dass die Augsburger nicht nachlegen konnten.

Nach der Pause kam der Club aber plötzlich wesentlich aggressiver zurück. Auf einmal ergaben sich Chancen. Auch das Glück stellte sich ein. Während Finnbogason in der 54. Minute nur das Lattenkreuz traf, machte Alexander Fuchs im Gegenzug den Ausgleich. Misidjan hatte ihn zuvor schön in Szene gesetzt. Allerdings lag der Club dann auch prompt wieder hinten. Wie schon in Rostock wieder durch einen Sonntagsfreistoß. Schmid konnte diesen genau in den rechten Torwi9nkel zirkeln. Der Club gab aber nie auf und wer dachte, den Spieler stecke noch das Pokalmatch in den Knochen, der sah sich getäuscht. Belohnt wurde die Mannschaft allerdings erst in der 88. Minute, als Lukas Mühl nach einem Eckball den verdienten Ausgleich erzielen konnte. Immerhin bewies die zweite Halbzeit: Der Club kann´s auch auswärts, wenn er beherzt nach vorne spielt.

Ein Letztes:

Reisende soll man nicht aufhalten:

http://www.spiegel.de/sport/fussball/fc-bayern-muenchen-pruefte-ausstieg-aus-bundesliga-und-champions-league-a-1236452.html

Notelf mausert sich und holt einen Punkt

Die Woche:

1. Unser Fanfreund Schalke 04 steckt in der Krise. Dass für die Einordnung der Lage aber das Argument „sogar schlechter als der 1. FC Nürnberg“ verwendet wird, sollte zu denken geben.

2. Manchmal lohnt ein Blick in andere Vereins-Interna. Nach Mainz zum Beispiel. Das dortige Amtsgericht hat jetzt damit gedroht, Mainz 05 aus dem Vereinsregister zu streichen, wenn die Profiabteilung nicht ausgegliedert wird. Die Vereinsführung der Mainzer verweist nun darauf, dass dies auch Konsequenzen für andere Vereine habe. Zum Beispiel den 1. FC Nürnberg.

3. Da haben wir den Salat, genauer gesagt, diejenigen, die dachten für ihre Sky-Euros den Club live verfolgen zu können. Das heutige Mittags-Spiel war nur über Eurosport zu empfangen. Das kostet bekanntlich extra. Allerdings: Bei Eurosport bekommt der Clubfan erheblich mehr geboten als bei Sky.

Das Spiel:

Trainer Michael Köllner musste sich einiges einfallen lassen. Neben Ishak verletzten sich kurzfristig auch noch Löwen, Petrak und Valentini. Dafür konnte der wiedergenesene Sebastian Kerk von Anfang an auflaufen. Daneben zauberte Köllner den U21-Spieler Sinon Rhein aus dem Hut, von dem nicht mal die Webseite des FCN alle Daten parat hat. Demgegenüber kam der Gegner, die Frankfurter Eintracht, auf einer Erfolgswelle nach Nürnberg geschwebt. Die Erwartungshaltung war also eher gedämpft. Vielleicht dachte auch bei der Eintracht der eine oder andere, da müsse er nicht die vollen 100 Prozent abrufen.

Wie auch immer, der Club begann überraschend couragiert und erarbeitete sich mehrfach gute Chancen. Bereits in der 4. Minute ging Kapitän Hanno Behrens mit (fast) gutem Beispiel voran: Sein Weitschuss strich leider knapp am Tor vorbei. In der 18. Minute traf dann Ishak-Ersatz Törles Knöll nur den Pfosten. Bis zur Pause war der Club die bessere Mannschaft. Aber das war im letzten Heimspiel gegen Hoffenheim auch so und dann ging es in der zweiten Hälfte dahin.

Diesmal war das anders. Der Club spielte weiter forsch nach vorne und ließ die Frankfurter kaum einmal gefährlich vors eigene Tor kommen. Die Abwehr stand stabil und eng beim Gegner. Vor allem Mühl und Newcomer Rhein machten einen guten Eindruck. Eintrachttrainer Hütter sah sich demzufolge gezwungen, frischen Wind von der Bank zu bringen und wechselte Allan und Haller ein. Beim Club kamen kurz danach Palacios und Zrelak für Kerk und Knöll. Nicht einmal zwei Minuten nach seiner Einwechslung markierte Adam Zrelak das 1:0 nach schöner Hereingabe von Misidjan. Der Joker stach. Leider dann auch der auf der anderen Seite. Als wir uns alle schon über den Dreier freuten, bugsierte Haller in der 92. Minute eine Flanke von Da Costa doch noch ins Clubgehäuse. Schade! Und eigentlich nicht ganz verdient. Das Unentschieden hätten wir aber vor Spielbeginn angesichts der unterschiedlichen Ausgangslage sofort unterschrieben.

Ein Letztes:

Man kann auch bei Niederlagen Fans gewinnen. Das postete der elfjährige Junge, der das Max-Morlock-Stadion mit Legosteinen nachgebildet hat, nach der Hoffenheim-Pleite:

Club bricht auch zu Hause ein

Die Woche:

1. Die Länderspielpause wurde diesmal mit einem Testspiel bei der DJK Vilzing überbrückt. Der Bayernligist aus der Oberpfalz wurde mit 5:0 geschlagen. Zwei Mal traf dabei der in Pflichtspielen leider noch nicht so zielsichere Edgar Salli.

2. In der Bundesliga brauchten sie immerhin 18 Jahre um uns als Rekordmeister abzulösen. In punkto Peinlichkeit reichten dem FC Bayern wenige Tage, um unseren durch die beiden Auswärtspleiten beschädigten Club in den Schatten zu stellen. Und von hinten drängt auch noch die Fortuna.

3. Was die Bayern-Bosse angeht, die hätten da eventuell eine weitere Pressekonferenz gegen die Springerpresse veranstaltet. Wahrscheinlich war es aber nur der überschrifttaugliche Begriff „Abfangjäger“, der die Bildzeitung dazu veranlasste, Lukas Jäger (übrigens vergeblich) in die erste Mannschaft zu schreiben.

4. Als Meerrettich-Fabrikant muss man wohl auch in anderen Funktionen ein bisschen Schärfe reinbringen. Schon als es um die Ablösung Martin Baders ging, scherte Aufsichtsrat Hanns-Thomas Schamel aus und sagte damals „in Ausnahmesituationen“ müsse man nicht mit einer Stimme sprechen. Bei der Jahreshauptversammlung konnten die meisten allerdings eine solche Ausnahmesituation eher nicht erkennen. Schamel wurde daher nicht mehr in den Aufsichtsrat gewählt. Für ihn sitzt jetzt Peter Meier von der Nürnberger Versicherung in dem Gremium. Bestätigt wurden hingegen die Aufsichtsratsmitglieder Ulrich Maly und Christian Ehrenberg. Wobei, das sei schon noch angemerkt, der gute Grethlein natürlich andererseits diejenigen, in deren Namen er spricht, vorher darüber informieren sollte.

5. Vom Nürnberger Stadion war auch wieder mal die Rede. Auf der JHV ging es wieder mal um einen Neubau. Beim Trainer wiederum soll der Altbau „Kraft“ entwickeln.

Das Spiel:

Es hatte sich angedeutet, dass diesmal Christian Mathenia im Kasten stehen würde. Wohl um hinten nicht allzuviel umzukrempeln – schließlich fehlte auch der gesperrte Tim Leibold – musste der wieder fitte Ewerton dafür auf der Bank Platz nehmen. Der Torwartwechsel zahlte sich dann zunächst auch aus. Mehrfach konnte sich der Neuzugang vom HSV auszeichnen und brachte die Hoffenheimer Stürmer (vor allem Kramaric) ein ums andere Mal zur Verzweiflung. Zudem strahlte er die notwendige Ruhe aus, die bei den Klatschen in Dortmund und Leipzig schmerzlich vermisst wurde. Neben Mathenia stand Mikael Ishak in der ersten Halbzeit im Mittelpunkt. Bereits in der 2. Minute kommt er allein vor dem TSG-Tor zum Schuss zielt aber links vorbei. Beim Sprint verletzte er sich allerdings – konnte zunächst noch weitermachen, musst später aber doch raus. Dafür war dann Mathenia der Ausgangspunkt für den Führungstreffer. Seinen Abschlag nahm Virgil Misidjan auf, wurde im Strafraum von Adams geschubst und holte so den Elfer raus. Hanno Behrens verlud TSG-Keeper Baumann und ließ sich die Chance nicht entgehen. Kurz darauf ging der schnelle Misidjan erneut im Strafraum zu Boden. Diesmal fehlte aber die Einwirkung des Gegners. Den nächsten Aufreger setzte dann Schiedsrichter Zwayer. Sieben Minuten ließ er nachspielen. Gab´s wohl zur Halbzeit auch noch nicht oft.

Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann nutzte die Pause, ein bisschen umzustellen. Mit Szalai für Grillitsch brachte er einen weiteren Stürmer, was sich prompt bemerkbar machte. Es ist halt offensichtlich nicht die „Kraft des Stadions“, die den Club zu Hause beflügelt, sondern die Taktik des Gegners. Wenn da Stürmer, die auf europäischem Niveau spielen, den Druck erhöhen, ist unsere Abwehr komplett überfordert. So stand in der 50. Minute auf einmal Kaderabek auf der linken Abwehrseite völlig frei, konnte zu Nelson passen, der volley den Ball unhaltbar für Mathenia in den Clubkasten drosch. Sieben Minuten später ist es erneut Nelson. Mit einem Schuss ins kurze Eck bringt er die Hoffenheimer auf die Siegerstraße. Als zehn Minuten später Szalai sogar auf 3:1 erhöht, war das Ding durch. Auch die Freude über die Einwechslung des langzeitverletzten Sebastian Kerk verpuffte. Dass es bei diesem Ergebnis blieb, war einerseits Mathenia zu verdanken und andererseits dem Umstand, dass die TSG es wieder etwas lockerer angehen ließ. Nach vorne ging beim Club jedenfalls kaum moch etwas. Hier zeigte sich erneut, wie wichtig Ishak für das Sturmspiel ist.

Bleibt die Erkenntnis, dass wir gegen die Top-Mannschaften der ersten Liga nicht mithalten können und das unabhängig vom Stadion und vom Zuschauersupport. Die Hoffnung ruht jetzt wohl darauf, dass es bei mindestens zwei anderen Mannschaften noch weniger reicht.

Ein Letztes:

„Der Club ist mehr als die 90 Minuten auf dem Platz“ konstatierte der neue Finanzvorstand Niels Rossow bei seiner Antrittsrede. Richtig. deswegen gibt es im Clubfreundeblog auch schon länger mehr als bloß einen Nachbericht zum Spiel.

Club mutierte erneut zur Schießbude

Die Woche:

1. Zur WM durfte er (noch) nicht mit nach Russland. Jetzt kann Clubangreifer Mikael Ishak das nachholen. Er steht wieder im Kader der schwedischen Nationalmannschaft, die im Rahmen der Nations League am 11. Oktober gegen Russland antreten muss. Weiter auf seine Nationalelfnominierung warten muss hingegen der österreichische Clubverteidiger Georg Margreitter.

2. Der Zweitligist Union Berlin hat einen Wunschzettel zur Rettung des deutschen Profifußballs geschrieben. Während die einen gleich von Revolution reden, kommen die anderen gleich wieder mit ihren Bedenken ums Eck. Unter anderem auch Club-Sportvorstand Andreas Bornemann. Kann man machen. Ist wohl auch in Manchem realistisch. Nur: So passiert halt wieder mal gar nichts.

3. So Leute, wenn es nach dem Stadionbetreiber geht, dann spielt der Club nur die Hinrunde erstklassig. In der Rückrunde gehts dann wieder gegen Sandhausen oder die Westvorstädter. Quatsch? Nein, Buchhalterlogik!

Das Spiel:

War wohl doch kein einmaliger Ausrutscher, das 7:0 in Dortmund. Diesmal präsentierte sich der Club in Leipzig als Schießbude. Was schon mal all jene Beteuerungen, der FCN habe seine Lektion gelernt und werde ein ähnliches Debakel künftig vermeiden, konterkarierte. So muss man (wir auch) wohl weiter auf Fehlersuche gehen. An der gelben Wand oder am Fehlen von Ishak scheint es nicht gelegen zu haben. In Leipzig lag der Club in Bestbesetzung bereits nach 32 Minuten 4:0 hinten. In der 3. Minute ging es los. Kampl und Werner waren da nicht nur körperlich viel zu schnell für die Clubabwehr und Bredlow durfte das erste mal hinter sich langen. Vier Minuten später war Poulsen fixer im Kopf und erhöhte auf 2:0. Dann dauerte es (immerhin) fast eine Viertelstunde, ehe Sabitzer das 3:0 folgen ließ und in der 32. Minute markierte dann Timo Werner das 4:0. Spätestens da war das Spiel gelaufen, denn von den Nürnbergern ging praktisch keine Torgefahr aus und in der Abwehr praktizierten sie wieder mal das schon vom BVB bestrafte körperlose Spiel, so dass die Leipziger nicht mal Angst haben mussten, was auf die Socken zu bekommen.

Angst, so schien es, ist eher der Auswärtsbegleiter des Clubs. Wie eine Amateurelf in der ersten Pokalrunde standen manche da ehrfürchtig Spalier, wenn die „Großen“ überfallartig aufs eigene Tor zupreschten. Wobei die von Köllner ausgerufene Taktik, selbst das Spiel machen zu wollen, den Leipzigern noch zusätzlich in die Karten spielte.

In der zweite Hälfte begnügten sich die Gastgeber mit lediglich zwei weiteren Treffern (55. Sabitzer, 59. Werner). Dafür gab es in der 63. Minute noch einmal einen Aufreger. Werner fällt im Strafraum. Es gibt Elfmeter und Rot für Leibold. Letzteres war völlig überzogen. Ersteres brachte nichts ein, weil Bredlow mit dem Fuß abwehren konnte. Zu Zehnt (vielleicht sollten wir auswärts gleich mit einem Mann weniger auflaufen, um den Gegner eimnzulullen) hielt der Club dann immerhin das Ergebnis.

Jetzt ist erstmal Länderspielpause, da hat man genug Zeit, sich über die Auswärtsauftritte, die dort praktizierte Taktik und etwaige mentale Aufbaustrategien Gedanken zu machen.

Ein Letztes:

Nun ja, wessen Hintern eine Premier-League-Bank kennt, den kann man schon mal nominieren.

Die Schmach schnell getilgt

Die Woche:

1. „Weekly“ ist zwar englisch, bezieht sich aber trotzdem nicht auf englische Wochen und eine entsprechende Erscheinungsweise. Deswegen habe ich mir erlaubt, das Mittwochspiel (wo war das noch gleich?) erstmal schweigend zu übergehen. Ohnehin beschlich mich das Gefühl, dass hier auch andere nicht voll bei der Sache waren. Ich will nicht behaupten, das Spiel (hier eine Analyse, der man nciht viel hinzufügen muss) wurde von vorneherein abgeschenkt. Aber wenn man sich schon im Flieger verletzt, wenn man den wichtigsten Stürmer schont, wenn man mit ungewohnter Fünferkette und drei Innenverteidigern antritt und die Mannschaft mental nicht auf die Gelbe Wand vorbereitet, dann scheint wohl nicht der allerletzte Siegeswille vorgeherrscht zu haben. Vielleicht hatten einige beim Club auch an das Heimspiel gegen die Bayern in der Abstiegssaison vor Augen, wo der Club zwar nur 0:2 verlor, sich aber zwei Stammspieler schwere Verletzungen zugezogen hatten und langfristig ausfielen. Am Mittwoch hatte sich immerhin niemand verletzt.

2. Mit den Schalkern verbindet uns inzwischen nicht nur eine Fanfreundschaft, sondern auch eine Satiregemeinschaft. Der in Fürth (!) erscheinende Postillon machte sich jetzt gleichermaßen über den Club („Mit mehr Nachspielzeit hätten wir das Spiel noch gedreht“) und über Schalke 04 („Erste Punkte für Schalke: Mannschaftsbus auf Rückfahrt von Freiburg geblitzt“) lustig. Sagen wir mal so: Schön wenn man in einem langweilig gewordenen Business für Gelächter sorgen kann.

3. Wie zu erwarten war, bekam Deutschland den Zuschlag, die EM 2024 auszurichten. Was das mit Nürnberg zu tun hat? Nichts!

Das Spiel:

Am heutigen Samstag lief wieder eine optimal auf- und eingestellte Mannschaft auf. Petrak wie gewohnt im Abwehrzentrum, Ishak vorne dabei, dazu durfte Eduard Löwen von Anfang an ran und die beiden Neuzugänge Misidjan und Pereira sollten auf Außen wirbeln. Taktisch kehrte Köllner wieder zu Bewährtem zurück und ließ mit 4-3-3 bzw. 4-1-4-1 spielen. Dazu war die Mannschaft diesmal auch voll darauf fokussiert, das 0:7 vom Mittwoch vergessen zu machen.

Torchancen waren zunächst allerdings Mangelware. Viele hatten ein „enges Spiel“ erwartet und das schien sich zu bewahrheiten. Bis zur 28. Minute. Da wurde Tim Leibold von Lukebakio im 16er gefoult. Kapitän Hanno Behrens hämmerte den Ball dann aus 11 Metern ins Düsseldorfer Tor. Danach musste der diesmal glänzende Bredlow gegen die immer wieder schnell umschaltenden Düsseldorfer die Führung festhalten.

Zur zweiten Halbzeit brachte Köllner für den zwar viel Betrieb veranstaltenden aber nach hinten oft zu sorglosen Matheus Pereira Federico Palacios. Dessen großer Moment sollte aber erst später kommen. Dazwischen war es Ishak, der nach 64 Minuten auf 2:0 erhöhte. Behrens hatte den Ball aus der Abwehr gedroschen, der Düsseldorfer Bodzek verlängerte unglücklich zum Club-Torjäger, der dann eiskalt abschloss.

Aufgegeben hat sich die Fortuna dennoch nicht und drückte weiter auf den Anschluss. Doch mitten in die Drangphase startete der Club einen Konter über Löwen, der zu Palacios spitzelte und der lupfte den Ball über Düsseldorfs Keeper Rensing zur Entscheidung.

Am Ende stehen sechs Punkte aus der englischen Woche. Ein Mitbewerber um den Abstieg wurde zudem auf Distanz gehalten. Eine Bilanz, die sich sehen lassen kann. Was den Mittwoch betrifft: Schwamm drüber!

Ein Letztes:

Realitätsferner Optimismus vor dem Mittwochspiel:

Club belohnt sich endlich

Die Woche:

1. Als freundlich lachender Zuschauer wertet Clubtrainer Michael Köllner in seiner Freizeit Kabarettsendungen des Bayerischen Fernsehens auf. Auch anderen regionalen Medien verhilft er als Interviewpartner derzeit zu ein bisschen Glanz. Dem fränkischen Tag hat er dabei so bahnbrechende Sätze diktiert wie: „Jeder Spieler hat immer die Chance, in den Spieltags-Kader zu kommen oder sich sogar einen Startelf-Einsatz zu sichern. Voraussetzungen hierfür sind starke Leistungen im Training.“

2. Am 17.Oktober findet die Jahreshauptversammlung des FCN statt, Es dürfte diesmal wohl eher eine harmonische werden. Finanzvorstand Michael Meeske wird sich verabschieden und seinen Nachfolger einführen. Außerdem steht u.a. Oberbürgermeister Ulrich Maly als Aufsichtsrat zur Wiederwahl an.

3. Seit Saisonbeginn wird im Stadion Pfand auf Getränkebecher erhoben. Das dient der Abfallvermeidung, verursacht aber lange Schlangen und Stress bei der Pfandrückgabe nach dem Spiel. Um da Druck rauszunehmen, kann man jetzt den Becherpfand (zwei Euro) auch für einen guten Zweck spenden: für das Projekt Viva con Agua des ehemaligen Pauli-Spielers Benjamin Adrion. Ziel des Projektes ist es, ärmeren Ländern Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen. Zu den Guten gehört der FCN deswegen trotzdem noch nicht, denn er unterhält auch eine Partnerschaft mit Nestlé (Schöller). Dieser Konzern ist was das Trinkwasser angeht gerade in der Gegenrichtung unterwegs.

Das Spiel:

Heimsieg, der erste Dreier, was will man mehr? Dabei begann es gegen Hannover 96 erstmal wie üblich. Der Club spielte (diesmal mit Virgil Misidjan von Beginn an) gefällig, aber nicht zwingend. So begann manch einer schon wieder zu zittern, als sich die 25. Minute näherte. Geriet der Club da doch regelmäßig in Rückstand. Aber nichts da. Beinahe im Gegenteil. Denn nach einem Kopfball von Misidjan erzielte Ishak das Tor für den Club. Jubel im Stadion, Jubel vor den Bildschirmen und Jubel auf Twitter. Doch wieder mal spielte der Videobeweis den Stimmungskiller. Der Club ließ sich aber nicht beirren. Erneut war Misidjan der Ausgangspunkt. Er steuerte frei aufs 96er-Tor zu, wurde aber an der Strafraumgrenze von Albornoz von den Beinen geholt. Schiedsrichter Dankert ließ die Pfeife stecken und musste sich dann Schieber-Rufe anhören. Das war doch ein klarer Elfer, dachten die meisten. Eine gefühlte Ewigkeit später präsentierten die Videoschiris in Köln eine ganz eigene Interpretation. Freistoß und Rot für Albornoz wegen Notbremse. Den Freistoß setzte Leibold dann an den Pfosten. Danach stellten die Hannoveraner um, verstärkten die Defensive und versuchten es mit Kontern. Dem Club fiel dazu nicht viel ein. Da mussten die Ideen eben von außen kommen. Trainer Köllner wechselte nach gut 70 Minuten Törles Knöll ein und der wurde zum Matchwinner. Kaum eingewechselt zwang er erst Anton zu einem Eigentor und nur zwei Minuten später markierte er nach Ishakzuspiel das 2:0. Hannover hatte zwar danach nochmal eine Chance zum Anschlusstreffer. Aber der Club brachte den Vorsprung über die Zeit. Am Mittwoch geht es nach Dortmund. Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

Ein Letztes:

Ein Grund mehr, dem derzeit glücklosen Domenico Tedesco die Daumen zu drücken: