Stets bemüht, aber weiter erfolglos

  • Sportlich ist der Bundesliga die Spannung längst abhanden gekommen. Oben werden die Bayern landen. Die Absteiger stehen leider auch schon so gut wie fest. Die Relegationsspiele gewinnt eh der Bundesligist und wen interessiert schon, wer in die EuropaLeague kommt. Da muss halt woanders Spannung erzeugt werden. Bei der Besetzung der Führungspositionen zum Beispiel. Grethlein dreht deshalb noch ein paar Runden. Und was da durchsickert, birgt immerhin einiges an Konfliktpotenzial.
  • Mal eine Meldung, die uns hoffnungsfroh stimmt und zudem von in letzter Zeit vielfach abhanden gekommenem Realitätssinn zeugt (leider ohne Link): Mikael Ishak will auch nach dem Abstieg beim Club bleiben.

Das Spiel:

Auch gegen die TSG Hoffenheim schien es gleich wieder unglücklich für den Club loszugehen. Bereits in der 4. Minute zeigte Schiedsrichter Dingert auf den Elfmeterpunkt. Ewerton soll Kramaric gefoult haben. Nach Videostudium wurde die Entscheidung allerdings zurückgenommen. Wer allerdings meinte, dann müsste Kramaric Gelb für die offensichtliche Schwalbe bekommen, der irrte.

Danach konnte der Club mal wieder bei allen, die ihn aufgrund der bisherigen Punktausbeute beurteilen, ein paar Anerkennungsbekundungen einheimsen. Spielt gut mit, ansehnlich, auf Augenhöhe… Wir kennen das und wissen: Es kommt gleich wieder der Nackenschlag. Diesmal – wie langweilig – erneut in Form eines Elfmeters. In der 24. Minute wird Patrick Erras aus nächster Nähe von Schulz angeschossen. Der Ball trifft dabei nicht einmal die Hand, sondern lediglich den Oberkörper. Dennoch: Die Entscheidung steht, dazu gibt es auch noch Gelb für Erras. Auch hier Verwunderung: War da nicht was mit Doppelbestrafung? Nun ja, dass Fußball ein einfaches Spiel ist, das stimmt halt schon länger nicht mehr… Kramaric ließ sich die Chance nicht entgehen und markierte das 1:0.

In der Folgezeit verdiente sich die TSG dann zumindest die Führung. Sie war dem Club deutlich überlegen, der dann glücklich den knappen Rückstand in die Pause retten konnte.

Wohl in dem Gefühl, den harmlosen Tabellenletzten im Griff zu haben, schalteten die Hoffenheimer einen Gang zurück. Das Spiel plätscherte vor sich hin. Immerhin durfte Enrico Valentini mal in Tornähe abziehen. Beim Schussversuch verletzte er sich allerdings, weshalb Timothy Tillman endlich zu seinem ersten Einsatz kam. Der Youngster bewies dann immerhin, warum es nicht verkehrt ist, ab und zu mal Impulse von außen zu setzen. Auch wenn dieser aus der Not geboren war. Jedenfalls war plötzlich mehr Zug im Nürnberger Spiel. Sogar der ansonsten schwache Kubo raffte sich zu einem unwiderstehlichen Flankenlauf auf, passte zu Ishak, der im Strafraum zu Hanno Behrens durchsteckte. Dessen Schuss ließ der wohl nicht mehr ganz so aufmerksame TSG-Keeper Baumann zum überraschenden Ausgleich durchrutschen.

Auf einmal hatte der Club Oberwasser. Hoffenheims Trainer Nagelsmann setzte nun seinerseits auf Impuls von außen und wechselte zwei Stürmer ein, um den Druck zu erhöhen. Die beste Chance hatte allerdings zunächst Kubo mit dem Versuch, den Ball per Hacke ins Tor zu bugsieren. Dabei verletzte er sich ebenfalls und wurde durch Jäger ersetzt.

Hacke, gute Idee, dachte sich dann aber auf der anderen Seite Kramaric und düpierte so zwei Minuten später die gesamte Clubabwehr. Wieder lag der Club hinten. In der Nachspielzeit hatte Erras immerhin noch das 2:2 auf dem Fuß. Doch im letzten Moment grätschte ein Hoffenheimer den Ball zur Ecke. So blieb es beim 2:1 und einer weiteren verpassten Chance, vielleicht doch noch dem Abstieg zu entgehen oder zumindest die rote Laterne an Hannover abzugeben.

Und langsam gehen uns zudem auch die Spieler aus. Neben Valentini und Kubo verletzte sich nämlich auch noch Sebastian Kerk. Zudem muss Tim Leibold wegen der fünften gelben Karte im Spiel gegen Frankfurt aussetzen.

Ein Letztes:

Zum Weltfrauentag vermeldete der FC Bayern ein neues Mitglied im Verwaltungsrat: die Digitalministerin Dorothee Bär. Die stammt zwar aus Franken, das hinderte sie aber nicht daran, eine FCB-Fanclub im Bundestag zu gründen. Dass es sich aber nicht unbedingt auszahlen muss, wenn sich Franken derart an den Erfolg anwanzen, belegt die Firma Schaeffler, die sich auch lieber finanziell bei den Bayern engagierte, jetzt aber rasant auf Talfahrt gegangen ist.

…sowas hat man lange nicht gesehen

Dass ich das noch erleben darf! So schön! Noch nie haben Fans „sowas hat man lange nicht gesehen“ mit mehr Berechtigung gesungen als heute. 17 Spiele ohne Sieg. Und endlich hat die verdammte Serie ein Ende! Das ist wie nach Wochen in der Wüste einen Getränkeautomaten entdecken und auch noch passende Münzen in der Hose haben.

Dass der Sieg wichtig war, darüber brauchen wir wohl kein Wort verlieren. Hoffenheim zu Hause, dann noch die Euphorie aus dem Trainingslager… Wann sollte es sonst klappen mit dem ersten Dreier? Gar nicht auszudenken, wenn es heute wieder nichts geworden wäre!

Doch zum Spiel. Die ersten fünf Minuten legte der Club los wie die Feuerwehr. Aber wie so oft kam nichts dabei rum. Dann versackte das Spiel etwas, ehe ausgerechnet Timothy Chandler mit einem abgefälschten Schüsschen das erste Törchen machte. Auch als Drmic noch vor der Pause eines nachlegte, zitterten wir weiter. In Hannover wurde schließlich noch eine 3:0-Führung verspielt. Aber inzwischen hat sich einiges getan beim Club. Verbeek hat wie seinerzeit Hans Meyer den Pino wach geküsst. Der war nicht nur wegen der neuen Position als Innenverteidiger und der neuen Frisur kaum wiederzuerkennen. Jedenfalls war den Hoffenheimern bald klar, dass sie hier wohl nicht viel holen. Zahn gezogen, nennt man sowas.

Und dann klappt es halt auch vorne. Nochmal Drmic und Ginczek erhöhten auf 4:0.

Oh, wie ist das schön! Jetzt halt nicht nachlassen! Aber immerhin: Der Fluch ist bezwungen, die Saison kann beginnen!

Drei starke Minuten

Ein Punkt in Sinsheim! Da hatten wir schon schlechtere Auftaktergebnisse erlebt. Vor allem nachdem sich der Club jetzt in Sandhausen auch nicht in die Favoritenrolle gedrängt hat. Zufrieden mit dem Punkt können wir auch deshalb sein, weil der Club bis zur 53. Minute wie der sichere Verlierer ausgesehen hat. Doch dann reichten drei starke Minuten um den Ausgleich zu machen und danach das Unentschieden heimzuschaukeln.

Doch der Reihe nach: In den ersten zehn Minuten ging es hin und her. Da kämpften zwei scheinbar gleichwertige Mannschaften mit offenem Visier. Doch dann tauchte erstmals ein blauer Hoffenheimer frei vor Schäfer auf. Leider nicht zum letzten Mal. Die Abwehr vollführte ihre leider schon bekannten Schwimmübungen. Das Mittelfeld erhöhte noch den Druck, weil mühsam eroberte Bälle dort postwendend verschenkt wurden. Worte wie Kreativität oder Spielintelligenz sollte man besser gar nicht kennen, sonst ärgert man sich bei diesem Auftritt bloß.

Aus diesem Grund hing dann nicht bloß der immer gefährliche Stürmer Daniel Ginczek vorne in der Luft, auch Raphael Schäfer hatte mehr zu tun als ihm lieb war. Ein paar Mal hielt er bravourös die Null fest, aber in der 34. Minute wars dann passiert. Kurz vor der Pause hätte Hoffenheim dann eigentlich sogar 2:0 führen müssen. Aber gottseidank war Schiri Kinhöfer dem FCN wohlgesonnen.

Nach der Pause kam der Club mit Frantz und Drmic für die schwachen Mittelfeldakteure Mak und Gebhart. Das sollte sich auszahlen. Doch zunächst kassierte der Club dann erst das 2:0 nach einem wieder mal im Mittelfeld vertändelten Ball. Da schien die Sache gelaufen zu sein. Bis zu jenen drei Minuten. Die versöhnten dann für vieles. Wobei das nicht bloß den beiden eingewechselten Spielern zu verdanken war, sondern auch dem in dieser Konstellation wesentlich lustvoller zu Werke gehenden Hiroshi Kiyotake.

Am Ende hatte der Club noch zwei dicke Chancen zum Sieg. Damit hätte er aber wohl das Glück überstrapaziert. Mit dem Punkt sind wir jedenfalls gut bedient. Jetzt kommt der Tabellenführer aus Berlin und dann gehts zu den Bayern. Da ist ein „kleines Polster“ schon mal beruhigend – und vielleicht schafft es die Clubmannschaft ja langsam, das Verhältnis drei starke zu 87 eher schwachen Minuten ein bisschen nach oben zu korrigieren.

Aufbauhilfe in Sinsheim

Die Fans hatten nach der Derbyniederlage zum Boykott aufgerufen und hielten sich in Sinsheim deswegen zurück. Der Grund für die desolate Leistung der Mannschaft liegt dennoch wohl woanders. Gegen die auf einem Abstiegsplatz stehenden Hoffenheim ließen sie sich schwindelig spielen. In der neu formierten Abwehr ging so ziemlich alles durcheinander. Im Mittelfeld wurde fast jeder Ball versiebt und vorne stand ein Sebastian Polter, der wohl Angst hatte, sein Deo könnte versagen.

Was der Club in Sinsheim ablieferte war nie und nimmer bundesligareif (der Anschlusstreffer durch ein Elfmetergeschenk, kann da auch nicht hinwegtäuschen). Höchstens vielleicht von der legeren und fast schon arroganten Haltung her. Da dachten manche, sie könnten mal ein bisschen den Schongang einlegen. Das war schon gegen Fürth so. Null Aufbäumen, null Engagement, null Kampf! Wozu auch? Schließlich will eh keiner nach Europa und nach unten hat man ein sicheres Polster. Allerdings: Noch ist der Relegationsplatz drin, nachdem Augsburg gewonnen hat.

Jetzt könnte einer mit Recht fragen: Warum strengt ihr euch nicht mal für uns Fans an? Uns reicht es nämlich nicht, wenn mit Ach und Krach die Klasse gehalten wird. Wir sind nämlich sauer, wenn das Derby gegen die jetzt abgestiegenen Nachbarstädter einfach so verloren wird und wenn so offensichtlich Aufbauhilfe für einen Retortenverein wie die TSG betrieben wird.

Aber wir Fans stehen mittlerweile nicht nur beim Club im Abseits. Deutsches Championsleague-Finale, aber drunter bröckelts gewaltig. Leider auch beim Club.

Ungeahnter Offensivwirbel

Ganz, ganz wichtiger Heimsieg! Dass der Club vier Tore erzielt hat beim 4:2 gegen die Hoffenheimer, beweist aber nicht, wie offensivstark der FCN plötzlich geworden ist. Eher lag es an der Schwäche der Noch-Babbel-Truppe. Die machte es dem Club relativ leicht. Ein echter Aufbaugegner. Und vor allem der zuletzt ein bisschen abgetauchte Kiyotake nutzte die Aufbauhilfe. Polter auch. Der für ihn eingewechselte Pekhart leider nicht.

Trotz der sechs Tore war das Spiel aber eher unansehnlich spielerisch nicht immer auf hohem Niveau. Nach der frühen Führung ließ es der Club langsam angehen. So als ob er sich für irgendwelche internationalen Einsätze schonen muss. Vielleicht spukte da schon das Leverkusenspiel am Wochenende in den Köpfen rum. Immerhin treffen da die beiden einzigen Mannschaften aufeinander, die dem Herbstmeister Punkte abnehmen konnten.

Aber kaum wurden aus den Hoffenheimern wieder Hoffnungseimer, legte der Club nach. Auch nach dem (zweifelhaften) Handelfmeter in der zweiten Hälfte war das so. Kiyo verhinderte da mit einem Traumtor, dass uns wieder das übliche Nervenflattern packte.

Aber gegen Leverkusen reicht die Leistung vom Mittwochabend ganz bestimmt nicht. Das muss man realistisch sehen. Hinten gab es noch zu viele Fehler und vorne – so merkwürdig das bei vier Toren auch klingt – ist die Chancenauswertung auch noch steigerungsfähig. Andererseits: Aus den beiden Derbys zwei Punkte geholt, einen Mitabstiegskandidaten geschlagen, es hätte alles auch wesentlich ernüchternder laufen können.

Jetzt ist sogar noch Europa drin

Von wegen Sommerfussball! Von wegen locker auslaufen lassen! Der Club hängte sich in Sinsheim richtig rein und holte sich verdient die drei Punkte ab. Dabei ging es für die SAPler noch um was. Die hätten sich nämlich noch für einen Europaleague-Platz qualifizieren können.

Ging es nur für die Hoffenheimer um was? Nein! Theoretisch könnte sich jetzt sogar der Club noch für Europa qualifizieren. Hannover auf Platz 7 liegt nur noch drei Punkte vor dem Club. Allerdings spielen die am letzten Spieltag zuhause gegen den Tabellenletzten aus Kaiserslautern. Der Club muss gegen Leverkusen ran. Aber trotzdem: Es ist noch was drin. Wer hätte das gedacht?

Unabh#ängig davon gibt es freilich genügend Gründe, lieber nicht in der Europaleague mitzuspielen und sich lieber nur ein paar Fernsehgelder mehr durch einen guten Mittelfeldplatz abzuholen. Vielleicht war das auch die Motivation, die den Club gegen Hoffenheim zum Sieg verholfen hat.

Nicht zu vergessen auch, abermals!, Daniel Didavi, der wieder einmal den Unterschied ausmachte. Er brachte auch Tomas Pekhart so ins Spiel, dass der seine Torjägerqualitäten wieder fand. Gute Leistung verbunden mit Altruismus, das macht große Spieler aus!

Bezeichnend jedenfalls, dass die Partie in Hoffenheim an diesem kompletten Spieltag wohl anfangs als das belangloseste eingestuft wurde. Am Ende war sie aber trotz der Hitze eine der besten. Und das war bestimmt nicht den Hoffenheimern geschuldet.

Spielerische Bankrotterklärung

Klar, man könnte sich über Schiedsrichter Jochen Drees aufregen. Oder darüber, dass der DFB und etliche andere Fußballverantwortliche den Club offensichtlich nicht in der ersten Liga sehen wollen. Aber irgendwann führt das nur dazu, die Tatsachen zu verkennen und sich was vorzumachen. Der Club spielt nämlich von Woche zu Woche schlechter – und darin sind weder Schiris noch der DFB schuld. Was die Mannschaft gegen Hoffenheim, weiß Gott keine Übermannschaft, ablieferte, war erbärmlich, grottig, nicht mal zweitligatauglich. So steigt man ab. Da nützt es nicht einmal, wenn der Schiedsrichter mitspielt.

Allein schon das optische Auftreten (um nicht den blöden Begriff Körpersprache zu strapazieren) mancher Spieler. Da hat man nicht das Gefühl, dass da irgendeiner was reißen will, nicht einmal ein Ansatz von Abstiegskampf. Das ist fast schon Selbstaufgabe.

In der ersten Halbzeit praktizierte Trainer Hecking wieder seine sattsam bekannte Taktik, ersteinmal das 0:0 halten und nicht durch offensive Spielweise dem Gegner eine Chance bieten. Doch das, was vor ein paar Monaten noch funktionierte, klappt inzwischen halt nicht mehr. Bezeichnend, dass vor dem 0:1 ausgerechnet Wollscheid nach einem Foul hinfällt und hinten fehlt. Da weiß man gleich, was läuft, wenn der weg ist. Timothy Chandler, an dem der VfB Stuttgart dran ist, antizipierte dann gleich noch den Weggang eines weiteren Talents. Mit Rot flog er noch in der ersten Halbzeit raus. Da hätte Gelb wahrscheinlich auch gereicht. Aber Schiedsrichter Jochen Drees hatte vorher schon jede Menge gelber Karten verteilt für geringere Vergehen. Also hätte man eigentlich checken können, dass da heute verschärfte Rot-Gefahr besteht.

Aber beim Club checkt zurzeit offenbar keiner was. Da wird bloß wieder die alte Platte aufgelegt, von den vielen jungen Spielern gefaselt, vom Zwang Talente verkaufen zu müssen etc.pp. weiter lesen

Bitte etwas mehr Respekt!

Wo bleibt denn der Respekt vor dem Alter? Wo die Ehrfurcht vor herausragenden Lebensleistungen? Verabschiedet man so ein Phantom? Einen Marek Mintal?

Ich meine da noch nicht einmal das lasche Gegurke der Mannschaftskollegen. Nein, auch die Hoffenheimer hätten doch wissen müssen, dass man in so einer Situation nicht normal spielt, dass man da die Choreographie zu beachten hat. Deswegen haben wir doch extra massenhaft Konfetti gestreut und ein Mords-Bohai abgezogen.

Habt ihr da nicht aufgepasst? Hättet ihr mal kurz weggeguckt als der Marek den Ball hatte, ihr wärt in die Geschichte eingegangen, wärt mit drauf auf den meist geklicktesten Fußballvideos. Aber was macht ihr? Ihr nehmt dem Phantom den Ball weg und hindert seine Mannschaftskameraden, ihm ein Tor aufzulegen.

Zur Strafe werde ich nie mehr ein SAP-Produkt kaufen und auch in meinem Bekanntenkreis und an meinem Arbeitsplatz alles dafür tun, um SAP als das zu bezeichnen, was es ist. Das habt ihr jetzt davon.

Doch nun zum Club. Was war denn los? Geistig schon in der Sommerpause? Bei Ilkay Gündogan hatte man auf jeden Fall das Gefühl, dass der gedanklich bereits weit weg war. Philipp Wollscheid träumte dagegen offenbar davon, in Mintals Fußstapfen zu wandeln und konzentrierte sich lieber aufs Tore schießen als aufs abwehren.

Aber das kennen wir leider schon, dass der FCN gern geplante Partys verpatzt und die Feierlaune trübt.

Und noch was: Nicht mal auf Twitter haben es die Fans geschafft, den einzigen Bundesligatorschützenkönig des FCN zum Trending Topic zu machen. Dabei hätte das angesichts der massenhaften Erwähnungen problemlos klappen können. Man hätte sich halt nur auf ein einheitliches Hashtag einigen müssen. Wenn der eine #Marek, der andere #Mintal, der dritte #Phantom und der vierte #MarekMintalPhantom twittert, kann das natürlich nichts werden. Aber egal! Wir sind jedenfalls auch nächste Saison wieder oben dabei und wenn wir da alle ein paar Prozent zulegen, dann feiern wir dann richtig.

Eigler, einer für die wichtigen Tore

20101211 Hoffenheim - FCNLeute, das war wichtig! Manchen Spielen sieht man ihre Bedeutung gar nicht an. Zum Beispiel dem in Sinsheim, bei den SAPlern. Da sorgte der Club in der ersten Hälfte für die angekündigte Unansehnlichkeit. Die SAPler wiederum bewiesen, dass sie zurecht nicht ganz oben dabei sind. Andere Mannschaften hätten die zahlreichen Chancen sicher genutzt.

Doch das wäre eigentlich egal gewesen. Denn wie das so ist beim FCN im Jahr 2010: Man kann zwar Tore verhindern, aber keine Standards (jetzt haben wir das S-Wort doch gebraucht). Und da ist es dann meistens irgendwann vorbei. Während beim Gegner der ruhende Ball für mehr Präzision und Konzentration sorgt, verursacht er beim Club Fracksausen. Aber, auch das war egal, denn einer, den wir schon alle kaum noch auf dem Zettel hatten, schon gar nicht als Goalgetter, machte dann doch noch den Ausgleich: der Christian Eigler. Wir gönnen es ihm. Wir gönnen es dem Club. Wir gönnen es auch irgendwie SAP) aber das hat andere, fußballfremde Gründe, auf die wir deshalb hier nicht eingehen wollen.

Ein enorm wichtiges Tor. Nicht nur, weil es dem Club einen Punkt gegen den Abstieg bescherte, sondern weil es sonst wahrscheinlich doch wieder zu gesteigertem Krisengerede und der am Valznerweiher dann gerne einsetzenden Panik gekommen wäre.

Die Null steht – dank Schäfer & Glück

NOR_20100307_cb012.JPGVorne das sattsam bekannte Unvermögen, hinten das seit ein paar Wochen bekannte Glück – gibt zusammen ein 0:0. Gegen die SAP-Mannschaft Hoffenheim ist das immerhin ein gutes Ergebnis. Gegen die gab es zuletzt nämlich nichts zu holen.

Mal abgesehen davon, dass man bei solchen Spielen als Zuschauer eigentlich das Eintrittsgeld zurückerstattet bekommen sollte., gab es immerhin eine breite Palette an Darstellern zu begutachten. Während Club-Torjäger Bunjaku verletzt auf der Tribüne saß, durften sich statt seiner Choupo-Moting, Charisteas, Mintal und sogar noch Boakye versuchen. Bloß, wenn man praktisch nie in den Strafraum kommt, dann ist das eigentlich egal, wer da vorne den Statisten gibt. Dass der Club eigentlich nur mit Weitschüssen seine Vorwärtsbemühungen abschloss, hatte fast schon was von Verzweiflung.

Positiv bleibt also nur festzuhalten, dass Raphael Schäfer, die Latte, eine etwas stabilere Abwehr und das Glück hinten die Null sicherten. Ob der Punkt weiterhilft, wird sich weisen. Zumindest Freiburg hat einen Sieg eingefahren und Boden gut gemacht.

Ansonsten gilt: Schwamm drüber! An dieses Spiel wird sich später jedenfalls niemand mehr erinnern; umsomehr dagegen an den Last-Minute-Sieg der Frankfurter Eintracht gegen den FC Bayern (womit hier noch für einen versöhnlichen Abschluss gesorgt wäre).