Die Null steht – dank Schäfer & Glück

NOR_20100307_cb012.JPGVorne das sattsam bekannte Unvermögen, hinten das seit ein paar Wochen bekannte Glück – gibt zusammen ein 0:0. Gegen die SAP-Mannschaft Hoffenheim ist das immerhin ein gutes Ergebnis. Gegen die gab es zuletzt nämlich nichts zu holen.

Mal abgesehen davon, dass man bei solchen Spielen als Zuschauer eigentlich das Eintrittsgeld zurückerstattet bekommen sollte., gab es immerhin eine breite Palette an Darstellern zu begutachten. Während Club-Torjäger Bunjaku verletzt auf der Tribüne saß, durften sich statt seiner Choupo-Moting, Charisteas, Mintal und sogar noch Boakye versuchen. Bloß, wenn man praktisch nie in den Strafraum kommt, dann ist das eigentlich egal, wer da vorne den Statisten gibt. Dass der Club eigentlich nur mit Weitschüssen seine Vorwärtsbemühungen abschloss, hatte fast schon was von Verzweiflung.

Positiv bleibt also nur festzuhalten, dass Raphael Schäfer, die Latte, eine etwas stabilere Abwehr und das Glück hinten die Null sicherten. Ob der Punkt weiterhilft, wird sich weisen. Zumindest Freiburg hat einen Sieg eingefahren und Boden gut gemacht.

Ansonsten gilt: Schwamm drüber! An dieses Spiel wird sich später jedenfalls niemand mehr erinnern; umsomehr dagegen an den Last-Minute-Sieg der Frankfurter Eintracht gegen den FC Bayern (womit hier noch für einen versöhnlichen Abschluss gesorgt wäre).

Brave Babyschritte und etwas Pech

Im Gegensatz zu manchen notorischen Euphorikern haben wir den Sieg gegen die schwache Hertha nicht überbewertet. Deswegen war es für uns kaum überraschend, dass der Club nach der Niederlage im Pokal auch in der Bundesliga gegen den „Retortenverein“ Hoffenheim den Kürzeren zog. Nicht überraschend war auch, dass sich wieder einmal zeigte: Dem Club fehlt es an Durchschlagskraft im Sturm. Es fehlt ihm aber auch – und das nicht nur vorne – an Esprit, Inspiration und Einfallsreichtum. Das ist alles zu brav, zu berechenbar…..zu sozialdemokratisch. Ein Weitschuss von Pinola, eine Chance für Mintal, eigentlich wars das, was man als Gefahr für das Hoffenheimer Tor bezeichnen konnte.

Gut, für das Foul an Bunjaku hätte man Elfer geben können. Gut, das 1:0 war ein Sonntagsschuss, also Pech (siehe Video). Daher war das Spiel in Hoffenheim, trotz des klareren Ergebnisses, eigentlich eine Steigerung gegenüber dem Pokalspiel, wo der Club eine Klasse schlechter war. Somit war das Spiel ein weiterer, kleiner Schritt auf dem Weg zur Erstligareife. Möglicherweise sind diese Schritte und die Saison aber einfach zu kurz, als dass es am Ende zum Klassenerhalt reichen kann.
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Der Spieler, ein Sammelsurium von Daten

Jeder, der schon einmal ein Fußballmanagerspiel gespielt hat, weiß das: Ohne eine Datenbank ist man verratzt. Ich habe mir beispielsweise immer einen mit Einfluss 20 gesucht, als Mannschaftskapitän. Einen der bei Technik und Standardsituationen mindestens 19 hatte, für die Freistösse und die Ecken. Einen Kreativen fürs offensive Mittelfeld und zwei gute Manndecker um gegnerische Spielmacher auszuschalten.

Mit dieser Strategie spiele ich jetzt mit dem Club schon das dritte Mal hintereinander in der Championsleague mit und kämpfe aktuell (bin aber schon in der Saison 2010/2011) mit Union Berlin um die erneute deutsche Meisterschaft. Der Rest hat keine Chance mehr.

Warum ich so etwas erzähle? Mit logischem Denken und guten Datenmaterial kann man ganz offenbar Erfolge erzielen. Deswegen ist es wohl kein Zufall, dass der Verein von SAP-Chef Dietmar Hopp noch an der Spitze der Bundesliga steht, und dass nun besagter Hopp (bzw. einer seiner Mitarbeiter) beim DFB ein Stück seines Erfolgsrezeptes offenbart und der Nationalmannschaft zur Verfügung stellt: Eine Datenbank, in der die deutschen Fußballer mit Leistungsmerkmalen, Gesundheitswerten und Spielstatistiken aufgeführt sind. Nichts mehr mit Zufall oder Bauchgefühl des Trainers.

Am interessantesten an dieser Meldung finde ich aber, dass sich diesmal nicht die Computergames bemühen noch näher an die Realität ran zu kommen, sondern umgekehrt die Realität bestrebt ist, ein bisschen mehr zum PC-Spiel zu werden.

Hopp gegen Hoeneß

Nö, ich schreibe jetzt nicht auch noch was über die Unterschiede zwischen den beiden Vereinen, über alte und neue Welt, über Hoeneß und Hopp, über Klinsmann und Rangnick, über Geld und Verstand. All das (letzteres am allerwenigsten) hat nichts mit dem Club zu tun, und der spielt halt erst am Montag.

Lediglich den Hinweis auf diese schöne Maussendung zur Frage „Hoffenheim, was ist das?“ kann ich mir nicht verkneifen:

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